indubio / 22.07.2021 / 10:00 / 38 / Seite ausdrucken

Indubio Folge 146 – Der gerngläubige Untertan

Josef Kraus, ehemaliger Präsident des Deutschen Lehrerverbands, spricht mit Burkhard Müller-Ullrich über den Niedergang des Schulwesens in der einstigen Bildungsnation Deutschland, über Missstände in Medien und Justiz und über die Möglichkeiten eines jeden Menschen, seine eigene Vernunft zu gebrauchen. (Das neue Buch von Josef Kraus heißt: „Der deutsche Untertan. Vom Verlust des eigenen Denkens. Langen Müller Verlag, 240 Seiten, 22 EUR/ 29,90 CHF)

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Thomas Taterka / 22.07.2021

Vorschlag von einem literaturgeschichtlich leicht vorgebildeten Zuhörer : das Dilemma der begrifflichen Anverwandlung ( hier “Untertan”) könnte man vielleicht lösen , indem man sich politisch sachlich darüber unterrichtet , gegen welche ” konservativen ” Kräfte Heinrich Mann nicht erst seit seinem “Untertan” ( 1918 ) , sondern bereits seit dem ” Schlaraffenland ” (1900 )  angeschrieben hat . (Die gleiche Übung könnte man übrigens mit dem “Frühwerk” George Orwells wiederholen.) Es ist mehr als grotesk , von diesen beiden Autoren Vokabular “auszuleihen” und ihre Werk -Vorgeschichte zu ignorieren . Ein Armutszeugnis philologischer Plünderei , Distanzlosigkeit und historischer Schluderei ,  - Bei Langen Müller, einem Verlag , der ohne intellektuelles Gewissen auskommt ,  ganz gut aufgehoben.

Volker Kleinophorst / 22.07.2021

@ R. Mewes Der Bachelor ist ein Schein-Abschluss. Früher nannte man das Vordiplom bzw. Grundstudium.

Frances Johnson / 22.07.2021

Der Bürger ist ein Gewohnheitstier, er funktioniert. Die Franzosen haben das unter Métro, boulot, dodo gut genug zusammengefasst, Malochen, Fressen, Heia. Ab und zu verreist er. Wohin? Er guckt sich Werbeprospekte an und fährt dann irgendwo hin, die Jungen fahren heute gern ins gehypete Ibiza, für den Familienvater ohne Exotensinn war es immer der Gardasee oder Sylt, auch gern die Ostsee oder Rimini, alternativ die Costa Brava oder Blanca. Er gehorcht letztlich der Werbung, die suggeriert, dass man dort gewesen sein muss, und vielleicht war der Nachbar auch schon da. Die sich individuell wähnen, gehen dann ins neu gehypete Vietnam, der Jemen kam früher auch schon mal vor. Dass der Bürger selbstständig sei, ist Einbildung. So kann er sich problemlos ohne Wirtschaft einer manipulativen angstverzierten Legende des Staats zuwenden.  Er war immer abhängig, nur bietet die Wirtschaft mehr Spielraum, aber nur, wenn man das Gegenteil macht von dem, was Werbung suggeriert. Und so passiere ich immer noch die Tomaten für Suppe selbst und meide gehypete Cafés. Weltweit im Westen, Fernasien sowieso. Der ältere Deutsche hinter Schiff sieht nur gehorsamer aus, finde ich, fast so brav wie ein maskierter Chinese. Aber, was ich gestern sah, habe ich in Frankreich noch nicht gesehen. Einen Fa-Va mit Kind auf Rädern, beide mit Maske. Aber in Italien habe ich Italiener mit Maske bei Bergwanderungen gesehen. Die Freiheit war eine eingebildete. Studieren wir Amerikas Umgang mit Edward Bernays und z.B. das Projekt mit United Fruits. Perfekte Suggestion, Mechanismus sicher gelernt bei Onkel Sigmund, der alles durchschaute. Onkel Sigmund wusste, wie die Psyche tickt. Schade, dass er nicht mehr hier ist.

Lucius De Geer / 22.07.2021

Schön anzuhören - würde sich als Redebeitrag der größten Oppositionspartei gut machen. Leider aber auch am Problem vorbei. Herr Kraus, dessen Intellekt und Redlichkeit für mich außer Frage stehen, geht zweifellos bewusst nicht auf die Frage ein, bei welchen Vertretern des konservativen Spektrums er denn ein Problem sehe, was das geforderte Zusammenraufen gegen “Links” angeht. Solange aber nicht zumindest Tuchfühlung mit den besten Köpfen der Schwefelpartei aufgenommen wird, gewinnen die Marxisten der übrigen Parteien an allen Fronten. Immerhin gab es bei TE kürzlich eine Dame von der Alternative zu bestaunen - vielleicht grillt Herr Broder ja auch einmal Alice Weidel, nachdem sie ihn einst so herzlich überrumpelt hat…

Rüdiger Riedel / 22.07.2021

Sehr geehrter Herr Müller-Ullrich, sehr geehrter Herr Kraus, eine wichtige, aktuelle Frage haben Sie ausgelassen: Wie kommt es, dass fast alle Lehrer zu Monstren mutiert sind, die ihre Schüler tagein, tagaus quälen mit Tests, Masken, Abstand halten und Angst einflößen? Von jedem Lehrer konnte man erwarten, dass er seit März 2020 weiß, dass Schüler weder aktiv noch passiv von Covid 19 betroffen sind.

