indubio / 18.07.2021 / 08:00 / 42 / Seite ausdrucken

Indubio Folge 145 – Die nächste Welle kommt bestimmt

Carlos Gebauer, Rechtsanwalt und Publizist, und Walter van Rossum, Literaturkritiker und Essayist, diskutieren mit Burkhard Müller-Ullrich über unsere erstaunliche Wehrlosigkeit gegenüber den neuen Machtansprüchen der Politik, über das Kuschen von Wissenschaftsorganisationen, Medien und Verfassungsgerichten sowie über die gendersensible Lufthansa, die keine Damen und Herren mehr begrüßt.

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Paul Greenwood / 18.07.2021

Peter Holschke - das ist doch lächerlich.  1848 war nur 30 Jahren nachdem Preussen die französische Einmarschierenden in waterloo zerstört hatte. Soviel Freiheit hat Napoleon nie versprochen ! Die Problematik lag in dem Krieg vom 1870 als Deutschland plötzlich so viel Gold als Reparationen aus Frankreich zerquetschte und das Land der Gründerjahren ohne Einkommensteuer industrialisieren konnte, weil der Staat Auftraggeber war. Dadurch war keine echte Freie Wirtschaft. Zweimal hatten die Deutschen Gelegenheit gehabt - 1918 und 1945 - anders eine Demokratie zu gestalten,  aber in der Tat sind die Deutschen nicht vernünftig politisch eingestellt - die sind entweder Fanatiker oder Zurückgezogene, die bereit sind als Mitmachen und Trittbrettfahrer die Reise zu dulden. Kritisches Denken ist verdächtig in Deutschland.

Dieter Kief / 18.07.2021

Der Dr. van Rossum ist ein Relativist. Wahrhheit gibt’s nicht, alles nur Definitionen und Vereinbarungen. Solche postmodernen Theorien scheitern freilich, wenn es darum geht zu erklären, warum manche Dinge funktionieren und andere nicht. Das liegt nämlich nicht an den Vereinbarungen, sondern daran, dass manche Theorien eben stimmen und andere falsch sind. Insofern ist die Dr. Dr. h. c. mult. Merkel den Debattanten hier um eine stattliche Reihe Doktorhüte voraus, sozusagen. Die Dr. Merkel versteht freilich nicht hinreichend, will ich mal sagen, dass man aus richtigen naturwissenschaftlichen Aussagen keine notwendigerweise richtige Politik ableiten kann. Das ist die Krux der Naturwissenschaftler - sie sind keine Wissenschaftstheoretiker. Die neukantianisch informierten Wisssenschaftstheoretiker informieren uns so: Man kann stets nur sagen: Die und die naturwissenschaftliche Einsicht ist für mich die Begründung dafür, dass ich so und so entscheide / handle. Ob meine politischen Entscheidungen dann funktionieren, ist eine Frage, die mit dem naturwissenschaftlichen Ausgangspunkt nur m.i.t.t.l.e.l.b.a.r. zu tun hat. Man kann leider nicht wissen, was aus den politischen Entscheidungen, die man aufgrund der naturwissenschaftlichen Erkenntnis X trifft, für praktische Konsequenzen erwachsen. Deshalb brauchen Politiker Lebenserfahrung,  Augenmaß, Urteilskraft, Gemeinsinn - und - : - Fortune - - - : - - - zu deutsch: Glück, nedwahr. Nicht zuletzt, weil wir alle ein provinzielles Verhältnis gegenüber der Zukunft haben, um mit Dr. Habermas’ wohlerwogenen Worten zu schließen. Das ist deswegen so wichtig, weil alle politischen Entscheidungen in die Zukunft hinein wirken, und deshalb strukturell unterdeterminiert sind. - Aber das ist ein anderes Kapitel im großen Buch der Erkenntnis - das so Genies wie Karl Valentin und Mark Twain bereits perfekt durchschaut haben, übrigens, weshalb sie sich beide gerne über die Verlegenheit der Prognostiker - - - lustig gemacht haben!

Thomas Schmied / 18.07.2021

2+2=4. Das wird Ihnen nicht nur der Mathematiker bestätigen, sondern sogar der Philosoph. Nicht Wahrheit, wenn sie denn Wahrheit ist, ist relativ, sondern Tugend im Sinne von vorbildlicher Haltung. Es galt mal als untugendhaft, einem Zigeuner nur die Hand zu geben. Heute gilt es als untugendhaft, ihn als Zigeuner zu bezeichnen. So verrückt kann Zeitgeist sein! Untugend liegt eigentlich im Auge des Betrachters. Wenn bestimmte Wahrheiten als “untugendhaft” gelten, nennt man sie heute aber nicht mehr untugendhaft, sondern unwahr. Das ist ein Fortschritt - jedoch in die falsche Richtung. SAPERE AUDE!

