Gerd Buurmann spricht mit Henryk M.Broder, Dirk Maxeiner und Fabian Nicolay über einen runden Geburtstag. Die Achse wurde soeben 20 Jahre alt.
Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Achse der Guten spricht Gerd Buurmann mit den drei Herausgebern Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner und Fabian Nicolay über die Erfolgsgeschichte des Autorenblogs, über die Vergangenheit und die Zukunft, sowie darüber, wofür die Achse steht und wo sie von wem verortet wird.
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„Links sein heißt für mich, alles in Frage zu stellen“. Dieser Satz von Herrn Broder offenbart, dass es von den Begriffen Links und auch Rechts sehr viele verschiedene Definitionen gibt, die ggf. jeder für seine Zwecke ge- oder missbrauchen kann und die zur Beschreibung der Wirklichkeit nicht mehr geeignet sind. Ansonsten danke für die wunderschöne Geburtstagssendung und die trotz der ernsten Probleme heitere Stimmung, welche die Teilnehmer verbreiteten.
Ich gestattete mir gestern Herrn Broder mit Henryk anzuschreiben. Wir kennen einander nicht, aber nach einer beinahe 20 jährigen Achse-Autor-Leser-Kommentator-Beziehung nahm ich mir die Freiheit. Ich wollte gestern noch schreiben: Lieber Henryk, lieber Dirk, lieber Fabian, lieber Gerd, aus Anlass unseres 20 jährigen Jubiläums wollen wir uns duzen, ab morgen sind wir wieder per Sie. ♦ Lieber Herr Broder, Herr Maxeiner, Herr Nicolay, Herr Buurmann, Danke für 20 Jahre Treue zum Leser. Ich freue mich schon auf die folgenden 20 Jahre gemeinsamer Lästereien über lächerliche Persönlichkeiten & Politiken.
@H.Gille : Vielleicht nicht zu „links“, aber doch ziemlich systemtreu. Wobei diese Systemtreue, gemeint ist natuerlich nicht die Treue zur Staatsform Demokratie, tatsaechlich dazu fuehrt, dass man zugleich die Demokratie und ein System bejubelt, ohne zu erkennen, dass dieses System antidemokratisch ist. Ein Phänomen, das auch fuer andere Felder passt. Man bejubelt die EU und den Euro, ohne zu begreifen, worum es den Taetern hier eigentlich tatsaechlich geht. Aehnlich dem ÖRR. Der gemeine Deutsche schätzt die Form selbst dann mehr, wenn sich der Inhalt immer weiter, zunaechst faktisch, davon verabschiedet. Und der gemeine Deutsche hat mit der Kritik, vor allem der persoenlich gemeinten, ein massives Problem. Woraus der merkwürdige Eindruck resultiert, dass es zwar gravierende Probleme, jedenfalls Symptome, gibt, aber niemand „dahinter“ steht. Es gibt keine Taeter ( mehr), nicht nur im Strafrecht, weil es eigentlich nur gut gemeint war. Die durchaus naheliegende Annahme, dass Scholz, Faeser, Habeck und co vorsaetzlich handeln, weil sie bestimmte Ziele verfolgen und „charakterliche Schwaechen“ haben, wird wie ueblich entweder tabuisiert oder mit dem deutschen „ja, aber…“ oder „nein, aber….“ sofort wieder relativiert. Es muss in Sch’land schon ziemlich heftig kommen, bis man nachträglich! hinreichend klar wird. Folgerichtig vermeidet man auch die eigentlich gebotenen Konsequenzen so lange es irgendwie geht. In der Regel bis es zu spaet ist. Hatten wir schon und haben wir wieder. „Ja, aber doch nicht die AfD“ . Offen bleibt, wie sich die Kritiker die politische Loesung selbst vorstellen. Die Taeter machen weiter, warum auch nicht, und der gemeine Deutsche, klassisch im Westen lamentiert und noergelt, gewoehnt sich auch bereits, vermeidet aber wie ueblich (unangenehme) Konsequenzen. Er glaubt bis zum Untergang an eine Laeuterung. Er glaubt ohnehin sehr viel und an alles Moegliche. Er glaubt lieber den „Guten“, als zu handeln.
