„Ach, was muss man oft von bösen Knaben hören oder lesen…“ – Wilhelm Busch
Über die schlingernde und sich fast schon pathologisch-schizophren gleichzeitig in Opposition und Regierung befindliche SPD wurde ja in letzter Zeit schon genug geschrieben, und sie wird sicher noch unter dem GröVaZ („Größten Vorsitzenden aller Zeiten") für mannigfaltige Lacher in Film, Funk und Fernsehen sorgen.
Darüber ist eine gar nicht mehr so kleine und gar nicht mehr so Unvolkspartei wie die AfD etwas in Vergessenheit geraten, die immerhin nächstens die größte Oppositionspartei mit linksbeleidigenden 13 Prozent sein wird. Wenn Sie AfD-Mitglied oder Unterstützer sind, dann klicken Sie jetzt lieber weg. Das wird nicht schön. Danke.
Ich selbst bin FDP-Mitglied, also nicht so richtig ganz unvoreingenommen, und das schicke ich jetzt lieber voraus. Denn das, was jetzt kommt, ist nicht die Meinung „meiner“ Partei, sondern meine eigene, ganz persönliche Meinung, die ich im Rahmen der Meinungsfreiheit – oder dem, was davon nach dem Maas’schen Regelvollzug noch übrig ist – äußern werde. Also Obacht. Haare ankleben, Gurt anlegen, Brille absetzen. Bereit? Okay.
Jede Partei hat ihren Knallkopf. Ob das bei den GrünInnen* Claudia Roth oder Renate Künast, bei der Union der springende Bettvorleger Host Seehofer, bei der Linken Katja Kipping, bei der SPD die komplette Führungsriege (außer dem im Welpenschutz herumtapsenden Sigmar Gabriel) oder bei der FDP an einem schlechten Montag Wolfgang Kubicki ist. Wobei es in der FDP in der dritten und vierten Reihe durchaus auch Leute gibt, denen ich lieber kein Mikrofon unter die Nase halten möchte und die sich normalerweise in der Kurzform ihres Namens „Chris“ rufen lassen. Mindestens zwei. Beten Sie, die niemals kennenzulernen.
Irgendein Behämmerter irrt immer durch die Kulissen
Jedenfalls: Irgendein Behämmerter irrt immer durch die Kulissen der Medienlandschaft und haut einen Spruch ’raus, bei dem du dir als Normalbürger denkst: „Herr, wirf Steine oder Hirn vom Himmel – aber bitte triff“. Daher gestehe ich der AfD auch eine Alice Weidel, einen Alexander Gaulandt und sogar den Björn Höcke zu. Die hast du in der Partei, da machst du auch nichts dran und irgendeiner muss ja auch den Medienkasper geben.
Nein, mein Problem mit der AfD sind die Mitglieder. Das werden derzeit zwar nicht mehr, aber es werden andere. Ich halte mich selbst für konservativ und habe die AfD bei ihrer Gründung mit Neugierde und einem Willkommensbonus beobachtet. Ich hielt Lucke wirklich für ehrenhaft und guten Willens. Dass die Presse ihm gerne mal einen verpasst hat – ja mei... Spiegel hat ja auch bento im Programm, und alle Publikationen links vom Focus haben ja immer Angst, dass die SPD bei den nächsten Wahlen noch weiter abschmiert.
Dann kam der Parteitag 2015 und Frauke Petry, die ich nach wie vor für hoch intelligent halte, hat den armen Bernd in die Bedeutungslosigkeit zurückgetreten. Aber auch hier hatte die AfD immer noch honorige Mitglieder, die ein wenig bis ganz viel mehr drauf hatten, als lediglich das laute Wehklagen über Flüchtlinge und die „linksgrün versiffte Lügenpresse“. Ich denke da an Leute wie Heinrich Fiechtner oder Anette Schultner. Die haben bei der zunehmenden Radikalisierung der AfD immer gegengehalten. Seit dem unrühmlichen Abgang von Frauke Petry befindet sich allerdings der immer noch einigermaßen liberale Kern der AfD endlich in der Kernschmelze, und Fiechtners und Schultners Rückgaben der Parteibücher sind dafür nur äußere, sichtbare Indizien.
Eine Partei ist logischerweise so, wie ihre Mitglieder sind. Und hier sind wir beim eigentlichen Problem. Natürlich liegt die AfD unter dem Dauertrommelfeuer der Willkommenskulturmedien und der ewig unbesorgten Bürger. Nur: Die AfD macht es ihren Gegnern auch so verdammt leicht.
Wenn da von irgendwelchen Praktikanten öffentlich mit der Bezeichnung „Halbneger“ herumtourettiert wird, wenn AfD-Basismitglieder begeistert mit Propagandabildchen der NS-Zeit Werbung machen oder Bemerkungen a lá „die Zeit des Richtens über die Volksverräter wird kommen“ fallen, wenn AfD-Mitglieder in Diskussionen mit der immer gleichen Leier der „Lügenpresse“ und der „rot-grün versifften Politiklandschaft“ auftauchen und monothematisch am ungefährlichen Ende von Messern stets irgendwelche „Asylfordernden“ vermuten, dann ist das keine konservative – sehr konservative – Partei mehr, sondern eine „Ansammlung von Dummen“.