Erich Schmidt / 18.07.2021

Einfach nur herrlich. Vielen Dank.

Hartmut Laun / 18.07.2021

Vielen Dank Herr Müller-Ulrich für ihre Sendung und die interessanten Gäste. Die beiden Herren in ihrer heutigen Sonntagsausgabe, beide gebildete Männer, geschult und in der Lage vernünftig zu denken. Wenn die es besser als ich in Wörter*) fassen können was mich selber zunehmend bedrückt, ja fast verrückt werden lässt. Ereignisse wofür ich keine Erklärung finde, dann fühle ich mich nicht mehr so verlassen. *) Entschuldigung aber die Mehrzahl von Wort heißt Wörter, alte Schule, mein Deutschlehrer. Worte sind: “Lügen haben kurze Beine” e.t.c.

Peter Holschke / 18.07.2021

Die Machtlosigkeit ist selbst verschuldet. 1848 gab es eine Chance, aber das Bürgertum hat den preussischen Militärstaat gewählt, was zu einer militanten Gesellschaft bis in die letzte Ecke geführt hat. Der Dieb Bismarck steht immer noch als Denkmal herum und selbst nach dem Massenmörder und Schwerverbrecher Hindenburg sind Straßen benannt. Was zu der Frage führt, wer hat wirklich die Macht im Land? Ein Niederbrennen hat offenbar nicht gereicht, dass das deutsche Volk Mal vernünftig wird.

Heiko Stadler / 18.07.2021

Es wurde gefragt, was 2 + 2 ist. Antwort: 2+2 ist meistens 4, es kann aber auch 3 oder 5 sein, denn 1,6 wird auf 2 aufgerundet. 1,6+1,6=3,2 oder gerundet 2+2=3. Zweites Beispiel: 2,4+2,4=4,8 oder gerundet: 2+2=5

Jo Ehrlich / 18.07.2021

Eine kleine Bemerkung, ganz am Anfang, bevor ich die komplett Folge gehört habe: Würden Sie bitte, bitte, bitte auch wieder mal Hörerinnen und Hörer sagen? Mir geht das Hörer innen und Hörer außen nämlich mittlerweile ziemlich auf die Nerven. Klar, man macht sich damit über die Gendersprache ein stückweit lustig, zerstört aber für mich aber den normale Sprachefluß. Mit freundlichen Grüßen Jo Ehrlich

lutzgerke / 18.07.2021

Die neuen Machtansprüche sind die alten. In gewissen Büchern über ein gewisses Reich findet man den Anspruch der Bewegung auf einen “Priesterstaat”. / Ich unterscheide Parteien und Bewegungen. Bewegungen halten sich nicht an das Herkömmliche. Sie übertreten den verfassungsrechtlichen Rahmen. Wir befinden uns also eher an Bord eines rollenden Schiffes als auf festem Grund. Deshalb wird auch vielen übel (nicht gegen den Wind über die Reling kotzen, immer nach Lee). / Ich bin mir auch gar nicht so sicher, daß das geimpfte Mittelmaß mit Angst unter Kontrolle gehalten wird. Mich befällt oft das Starkgefühl, es erlebt mit seinen Gas-Masken, Gummihandschuhen und Desinfektions-Kammern einen Survival-Rausch. Die gespenstische Szenerie erinnert mich an ein Kernkraft-Leck, oder einen Chemie-Unfall. Das ist Outdoor-Trainig zwischen Supermarkt und Fernseher.

Volker Kleinophorst / 18.07.2021

Warum muss es unbedingt einen globalen Sozialismus geben? So lange man noch irgendwo hin fliehen kann, Sozialismus nicht “alternativlos” ist, wird er nicht funktionieren. (Dann natürlich auch nicht, aber Kritik kriegt man als “Volksverhetzung” dann schon in den Griff.) Wer wirklich glaubte, in Thüringen würde es Neuwahlen geben? Träumt weiter? Doch nicht wenn das Regime Stimmen verlieren würde. Schön zu sehen, “Deep State”-Merkel regiert auch dort, ob wohl ja eigentlich in der “Opposition”. Neo-SED halt. Eines hat sich geändert. Im Gegensatz zur guten alten zeit unter Ulbricht muss es heute nicht mehr demokratisch aussehen. Und wenn man “demokratisch” gar nicht mehr weiterkommt, hat man ja die spezialdemokratische EU.

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