Keine Frage, das Klima wird rauer. Die Worte werden härter. Zuweilen ist der verbale Unflat unerträglich. Während man früher am Stammtisch, im Kegelverein, beim Friseur oder beim Kaufmann an der Ecke seinem Frust freien Lauf ließ, trägt man selbigen heute nur zu gern in die Internetportale, die zu Unrecht „soziale“ Medien genannt werden. Es sind Internetseiten mit nutzergeneriertem Content, der vom Algorithmus gesteuert dem einen gezeigt, vor dem anderen verborgen wird. Außer blanker Verderbnis für die Kommunikationskultur haben uns diese Medien nur ein altes Phänomen in neuem Gewand beschert: die staatsfeindliche Hetze.
Am Stammtisch gab es dann immer noch den Stammtischbruder, der als Korrektiv dagegenhielt. Hatte der Friseur die Tirade angehört, war auch die Wut verraucht und das Wort ohne Wiederkehr verklungen. Die DDR brauchte Spitzel und Abhöranlagen, um strafbare Rede nachzuweisen. Auch in einer Diktatur ist ein verklungenes Wort nicht mehr existent. Der Unterschied unserer Tage ist ein Medium, das die Schnelligkeit des gesprochenen Wortes nachbildet und diese mit der Nachhaltigkeit eines geschriebenen Dokumentes verbindet. Die gute alte Litfaßsäule ist ein Ausbund an Diskretion im Vergleich zu einer Webplattform, die weltweit gelesen werden kann.
Was geht es Habeck, Baerbock oder Merz an, was Lieschen Müller auf ihrem Facebook-Profil veröffentlicht? Knapp gesagt, wenn Lieschen ihre Post nur für Follower sichtbar macht, rein gar nichts. Folgen sie ihr, müssen sie damit leben, was sie lesen. Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand’. Doch so ist es im Grunde überhaupt gar nicht. Kein Politiker kümmert sich um das Profil eines beliebigen Bürgers auf den sozialen Medien. Es sind Dienstleister, die als Müllsammler kollektieren, was die Bürger an Unflat ins Netz hineinschreiben. Elektronischer Voyeurismus ist das. Jedes Gossenwort lässt die Dollarzeichen in den Augen blinken. Ergänzt wird dieser noch durch ein toxisches Meldewesen staatlich finanzierter Meldestellen. Das größte Schw*** im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Dieses Sprichwort gilt noch immer. Und den Denunzianten sei versichert: Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter. Elektronisches Denunziantentum ergänzt, was den Voyeurbots vielleicht entgangen wäre. Aus diesem Cocktail von Gepetztem und Erspähtem rühren willige Vollstrecker den Erguss von Anzeigen und Abmahnungen, die sie den Bürgern in den Morgenkaffee spritzen. Damit wird viel Geld verdient. Und so lohnt es sich auch wirtschaftlich, beleidigt zu sein.
Als jüngster Streich gerät auch das Lachen unter Verdacht. Das Delikt des Ministerauslachens muss unbedingt als Paragraf 188a ins Strafgesetzbuch. Wo kommen wir denn dahin, wenn das Volk nicht nur merkt, welche lächerliche Gestalten es regiert, sondern dies auch noch – gar in Maßanzug gekleidet, im bequemen Sessel sitzend – per Lachen zum Ausdruck bringen. Schenkelklopfend wird hier verfassungsschutzrelevant der Staat delegitimiert. Derweil perfektioniert sich der Politiker in diesem Land in der Kunst, die beleidigte Leberwurst zu geben. Wenn wir sonst keine Sorgen hätten.
Man fragt sich ernsthaft, wie sehr jemand Demokratie und Freiheit hassen muss, wenn er als regierender Politiker Denunziationsportale einrichtet und wie hoch die Wohlstandsverwahrlosung sein muss, wenn man als junger Mensch beschließt, mit zivil- und strafrechtsunterstützter Internetzensur gegen unbescholtene Bürger sein Geld verdienen zu wollen. Dass mehr als nur ein wenig in unserem Land nicht rund läuft, sieht man schon länger auf den ersten Blick. Das hier beschrieben Phänomen ist nur ein weiteres Symptom der grassierenden Verrottung, das, kuriert man es nicht grundständig aus, unser Land und unsere Kommunikationskultur vergiften wird.
