indubio / 06.09.2020 / 12:00 / 47 / Seite ausdrucken

Indubio Folge 56 – Kultureller Bürgerkrieg

In unserem Mittagsprogramm für Kopf-Hörer diskutieren heute der Medienwissenschaftler Prof. em. Norbert Bolz, der YouTube-Publizist Gunnar Kaiser und der Schriftsteller Bernhard Lassahn mit Burkhard Müller-Ullrich über den von Gunnar Kaiser mit-lancierten Appell gegen die grassierende Kultur des Mundtotmachens und Existenzvernichtens. Bringt es etwas, zum ideologischen Gegner die Hand auszustrecken? Gehört Cancel Culture nicht zum unveränderlichen Erbgut der Linken? 

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Steffen Rascher / 06.09.2020

Ich habe wegen Uwe Steimle, einem eher linken Kabarettisten aus dem Osten, den Rundfunkbeitrag auf Barzahlung per Einschreiben mit Rückantwort direkt an den MDR umgestellt. Ich bin kein Fan von Steimle und ich bin auch nicht links. Die Gebühreneinzieher stellen seither keine Rechnung mehr, sondern schickt gleich eine Mahnung und verlangt Mahngebühr dafür. Man ist also nicht dumm aber Charakterlos. Wir sollten solche Aktionen beherzter und konsequenter anwenden. Die Idee ist von Steinhöfel. Google sortiert die Seiten im Suchergebnis nach vorn, die vom Nutzer am ehesten akzeptiert werden.  Das war als Service gedacht und hat die angezeigte Vielfalt des früheren Internets deutlich herabgesetzt. Die Angebote sind zwar da, aber auf der Ergebnisseite 35 oder so. Herrn Restle, möchte ich nicht herüberziehen aber er hat so ein kleines Zeichen gezeigt. Ihm wird wohl klar sein, das er zu jung ist, um mit der Masche die Rente zu erreichen. Prof. Patzelt hat einen Artikel auf seinem Blog: „Wechselseitiges Verachten löst politische Konflikte nicht“. Bei Patzelt ist man immer auf der klugen Seite. Es dauert so lange wie es dauert. Es kann aber auch mal schnell gehen. Bleiben wir neugierig. Die Linke kommt ihrer Kernkompetenz nicht mehr nach, Ideen zu liefern.  Wozu braucht man die dann noch?

Hjalmar Kreutzer / 06.09.2020

Kompliment, meine Herren! Danke, Herr Müller-Ulrich, bitte, bitte betreiben Sie das Format unbedingt weiter! Freundliche Sonntagsgrüße.

Boris Kotchoubey / 06.09.2020

Die Linke kennt nur einen Umgang mit ihren Gegnern: Die Vernichtung. Sie vernichtet “nur” Existenzen, weil sie noch nicht die Möglichkeit hat, Andersdenkende physikalisch zu vernichten, Sie macht Menschen “lediglich” mundtot, weil sie noch nicht die Kraft hat, sie wirklich tot zu machen. Aber der Bauplan des GULag wird bereits angefertigt.

Ulrich Schily / 06.09.2020

Danke für das interessante Gespräch. Ich habe zunächst auch erstmal den Aufruf gelesen und ., nicht unterzeichnet. Ich habe den Eindruck, sie selbst diskutieren auch in einem angenehm eingerichteten Wohnzimmer. Ich habe mehrfach einen Artikel an achgut gesendet, ich habe aber überhaupt keine Reaktion bekommen. OK, vielleicht war der Artikel so saudumm, aber das können sie mir auch schriftlich geben. OK, ich bin kein Geisteswissenschaftler, der sich mit Wonne an irgendwelche Philosophen erinnert. Nein wir arbeiten handwerklich, naturwissenschaftlich. Und wir, damit würde ich mich, Kollegen und Kunden, insgesamt viele (klein) Unternehmer bezeichnen, wir diskutieren gerne mit. Wir sind es gewohnt und reden prinzipiell nicht um den Brei herum, sondern wir stehen für unsere Produkte gerade, auch wenn Mal etwas daneben geht. Das wird dann eben korrigiert. Sie können da mehr und vielfältiger Menschen erreichen, sie scheinen aber diese Leute nur als zahlende zu kennen. Vielleicht ändern wir das mal.

Christian Noha / 06.09.2020

Die alte Bundesrepublik besteht doch medienpolitisch aus 7 „Schwestern“. 1 staatlicher ÖR (rot-schwarz-grün, 8 Mrd. Euro Budget), 4 überregionale Tageszeitungen (Bild, Welt, FAZ, alle pro Merkel, egal was sie macht; SZ, links) und 2 Wochenmagazine (Spiegel, Zeit, links und pro Merkel). Diese 7 Konzerne beherrschten bis vor wenigen Jahren den Diskurs. Die neuen, vielfältigeren, dialektischen Internet-Medien setzen den alten Konzernen mit ihren hohen Fixkosten und altem Personal derart zu, dass dort mittlerweile der blanke Hass über den Erfolg der neuen Medien herrscht. Aber sind die alten Medien noch eine Gefahr? FAZ, Welt, Spiegel, SZ und Bild haben bereits 50% bis 80% ihrer Leser verloren, da sie entweder stramm links oder stramm CDU-merkelhörig sind, was inhaltlich seit 15 Jahren auf das Gleiche rauskommt. Ich denke, der Markt regelt das. Und der ÖR verliert sein Publikum an Amazon und Netflix, so dass die Tagesschau irgendwann auch keiner mehr wahrnehmen wird, weil keiner mehr den 20:15 Uhr-Film in der ARD kennen wird. Vielleicht kann achgut zu dem Thema mal ein paar Statistiken bringen!!

