indubio / 04.06.2020 / 12:00 / 35 / Seite ausdrucken

indubio – Der Zustand der AfD

Unser Mittagsprogramm für Kopf-Hörer enthält heute: Der Zustand der AfD: Burkhard Müller-Ullrich spricht mit Dieter Stein, Gründer und Chefredakteur der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, die in ihrer morgigen Ausgabe eine repräsentative Insa-Umfrage über die Kräfteverhältnisse innerhalb der Partei und die Zustimmungs- bzw. Ablehnungsquoten in der Allgemeinheit veröffentlicht. 

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Thomas Schmied / 05.06.2020

Herr Stein hält Höcke “für ein Problem”, bleibt aber inkonkret, warum. Den “Flügel” hält Herr Stein auch für “ein Problem” (ich übrigens auch - aber nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern weil der Flügel bester Ansatzpunkt für Spaltkeile war). “Der Flügel war der Name einer Gruppierung innerhalb der Partei Alternative für Deutschland(...).” So fängt der entsprechende Artikel bei Wikipedia an. Der Flügel wurde aufgelöst und sogar das “Problem” Höcke begrüßt das. Herr Höcke hat sich ohne Not in so manche Nessel gesetzt, hat manchmal sogar dummes Zeug geredet, meine ich. Das zu kritisieren ist auch ok. Er mußte das klarstellen, hat es aber auch getan. Wenn Herr Stein sich so gerne auf Umfragen bezieht, sollte er auch die sicherste aller Umfragen mit einbeziehen - die Wahl. Da hat “Problem Höcke” nämlich recht unproblematisch abgeschnitten und es hat sich erwiesen, dass er da nichts “gegen die Wand fährt”. Glaubt Herr Stein ausserdem, das die AfD als Konkurrenz irgendwie beliebter bei den regierungstreuen Medien gewesen wäre, wenn sie “Professorenpartei” geblieben wäre und nicht “verkrachte Existenzen” aufgenommen hätte? Die AfD soll weg! Das hat er doch selbst erkannt! (“Es gibt eine prinzipielle Gegnerschaft überhaupt gegenüber der Existenz einer Partei wie der AfD.”) Ach? Herr Stein bezeichnet die AfD dann noch als “problematische Partei”, ohne deutlich Gegenposition zu beziehen. Das erweckt nun wirklich nicht den Eindruck, dass er diese Partei irgendwie unterstützen möchte. Dann kritisiert er noch Leute, die AfD wählen, sogar Höcke gut finden aber nicht ihren Job riskieren wollen. Diesen Leuten unterstellt er sogar, dass sie unterschwellig wollen, dass die AfD gegen die Wand fährt. Wäre da von einem freien Journalisten (der auch seine Zeitung so nennt) nicht eher zu kritisieren, dass man seinen Job riskiert, wenn man sich zur falschen Partei bekennt? Mal polemisch: Bin eher froh, dass Herr Stein nicht als Gesicht der AfD irgendeinen Blumentopf gewinnen möchte.

Charles Brûler / 04.06.2020

Schöne Analyse von Herrn Dieter Stein. Was absolut nicht geht und was der Flügel falsch gemacht hat, das sind Neo-Nationalsozialistische Anspielungen. Auch eine Art von Kooperation (“Mosaikrechte”) zusammen mit äußerst fragwürdigen rechten Gruppierungen ist ein falsches Konzept. Da gibt es Idioten, dass es einen die Schuhe auszieht. Beide Strategien sind in die Hose gegangen. Denn nun geht es gegen die Verursacher der schlechten Umfragewerte. Auf der anderen Seite ist der Versuch, einen Anschluss an die anderen Parteien zu finden, eindeutig falsch. Das kann nicht das Motiv und der Weg sein. Man wird die AfD niemals als Konkurrent akzeptieren. Das war schon unter Lucke so.

Dietrich Stahl / 04.06.2020

Ich finde die Deutung von Stein sehr interessant, nachdem es Radikale gibt, die sich sagen: Entweder ich übernehme den Laden hier, oder er soll untergehen. Das habe ich schon so oft erlebt, auch in anderen Bereichen (Verbindung etc.). Letztlich bin ich wegen sowas aus der AfD wieder ausgetreten. Ich konnte die Wehrmachts-Witze des KV-Vorsitzenden nicht mehr hören. Und am Ende wurde mir klar, daß diese rücksichtslosen, bestenfalls durchschnittlichen Typen an einer wirklichen Zusammenarbeit mit anderen gar nicht interessiert sind. Die Klüngel sind hermetisch. Die wollen weder Expertise noch produktive Arbeit, sondern nur Akklamation. Du sollst ihre Faltblätter verteilen, den Leuten erzählen, wie toll sie sind, und ansonsten die Klappe halten. Gut, das läuft in anderen Parteien auch nicht anders. Aber während in den Altparteien sogar Gewalttäter gedeckt werden (Stichwort Antifa), soll ich im Falle der AfD den Kopf hinhalten? Danke auch. Das Traurige ist nur: AfD hin, Extremisten her: Die CDU ist und bleibt keine Alternative. Diese Partei ist seit 2015 auf alle Zeiten unwählbar geworden. Und allein was im laufenden Jahr passiert ist - von Ministerpräsidentenwahl bis Landesverfassungsrichterin - es reicht mal wieder dicke. Da braucht mir auch keiner mit “Werte-Union” zu kommen. Das sind genau die Leute, die die AfD dringend bräuchte, um die Spinner zu marginalisieren.

