Gerd Buurmann spricht mit den drei Herausgebern der Achse des Guten, Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner und Fabian Nicolay, über das dritte Jahr nach Beginn der Maßnahmen gegen Corona, über Medien im Notstand, den Unterschied zwischen Journalismus und Aktivismus und den Blödsinn einer „kollektiven Freiheit“.

Wir sind ja nun alle auch, selbst, wenn wir es vehement ablehnen, von unseren Milieus latent beeinflusst. So auch Henryk Broder von dem Milieu Die Welt/Transatlantikachse, wenn er ungeniert von „Putinverstehern“ labert und nachlabert und damit einen Ausdruck aus dem Mainstream verwendet, den wir schon von „Trumpversteher“ kennen. Putin versteht niemand. Er hat ein Pokerface, niemand weiß, was sich hinter der Fassade abspielt order wer im Kreml außerdem noch etwas zu sagen hat. Es geht darum, dass die ganze Sache seit spätestens 2014 absehbar war und vom Westen mit verschuldet. Das weiß Broder auch. Er kennt natürlich auch Aussagen von Mearsheimer/Kissinger/Scholl-Latour und anderen Spezialisten dazu, auch von jemandem bei der CIA. Er beugt sich also dem Diktum seines anderen Verlags, und da fängt es an: Wenn Einer mit einer Stimme, die immer zu hören war und Manchen nicht passte, sich anpasst. Es lief alles ganz offen ab, Truppen wurden an der Grenze zusammengezogen. Man kann einfach nicht hingehen und behaupten, „Biological Research Facilities“, von Nuland zugegeben, oder aber Ambitionen auf Atomwaffen (Münchener Sicherheitskonferenz) wären kein Auslöser. Der Hunger auf Russlands Rohstoffe ist seit 100 Jahren unermesslich. Ein menschlicherer Umgang hätte bedeuten, dass wir neben Englisch Russisch in der Schule lernen statt das überflüssige Französisch und russische Musik, Kultur, Literatur verstehen lernen, zumindest nach Perestroka. Wir leben in Eurasien. Die östliche, größere Hälfte fehlt vollkommen in unserem Weltbild zugunsten von neckisch abgespreiztem Bein bei Oscarverleihungen, z.B. Angemessen wäre eine Balance gewesen nach 1989, außerdem hilfreich bei der Bekämpfung von Terrorismus. Ich lese gerade russische Literatur, um ein Bild zu bekommen. Falls ich danach Putin verstehe, sag ich Bescheid, versprochen.
@HDieckmann # Weitgehende Zustimmung meinerseits. Ganz ähnliche Gedanken treiben auch mich zu diesem Konflikt um.
Ich möchte dazu aufrufen, sich selbst zu reflektieren.
Es entbehrt nämlich nicht einer gewissen Komik, sich über die undifferenzierte Ausgrenzung sogenannter Impf- Gegner auszulassen und zwei Minuten später dasselbe Geschäft zu betreiben.
Leser pauschal als Putin Trolle zu diffamieren, nur weil sie nicht begeistert in die westliche Propaganda einstimmen, ist weit unter Ihrem Niveau.
Ich bin beispielsweise ein großer USA Fan, liebe Land, Leute und den Sport. Der dortigen Regierung und ihren Machenschaften kann ich trotzdem nichts abgewinnen. Genau wie es übrigens bei Putin der Fall ist. Die Ukraine ist mir schlichtweg egal, obwohl ich beginne, ebenfalls eine Abneigung gegen deren Regierung zu entwickeln. Mellnik, Selensky oder die Klitschko’s gebaren sich wie der letzte Mafia Pöbel, auch wenn ihr dies gern der großen Not zuschreibt – in der sie sich ohne Frage befinden.
Sorry, aber mit solchen Leuten möchte ich mich erst gar nicht gemein machen und es bliebe die Frage zu klären, welches Schärflein sie zur Situation beigetragen haben.
Außerdem habe ich auch etwas gegen Biowaffen Labore, und zwar unabhängig davon, ob die unter amerikanischer, chinesischer, russischer oder sonst wessen Ägide stehen.
All diese Themen werden auf eurem ach so differenzierten Block aber nicht erst behandelt. Hier liest man in letzter Zeit halt nur noch „Russland böse, Westen ganz toll.“
Das ist halt ein bisschen wenig,unterkomplex geradezu. Wenn ich deswegen ein Putin Troll bin, bitte sehr.
