Der deutsch-russische Musiker Igor Levit zählt, vertraut man den Feuilletons, zu den „größten Pianisten unserer Zeit“. Und als solcher spielt er natürlich regelmäßig bei den Salzburger Festspielen, dem größten Theater- und Musikfestival der Welt. In diesem Jahr findet man seinen Namen wieder unter den begehrten „Solistenkonzerten“im Großen Festspielhaus, zusammen mit anderen größten Pianisten unserer Zeit, Sokolov, Trifonov, Kissin, Volodos, Malofeev, Schiff, außer dem Ungarn Schiff alles Russen oder gewesene Russen wie Levit.
In Salzburg gibt sich Levit immer sehr bürgerlich. Schließlich ist das Festspielhaus ein nobler Ort, wo die, die etwas auf sich halten, zur Matinee noch im weißen Dinnerjacket anrücken und die Damen zu den großen Opernpremieren in gewagt dekolletierten Gewändern. Levit spielt Schubert, Chopin und die „Apassionata“ von Beethoven ein Programm, das gefällt, das man aber auch konventionell nennen könnte. Jedenfalls ziemlich bürgerlich.
Weniger konventionell ist das, was der „Pianist und politische Aktivist“ (Wikipedia) Levit andernorts spielt oder gerne gespielt hätte. Etwa in der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“, wo er zusammen mit dem Deutschrapper Danger Dan alias Daniel Pongratz jüngst mit dessen neuem Song „Keine Angst“ auftreten sollte, wenn ihn das ZDF nicht kurzfristig ausgeladen hätte. Einen der größten Pianisten unserer Zeit ausladen, unerhört!
Zum Schluß liebe Grüße an Linksterroristen
Der Song „Keine Angst“ ist von der „Apassionata“ ungefähr so weit entfernt wie üblicherweise ein Rapper von einem Meisterpianisten, wenn er nicht Igor Levit heißt. In den für dieses Proletengenre üblichen Holperversen geht es in „Keine Angst“ um die angebliche Bedrohung durch Rechtextremisten und Mittel scharf am Rande oder knapp jenseits der Legalität, mit denen man sich „Faschos“ und „Nazischweinen“ oder was Dan und Igor dafür halten, erwehren kann.
Kurzer Auszug aus der Gebrauchsanleitung für die antifaschistische Stadtguerilla: „Als nächstes müsst ihr die rechten Struktur'n recherchier'n/Heimlich ihre Treffen und Demonstration'n fotografier'/n/Findet raus, wer sie sind, was sie tun, wo sie leben/Wo sie arbeiten und findet raus, mit wem sie sich umgeben/Baut Fake-Accounts bei TikTok und bei Telegram/Dokumentiert alles, was sie schreiben, alles, was sie sagen/Holt den Papiermüll ab, lauft ihn'n nach/Zu ihren Häusern, ihren Wohnung'n, den Treffpunkten und Bars/Meldet euch bei jeder Singlebörse an/Irgendwie und irgendwann kommt man an jeden Nazi ran/Werdet dreist, delinquent, akribisch und kreativ.“
Also im Klartext ausspionieren, stalken, denunzieren und „trainieren“, womit die Bereitschaft zu körperlicher Gewalt gemeint ist. All das, womit die „Antifa“ in Gießen oder gerade in Erfurt Demokratie und Recht auszuhebeln versuchten. Dazu liefern Leute wie Danger Dan und Levit die Begleitmusik. Und sie wissen genau, was sie sagen: „Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrammt“, sprechsingt Danger Dan in bordeauxfarbener Bomberjacke, eigentlich ein Abzeichen der „Rechten“ und läßt „ihn jetzt einfach mal im Raum, den Elefant“. „Manche meinen/Lechts und rinks/Kann man nicht velwechsern/werch ein llltum“. Letzteres stammt von Ernst Jandl, so etwas wie ein Rapper der frühen Jahre.
Levit klimpert zu Danger Dans Gestammel auf dem Konzertflügel, konzentriert wie im Großen Festspielhaus. Zum Schluss gibts noch „Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk“. Das sind die Szenenamen von Linksterroristen aus dem Umkreis der „Antifa Ost“ und der „Hammerbande“, die wegen schwerster Gewalttaten zu Haftstrafen verurteilt wurden. Ihre Opfer leiden zum Teil bis heute an der Gewalt, die ihnen zugefügt wurde, weil man sie wohl nach obiger Anleitung als „Rechte“ identifiziert hatte.
Größte Gefahr von „legalen Wahlergebnissen“
Viel deutlicher als in „Keine Angst“ kann man einen Aufruf zu Gewalt gegen Andersdenkende und Selbstjustiz schwer in Worte fassen. Und Levit gibt dem Antifa-Erbrochenen die Weihe der Kunst und kassiert in Salzburg bald wieder auch bei denen, die er so inbrünstig bekämpf und die lieber die „Apassionata“ als Hinterhofmusik hören. „Mich persönlich stört, dass Levit auf der einen Seite hemmungslos mit den Repräsentanten unserer Republik (deren Ehrenzeichen er angenommen hat) kuschelt - und auf der anderen mehr oder weniger direkt dazu auffordert, Selbstjustiz zu üben“, schreibt der deutsche Musikjournalist Axel Brüggemann, der sonst eher dem Mainstream zuneigt.