Gerd Kistner / 04.06.2020

Dr. Stein hat geschwurbelt, von „Butter bei die Fische“ - so sagt man im Norden - konnte keine Rede sein. Ohne A. Weidel und A. Gauland, die bekanntlich aus nachvollziehbaren juristischen Gründen den Kalbitz - Rauswurf für falsch halten, wird die AfD die nächste Bundestagswahl nicht überstehen. Womit haben sie „rote Linien“ überschritten? Wieso fährt Dr. Stein mit seinem Kotau vor der Nationalen Front die Junge Freiheit an die Wand? Er betreibt Meinungsmache . Beschwerden nehme ich gern persönlich entgegen, ich bin Abonnent der JF.

Steffen Rascher / 04.06.2020

Warum gibt man sich mit solch geballter Kraft diese enorme Mühe, um die AfD zu zerschlagen, wenn nicht wegen der Gefahr sie könnte etwas zum Besseren bewirken? Die Chance will man aber um alles in der Welt verhindern, zu unserem Besten? Der Staatsschutz muss her, um den Staat zu schützen? Wohl eher die Parteien, die nicht Altparteien genannt werden wollen und sich den Staat längst zur Beute gemacht haben. Selbst die Presse wird gefüttert, obwohl sie längst Pleite ist, im Gegenzug werden die Menschen belogen, Kinder und Jugendliche indoktriniert und dann als das letzte Aufgebot in die Schlacht geschickt wie dereinst die Kindersoldaten, die Kirchen predigen im Wettbewerb und verbreiten ihre kindliche Ethik, die Künstler schaffen Kunst im Akkord, die man nicht von Propaganda unterscheiden kann. Die Antifaschisten, die eher faschistoid sind marschieren, für den Staat, den sie sonst immer bekämpft haben und der mir sehr undemokratisch vorkommt, weil er so lange wählen lässt, bis er mit dem Souverän zufrieden sein kann. Und obwohl sie nun eine Maske nach er anderen fallen lassen, sie werden gewählt. Was hat der Souverän in seiner grenzenlosen Weisheit nur vor? Stimmt, die AfD hat eine Krise, es sei ihr bitte gestattet.

Sabine Schönfelder / 04.06.2020

Nur Wenige sind in der Lage, selbst unter den AFD-Anhängern, sich der ständigen staatlich organisierten Desavouierung inhaltlich-emotional zu widersetzen. Aus unerklärlichen Gründen verlangt man gerade von einer OFFENSICHTLICH demokratisch benachteiligten Partei, ( keinen Vize-Bundestagspräsi, AFD-Stimmen führen bei unerwünschten Wahlergebnissen zu einer Rückabwicklung), daß sie „heiliger“ agiert, als der Papst! Antifa-Bekenner (!) und Finanziers sitzen in den obersten politischen Etagen der einst bürgerlichen Parteien. Linke Maoisten à la Habeck und peinliche Hohlköpfe wie Baerbock, quatschen sich im Dauereinsatz durch Deutschlands Talk-Shows. Baerbock entblödet sich als Parteivorsitzende einer grünen Partei über Kobolde, Desinfikationsmittel in absoluter Ahnungslosigkeit, das Ganze mit der Geschwindigkeit einer Maschinengewehrsalve. Sagt einer was?? Diese ganzen unglaublich hohlen Luschen werden als Selbstverständlichkeiten akzeptiert. Mehr noch, sie werden Tag und Nacht medial protegiert, angepriesen wie Sauerbier und von Merkels Einparteienlandschaft untertänig hofiert. Alt-Kommunist Trittin demontiert hinterfotzig den Individualverkehr und die Automobilbranche über eine „UMWELTHILFE“. KEIN TON aus dem linken medialen Eck, aber auch NICHT aus dem RECHTEN! Die AFD wird totgeschwiegen und ignoriert. Weder Angriffe auf Parteimitglieder, noch das vernünftige Programm dieser Partei, DARF ÖFFENTLiCH GEHÖR FINDEN, denn es veranschaulicht größtenteils des Volkes Stimme, schlicht gesunden Menschenverstand. DAS ist ganz GEFÄHRLICH. Man pickt sich ein paar „rechte Trittins, Kühnerts und Eskens“ aus der AFD heraus, durchforstet deren Vokabular und Vergangenheit, um die ganze Partei zu diskreditieren und zu kriminalisieren. Wer das nicht erkennt und glaubt, was der Mainstream verbreitet und bewußt unterdrückt, der hat sich die DDR 2.0 redlich verdient.

Jakob Mendel / 04.06.2020

@giesemann gerhard, „Wer definiert endlich mal den Unterschied zwischen konservativ und reaktionär?“ – Mein Vorschlag ist: Konservativ heißt „nicht ohne Not Bewährtes aufgeben“, reaktionär dagegen „Früher war alles besser!“.

Fritz kolb / 04.06.2020

@Karla Kuhn: nichts für ungut, ich schätze Ihre Kommentare sehr. Nur: ich sehe regelmäßig die Bundestags-Debattenbeiträge der AfD und bin auch regelmäßig begeistert davon. Nur: ich gehöre zu einer kleinen Minderheit, die diese Debatten bei Phönix oder YouTube anschaut. Hingegen ist die Wirkung des Parteiausschlusses sehr breit in den Regierungsmedien ausgebreitet worden, mit all ihren medialen Framing-Möglichkeiten. Und deshalb ist zum jetzigen Zeitpunkt das Verfahren grottenschlecht, weil das und nicht die richtigen Bundestagsvorträge bei der breiten Masse hängenbleiben. In deren Augen beschäftigt sich die AfD mit sich selbst und nicht mit den Problemen des Volkes. Kluge Strategie geht anders.

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