Was passiert, wenn man „den Westen“ nur noch als Himmelsrichtung begreift.
Es gibt Ideen, die so undenkbar und absurd erscheinen, dass man sie mit einem Lachen und einer wegwerfenden Handbewegung abtut – bis sie Wirklichkeit werden. Eine solche Idee ist die Einführung der Scharia. Und doch sind wir genau an diesem Punkt angekommen.
Auf der offiziellen Jobseite der britischen Regierung wurde eine Stellenausschreibung für einen „Scharia-Administrator“ veröffentlicht (und nach Kritik von Abgeordneten wieder entfernt, wie der Telegraph berichtet). Ja, Sie haben richtig gelesen.
Das britische Arbeitsministerium (Department for Work and Pensions, DWP) hatte ein Jahresgehalt von 23.500 Pfund für die Stelle beim Manchester Shariah Council in Didsbury ausgeschrieben. In der Stellenausschreibung hieß es, Bewerber müssten über Berufserfahrung „in scharia-nahen Bereichen“ verfügen.
Bemerkenswert ist auch: Die betreffende Moschee war einst eine christliche Kirche – die erste ihrer Art im Vereinigten Königreich, die zu einer Moschee umgewandelt wurde. Die Albert Park Church wurde 1965 geschlossen und 1967 von syrischen Arabern gekauft, um fortan als Moschee zu dienen. Europa hat seine Zukunft verpfändet. Der selbstzerstörerische Eifer ist atemberaubend.
Eine Untersuchung der Times ergab: London ist die westliche Hauptstadt der Scharia. 100.000 Ehen – geschlossen nach muslimischem Ritus. Alle rechtsgültig. Alle basierend auf dem Koran. So, wie es seit den Tagen Mohammeds geschieht.
Das Kalifat wird in Europa nicht auf Pferden einreiten
„Das Christentum hat keinen Einfluss mehr auf unser Rechtssystem; die Gerichte müssen einer multikulturellen Gesellschaft dienen“, sagte Sir James Munby, einer der ranghöchsten Richter Großbritanniens. Sogar Rowan Williams, der damalige Erzbischof von Canterbury, und Lord Phillips, Präsident des Supreme Court, äußerten die Hoffnung, dass das englische Recht Elemente der Scharia übernehmen möge.
„Es gibt keinen Grund, warum Scharia-Prinzipien nicht die Grundlage für Mediation oder andere Formen alternativer Streitbeilegung sein sollten“, sagte Phillips. Ist es nicht faszinierend, wie schnell unsere pseudo-säkularen Eliten kapituliert haben?
Machen wir uns nichts vor: Das Kalifat wird in Europa nicht auf Pferden einreiten, nicht mit wehenden Bannern und gezücktem Säbel. Es kommt nicht mit Feuer und Schwert, sondern auf leisen Sohlen – getragen von der moralischen Feigheit einer politischen Klasse, der bereits ein beleidigter Blick Anlass zur Kapitulation ist.
Ein Zustand stillschweigender Unterwerfung
Diese Feigheit des Establishments hat dazu geführt, dass man 85 vollständig legale Scharia-Gerichte im Vereinigten Königreich einfach duldet. Pieter Donner, christdemokratischer Jurist und ehemaliger Justizminister der Niederlande, sagte wörtlich:
„Islamische Gruppen haben das Recht, auf demokratischem Weg an die Macht zu kommen. Wenn zwei Drittel der Niederländer die Einführung der Scharia wollten, sollte man ihnen diese Möglichkeit einräumen. Die Mehrheit entscheidet – das ist Demokratie.“
Sie fragen sich, wie weit sich eine Gesellschaft aufgeben kann? Dann werfen Sie einen Blick nach Gelsenkirchen. Liberale Prinzipien wurden aufgegeben. Religionsfreiheit wird einseitig ausgelegt. Das Ergebnis ist kein Miteinander, sondern ein Zustand stillschweigender Unterwerfung unter den Islam. Das Gymnasium Erle in Gelsenkirchen wird künftig ausschließlich halal-Essen anbieten – traditionelle deutsche Gerichte sind gestrichen.
Drittes Land: Belgien. Diesmal ist es die Presse, die sich beugt. Joël Rubinfeld, Präsident der Belgischen Liga gegen Antisemitismus, schlägt Alarm: Die jüdische Gemeinde – kaum 30.000 Menschen – lebt wieder in Angst. Er wollte einen Artikel veröffentlichen. Jede Zeitung lehnte ab.
Der Westen als Himmelsrichtung
Ein Auszug daraus:
„Belgische Juden müssen sich wieder verstecken. Sie ändern ihre Namen bei Uber, entfernen die Mesusa, verdecken die Kippa mit einer Mütze, knöpfen das Hemd hoch, um den Davidstern zu verbergen. Im letzten Jahrhundert wurden Juden gezwungen, den gelben Stern zu tragen. Heute verstecken sie ihre Sterne – um nicht erkannt zu werden.“
Die gesellschaftlichen Folgen all dieser Entscheidungen von Regierungen, Schulen und Medien sind offensichtlich: Um die muslimische Bevölkerung, die sich alle paar Jahre verdoppelt, nicht „zu beleidigen“, gibt Europa immer mehr islamischen Regeln nach.
So sieht es aus, wenn man „den Westen“ nur als die Richtung versteht, in der die Sonne untergeht. Ist es zu spät? Vielleicht nicht. Doch in diesem eigentümlichen Zwielicht der europäischen Zivilisation ist es alarmierend spät.
Dieser Beitrag erschien zuerst im Middle East Forum.
Giulio Meotti, Kulturredakteur bei „Il Foglio“, ist ein italienischer Journalist und Autor. Er schreibt eine wöchentliche Kolumne für Arutz Sheva und hat Beiträge für das Wall Street Journal, die Jerusalem Post, das Gatestone Institute und Die Weltwoche verfasst.
Es ist nicht das Volk, das dies hinnimmt. Es sind die (aus)gebildeten Kreise, die Regierungen, Medien, Verwaltung und inzwischen auch Teile der Justiz beherrschen. Die sonnen sich im Gefühl der eigenen „Toleranz“; da sie in gehobenen Vierteln leben, merken sie die zerstörerischen Wirkungen des Islams nicht. Noch nicht. Wenn sie es dann tun, werden sie einfach weggehen, etwa auswandern. All das ist Hochverrat am Volk.
„Die Mehrheit entscheidet – das ist Demokratie.“
Wusste man schon immer. Die Demokratie ist der Feind der FDGO.