Aber Leute… doch nicht so!
Da liegt dann das Kernproblem. Natürlich ist es mühsam, in Diskussionen immer höflich zu bleiben und quasi mit dem rhetorisch auf den Rücken gebundenen Arm zu argumentieren, vor allem, wenn der Antagonist qua vermeintlich moralischer Überlegenheit jede Fairness vermissen lässt und frei von der Leber weg vom Leder ziehen kann. Da kann der Uniformkragen schon einmal platzen. Aber Leute… doch nicht so!
Umso schlimmer stinkt es dann auch da, wo AfD’ler quasi unter sich sind. In Foren und Chats. Da geht es dann richtig zur Sache. Den ein oder anderen knallharten Gewaltphantasten hätte wahrscheinlich die SS wegen Grausamkeit ’rausgeschmissen, und was sich da an tatsächlichem Rassismus findet, vorgetragen in einer Rechtschreibung und Grammatik, die jeden Neu-Hinzugekommenen vor Ekel erschauern lassen, wäre sogar im Dritten Reich strafwürdig gewesen. Das ganze Gebruddel wird garniert von fast schon krankhaften Verschwörungstheorien, die jeden Psychiater zuerst laut auflachen und dann den 3,5-fachen Satz wegen „besonderer Erschwernis“ abrechnen lassen. Eine clevere Regierung würde in derartigen Foren Vergnügungssteuer erheben, statt zu zensieren.
Sicher, die AfD hat 13 Prozent aller Stimmen der zur Wahl Gegangenen erhalten, aber ich weigere mich zu glauben, dass 13 Prozent meiner Mitwähler Angst vor Chemtrails, der „jüdischen Weltverschwörung“, den „Bilderbergern“ oder den Reptiloiden haben. Ich glaube nicht einmal, dass die „alle Ausländer“ „so irgendwie doof“ finden. Der Großteil von denen ist lediglich verzweifelt, weil die blöden Altparteien ganz offensichtlich an ihren Bedürfnissen und Ängsten vorbei regieren und lieber moralinsaure Nabelschau mit Weltrettungsattitüde betreiben.
„Protest“ zu wählen, ist vollkommen legitim
Damit wir uns also nicht falsch verstehen: „Protest“ zu wählen, ist vollkommen legitim. Aber müssen das unbedingt und ganz dringend Leute sein, die Sätze wie „Systematische un Unterwanderrung !! Drecks Pack !!-" (gesehen auf der FB-Seite der AfD Sachsen am 23.01.2018) als politisches Statement posten? Warum nicht „Bündnis C – Christen für Deutschland“ oder „Die Frauen“? Die freuen sich auch über Zuschüsse vom Bundeswahlleiter. Die Christen. Und die Frauen. Das ist doch auch toll.
Ich hielt die AfD früher mal für eine Art „FDP light“, mittlerweile würde ich sie als hobbyfaschistischen Hähnchenflügel der NPD bezeichnen. Viel Flatterei um nichts. Echte Konservative zeichnen sich nämlich durch Anstand, Höflichkeit und Respekt aus. Und nicht durch prollige Pöbeleien oder rührungstränenfeuchte Visionen aus der historischen Dunkelkammer. Und erst recht nicht durch das Posieren von und mit Reichskriegsfahnenträgern, mit Waffen oder pseudonazistischen Symbolen wie Julleuchtern und Schwarzen Sonnen.“ So verdammt konservativ muss es dann wirklich nicht mehr sein.
Ach, und noch etwas zum Schluss: Hitler hätte den Krieg auch dann verloren, wenn Rommel bei Dünkirchen durchgestoßen, Hoth die 6. Armee bei Stalingrad entsetzt und Bastogne gefallen wäre. Ihr „Spezialisten“. Ihr habt doch den letzten Schuss nicht gehört.
