SARS-CoV-2, ein Erreger grippaler Infekte und der seltenen Viruspneumonie COVID, die auf eintausend über 70-jährige mit dem Virus infizierte Personen zu ein bis zwei Toten führt, steht unter hohem Selektionsdruck. Denn 99,8 Prozent der Infizierten bilden gegen das Virus eine robuste Immunität aus, die auch gegen Mutanten des Virus durch sogenannten Kreuzimmunität wirken kann, dazu unten mehr. Ein immuner potenzieller Wirt kann aber nicht mehr infiziert werden und das Virus nicht mehr weitergeben. Wenn das Virus sich also nicht laufend verändern würde, würde die menschliche Population es durch Herdenimmunität ausrotten. Doch das geschieht nicht.
Wie das Virus mutiert und was das bewirkt
Denn das Virus ist darauf hin optimiert, sich bei der Replikation genetisch zu verändern – den Mechanismus habe ich hier erklärt. Diese Mutationen führen zu neuen Linien des Virus, die durch Sequenzierung seines Genoms laufend ermittelt werden. Diese Mutationen verändern die Eiweiße des Virus (Virusproteine), auf die das Immunsystem reagiert, um das Virus abzuwehren. Das Immunsystem bildet durch Selektion und klonale Vermehrung Antikörper und spezifische T-Zellen gegen diese Virusproteine aus, man nennt die Stellen eines Proteins, die die Antikörper erkennen, Epitope. Durch Mutationen kann das Virus seine Epitope verändern und sich dem Immunsystem dadurch partiell oder ganz entziehen. Dafür müssen die Mutationen zwei Bedingungen erfüllen:
- Die Mutationen dürfen nicht dazu führen, dass der Replikationsapparat des Virus ineffektiv wird. Solche Mutanten bilden sich natürlich auch laufend, aber man findet sie nicht, da sie sich im Selektionsprozess nicht durchsetzen.
- Die Mutationen müssen die Virusproteine so verändern, dass die Antikörper, die immune Wirte gegen die Epitope des Virus ausgebildet haben, diese schlechter oder gar nicht mehr erkennen.
Mutationen, die diese Eigenschaften haben, überleben den Mutationsdruck und werden dann auch bei Sequenzierungsprojekten identifiziert. Es sind bereits tausende davon bekannt, hier kann man sich den phylogenetischen Baum dieser Virusfamilie ansehen. Der Baum zeigt das Ausmaß der genetischen Verwandtschaft der Virusvarianten an, der Algorithmus ordnet baumartig nahe Verwandte zusammen an. Je mehr Äste man durchqueren muss, um von einem Familienmitglied zum nächsten zu gelangen, desto entfernter verwandt sind sie. Das ist Vielfalt. Man kann anhand des Baumes auf einen Blick erkennen, dass das Virus schon lange endemisch ist: Zero Covid ist biologisch daher unmöglich.
Manche dieser Mutanten sind etwas weniger oder mehr infektiös als andere, manche etwas weniger oder mehr letal, doch im Großen und Ganzen sind die Unterschiede gering, und wegen der Unmöglichkeit, das Virus nachzuverfolgen und der Seltenheit des tödlichen Verlaufs kann man das nicht so genau messen. Seltenheit? In Deutschland sind letztes Jahr laut RKI ungefähr 40 Tausend an oder mit COVID gestorben, wahrscheinlich aber etwa nur 15 bis 20 Tsd. an COVID, da die Zahlen des RKI mit Sicherheit nicht die Realität wiedergeben, insbesondere nicht im letzten Quartal des Jahres – es ist mit der erwiesenermaßen geringen Letalität des Virus nicht vereinbar, dass ein Drittel aller Toten pro Tag daran sterben. Der Effekt dürfte viel mehr darauf zurückzuführen sein, dass SARS-CoV-2 bei jedem Toten, bei dem der laut WHO invalide PCR-Test positiv ist, als COVID-Toter registriert wird. Mindestens die Hälfte dieser Toten dürfte aber an einer anderen Grunderkrankung, wie etwa COPD oder Herzinsuffizienz oder Krebs, gestorben sein. Mit Sicherheit sind 2020 aber mehr als 300 Tsd. an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gestorben. An der messbar niedrigen Letalität ändern die Mutationen bisher jedenfalls nichts, wie die WHO verlautet, denn in ihre Studie sind selbstverständlich hunderte von Mutanten eingegangen.
