Prof. Peter Hoeres, Lehrstuhlinhaber für Neueste Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, spricht mit Burkhard Müller-Ullrich über den kulturellen Bürgerkrieg an den Universitäten: Lagerdenken, Denunziation, Kontaktschuld verdrängen die wissenschaftliche Freiheit. Gegen diese Tendenz hat Hoeres das netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de mitgegründet.
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Viele meinen, das der Faschisten-Schurke einen braunen Umhang trägt.
Doch dieser Schurke hat Mäntelchen verschiedener Coleurs.
Vor Allem die rote Jacke und der grüne Hut steht ihm momentan gut und macht ihn für unkritische Geister unsichtbar.
Seit langer Zeit die erste Indubio-Ausgabe, durch die ich mich hindurchquälen musste. Die Anzahl der Kommentare zum heutigen Podcast-bisher genau null- könnten dem geneigten Hörer immerhin eine Orientierung dafür bieten, ob der Erkenntnisgewinn aus diesem Gespräch die dafür aufgewendete Zeit rechtfertigt. Trotzdem meinen Dank an Herrn Müller-Ullrich, der immer wieder versuchte, an seinem Gesprächspartner irgendeine interessante Seite zu entdecken. Macht nichts, ich freue mich trotzdem schon einmal auf die nächste Ausgabe!
An den deutschen Unis gilt: Wer im Kindersandkasten die Katzenscheiße zuerst findet und wirft – gewinnt ! Wenn man mal in Basel oder Zürich über den Campus läuft kommt sich geradezu vor, als wäre man in eine Phiole Schlafmittel gefallen. Das unterscheidet Universitäten von Irrenanstalten, es geht in ihren ruhig zu. Die Ideologisierbarkeit deutscher Studenten hat eher was mit infantilen Geltungsbedürfnissen zu tun, denn mit irgend einer Form von Bildung. Aber auch hier hilft der Blick in die Vita der gewickelten Schreihälse und im Kinderzimmer liebesunfähiger Eltern erklärt sich mancher göckende Pfau. Man sollte über manche Uni schreiben: „Irrenhaus seit 1932“.
Gedankenpolizei aktuell: Tyler Durden hat auf Zero Hedge einen Artikel darüber, dass die Webseite des US-Bundesarchivs die US-Verfassung mit einem Warnhinweis versehen hat, dass diese eine schädliche (=diskriminierende) Sprache verwende: „Harmful Language“ Trigger Warning Added To US Constitution On National Archives Website.
Mich würe einem anhand des – aktuellen – Themas „Neuere Geschichte“ die Meinungen von Hendrik Broder und Chaim Noll (die ich beide außerordentlich schätze!) zu dem Aufruf von 60 (von wieviel insgesamt?) jüdischen Organisationen interessieren:
Aufruf jüdischer Organisationen und Verbände zur Bundestagswahl 2021
Am 26. September entscheidet sich, ob die AfD erneut im Deutschen Bundestag, dem Herzen
unserer Demokratie, ihr Unwesen treiben kann. Eine Partei, in der Antisemiten und
Rechtsextreme eine Heimat gefunden haben. Eine Partei, bei der der Verfassungsschutz aus
gutem Grund genauer hinschaut. Eine Partei, in der Antisemitismus, Rassismus und
Menschenfeindlichkeit ihren Nährboden finden.
Die AfD ist nach unserer Überzeugung eine radikale und religionsfeindliche Partei. Politiker
der Partei relativieren die Schoa. Sie betrachten Minderheiten als minderwertig und spalten
unsere Gesellschaft. Die AfD stellt sich gegen die Europäische Union und damit gegen das
europäische Friedensprojekt.
Die AfD ist keine Alternative bei der Bundestagswahl!
Juden bzw. jüdisches Leben werden im Wahlprogramm der AfD ganze drei Mal erwähnt. Dabei
geht es aber nicht um die Bedürfnisse der Juden im Land. Sondern nur darum, dass Muslime
Juden bedrohen. Juden dienen im Programm der AfD einzig und allein dazu, den
antimuslimischen Ressentiments der Partei Ausdruck zu verleihen.