Auch von mir: Glückwunsch zum Geburtstag! In der Mitte der Unterhaltung sagte Fabian Nicolay etwas sehr Entscheidendes, das mit der Gewaltenteilung: 2015 war ich noch Abonnent eines „,Mainstream-Mediums“, des Hamburger Abendblattes. Schon damals wusste ich von der Kanzlerin Merkel, dass sie der Opportunismus in Reinform ist: Sie tut, was sich in der veröffentlichten Meinung als „Mehrheit“ durchsetzt. Also sie wartete ab, und entscheidet so, was fast alle lautstarken Journalisten von FAZ, SZ, Spiegel und ÖRR etc. wollen. Daher habe ich damals versucht als Abonnent des Abendblatts mittelbar Einfluss auf die Politik zu nehmen. Also es gibt in Deutschland De-Fakto nur noch 1,6 Gewalten: Die 0,6- Gewalt Judikative, die durch die innere Abhängigkeit der Richter auch nicht wirklich unabhängig ist aber Formal schon. In Hamburg gibt es tatsächlich noch einen Rest von Gewaltenteilung zwischen Legeslative und Exekutive: Kein Senator darf gleichzeitig Mitglied des Parlaments sein. Wenn ein Abgeordneter in den Senat gewählt wird, muss er (w/m) sein Mandat so lange ruhen lassen. Schon personell wird also die Regierung kontrolliert. Im Bund sind dutzende Abgeordnete gleichzeitig Teil der Exekutive. Bei einer Sittung der Regierungsfraktion, die ja die größte Macht hat zu kontrollieren, saß also damals immer Angela Merkel mit drinn. Wie soll da jemand frei sprechen? Und jetzt ist auch noch der Journalismus de Fakto Teil dsr Regierung. Um wieder gewählt zu werden, macht die Politik im Wesentlichen das, was die Propagandisten, die Mehrheitsjournalisten wollen. Die nächsten 20 Jahre? Wir leben in historischen Zeiten, ähnlich wie die 1920er Jahre. Ich bin sehr, sehr pessimistisch, denn eine wesentliche Kurskorrektur wird es so lange nicht geben, so lange die Union noch eine wesentliche politische Kraft ist, also bis mindestens 2029 nicht, der übernächsten Bundestagswahl. Ich befürchte aber, dann ist es zu spät. Anders als nach 1945 fehlen die fähigen Menschen zum „Rückbau“.
Die Daseinsberechtigung als us-amerikanischer & israelischer Interessen s-Erklärer ist unumstritten. Nur erscheint die diesbezügliche Berichterstattung nicht wirklich als „alle Seiten beleuchtend“.
Man sollte mit diesem Anspruch vorsichtig sein. Selbstreflektion hilft da immer.
Ich habe den Pod noch nicht zu Ende geraucht, aber soviel kann ich schon mal sagen: Mein Herz schlägt im WDR. Das war so und das bleibt so. Herr Broder kennt die Probleme. Ein Kommentator -man könnte auch sagen, ein böses Heinzelmännchen
Zu „Links sein…“. Eigentlich gibt es 3 Links. 1. Links in der Opposition. Meinungsfreiheit, Jammer, Schrei… 2. Links an der Macht. Diktatur, weil Volk zu dumm. 3. Das „rechte“ Links namens NationalSOZIALISMUS, dessen sozialistische Diktatur im Gegensatz zu Stalin, Mao, Pol Pot ja der ganze linken Völkermördertruppe, furchtbar war. Falsche Haltung. Das Links alles in Frage stellt, ist per se schon mal Quatsch. Links stellt sich selbst doch nie in Frage. Nennt das wissenschaftlicher Sozialismus oder gleich „Unsere Demokratie“. Das verbindet Links mit dem Islam und dem Feminismus.