Thomas Schührer vom „Verein Durchblick“ (www.verein-durchblick.de) erläutert im Interview mit Burkhard Müller-Ullrich die Position der „Lebensrechtler“ zu Abtreibung, Sterbehilfe und Organspende. Ist die entsetzliche Tatsache, dass in Deutschland an jedem Werktag 1.000 Embryos getötet werden, der Preis, den unsere moderne Gesellschaft für die Idee vom selbstbestimmten Leben zahlt?
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Bitte beachten Sie die kosmische Konstante : „Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit.“
Zum Abschnitt mit der Sterbehilfe:
Das Lebensrecht gelte „… vom Moment der Zeugung bis zum natürlichen Tod“. Was, bitte, ist der „natürliche“ Tod? „Natürlich“ ist ein romantischer Begriff, der in einer solchen Diskussion zu nichts anderem taugt als zur Emotionalisierung. Wir greifen als Ärzte permanent in den natürlichen Ablauf von Krankheiten, Unfällen und Behinderungen ein mit dem Resultat, dass wir den „natürlichen“ Tod aufhalten und das Leben verlängern. Den „natürlichen“ Tod zu verhindern macht einen Großteil unserer Berufsdefinition aus, Medizin ist und war schon immer ein „opus contra naturam.“ Geht Herr Schührer nicht zum Arzt, lässt er der Natur ihren Lauf?
Welche Palliativmediziner hat er gesprochen, die so sicher sind, dass jede Schmerzsituation beherrscht werden könne? Und weiß er, dass es Menschen gibt, die nicht medikamentös bewusstseinsgetrübt gepflegt werden wollen? Nicht, weil sie damit anderen nicht zur Last fallen wollen, sondern weil dieser Zustand mit ihrem Selbstverständnis und Bild von sich selbst nicht überein stimmt.
Ferner: Das permanente Drohen mit dem Dammbruchargument muss von Belegen gefolgt werden (die Herr Schürer nicht genannt hat), d.h., es müssen überzeugende Hiweise auf solche Dammbruchsituationen geben. Ansonsten könnte man alles mit einem Dammbruchargument verhindern. Gibt es solche Hinweise, ist die Frage, ob man den Dammbruch durch Regelungen eingrenzen kann.
Es sieht nicht so aus, als ob Herr Schührer sich die Mühe gemacht hätte, sich die (sehr lesenswerte) Argumentation des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe anzuschauen.
Merkwürdig, wie konsequent vermeintliche Christen das Wort „Seele“ vermeiden können. Es sollte um das Heil der Seele gehen, alles andere müsste dem doch untergeordnet sein. Die Seele… wie unendlich verletzlicher, aber auch regenerationsfähiger als der Körper! Christ, habe den Mut, über die Seele zu reden, sonst schweige!
Ja, Abtreibungen sind gewiß nicht schön. Aber es reichen doch ein paar Blicke in die Gegenden der Verbote. Da geschieht es gleichwohl trotzdem, nur eben mit höherem Risiko für die je betroffene Frau.
Ich meine, Männer haben das zu respektieren wenn eine Frau abtreibt. Da kann Mann machen was er will, er wird nicht schwanger werden und alles Getöse scheint mir doch ziemlich daneben zu sein. Ich habs zweimal erlebt, daß eine Frau ungewollt schwanger wurde und eben abgetrieben hat. Ich hab mich soweit zurückgehalten als das ich zu ihr gestanden habe in ihrer Entscheidung. Und das ist nach wie vor meine Meinung, als Kerl hat man sich da zurückzuhalten und gleichzeitig zu seiner Gefährtin zu stehen.
Und ich sehe grade, daß offenbar ausschließlich Männer ein paar Zeilen geschrieben haben. Das ist recht schade.
Ich frage mich, was in einem Krankenhaus passiert, wenn dort jemand auftaucht und einen Koffer mit ein oder ein paar Millionen € auf auf den Tisch stellt. Bei 1,5 Millionen Millionären in Deutschland, bin ich mir ziemlich sicher, dass es das schon Mal gegeben hat. Ganz einfach deswegen, weil einem das Geld nichts nützt, wenn man mangels Ersatzorgan stirbt.
@ J. Tappe, da haben Sie die herrschende Meinung wiedergegeben. Wir können davon ausgehen, dass diese Herrn Schührer bekannt ist. Sicher ist, dass NIEMAND bisher eine Organspende nach Hirntoddiagnose überlebt hat. Bekannt sind aber Fälle, in denen sich für hirntot erklärte Patienten erholt haben, da etwa Angehörige sie weiter pflegen ließen. Es mag sein, dass in diesen Fällen der Hirntod nicht korrekt diagnostiziert wurde. Für mich ist allein diese Möglichkeit ausschlaggebend, die Organspende abzulehnen. Das Argument findet sich in Sachen Todesstrafe. Allein die Möglichkeit, dass ein unschuldig verurteilter hingerichtet werden könnte, ist nicht tolerierbar. Darüber hinaus, die moderne Medizin hat vieles nicht richtig verstanden, verortet den Menschen allein im Gehirn. Das ist fragwürdig. Der Hirntod wurde eingeführt, als sich Stationen mit hoffnungslosen Komapatienten füllten, und Bedarf an Organen entstand. Auch gibt es das Kuriosum, dass bei der Organspende mancherorts Narkotika verabreicht werden, anderswo nicht.
Bei der Sterbehilfe geht Herrn Schührer von der idealen Versorgung des Patienten aus. Die Medizin hat jedoch jedes Maß verloren, wie wir es auch gerade anhand der Pandemie erleben. Ich habe es selbst in der Familie erleben müssen, wie man einem Patienten auf den letzten Metern alles angedeihen ließ, damit er ja auf der Welt bleibt. Einem Patienten, der buchstäblich aus dem Bett abhauen wollte, verpasste man einen Herzschrittmacher mit Defibrillator – Sterben verboten! Soll das Thema Sterbehilfe verschwinden, muss man für Vertrauen sorgen, ich habe es verloren.
@J. Tappe – schöne Theorien, welche Sie über die Transplantionspeacis verbreiten.„Bevor er schwerstkranken Menschen Menschen die Chance auf ein Spenderorgan“ Mir kommen die Tränen. Sie brauchen wohl eine neue Leber? Da sind ethische Bedenken ja wohl egal! Transplantation ist ein schäbiges Geschäft, Lebende ausweiden, um mit den Organen Kasse zu machen. Ihr seichte Schönfärberei können Sie sich klemmen, denn genau das ist es. Leute werden geschlachtet und ausgeweidet. Sehen Sie nicht, wohin solche Praktiken führen?