Die AfD schiebt Juden vor, um ihre rassistischen und antimuslimischen Parolen unter das Volk
zu bringen. Aber dieses Feigenblatt wollen und werden wir nicht sein.
Die Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft mit Millionen getöteter Juden, Sinti und
Roma, Homosexueller und politisch Verfolgter ist für den Fraktionsvorsitzenden der AfD
lediglich ein „Vogelschiss“. Die darin zum Ausdruck gebrachte Haltung verharmlost in
unerträglicher Weise die Gräuel der Geschichte.
So wie vor wenigen Jahren bei Pegida oder in Chemnitz laufen AfD-Politiker nun bei
Querdenker-Demos neben Hooligans und Rechtsextremen. …
sehr geehrter herr Müller-Ullrich !
vielen,vielen dank und größte hochachtung für ihre klugen, mutigen und niveauvollen beiträge in den INDUBIO sendungen. ohne sie und die achse des guten wäre ich verzweifelt. DANKE!
danke auch für den kultivierten humor den sie dem podcast geben. es ist mir sogar manchmal lieber,
sie unterhalten sich und uns mit persönlichkeiten ohne all zu großem spezialistentum, da werden die besorgnis erregenden phänomene unserer tage , im plauderton , ertragbarer.(C.Stephan,M.Vahlefeld,
B.Kelle u.a.)
ich wünsche ihnen gesundheit,kraft und lebensfreude für ihr so wichtiges tun.
ich überweise 250€ für INDUBIO und übernehme eine patenschaft bei der achse des guten.
beste grüße aus leipzig
marcus b. ludwig
p.s.
sie haben eine wunderbare stimme und aussprache
Fortsetzung II
„So wie vor wenigen Jahren bei Pegida oder in Chemnitz laufen AfD-Politiker nun bei
Querdenker-Demos neben Hooligans und Rechtsextremen. Dort, wo sich Menschen mit Anne
Frank oder Sophie Scholl vergleichen und mit dem Tragen des sog. Gelben Sterns das erlittene
Leid von Millionen Opfern der Schoa verhöhnen.
Wir, die unterzeichnenden jüdischen Verbände und Organisationen und die Jüdinnen und Juden in
Deutschland sind so vielseitig wie dieses Land. Wir haben unterschiedliche Hintergründe,
Lebensgeschichten und Muttersprachen. Wir vertreten verschiedene Einstellungen und politische
Positionen. Wir sind geprägt von unterschiedlichen Lebensrealitäten. Was uns jedoch alle eint, ist
unsere Überzeugung, dass die AfD eine Gefahr für unser Land ist.
Sie ist keine Alternative für Deutschland. Daher appellieren wir an Sie:
Wählen Sie am 26. September 2021 eine zweifelsfrei demokratische Partei und helfen Sie mit, die AfD
aus dem Deutschen Bundestag zu verbannen!
Für ein weltoffenes, friedliches, tolerantes und demokratisches Deutschland.“
[Es folgen dann eine Reihe zum teil bundesweit hochrangiger Organisationen, die ich zum Teil auch sehr schätze! In einer Organisation ist man auch noch Mitglied.]
Aber warum dann so eine ausgesprochen faschistisch, rassistische Ausgrenzungs-Sch**** u.a. gegen „Querdenker“-Demonstrationen, die nach dem Argumentationsstil und dem primitiven Jargon der o.a. Formulierung doch eher in einem eigentlich weniger intellektuell versierten Milieu gefunden werden kann?
Vor allem:
Begreifen eigentlich dieses Verbandsfuzzis, wieviel intelligente, zum nüchternen Reflektieren befähigte jüdische konservative/liberale/linke Mitbürger Teil dieser „Querdenker“ Demonstrationen sind?