Aber was sagt eine solche Kategorisierung dann über euch aus?
Enttäuschend. Sowohl die (technische) Tonqualität als auch die erste Gesprächsrunde ohne wirklich neue Erkenntnisse. Herr Müller-Ulrich hat eben nicht nur eine „sonore“ Stimme, sondern kann eine Diskussion im besten Sinne leiten und gestalten …Unverzeihlich, in diesem Format nicht ausführlich, evtl. mit persönlicher BMU-Teilnahme, auf die Gründe und Umstände der beiderseitigen(?) Trennung einzugehen.
Herr Buurmann hat natürlich weitere Chancen verdient.
Ob ich meinem früheren Helden Broder weiter intensiv folgen werde?
Natürlich muss ein Journalist nicht primär schreiben, was die Mehrheit seiner Leser liest und denkt. Natürlich kann man sich auch als HMB bei einzelnen Themen vergaloppieren, hier „Impfen“ und „Ukraine“. Aber eine große Zahl an Foristen als Putin-Trolle zu bezeichnen: sehr schlechter Stil!
Im übrigen verweise ich zu „Putin-Troll“ auf den Beitrag von HDieckmann.
Mit freundlichen Grüßen. GH
Lt. Verfassung ist die russische Föderation unmittelbarer Rechtsnachfolger der Sowjetunion. Im Zwei plus Vier-Vertrag ist es der BRD aber untersagt, Handlungen GEGEN die Alliierten zu unternehmen, zu denen Russland nach meiner Info gehört. Mit der Waffenlieferung an die Ukraine HAT sich die BRD jedoch als Kriegsteilnehmer GEGEN das Alliiertenland Russland positioniert. Leute, die sich über die mögliche KONSEQUENZ dieser Positionierung Gedanken (Sorgen) machen bzw. sich erdreisten, die Komponenten des VORKRIEGS mit einzubeziehen, als „Putintrolle/Versteher“ etc. zu titulieren, bewegt sich nun mal auf analogem „Klima/Corona-Leugner“ o. „Impfgegner“ & Co-Primitivismus-Niveau, dass man ansonsten (zurecht) so kritisiert. Ich glaube nicht, dass Herrn Broder da irgendwelche Leser „böse“ sind. Die sind eher verdutzt oder vielleicht enttäuscht ob der unterkomplexen – und bisweilen gefährlich unsachlichen – Plattitüden, die da von Köpfen rausgehauen werden, die man für die letzten intelligenten des Landes hielt…
@ A. Porsche – Oben unter dem Titel das zweite Symbol von rechts („Pfeil zeigt von oben auf Teller“), da klicken Sie drauf und schon wird’s serviert. – Herr Buurmann bringt einen neuen Stil mit, weniger Moderator, mehr Mitdiskutant. Da ist ein gewisser Bezug auf den heutigen Titel, es geht mehr vom klassischen Journalismus weg hin zu einer gewissen Meinungsfreudigkeit des Gastgebers. Gepflegter Stammtisch. Das kann man machen und hier ist das sogar gut gelungen, aber es kann auch seine Schwierigkeiten haben. Für die Aufbewahrung der Chronik käme übrigens auch noch das Moor infrage, vor allem wenn man Transportkosten sparen und dafür auf die Gründung einer neuen Religion verzichten wollte. Man müsste die Deponie nur irgendwie sicherheitshalber analog kennzeichnen, ein Bauwerk geht naturgemäss nicht, aber vielleicht ein Ballon? Die Idee ist jedenfalls überzeugend, man sollte das wirklich drucken und verwahren. Mehr als Zeugenschaft bleibt ja in vielen Fällen heutzutage erstmal gar nicht übrig.
Ich akzeptiere zwar dass der Krieg in Ukraine nicht in Ordnung ist, ich finde aber auch dass Zelensky ev doch ein Nazi sein könnte. Sie wissen das doch genau gut (oder angesichts der massiven Propagandaanstrengungen allerseits: wenig) wie ich. Ich bin auch satt die sinnlose und meist noch schädliche Maßnahmen der Regierung und Aufrufe zu Eskalation der Medien ohne weiteres zu akzeptieren.
Bin ich jetzt ein Putinversteher bzw Troll?