Gerd Buurmann spricht mit Henryk M.Broder, Dirk Maxeiner und Fabian Nicolay über einen runden Geburtstag. Die Achse wurde soeben 20 Jahre alt.
Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Achse der Guten spricht Gerd Buurmann mit den drei Herausgebern Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner und Fabian Nicolay über die Erfolgsgeschichte des Autorenblogs, über die Vergangenheit und die Zukunft, sowie darüber, wofür die Achse steht und wo sie von wem verortet wird.
Technischer Hinweis: INDUBIO kann man auch über die gängigen Podcast-Apps (Apple, Deezer, Soundcloud, Spotify usw.) anhören.

@H.Gille : Vielleicht nicht zu „links“, aber doch ziemlich systemtreu. Wobei diese Systemtreue, gemeint ist natuerlich nicht die Treue zur Staatsform Demokratie, tatsaechlich dazu fuehrt, dass man zugleich die Demokratie und ein System bejubelt, ohne zu erkennen, dass dieses System antidemokratisch ist. Ein Phänomen, das auch fuer andere Felder passt. Man bejubelt die EU und den Euro, ohne zu begreifen, worum es den Taetern hier eigentlich tatsaechlich geht. Aehnlich dem ÖRR. Der gemeine Deutsche schätzt die Form selbst dann mehr, wenn sich der Inhalt immer weiter, zunaechst faktisch, davon verabschiedet. Und der gemeine Deutsche hat mit der Kritik, vor allem der persoenlich gemeinten, ein massives Problem. Woraus der merkwürdige Eindruck resultiert, dass es zwar gravierende Probleme, jedenfalls Symptome, gibt, aber niemand „dahinter“ steht. Es gibt keine Taeter ( mehr), nicht nur im Strafrecht, weil es eigentlich nur gut gemeint war. Die durchaus naheliegende Annahme, dass Scholz, Faeser, Habeck und co vorsaetzlich handeln, weil sie bestimmte Ziele verfolgen und „charakterliche Schwaechen“ haben, wird wie ueblich entweder tabuisiert oder mit dem deutschen „ja, aber…“ oder „nein, aber….“ sofort wieder relativiert. Es muss in Sch’land schon ziemlich heftig kommen, bis man nachträglich! hinreichend klar wird. Folgerichtig vermeidet man auch die eigentlich gebotenen Konsequenzen so lange es irgendwie geht. In der Regel bis es zu spaet ist. Hatten wir schon und haben wir wieder. „Ja, aber doch nicht die AfD“ . Offen bleibt, wie sich die Kritiker die politische Loesung selbst vorstellen. Die Taeter machen weiter, warum auch nicht, und der gemeine Deutsche, klassisch im Westen lamentiert und noergelt, gewoehnt sich auch bereits, vermeidet aber wie ueblich (unangenehme) Konsequenzen. Er glaubt bis zum Untergang an eine Laeuterung. Er glaubt ohnehin sehr viel und an alles Moegliche. Er glaubt lieber den „Guten“, als zu handeln.
Ich gestattete mir gestern Herrn Broder mit Henryk anzuschreiben. Wir kennen einander nicht, aber nach einer beinahe 20 jährigen Achse-Autor-Leser-Kommentator-Beziehung nahm ich mir die Freiheit. Ich wollte gestern noch schreiben: Lieber Henryk, lieber Dirk, lieber Fabian, lieber Gerd, aus Anlass unseres 20 jährigen Jubiläums wollen wir uns duzen, ab morgen sind wir wieder per Sie. ♦ Lieber Herr Broder, Herr Maxeiner, Herr Nicolay, Herr Buurmann, Danke für 20 Jahre Treue zum Leser. Ich freue mich schon auf die folgenden 20 Jahre gemeinsamer Lästereien über lächerliche Persönlichkeiten & Politiken.
„Links sein heißt für mich, alles in Frage zu stellen“. Dieser Satz von Herrn Broder offenbart, dass es von den Begriffen Links und auch Rechts sehr viele verschiedene Definitionen gibt, die ggf. jeder für seine Zwecke ge- oder missbrauchen kann und die zur Beschreibung der Wirklichkeit nicht mehr geeignet sind. Ansonsten danke für die wunderschöne Geburtstagssendung und die trotz der ernsten Probleme heitere Stimmung, welche die Teilnehmer verbreiteten.
Bei Wirtschaftsthemen ist die Achse wirklich klar, deutlich und stark. Bei Verfassungsthemen würde ich mir das Gleiche wünschen. Warum nicht „Unseredemokratie“ klar abgrenzen von einer „Demokratie für alle“?
„Links sein heißt für mich, alles in Frage zu stellen“. Dieser Satz von Herrn Broder offenbart, dass es von den Begriffen Links und auch Rechts sehr viele verschiedene Definitionen gibt, die ggf. jeder für seine Zwecke ge- oder missbrauchen kann und die zur Beschreibung der Wirklichkeit nicht mehr geeignet sind. Ansonsten danke für die wunderschöne Geburtstagssendung und die trotz der ernsten Probleme heitere Stimmung, welche die Teilnehmer verbreiteten.
Ich will mal den advocatus diaboli mimen: 20 Jahre Achse mit all ihren klugen, manchmal auch weniger klugen Beiträgen, verfasst und vorgetragen von klugen, manchmal auch weniger klugen Autoren, kommentiert von klugen, manchmal auch weniger klugen Lesern … und die Zustände in der Welt, insbesondere die in Deutschland, sind immer schlechter geworden und werden täglich unerträglicher, ohne Aussicht auf Besserung. Was also hat’s gebracht?
Wenn ich lange Texte lesen will, greife ich zu Büchern. Wenig hat mich mehr erheitert als Henryk Broder’s letzte längere Veröffentlichung mit einem anderen Autor. Habe es schon 6x gehört. Unmengen Bücher sind durch meine Hände gegangen, meist würden allerdings (bei Sachbüchern) 10% Inhalt gereicht haben. Gehe ich zur Achse, interessiert mich ein Thema, die Einleitung und dann die Kommentare. Der Autor soll mich nicht mit klandestinen Narrativen langweilen oder Fremdwörtern, sondern ein Angebot machen: zum mit- und nachdenken. Ein kurze Geschichte, ein pointierter Gedanke, im Grunde reicht mir ein Aphorismus. Ich will die Achse nicht duzen, sondern ihr widersprechen können. Gerne (und meistens) auch zustimmen. Die Autoren der Achse müssen keine langen Texte oder abgeschlossene Meinungen schreiben, sondern insbesondere kluge Fragen stellen, die von den Lesern mit-beantwortet und diskutiert werden. Wenn die Achse einen Kommentar von mir nicht veröffentlicht, meide ich sie für einen Monat und will ihr an den Kragen. Eine andere Meinung abzuwürgen, das ist Hass. Und die Achse sollte seine Leser nicht hassen, niemals.