Dirk Maxeiner / 27.01.2022 / 11:00 / Foto: Achgut.com / 18 / Seite ausdrucken

In memoriam Carl Christian Jancke

Am vergangenen Wochenende verstarb völlig überraschend unser Autor Carl Christian Jancke.

Das letzte Mal, als ich mit Carl Christian sprach, war auf dem Treffen der Achse-Autoren Anfang Oktober auf einem verwunschenen Schloss in Brandenburg. Uns verband das Leib- und Magenthema „Historische Automobile“, es trug uns stets weg vom politischen Jammertal und diente der mentalen Erholung. Wenn dann noch ein gutes Glas Rotwein dazu kam, war jeder Abend gerettet. Carl Christian hatte einen Beruf daraus gemacht, hielt Vorträge zum Thema, beriet in Sachen Oldtimer als Wertanlage, begutachtete ganze Sammlungen. Er war eine Koryphäe auf seinem Lieblingsgebiet und nebenbei auch Spiritus rector des PS-starken Blogs „Drehmoment“

Seine zweite große Passion war eine politische; leidenschaftlich engagierte er sich als klassischer Liberaler für die Freiheit in diesem Lande, publizistisch aber beispielsweise auch in der Hayek-Gesellschaft. Dabei war er streitbar und nicht weichgespült oder auf Konsens gebürstet, aber er vermied stets jeden Angriff auf die Person des politischen Gegners. Dafür war er einfach ein zu feiner Kerl mit einem großen Herzen. Er hatte Mut und half, wenn Not am Mann war. Als im Jahr 2016 die Werbeagentur Scholz & Friends und einer ihrer führenden Mitarbeiter versuchten, Achgut.com wirtschaftlich zu erledigen, erkannte Carl Christian sofort, was solche Praktiken für die Meinungsfreiheit in diesem Lande bedeuten. Er ließ seine Beziehungen spielen und übermittelte mir wichtige Informationen über die Hintergründe der Attacke. Auch dafür bin ich ihm ewig dankbar.

Der ehemalige Salem-Schüler verfügte über eine breite Bildung, seine Themen waren so weit gestreut wie seine Interessen: Mal berichtete er über seine Erfahrungen als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr „Empfehlungen eines Löschmeisters“, mal beklagte er den staatlichen Raub der Lebenslust, mal las er akribisch Statistiken und ließ aus so manchem Ballon die Luft heraus. Er war einer der vielseitigsten Autoren von Achgut.com. Sein letztes Stück erschien am 17. Januar und handelte vom Tod. Ich zitiere den Schluss: 

Der Tod ist eine Dimension des Lebens. Sein meist selbstverständliches Ende. Wenn wir die Corona-Toten alltäglich zählen, sollten wir nicht all die Anderen vergessen, die alltäglich sterben. Es gibt meistens keinen richtigen Zeitpunkt, zu sterben. Trotzdem ist er irgendwann gekommen. Und der Verlust schmerzt. Aber auf der anderen Seite gibt es das Sprichwort: „Niemand ist wirklich tot, solange es noch jemand gibt, der sich an ihn / sie erinnert".

Wir werden Dich nicht vergessen, Carl Christian. Versprochen.

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Ilona Grimm / 27.01.2022

Es tut mir sehr leid um diesen Mann; er hätte sicher noch viel zu sagen und zu schreiben gehabt. Mein Mitgefühl gehört all seinen Angehörigen und Freunden. Aber was schmerzt mich dabei am meisten? Die 97-jährige Mutter, die nun ihren Sohn betrauert, der noch nicht einmal sechzig Jahre alt werden durfte. Ob sie hofft, ihn im Himmel wiederzusehen?

Detlef Fiedler / 27.01.2022

Mein aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und Freunden. „Man lebt zweimal, das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung.“ (Honoré de Balzac)

Karola Sunck / 27.01.2022

Das ist eine sehr traurige Nachricht. Wieder ist ein Mitstreiter für Freiheit und Gerechtigkeit den unvermeidlichen Weg, den wir einmal alle gehen müssen, viel zu früh gegangen. Aber so ist das Leben. Ab dem Zeitpunkt an dem wir das Licht der Welt erblicken, beginnt die Lebensuhr zu laufen und der Weg der damit beginnt und damit endet, dass wir diese Welt für immer wieder verlassen. Auch zeigt dieser Heimgang, dieses aufrichtigen Menschen, dass es noch andere Krankheiten gibt, denen ein Mensch erliegen kann, als dieses aktuelle Dilemma der Menschheit, worüber zur Zeit die Ganze Welt in Ausnahmezustand geraten ist. Darüber sollten die Menschen mal nachdenken, wenn sie sich gegenseitig ,, Bleib gesund`` zurufen und nur damit ausdrücken wollen, dass der Gegenüber von Delta bis Omikron verschont bleibt und hoffentlich geimpft ist. Alles Gute lieber ,,Carl Christian Janke`` auf Deinem Weg in die Unendlichkeit und Danke für Dein Wirken hier auf der ,,Achse des Guten``. Wir werden Dein Andenken in Ehren halten und weiter, auch in Deinem Sinne, für Freiheit und Gerechtigkeit streiten.  Karola Sunck

Silvia Orlandi / 27.01.2022

Es gibt ein Leben vor dem Tod. Jeden Tag den Herr Jancke nicht genießen konnte ist unendlich traurig. Nutze den Tag…. lebe und liebe.

Jörg Themlitz / 27.01.2022

Ein stiller Gruß und ein nicht mehr gehörtes, Danke!

Sirius Bellt / 27.01.2022

Ich bin erschüttert, hat er doch erst Mitte Januar einen wunderbaren und sehr einfühlsamen Text auf der Achse veröffentlicht. Gute Reise, Carl Christian Jancke.

Mathias Rudek / 27.01.2022

Wie plötzlich das immer geschieht. Ich kann mich auch an seine Stimme und an seine Worte auf indubio gut erinnern. Er ist auch 1964er Baujahr, das gibt mir heute zu denken. Traurig.

A. Iehsenhain / 27.01.2022

Die Achse wird vielleicht auch auf der “Anderen Seite” gelesen. Ich fände das Bild schön, wenn Herr Jancke und Herr Grell dort zum Wiedersehen mit einem Glas Wein anstoßen würden. Und es stimmt - vor allem sein Text “Über den Tod in Zeiten der „Pandemie”” ist absolut brillant und regt zum Nachdenken an. Ich verneige mein Haupt vor Carl Christian Jancke!

Marco Böhm / 27.01.2022

Schöner Nachruf. Es lohnt sich auf die Links zu gehen. Alles Gute nach oben.

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