Zwar gibt es immer wieder Fachartikel, die behaupten, einen Zusammenhang zwischen Mutation und Letalität messen zu können, doch sind diese mathematisch-methodisch invalide, wie etwa dieser Artikel, der es nicht verdient, als wissenschaftlich bezeichnet zu werden. Denn hier stimmt weder die Definition der Case-Fatality-Rate (Letalität) noch ist der statistische Vergleich valide gerechnet; die Rechnung ist etwa so valide wie die Gleichung 1+1=3. Solche Artikel sind de facto Propaganda mit scheinwissenschaftlichem Anstrich; Orwell beschreibt diese Art von "Wissenschaft" in seinem Buch 1984 sehr treffend.
Mutationen und Impfung
Was bedeuten die Mutationen, insbesondere die erstmals in UK nachgewiesene Mutation B.1.1.7, vor der uns die Medien und Politiker angstvoll warnen, für Immunität und Impfung? Zunächst muss festgestellt werden, dass diese Panikmache keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat. Wenn Artikel behaupten, das Virus sei infektöser als die Wuhan-Variante, verwechseln die Autoren evolutionäre Selektion mit Infektiosität. Die Variante verbreitet sich so schnell, weil sie der Kreuzimmunität der bereits gegen ältere Varianten von SARS-CoV-2 Immunen (mittlerweile mind. 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung durch natürliche Durchseuchung) offensichtlich entgeht. Sicherlich könnte das Virus vielleicht auch etwas besser an Zellen des Atemepithels binden als seine Vorläufer, doch dürfte der Effekt gering sein; durch Studien nachweisbar ist er jedenfalls nicht. Es wird immer weitere Mutationen von SARS-CoV-2 geben, die sich auf diese Art und Weise der Herdenimmunität entziehen. Das Virus ist eben endemisch.
Wenn es nun also Mutanten gibt, die das können, stellt sich nun natürlich auch die Frage nach der Wirksamkeit des “Impfstoffs”. Schon, so jubelte letzte Woche der Spiegel, hätten Wissenschaftler nachgewiesen, der BioNTech/Pfizer “Impfstoff” wirke auch gegen die Mutante. Das ist falsch. Denn was zeigt diese Arbeit? Die Wissenschaftler haben künstlich SARS-CoV-2-S Pseudoviren erstellt. Die erste Gruppe der Pseudoviren hatte ein Spike-Protein (mit dem das Virus an die Zellen des Atemepithel bindet) wie der Referenz-Stamm aus Wuhan, die andere Gruppe ein Spike-Protein wie die Mutante B.1.1.7. Die Autoren konnten nun mit Blutseren von Impflingen aus der BNT162b2-Impfstudie, die Antikörper gegen das Virus enthalten, die Pseudoviren beider Gruppen in vitro gleich gut neutralisieren. Daraus folgern sie eine Wirkung des “Impfstoffs” auf die Mutation.
Das ist aus zwei Gründen falsch: Erstens erlauben solche Versuche in vitro keine Folgerung auf die reale Situation. Ein echtes Virus auf einem lebenden Epithel interagiert dort anders mit dem Immunsystem als ein Pseudovirus mit Serum in einem Reagenzglas. Daher kann der beschriebene Effekt in vivo eintreten, oder auch nicht: Wir wissen es einfach nicht. Außerdem könnten die Impflinge inzwischen durch eine zusätzliche Infektion mit einer Virusvariante eine gegenüber der Impfung verbesserte Immunität gegen das Virus aufweisen. Die untersuchte Fallzahl ist des Weiteren so klein, dass sie keinerlei Aussagen erlaubt. Es ist wissenschaftlich gesehen eine sehr schlechte Arbeit, “Papierkorbforschung”, wie mein Doktorvater zu sagen pflegte. Zweitens wirkt der “Impfstoff” wahrscheinlich gar nicht gegen die COVID-Pneumonie, eine Wirkung konnte lediglich gegen leichte Symptome nachgewiesen werden. Eine Wirkung gegen Pneumonie ist sehr unwahrscheinlich. Denn es gibt weder für die echte Grippe (Influenza) noch für die Erreger grippaler Infekte Impfstoffe, die auf die Pneumonie wirken, weil diese eben Ausdruck eines Immunversagens ist. Die Impfstoffe haben in den CDC-Langzeitstudien, die seit Jahrzehnten durchgeführt werden, keine Wirkung auf die Lebensdauer, sondern nur eine ganz leichte Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit junger Geimpfter unter 60. Insbesondere die neueste, sehr renommierte Cochrane-Review zu Influenza-Impfung konnte in der Kohorte alter Patienten keinerlei Wirkung des Impfstoffs auf den Tod durch Viruspneumonie nachweisen. Ob die SARS-CoV-2-Impfstoffe die Kontagiostiät der Impflinge im Infektionsfall senken können, ist ebenfalls unbekannt. Ein gewisser Effekt dürfte vorhanden sein, aber sicherlich kein vollständiger wie bei der Mumps- oder der Masernimpfung.