Man kann auch jemanden verbal, ohne nachweislich beleidigend zu werden & ohne Schimpfworte, klar machen, dass er ein Tell ist. (kein Wilhelm, sondern ein Trot….) Dieter Hildebrandt hatte das seinerzeit perfektioniert. Das schmerzt sogar noch mehr, weil es da praktisch unmöglich ist, dagegen juristisch vor zu gehen & der Suchalgorythmus kann das nicht als Beleidigung erkennen.
Politiker wirken in das Leben eines jeden einzelnen hinein. Sicherlich positiv und auch negativ. Wenn die Auswirkungen positiv sind werden sie wohl kaum beleidigt werden. Die negativen Auswirkungen reichen von Erniedrigung und Gängelung (Zahlzwang für die eigene Beleidigung (Umweltsau, Wurmfortsatz)) über finanziellen Ruin (Heizungsgesetz) bis hin zur physischen Schädigung (Gen-Experimente, mehr Scheidungstote als Verkehrstote (siehe Landtag Rheinland-Pfalz, kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Schmidt, Drucksache 3285-11.pdf )). Und was kann der Bürger tun. Er kann die Verantwortlichen nicht abmahnen. Er kann ihnen nicht die Bezüge kürzen. Er kann ihnen nicht die Ruhegeldanwartschaft kürzen. Er kann sie nicht entlassen. Er kann sie nicht auf Schadenersatz verklagen. Deshalb ist eine Duldungspflicht von Beleidigungen aller Art für Politiker in einer Demokratie zwingend erforderlich. Mit einer Duldungspflicht für Gen-Experimente für Teile der Bevölkerung hatten die Politiker ja schließlich auch kein Problem.
Wem der Schuß paßt, der zieht ihn sich an. Das Gegenteil von wahrer Größe ist die beleidigte Leberwurst.
„Weißt du um die Wirkung von wahrer Größe? (Bettina Hielscher)
Wahre Größe macht attraktiv.
Sie macht dich bewundernswert.
Sie macht dich respektvoll.
Sie macht dich vertrauenswürdig.
Sie hinterlässt dich in guter Erinnerung.
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Und weißt du auch, was wahre Größe ist?
Was wahre Größe nicht ist (aber gelebt wird)
Größe zeigst du nicht, indem du andere schlecht machst, um selbst besser zur Geltung zu kommen.
Auch wenn das für viele das Verständnis von Größe ist.“
Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen fühlen, wenn jemand eine Meinung ausspricht. Christian Morgenstern
Ich bin kein Idiot! – Je aktiver die Negation, desto machtvoller drängt sie sich auf. Sigmund Freud
Das kommt ganz darauf an, wer was sagt oder wen es trifft. Eine Dr. Alice Weidel darf gemäß Landgericht Hamburg als „Nazi-Schlampe“ (Moderator des NDR = ÖRR sic!) bezeichnet werden, aber es ist laut SPD-Miersch verpönt, unsere deutsche BB auszulachen, wenn sie unsagbar „Intelligentes“ von sich gibt. Da ist man vorsichtiger bei der Abmahnung, ALLE Arbeitgeber kann man schließlich nicht verklagen. Gefährlicher wird’s, wenn der gemeine Bürger über seine liebgewonnenen Politiker spricht. Also Vorsicht, kleines Bürgerlein, keine Witze über Trampoline oder die Nääänzi mit einem verfremdeten Schild darstellen. Und statt „Schwachkopf“ lieber auf „cerebrale Mokrosomie“ auswichen. Letzteres versteht der so bezeichnete nämlich nicht und die ganze Chose wird nicht so teuer (und der Bademantel kann im Schrank bleiben)!
„wenn man als junger Mensch beschließt, mit zivil- und strafrechtsunterstützter Internetzensur gegen unbescholtene Bürger sein Geld verdienen zu wollen.“ Das hatten wir doch schon in den Lockdowns. Davor zuletzt in der ehemaligen DDR und davor 1933 – 1945. Im Prinzip erscheint mir das so deutsch wie Neid, Tratsch und rhythmisches Klatschen. „Petze, Petze ging innen Laden“. Uralt. Rilke:„ Menschen bei Nacht“, Kästner: „Zeitgenossen“, Goethe, Schiller und Heine kannten sie auch schon. Das Problem ist – mal abgesehen davon, dass es den Amerikanern auf den Geist geht – dass es kleiner macht, den Petzenden und das ganze Land.
Die Beleidigung schlechthin: „Decolonizing Christmas“ … irre!
Vielleicht wissen sie ja, dass das alles im Kern stimmt. Wäre ja immerhin eine Form der Selbsterkenntnis.