Sesemie Weichbrodt / 06.09.2020

@Volker Kleinophorst: Den FAZ-Artikel habe ich auch gelesen. Mittlerweile spare ich mir als ehemaliger FAZ-Veteran den Inhalt und schaue nur noch auf den Bildungshintergrund der VerfasserInnen. In diesem Fall „studierte sie Germanistik, Journalistik und Theaterwissenschaft“. Und dieser Bildungshintergrund möchte Leser belehren. Leser, die Lebenserfahrung, einen Master und mehrere Berufsabschlüsse haben. Oft ist das Alter der VerfasserInnen erst Mitte zwanzig. Der fehlende Bildungshintergrund wird mit erhöhtem Eifer kompensiert. Ich muss dann immer an den „Dunning–Kruger effect“ denken. Grausig!

Ulla Schneider / 06.09.2020

Weil Ihr alle so ” nett”  und ” lieb” gewesen seid, in den 70ern, war die Eroberung bis nach Berlin eine der leichtesten Übungen.  Ihr seid zu gut erzogen, das ist der! Fehler.  Zu freiheitlich denkend, ganz schlecht für für das freche ( noch nett genannt)  Gegenüber. Die- kennen nur den eigenen Ton und nur ein Recht.  Meine Herren, nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Ich wünsche trotzdem viel Erfolg. Übrigens, Existenzvernichtung gab es immer. Bei so manchen Fraktionsitzungen nannte man es Fraktionszwang. Sonst konnte man gehen. War noch eine Fa.  involviert, war der Job weg. Danke für die Radiostunde.

Marcel Seiler / 06.09.2020

Ohne Schlägertruppe wird man die Meinungsfreiheit nicht wieder herstellen. Denn wenn der Veranstalter glaubwürdige Drohungen bekommt, dass man ihm Fenster einwerfen, Autos anzünden und die Familie bedrohen wird – und wenn der Staat dem nichts, aber auch gar nichts entgegensetzt, dann muss der Veranstalter den Ausgegrenzten ausladen. Außer man hätte da eine Schlägertruppe, die der Antifa, die von der Polizei nichts zu befürchten braucht, klar macht, was eben nicht geht. – Hat jemand eine andere Idee?

giesemann gerhard / 06.09.2020

Es kostet 20.000,00 Euro, wenn man Kinderehen beim Moslem benennt und kritisiert. Urteil liegt achgut vor.

Thomas Schmied / 06.09.2020

Bringt eine nett formulierte Unterschriftensammlung etwas? Bringt eine Massendemo wie die von Querdenken etwas? Ja und nein, meine ich. Kann beiden Argumenten zustimmen. Bolz dahingehend, dass die Schweigespirale unterbrochen wird. Leute sehen, dass sie nicht alleine sind. “Man” darf eventuell Dinge “jetzt” eher “sagen”, wenn Menschenmassen dafür demonstrieren oder “besonders wichtige Leute” dafür unterschreiben, dass Dinge wieder dirkutiert werden dürfen. Doch Burkhard Müller-Ullrich liegt auch nicht falsch, wenn er anzweifelt, dass sich nun alle die Hand geben werden. Warum wollen die Herrschenden denn Abweichler zum Schweigen bringen? Warum laden sie denn Leute wie Bhakdi nicht zu ihren GEZ-Edelquatschbuden ein? Weil sie Angst haben! Sie haben Angst davor, dass ihnen die Meinungskontrolle entgleitet, Angst davor, vorgeführt zu bekommen, dass sie Unrecht haben, dass ihre Politik eben NICHT alternativlos ist! Bhakdi gegen Lauterbach - das will ich wirklich mal sehen! Sie haben ein bestimmtes Programm und sie wollen bestimmte Debatten einfach nicht, die es infrage stellen. Denen geht es längst nicht mehr um intellektuelle Redlichkeit oder Debattenkultur, meine ich, sie sehen nur eiskalt die direkte Wirkung auf das Wahlvieh (sorry). Das Framing und seine Wirkung auf die Mehrheit zählt. Leider sieht die Mehrheit eben immer noch nur den Rahmen (den “Frame”). Die Mehrheit geht den bequemen Weg. Die Herrschenden und ihre Medien werden durch Appelle zur Redlichkeit oder durch Demonstrationen nicht umgestimmt. Denen kann man nur noch mit Machtentzug begegnen. Doch immer mehr Leute kann man erreichen und sie dazu ermutigen, zumindest mal die eigene Birne zu benutzen.

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