Weiterhin ist unbekannt, ob SARS-CoV-2-“Impfstoffe” Autoimmunerkrankungen auslösen können. Dies ist einer der Gründe, warum bisher kein einziger Impfstoff gegen andere Corona-Viren (wie MERS oder SARS-CoV) zugelassen wurde, obwohl seit 10 bis 15 Jahren an solchen Impfstoffen gearbeitet wurde. Die bisherigen Substanzen waren zu wenig wirksam oder zu toxisch. Letzteres könnte es auch bei BNT162b sein – wir wissen es noch nicht.
Die Tatsachen auf einen Blick
Fassen wir zusammen: SARS-CoV-2 ist ein Erreger grippaler Infekte mit einer normalen Letalität. Die Mutanten sind ganz normal und nicht messbar infektiöser oder letaler als das Wuhan-Referenzvirus. Die Viren sind endemisch und verändern sich ständig. Der “Impfstoff” ist höchstwahrscheinlich gegen die tödliche Pneumonie bei allen Varianten unwirksam und kann die Kontagiosität Infizierter wahrscheinlich nur teilweise senken. Seine nachgewiesene Wirkung beschränkt sich auf Symptome, die der Körper selbst leicht bewältigen kann. Sein Gefahrenpotenzial ist unbekannt.
Dr. Jochen Ziegler ist das Pseudonym eines Arztes und Biochemikers. Er arbeitet als Berater für private Anbieter des Gesundheitssystems und lebt mit seiner Familie in Hamburg.
@„Paul Kuhn“ – Zum „Fremdschämen“ ist, dass sie für Ihre Trollaktivität den Namen einer unbescholtenen berühmten Persönlichkeit angenommen haben. Deutlich wird aus Ihren gratismutigen Worten, wie sehr Sie sich gegen Wahrheit und Diskurs gepanzert haben. Sie unterstützen den Krieg gegen Aufklärung und Wahrheitssuche, koste es was es wolle. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Ihnen schwerfällt zuzugeben, dass der Drostentest schon heute der „Menschen“ (in Merkels Sprachgebrauch) mehr Leid zugefügt hat als das ein Virus vermag! Kein einziges Leben hat er gerettet, stattdessen ist dieses teure Fake-Instrument der Anlass dafür, positiv Getestete mit Quarantänen und Freiheitsbeschränkungen zu schikanieren und weltweit(!) Volkswirtschaften lahmzulegen. Nehmen Sie doch bitte zur Kenntnis, dass selbst die WHO von diesem untauglichen (invaliden) PCR-Test Abstand genommen hat. Das längst fällige Zurückrudern der Merkel-Truppen käme heute einem Mea culpa gleich und wird deshalb nur aus taktischen Gründen strikt vermieden.
Anmerkung zu Ihrem Schlussabsatz, „Der “Impfstoff„ […] bewältigen kann. Sein Gefahrenpotenzial ist unbekannt.“ Wohl nicht ganz unbekannt, denn in der 37. Sitzung des Corona-Ausschusses hat ab Stunde 4 Frau Dr. Vanessa Schmidt-Krüger sehr ausführlich dazu Stellung bezogen. Auf „Broders Spiegel“ von heute habe ich ein paar Informationen geliefert. Es macht mich täglich fassungsloser, mit welchem Ausmaß an ignoranter Arroganz wir unterjocht werden und zum Impfen bewegt werden sollen. Danke, werter Herr Dr. Anonymus, dass Sie weiter gegen den Irrsinn anschreiben. Dass Sie Ihren eigenen Namen nicht benutzen, ist auch ein Ausdruck des herrschenden Totalitarismus, vor dem mir graut.