Beitragsbild: Martin Bock/Pixabay Creative Commons CC0 Pixabay

Junge, Junge - schon über 160 Kommentare! Geben Sie's zu, Herr Schneider: genau das wollten Sie bloß provozieren: Hunderte niveauvoller, sachlicher, ausgewogener und überhaupt ein Loblied auf die ACHSE-Leser singender Kommentare. Und wir sind alle auf Ihre Polemik reingefallen, sie alter Schelm ;-)
In der Tat Herr Schneider das ist eine Zumutung diesen Nazischeiß pauschal auf die AFD angewendet zu lesen. Gerade die Altparteien und hier insbesondere die FPD war nach dem Krieg nicht wählerich bei der Aufnahme ehemalige NSDAP Mitglieder, die dort übrigens bis in die höchsten Ämter aufstiegen. Auch nach der Wende hat man keine Probleme Kommunisten aus den jeweiligen Blockparteien zu integrieren. Das pauschale Nazigewäsch wird den berechtigten Forderungen und Kritik, die die AFD aufgreift nicht gerecht. Es dient einzig und allein die größte Oppositionspartei zu diffamieren und sich einen politischen Konkurenten mit unlauteren Mitteln vom Hals zu schaffen. Mich bestärkt solche Artikel in meiner Haltung die AFD zu unterstützen, denn ich wähle die AFD nicht aus Protest sondern weil ich das Parteiprogramm gelesen und für gut befunden hab und noch hatten Sie keine Gelegenheit im gegensatz zur FDP in der Verantwortung reichlich Unfug anzustellen, während Ihre Partei mir als Clientelpartei für die Besserverdienden und Hoteliers und Verfechter neoliberaler Wirtschaftpolitik aufgefallen ist. Die jungen Liberalen in Schleswig Holstein fordert gerade die in Deutschalnd verbotene Polygamie abzuschaffen um den Nachzug von muslimischen Zweit und Drittfrauen zu ermöglichen. Und sie bieten die FDP als Alternative zur AFD an, lächerlich.
Ich bin mir nicht sicher, was bei den "etablierten" Parteien so alles ans Tageslicht käme, wenn man nur etwas tiefer graben würde. Eines ist wohl klar, das die Etablierten der AfD Mitglieder zugetrieben haben, auf die man eher nicht angewiesen sein möchte. Einen gewissen "Bodensatz" wird man wohl oder übel in einer Gesellschaft akzeptieren müssen. Das der sich in den Institutionen niederschlägt dürfte jedem klar sein.
Sehr geehrter Herr Schneider, hinsichtlich Ihrer Einschätzung der AFD als FDP-Mitglied weise ich zum einen auf Matthäus 7;3 hin: "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?" Zum anderen erlaube ich mir die Anmerkung, dass die FDP aus meiner Sicht in der Vergangenheit immer "die Fahne in den Wind" gehängt hat, und ihr Agieren auch in der Gegenwart nicht änderte. Die FDP hat schlichtweg nicht begriffen, worauf es ankommt. Vielmehr stimmt die FDP bewusst gegen Anträge der AFD, "moschelt" mit den anderen Altparteien und marschiert in der "Front gegen rääächts." Dass dabei der deutsche Rechtsstaat Stück für Stück demontiert wird, interessiert die FDP nicht.
Die AfD ist nicht die Alternative. Kubitschek, Höcke und Tillschneider würden sie ja gern als Steigbügelhalter nutzen, aber die Gesellschaft von heute ist doch etwas etwas differenzierter als vor 85 Jahren. Migration hat auch etwas Gutes.
Ich persönliche reduziere jede politische Partei zuerst darauf, ob sie zuforderst meinem Anspruch genügt. Mein Anspruch ist jetzt nicht, ob und wie einer sich bewegt, sondern was er bewegen kann und/oder bereit ist zu bewegen. Ganz einfach formuliert: ich will weiter so leben wie bisher - dazu gehört auch mein Umfeld - und dies ohne zu große weitere Einschränkungen. Ob dies jetzt jedem so zusagt, egal, aber das habe ich mir nun mal für meine Lebensrestlaufzeit so vorgestellt. Also würde ich jede Person, welche die Asylproblematik auch nur reduziert, feiern. Egal ob diese dann in Starpsen, mit Turban auf dem Kopf sowie Kreuz im Allerwertesten auftritt. Auch ob sie dann noch Nazi-Schlager singt oder schlechte Polenwitze darbietet. Es wäre mir sowas von wurscht, sagt Ihnen ein Bayer ....
Politisch völlig korrekt, Herr Schneider. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen, und das ist schon schlimm genug. Noch eins: Wenn ich Verschwörungstheorie höre, weiß ich wes Geistes Kind der ist, der diesen unsagbar dummen Ausdruck benützt. Nein, in diesem Land passiert rein gar nichts, was irgendwie seltsam wäre. Alles normal. Und genauso sieht es mit der Presse aus. Wer diese Vertuscher, Verschweiger, Halbwahrheiten oder gar Lügen produzierenden Saubermedien als Lügenpresse beschimpft, dazu noch, huch, linksversiffte, der muss im AFD Bunker hocken, mit Basecap und knarzenden Stiefeln angetan. Und wer sich auch noch über "Flüchtlinge" erregt, also Merkels Gäste, die sechs sichere Länder durchflüchtet haben, um in deutschen Sozialsystemen Schutz zu suchen und die in nicht geringer Zahl tagtäglich ihre vielfältige Dankbarkeit bezeugen, der kann nur Nazi sein...... Was aber genau Weidel, Gauland und Höcke getan haben, um derart Abscheu zu erregen, wüsste ich nun doch gerne. Ich, Juristin, habe ihre Positionen und Aussagen mit dem " völkischen" Grundgesetz abgeglichen und stelle fest, dass im Gegensatz zu den verfassungswidrigen Umvolkern aller Altparteien mittels Grenzöffnung bei der AFD alles im grünen Bereich ist.