Matthias Popp / 22.07.2021

Sorry, aber das war “Die Welt von gestern”. Kraus beklagt die Wirksamkeit der “Linken”. Aber ob es uns gefällt oder nicht: Sie propagieren eine “Welt von morgen”, selbst wenn wir sie für schrecklich halten. Es braucht dringend eine Rechte mit Zukunftsperspektive. Das Jammern über das Verlorene stirbt mit Kraus und seinen übrigen Stichwortgebern in kürzester Zeit aus. Je rascher, desto besser.

m. neland / 22.07.2021

Vieles ist ja bekannt, also wenig neues an sich. So wie der Ungeist aus der Flasche ist, werden aber keine kausalen und adäquaten Problemlösungen entwickelt, um der böswilligen Denaturierung Einhalt zu gebieten oder gar das Übel an der Wurzel zu packen.

S.Wietzke / 22.07.2021

Alles was Herr Kraus sagt ist richtig, aber auch ihm fällt nichts ein wie das wieder zu ändern wäre. “Es muss wieder mehr Eigenverantwortung her.” Warum sollte jemand diesen Weg beschreiten? Nur Nachteile, kein Gewinn zu erwarten. Keine Antwort. “Die Schule muss wieder Leistung fordern.” Wer soll das wie durchsetzen? Und wer sollte da warum mitmachen? Geht doch auch ohne. Keine Antwort. “Es sollten wieder mehr Leute eine Lehre machen.” Warum sollte das jemand tun? An der Uni rumgammeln und anschließend in den Staatsdienst gehen (mit Pansionsberechtigung) ist nun mal deutlich attraktiver als mit 16 um 6 Uhr aufzustehen und bei Wind und Wetter auf dem Bau zu malochen. Und das, wo einem auch noch alle Welt erklärt das er das bis 70 macht und trotzdem keine Rente kriegt. Ich sehe hier keinerlei praktische Vorschläge. Vielleicht gibt es auch keine und das System muss halt mal wieder (wie immer in der Geschichte) durch die Katastrophe. Merke: Menschen lernen nur aus schweren Schmerzen. Und auch dann nicht immer. Die Vernetzung freiheitlicher Kreise und vor allem die Erkenntnis das es gegen einen gemeinsamen, höchst gefährlichen Feind geht, weshalb Animositäten zurückzustehen haben (“Korbsgeist”) ist sicherlich ein richtiger Ansatz. Allein mir fehlt der Glaube. Vielen Kritikern der aktuellen Entwicklung ist es noch immer wichtiger nicht mit den “falschen” Leuten gesehen zu werden (kann man hier auf der Achse auch oft erleben), als den Sieg an erste Stelle zu setzen. Was auch daran liegt, das es vielen “Konservativen” noch viel zu gut geht. Die haben alle was zu verlieren. Der Gegner dagegen setzt alles auf die Karte Sieg und wirft dafür ohne mit der Wimper zu zucken auch eigene Prinzipien sofort über Bord. P.S. Die Annahme von Kant der Mensch wäre generell “vernunftbegabt” und “autonomiefähig” ist durch 100.000 Jahre Menschheitsgeschichte ja nun eindeutig und vollständig wiederlegt. Das Gegenteil ist richtig.

Fred Burig / 22.07.2021

@Hartmut Laun: “....Warum ist dann der Untertanengeist der deutschen Bevölkerung so besonderes?” Genau! Und deshalb kann ich mich ihrer Meinung gern anschließen. MfG

Rainer Mewes / 22.07.2021

@Dieter Kief - laut statista gab es 2005 in Deutschland 9 848 Bachelor-Abschlüsse, 2017 waren es dann ein paar mehr (252 286). Ich bin schwer beeindruckt von der geballten Intelligenz, die sich hier in Deutschland auf allen Gebieten (nicht nur im Völkerrecht) Bahn bricht; zugleich auch ein wenig beunruhigt, in welchen Bereichen der Gesellschaft man die vielen Spezialisten anschließend unterbringen wollte. Im Kontext dazu blättere ich immer wieder gern in Horst Geyers “Über die Dummheit”.

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