Es wird zu viel Bohei um die (noch fehlende) Impfung gemacht. Eine Impfung bietet keine absolute Sicherheit gegen Erkrankungen, also z.B. Mutationen. Musterbeispiel: Mein Sohn, wie wir alle geimpft gegen FSME, bekam Meningitis. Der Liquor hatte eine Zellzahl genau an der Grenze zwischen viralem und bakteriellem Beweis. Auf den zahlreich angelegten Nährboden wuchs genau nichts. Er wurde breit antibiotisch behandelt und verließ nach zwei Wochen gesund das Krankenhaus. Eine heimische Zecke in unserem Endemiegebiet habe ich nie an uns gesehen, aber wir haben auch einen Hund. Dennoch bin ich für die Impfung gegen FSME. Sie verhindert aber keine andere Meningitis. Die Frage stellt sich jedoch, ist aber unbeantwortbar, ob der Bub so fröhlich das Hospital verließ, weil er eine Kreuzimmunität hatte, und ob es viral war. Wir beseitigen etwas also nicht, sondern verbessern es.
@Hartmut Laun: Es kommt noch viel, viel besser, Herr Laun. BILD (regional Thüringen) am 29.01.2021 zeigte ein Foto, wo zwei Geimpfte jeweils eine Urkunde hochhalten, welche sie nun als „Besonders wertvoller Mensch“ ausweist. Der neue Arier-Ausweis sozusagen. Zu finden unter corodok(dot)de vom 31.01.2021. Es ist einfach nur noch völlig unglaublich.
Eine sehr klare, übersichtliche Darstellung an der ich mich gut und verständlich als Nicht-Fachmann orientieren kann. Danke Herr Dr. Ziegler.
Ich las gestern etwas Interessantes von einem verdienten Wissenschafter, das aber von „Nature“ und „Science“ abgelehnt wird, das ich Ihnen, Herr Ziegler, dennoch weiterempfehle wegen vieler interessanter Details über Viren und ihre Art, zu replizieren. Kam darauf durch eine Leserin G. Klein (danke). Warnung: sozusagen graphic content (no), aber es geht darum auch, wie es aus einem Labor versehentlich entwischt sein könnte, nachdem es dort erstmal hineinkam über Blut- und Gewebeproben. Die Arbeit selbst handelt von sechs Minenarbeiten, die 2012! einen Schacht von Fledermausguano reinigten, dann schwer erkrankten mit drei Todesfällen, CFR also satte 50% mit atypischer Pneumionie und anderen Symptomen. Es ist sehr spannend und letztlich beruhigend, denn es wäre dann, wäre es die Ursache, einer der Arbeiter hierbei Patient 1, längst nicht mehr so letal. Googeln Sie Jonathan Latham und „A Proposed Origin for SARS-CoV-2 and the COVID-19 Pandemic“. Bin gespannt, ob Sie das aufgreifen. Dass man so ein Geheimnis darum macht, ist unverständlich, aber dann wieder auch nicht, denn potentielle Laborunfälle passieren andauernd, und der Autor plädiert u.a. für ein Moratorium zu GOF-Versuchen=Gain Of Function. Ich vermute, während Atomwaffensperrverträge zäh verhandelt und monatelang über den Ursprung von Giftgas in Syrien reflektiert wird, sich hier eine Pandorabüchse etabliert hat und das Thema überreif ist für internationale staatliche Überprüfung, Moratorien und Verträge. Mit der Impfung wird es werden wie mit Grippeimpfungen, bei sehr alten Immungeschwächten nutzlos, sonst besser als nichts, bis der Schuft, der vieleicht aus dem Schacht kam, so harmlos ist wie andere CV.
Eine Mutation besteht noch immer aus demselben Stoff. Was die Wissenschaft als Mutationen bezeichnet, sind „Imitationen“. Warum das so ist, ist leicht zu erklären: Irgendwer hustet uns an und wir werden mit einem Tröpfchen infiziert. Wir werden krank und husten und schnauben eine Woche lang die Taschentücher voll. Das Virus, welches uns krank gemacht hat, hat sich während der Krankheit verfielfacht. Also kann es sich nicht um ein und dasselbe Virus handeln noch um Mutationen. – Technisch löst sich das Ursachen-Virus auf (Autokatalyse) und schöpft sich dabei dabei neu (Reproduktion). Die neuen Viren sind Kopien. Das angegriffene Immunsystem wird sozusagen zum Kopierautomaten. Die „Mutationen“ sind Kopierfehler. Mutationen sind auch bloß Imitate, nur eben schlechte. – Das Virus besteht aus Eiweißen und die werden dem kranken Individuum entnommen. Die Eiweiße sind sozusagen die Tonerkatuschen, das kranke Immunsystem der Kopierautomat. – Viren haben auch kein Gedächtnis, weshalb sie sich nicht besser oder schlechter anpassen können. Würden sie sich anpassen, wären wir schon alle tot.