indubio / 30.10.2022 / 08:00 / 20 / Seite ausdrucken

Indubio Folge 248 – Die Inflation der lebenden Toten

Kurz vor Halloween spricht Gerd Buurmann mit seinen beiden Gästen über den Horror der Inflation. Zu Gast sind die Volkswirtschaftlerin Lisa Marie Kaus und Alexander Horn, Autor des Buchs „Die Zombiewirtschaft: Warum die Politik Innovation behindert und die Unternehmen in Deutschland zu Wohlstandsbremsen geworden sind".

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Hans-Peter Dollhopf / 30.10.2022

Ab etwa [35:00]: “Mittlerweile sind wir bei acht Milliarden angelangt, weil wir Techniken entwickelt haben, all diese Menschen zu ernähren.” Herrn Buurmanns “wir” und “diese”  erinnern in dieser Formulierung doch stark an das Selbstbewusstsein aus “The White Man’s Burden”. Es gibt diesen ebenso alten , zynischen, Witz: Was tun gegen den Hunger in der Welt? - Mehr essen. Kein “wir"i st berufen, “diese” zu ernähren wie der “himmlische Vater” die Tauben, weil die nicht säen und nicht ernten. “Man” aber tut, überall.

Arne Ausländer / 30.10.2022

Zum Komplex der grundsätzlichen Deformation unseres Verechnungssystems für Besitz, Leistungen und Zahlungen gehört natürlich der große Komplex Sozialleistungen. Das habe ich keinesfalls übersehen. Unbeachtet bleibt dabei jedoch meist, daß die Empfänger von Sozialleistungen keinen direkten Einfluß auf die Gesetze und Bestimmungen nehmen können, die die Höhe ihrer Bezüge festlegen. Anders als das Big Business. So ist ja nun schon der zweite Pharmavertreter Gesundheitsminister, wahrlich ein Fortschritt gegenüber klassischem Lobbyismus! - Schon als ich 1990 in diese Verhältnisse geworfen wurde, sah ich, daß man in diesem System entweder sehr reich sein sollte - oder aber lieber ganz ohne relevantes Eigentum. Dazwischen kann man kaum existieren, ohne sich zu verkaufen. Mich zu verkaufen aber kam nicht infrage: Man sollte nie verkaufen, was man noch braucht. Zum Glück bedeutet dies hierzulande nicht wirklich Armut, lediglich die Möglichkeiten sinnvoller Betätigung sind sehr eingeschränkt. Das ist aber im unfreien Zustand nach einem Selbstverkauf auch nicht viel anders. Das mag nun mancher aus dem schwindenden Mittelstand ungerecht finden. Aber die Entscheidungen für die Entwicklung in diese Richtung kamen doch zwefellos von ganz oben. Und zu viele Mittelständler lassen sich einreden, “die Wirtschaft” hätte vorwiegend gemeinsame Interessen, obwohl sie doch wohl im Alltag ständig zu spüren bekommen, wie sehr die Großkonzerne einer ganz anderen Liga spielen. Freilich - aufmuckende Mittelstandsvertreter können auch ungeimpft schnell mal “plötzlich und unerwartet” zu Tode kommen. Wie vor recht genau zwei Jahren in zwei Fällen. Trotzdem, was hier ungerecht ist, wurde von ganz oben so gestaltet. Wer das ändern will, muß für reale, effektive Interessensvertretung sorgen. Anders geht das nun mal nicht.

Hans-Peter Dollhopf / 30.10.2022

Thema: “Über”-Gewinne, ab etwa [08:00]! Die “Über"steuereinnahme der Staatsparteien, ein Mitnahmeeffekt aufgrund der Inflation - “Lindner präsentiert Steuerschätzung, :Bis 2025 über 126 Milliarden mehr” (Quelle: taz, 27. 10. 2022) - muss entsprechend als ebenso moralisch inakzeptabel diskutiert werden!

