indubio / 10.04.2020 / 12:00 / 22 / Seite ausdrucken

indubio – Nichts wird sich ändern

Unser Mittagsprogramm für Kopf-Hörer formuliert heute die These: "Nichts wird sich ändern". Der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann antwortet Burkhard Müller-Ullrich auf die Frage, was wir aus der Corona-Krise lernen können, wem der Ausnahmezustand nützt und ob die Maßnahmen der Regierung alternativlos sind. 

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Tavor Meier / 10.04.2020

Nichts wird sich ändern. - Was für eine interessante These! Ich fand es angenehm, daß Müller-Ullrich seinen Interviewpartner nicht unterbrochen hat. Dessen lange Ausführungen haben sich für mich gelohnt. Gerade auch, weil ich skeptisch bin und diese gelassene Sicht hier überhaupt nicht erwartet hatte. Liessmann beobachtet zutreffend, daß alle politischen Kräfte nun versuchen, Corona zu benutzen, um ihre lang gehegten Lieblingsprojekte durchzupauken. Nichts Neues also. Instrumentalisierung ist und bleibt das Geschäft, das alle verurteilen und alle betreiben. Als Paradebeispiel führt Liessmann Ungarn an; Orban habe immer schon diktatorisch regieren wollen. Mag sein. Mir kommt in diesem Zusammenhang aber vor allem die europäische Schuldenvergemeinschaftung in den Sinn, die heute - am Steuerzahler vorbei - einen großen, irreversiblen Schritt vorangetrieben wurde. Manches ändert sich eben doch. Nur leider immer in die gleiche Richtung. Und mit immer den gleichen Methoden.

Winfried Kellmann / 10.04.2020

Herr Liessmann hat Systemvertrauen, wie schon Norbert Bolz in dieser Sendereihe.  Nur bei funktionierender Gewaltenteilung könnte man Vertrauen zum System haben. Das setzt voraus, daß die Eliten uneins sind. Das Volk oder noch schlimmer, die Bevölkerung, wehrt sich nur gegen den Notstand, wenn widerständige, konkurrierende Eliten es anführen. Welcher Polizist würde den Gehorsam verweigern, wenn die Verfassung durch einen kalten Staatsstreich abgeschafft wird? Doch nur, wenn er von nennenswerten Teilen der Eliten zum Widerstand aufgefordert wird, wenn z.B. Landesregierungen den Gehorsam verweigern. Dasselbe gilt für alle einfachen, die nicht entscheidenden Bürger. Wir erleben gerade, daß die Demokratie mit einem Fingerschnipsen abgeschafft werden kann, wenn „es notwendig ist“ und die politischen Eliten sich einig sind. Ein „Not“parlament mit 48 Mitgliedern wäre sicher hilfreich bei nachhaltigen Maßnahmen gegen die Demokratie. Auch, wenn es diesmal halbwegs gut ausgehen wird, die Erfahrung wird prägend sein und diese Pandemie ist sicher nicht die letzte. „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“ Scheint wahr zu sein.

Rolf Lindner / 10.04.2020

Kann man den Herrn Liessmann nicht gegen Claudia Roth oder sonstigen Quasselstrippen der Grünen ins Feld - gemeint vor die Kamera bei Anne Will o.ä. führen.

Ursula Horvath / 10.04.2020

Alternativlos? Natürlich sind die Maßnahmen alternativlos, wenn in Deutschland Mutti das verkündet und ihr treuer Stab an evtl. neuen Kanzlern, vorauseilend schon mal abnickt.  Laut Focus, lieben die Deutschen die Alternativlose und würden sich eine 5. Amtszeit wünschen, ich dachte ich beiße bei soviel Dreistigkeit in die Tischplatte vor Grimm, doch mir viel ein, dass ich eine Rentnerin bin und Orbàn die Grenze dicht gemacht hat, damit ich die Corona nicht ins Land schleppe. Leider sitzt mein Zahnarzt nun mal in Ungarn, da muss ich aufpassen bis Orbàn die Grenze wieder aufmacht.  In diesen Land kann man nicht mal seinen Frust ausleben, ohne danach Pleite zu sein!

Judith Bechtloff / 10.04.2020

Sandie Nieburg: Das hab ich auch gedacht! Wieder sind wir auf der emotionalen Ebene, als wäre jedem normalen Menschen ein Leben nichts wert! Es geht aber um die Abwägung und Verhältnismäßigkeit!! Und zwischenzeitlich werden immer mehr Stimmen von Fachleuten laut, dass ein Shutdown einfach völlig überzogen ist und mehr Menschenleben kosten wird,  als es das Virus schafft! Meiner bescheidenen Meinung nach hättet es Philosophen gegeben, die mehr zu sagen hätten…...dem Monolog von Herrn Liessmann konnte ich nichts abgewinnen!

