Immer mehr Menschen in Deutschland spielen mit dem Gedanken, auszuwandern. Die Frage ist nur: Wohin? Darüber spricht Gerd Buurmann mit seinen drei Gästen. Zugeschaltet sind der Musiker David Serebryanik, der nach Polen ausgewandert ist, der Nachrichtenredakteur Sebastian Biehl, der 1995 nach Südafrika auswanderte, und der Jurist Titus Gebel, der seit zehn Jahren in Monaco lebt und Autor des Buches ist: „Freie Privatstädte – mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt“.
Technischer Hinweis: INDUBIO kann man auch über die gängigen Podcast-Apps (Apple, Deezer, Soundcloud, Spotify usw.) anhören.
@Rudi Hoffmann, Endlich mal wieder was zum Lachen bei der Achse, siehe Mülltrennung. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Weltretter unbedingt Deutschland verlassen, wenn diese Deutschland zu einem Muster und Vorbild einer weltrettenden, internationalen Gesellschaft machen wollen. Soweit ist die Zeit noch nicht fortgeschritten, dass man als diesbezüglicher Revolutionär in die Welt rauszieht (Ablehnung eines Nationalstaats, Trotzkismus), um die deutschgewordene Weltrettung erfolgreich zu exportieren.
@Walter Weimar: Der deutsche Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, von dem ich eigentlich nichts halte, hat mal im Zusammenhang mit der Wende in Ostdeutschland sinngemäß und zutreffend gesagt: Es war keine Revolution, es war eine Aktion einiger weniger Mutiger, während die grosse Masse hinter der Gardine versteckt abwartete und sich erst herauswagte, als es gefahrlos möglich war. So ist es immer und so wird es immer sein. Betrachten Sie sich bitte als Einzelnen, der für sich und seine Familie eine Lösung sucht. Die Welt werden Sie sowieso nicht retten können.
Die freien Privatstädte haben auf den ersten Blick etwas Verlockendes. Auf den zweiten Blick stellt sich aber die Frage, ob sie nicht nur deshalb existieren können, weil sie eben nicht von anderen freien Privatstädten umgeben sind. Wer wird ihren Müll entsorgen, ihre Hecken schneiden, ihre Strassen fegen, seine Knochen hinhalten, um sie zu beschützen? Doch wohl keine Einwohner der Stadt, sondern Pendler aus dem Umland, die von den freien Ptivatbürgern schlecht bezahlt werden, darauf bauend, dass das Sozialsystem des Umlands sich schon darum kümmern wird. Diese Städte sind in meinen Augen parasitäre Gebilde, die vom Umland die Bereitstellung von Infrastruktur, Schutz und Niedriglohnarbeitskräften erwarten, sich ansonsten aber abschotten. Genau das Richtige für korrupte Bananenrepubliken. In Europa wünsche ich mir sowas nicht (ich weiss, die Unterschiede sind mitunter marginal). Das ist irgendwie ein bisschen vergleichbar mit der vielgepriesenen Neutralität der Schweiz, die nur funktioniert, weil die Nachbarn eben nicht neutral sind und man darauf bauen kann, von Ihnen beschützt zu werden, während man selbst immer nur profitiert. Mit dem kategorischen Imperativ nicht vereinbar, auch nicht mit dem schönen Ausdruck „Freiheit in Verantwortung“.
Privatstädte: Kann es verschiedene Modelle geben? Kommunistische Kommunen bis kapitalistische Privatstädte? Die einen wollen mehr, die anderen weniger Autonomie & Freiheit. Werden die Nationalstaaten durch Privatstädte abgelöst? Gehört die Zukunft verschiedenen Modellen, zwischen denen man sich frei entscheiden kann?
@Bernhard Freiling Danke für Ihren Leserbrief! Das sind Informationen, die ich mir erhofft hatte und die ich gerne vertiefend ausgeführt haben würde.
Wer aus Deutschland auswandern möchte oder gar solch einen Schritt vollzieht, kann nur mit dem Klammerbeutel gepudert sein! Unser Land ist im internationalen Vergleich der Zukunftsstandort par excellence. Warum dies so ist? Weil wir Migration fördern, weil Menschen aus anderen Kulturkreisen zu uns kommen! Erst vor wenigen Tagen wies der international anerkannte und extrem renommierte Wirtschaftsexperte Prof. Martin Werding (Universität Bochum), ein Wirtschaftsweiser, der diese Bezeichnung wirklich verdient, in einer Expertise darauf hin, dass mehr Migration unsere öffentlichen Haushalte langfristig um rund 104 Milliarden Euro jährlich entlastet. Einhundertundvier Milliarden! Frühere Berechnungen angeblicher „Belastungen“ durch Migration werden damit eindrucksvoll WIDERLEGT. Meine eigenen Erfahrungen: erst kürzlich war ich im Bochumer und auch Dortmunder Norden (sehr hoher Migranten- und Migrantinnenanteil). Hier spürt man Zukunft, Arbeitsfreunde, Leistungswillen, Vision und Aufbruch. In Gesprächen mit vielen Menschen dort erfuhr ich, dass der Bezug von Bürgergeld verpönt sei, ja eine Schande und Ehrverletzung darstelle. DIESE Menschen sichern die Zukunft unseres Landes. Eines Landes, um dessen Gestaltungskraft und Würde uns die Welt beneidet! Und da wollen irgendwelche Gestalten auswandern? Ja, dann geht doch! Wir bauen ein wahres und neues Deutschland, unsere Demokratie! Am Rande: bei einem Besuch einer Teestube (vernünftigerweise mit absolutem Alkoholverbot) im Bochumer Norden erfuhr ich auch, dass von den dort 20 Anwesenden, meist erst kürzlich zu uns Geflüchtete, 19 Männer bereits ihre Arbeitsverträge – mit Sondergenehmigung – in der Tasche haben: u.a. als Bau- und Wirtschaftsingenieure bei einem großen Wohnungskonzern in Bochum, als spezialisierte Ärzte, Mikrobiologen und Genetiker an der Bochumer Universität und als graduierte KI-Spezialisten in der Rüstungsindustrie (jeden Tag 65 km Fahrt nach Düsseldorf). SO geht Arbeitsethos! DAS ist Zukunft!
Mal abgesehen davon, dass einem das Klima zusagen muss: Spielt es bei niemandem eine Rolle, wie er sich das Alter im fremden Staat vorstellt? Oder die Arztbesuche, die sich dann häufen? Spricht Herr Freiling die Landessprache gut genug? Und wie steht es mit den Steuererklärungen? Wenn man erst so alt ist, dass einem das Belegesammeln und der Besuch beim Steuerberater nicht mehr gelingen will? Geht man dann in Thailand ins Gefängnis? Wobei ich gespannt bin, was in D geschieht, wenn genügend Rentner diesen Status erreichen. Jeder sollte sich in D rechtzeitig einen Betreuer suchen. Sonst macht das der Staat.