Fred Burig / 30.10.2022

Leider führen die meisten “Beiträge” von den tatsächlichen Ursachen der aktuellen Probleme weg! MfG

Arne Ausländer / 30.10.2022

Nach Nutzung des “katastrophal” schönen Wetters hörte ich weiter zu, mit Schwierigkeiten. Was soll man von einem Wirtschaftsfachmann halten, der von “Hypothek auf die Zukunft” spricht? Welche Hypothek, welcher Kreditvertrag ganz allgemein liefe nicht über einen gewissen Zeitraum, beinhaltete nicht die Rückzahlung in der Zukunft? Was denn sonst? Aber Hypotheken nimmt man eben nicht “auf die Zukunft”, sondern auf Eigentumswerte auf. Das gilt für alle Kreditabsicherungen, also auch Staatsschulden. Hier sind die Bürger freilich, wie richtig bemerkt wurde, die Bürgen, der Staat ist nur (selbstermächtigter) Vermittler. Wollte man die Verschuldung verringern, müßte man in der Gegenwart umdisponieren. Das muß nicht unbedingt Sparen heißen, das ist oft sogar kontraproduktiv.  Aber z.B. wären da ja noch die angesprochenen Disproportionen durch langjährige Stagnation und Rückgang der Reallöhne, an denen man sieht, wie grundsätzlich beschädigt das System ist. Verschuldung steht nur für Eigentumsverschiebung von der Masse zu den wenigen Superreichen. Das übliche Chaos bei Großprojekten ist nur ein weiteres Symptom, wo das Absahnen Priorität vor Funktionalität hat. - Der Euro aber ist keineswegs an allem schuld. Man kann ihn mit guten Gründen ablehnen, Diversität im Währungssystem war für sich noch nie Kriegsgrund. Der US-Dollar zeigt ja, wie es dennoch zum verheerenden Bürgerkrieg kam. Der Dollar zeigt aber auch, daß eine einheitliche Währung von South Dakota bis Florida, von Kalifornien bis West Virginia dauerhaft möglich ist, also trotz extremer okönomischer Unterschiede. Und die politische Einheitlichkeit ist praktisch doch auch kaum größer als in Europa. - Nun ja, bei Fachleuten würde ich derartige Selbstverständlichkeiten als bekannt voraussetzen und von ihnen weitergehende Antworten erwarten. Eigentlich.

Robert Ernesti / 30.10.2022

1. Keine Unterstützung mehr für ‘Flüchtlinge’ aus Nordafrika/Nahost/Fernost. 2. Temporäre (!) und eingeschränkte Unterstützung der ukrainischen Kriegsflüchtlinge 3. Keine (unbezahlten) Waffenlieferungen mehr an die Ukraine 4. Bürgergeld nur noch gegen Gegenleistung (Verteilung von Arbeit durch Städte, Gemeinden etc.) 4. Keine finanziellen Unterstützungen mehr, nur noch Sachleistungen.

Stefan Buri / 30.10.2022

Um die genannten Probleme anpacken zu können, muß man sie erst einmal konkret definieren. Dazu wäre eine gründliche Hintergrundanalyse der gegenwärtigen Klima-, Migrations- und Energiewendepolitik sowie ihrer federführenden Akteure und Stakeholder, welche sich hinter Kürzeln wie UN, EU oder WEF verbergen, notwendig. (Stichworte “Agenda 2030”, “Global Migration Compact”, “Green Deal”, “4th Industrial Revolution” etc.) Eigentlich eine Aufgabe für den von uns allen weidlich alimentierten ÖRR; doch dessen Kernfunktion scheint nur noch darin zu bestehen, jedem das Etikett “Verschwörungstheoretiker” an die Stirn zu tackern, der mit der Nase auch nur in die Nähe dieses Kaninchenbaus kommt.

HDieckmann / 30.10.2022

Die 200 Wumm-Wumm-Milliarden werden nicht investiert, sondern wahrsten Sinne des Wortes verbrannt. Die Regierenden treiben damit die Energiepreise noch weiter in die Höhe und kaufen damit Gas, das in den nächsten Monaten verbrannt wird. Vielleicht sollte die EZB die 200 Mrd. einfach in kleinen Scheinen drucken, die dann direkt in die Öfen geworfen werden könnten. Es gäbe dann durch die 200 Mrd. keine zusätzliche und alle müssten etwas weniger frieren.

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