Gabriele Klein / 10.04.2020

PS: noch was zum Webinar das einer armen Familie anscheinend auch raumbedingt bei Zimmerteilung nicht möglich sein soll.  Hier lässt der Referent außer acht dass man Webinare auch aufzeichnen kann, um sie JEDERZEIT abzuhören.  Die meisten Webinare sind sowieso stumm geschaltet. Fragen werden schriftlich eingegeben. D.h. mehrere Jugendliche können völlig problemlos in einem Raum unterschiedliche Webinare besuchen um zu lernen. Die Abschließenden Worte, die man vielleicht so zusammenfassen kann: Hinterher ist man klüger, sehe ich als eine Bannalisierung. Sehr befremdet mich weiterhin, dass sich die Fehlentscheidung für Hitler (auf die er wohl anspielt) auf der gleichen Ebene findet wie die der Fehlentscheidung für einen “Ehepartner”  Aber selbst wenn man den Vergleich akzeptieren würde bliebe immer noch die Frage inwieweit man geprüft hat ehe man sich für ein ganzes Leben oder an ein “1000 jähriges Reich” band. Manchmal lernt man sich in der Tat erst später nach d. Heirat kennen und ein Mensch kann sich ändern . Für den Nationalsozialismus galt das allerdings nicht, man wußte um die Dimension der Entscheidung und was auf dem Programm der Nationalsozialisten stand da explizit zuvor verkündet.  Ganz zum Schluß mein Bedauern, dass die Schwächsten in keinerlei Weise thematisiert wurden. Bei denen geht es leider nicht nur um ein Konzert in Bayreuth sondern die zum Erliegen kommende lebensnotwendige Betreuung und Behandlung.

HDieckmann / 10.04.2020

Liebe Frau Nieburg, Sie haben ganz recht. Von unseren 83 Mio. Bundesbürgern produzieren nur ca. 16 Mio. etwas, was man verkaufen kann und aus dem dann Steuer- und Sozialbeiträge entstehen, mit dann das Leben der anderen 69 Mio. finanziert wird (Junge, Alte, Bildungs, Gesundheits-, Rechtssystem, Polizei, Bundeswehr, ...). Und diese Gruppe ist jetzt auch noch von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit bedroht. Das versteht ein Liessmann natürlich nicht.

Gabriele Klein / 10.04.2020

Teile die Meinung des Philosophen weitestgehend nicht: 1. Unwahrscheinlichkeit einer Systemänderung. Herr Farage, wies zurecht darauf hin, dass wir jetzt beobachten wie China als “Fürsorger” in einer von China ausgegangen Katastrophe die globale Bühne betritt, dies mit Lieferungen z.B. Tests die nichts taugen mit entsprechender Konsequenz an Menschenleben z.B. in Spanien. Das Ganze dient China in zweierlei Hinsicht a) Schwächung einerseits b) Gewinn an Einfluß über den Geschwächten andrerseits. 2.) Ungleichheit der Kinder PC Bereich. Das kann ich nicht nachvollziehen. Selbst jene die kein Wort Deutsch sprechen besitzen ein Smart Phone und wissen wie es geht. Und die sollen nicht in der Lage sein sich in ein “Webinar” einzuschalten zwecks Unterricht? 3.) Er insinuiert wir wären bis jetzt gut herausgekommen, Das würde ich angesichts der Leichenberge bestreiten. 4.  Er verteidigt die Maßnahmen der Regierung und findet die Fehler verzeihlich. Sorry, die Entscheidungen d. Regierung lassen sich weder durch Wissenschaft noch gesunden Menschenverstand rechtfertigen. zentrale Studien, Tang 2009 und Davies,2013 die sich leicht ergoogeln lassen wurden nicht berücksichtigt was dazu führte dass manche Maßnahmen nicht nur extrem teuer in wirtschaftlicher Hinsicht sind sondern sogar kontra-produktiv . Die Befürchtung ist gerechtfertigt, dass gerade dann, wenn alle zeitgleich ein Wohnsilo hüten, wie gefordert die Durchseuchung auf dem Wege der Lüftung stattfindet. Von unten nach oben,wie jeder weiß, unter dessen Wohnung sich die eines Rauchers findet. Von einem Gesundheitsminister erwarte ich die Fachkompetenz die Aussagekraft einer wissenschaftlichen Studie / Statistik eigenständig und ohne Ratgeber auszuwerten. Diese Fähigkeit wissenschaftliche Schlußfolgerungen und Argumente auf ihre Berechtigung zu prüfen kann ich bei H. Spahn leider nicht erkennen und sie wurde auch nicht durch ein entsprechendes Studium nachgewiesen.

Angela Fischer / 10.04.2020

Leidenschaftlich gerne hat Herr Liessmann die Festspiele in Bayreuth also nie besucht . Dann ist‘s einfach zu verzichten. Was aber wenn Dinge nichtmehr gehen, die wahre Leidenschaften sind? ... „ sind ja nur paar Monate!“ ... Dafür ist das Leben zu kurz! Die Bedingungen haben sich geändert. Es gibt genügend freie Intensivbetten in Deutschland. Die Maßnahmen sollten der aktuellen Datenlage zügig angepasst werden. Mir ist jeder Tag Lebensqualität wichtig!

Ulla Schneider / 10.04.2020

Herr Müller- Ullrich, Sie haben recht, es ist eine Frage der Erzählung ......

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