Das Medienecho nach der Absage durch das ZDF war groß und breit, wobei, man lese und staune, viele Kommentatoren, sogar von der taz, dem ZDF Recht gaben. Doch man sollte wieder ganz genau hinlesen. Denn die „größte Gefahr für unser politisches System“, so SZ-Großfeuilletonist Gustav Seibt, „geht nicht von dem abscheulichen Gewaltterrorismus an der Basis aus, sondern von gar nicht geheimen, sondern öffentlichen und legalen Wahlergebnissen“.
Mit „abscheulichem Gewaltterrorismus“ meinte Seibt wohl lechts wie rinks, das sei ihm angerechnet. Sein Fazit: „Thema verfehlt. Der Verfassungsstaat hat andere Mittel, und jeder Bürger hat das Recht, ihn darauf in aller Schärfe hinzuweisen. Dafür braucht man keine abgeschalteten Handys und keine Partisanenromantik.“ Nein, dazu braucht es Brandmauerpolitiker, willfährige Gerichte, willfährige Medienschaffende und solche Künstler wie Levit und Pongratz, die nichts daran finden, wenn mit fast oder wirklich allen Mitteln verhindert werden soll, dass „die Rechten“ in irgendeiner Weise an der Macht teilhaben, egal wie die Wahlergebnisse ausfallen.
Foto: Igor Levit und Danger Dan bei der Verleihung des OPUS Klassik Award 2022 im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt.

Sehr aufschlussreich ist ein Interview, dass Danger Dan dem SPIEGEL gegeben hat*. Darin sagt er u.a.: „Im Übrigen lehne ich den Begriff “Hammerbande„ ab: Er bedient ein rechtes Narrativ. Wir reden hier nicht von einer Bande, die mit Hämmern durch die Gegend streift.“ Ah ja? Die Hammerbande hat in mindestens sechs (ggfs. noch mehr) Fällen Hämmer als Tatwaffe benutzt. Danger Dan weiter: „Was ich mindestens verlangen würde, wenn ich etwas verlangen darf, dann, dass man sich nicht von den Leuten entsolidarisiert, die tatsächlich den Drecksjob machen. Und sich nicht einlullen zu lassen, wenn es irgendwelche Schauprozesse gibt gegen junge engagierte Leute, die sich gegen Neonazis starkmachen.“ Schauprozesse? Es ging um schwerste Körperverletzungen, mindestens drei Opfer leiden bis heute unter chronischen körperlichen Spätfolgen, darunter eines, das gar kein Rechtsextremist war, sondern nur die „falsche Mütze“ trug. Weitere Angegriffene dürften bis heute unter psychischen Folgen leiden. „Dieses Narrativ von der “Hammerbande„ als neuer RAF ist wirklich weit weg von der Realität. Ich glaube, es gibt noch nicht einmal feste Gruppenstrukturen, das ist alles herbeihalluziniert. Die Namen, die ich in dem Song nenne, sind komplett austauschbar, ich hätte statt Lina, Gucci, Maja und Nanuk auch Tobi oder Nele grüßen können – oder ganz viele andere Antifaschistinnen, die von staatlicher Repression betroffen sind.“ Staatliche Repression, so, so. Ist es staatliche Repression, einen Gewalttäter ins Gefängnis zu verfrachten? Aus meiner Sicht sind diese Aussagen alle absolut haarsträubend. * archive[punkt]ph/e4DLM
Daß auf Achgut einem Juden die Leviten gelesen werden…wer hätte das gedacht? Im Kampf gegen linxx ist eben alles erlaubt!
Linksextremismus unter dem Deckmantel (des alleruntersten Randes) von Kunst. Wer politisch Anderdenkende stigmatisiert, marginalisiert und entmenschlicht, dabei dem staatliche Gewaltmonopol widerspricht und sich in seiner grindigen moralischen Selbstbesoffenheit über Recht und Gesetz stellt, ist ein offener Verfassungsfeind. Wir reden hier zudem über zumindest den Anfangsverdacht von Straftaten wie § 111 StGB, die selbstverständlich nicht von Kunstfreiheit gedeckt sind. Die überbordende Selbtsgerechtheit und Selbstüberschätzung deratiger Agitpropper verhält sich streng umgekehrt proportonial zu ihrem Intellekt und ihrem Charakter. Widerlich, einfach widerlich…
Die braune Scheisse wird uns als Antifaschismus untergeschoben. So leid mir das tut, aber eigentlich tut es mir nicht leid.
Ausserdem bedeutet Antifaschismus „Gegenfaschismus“ und nicht „Gegen Faschismus“. Insofern darf man die Kreaturen als die braune Scheisse von Reichinnek und Klingbeil bezeichnen.
Nun, Levit war ja als in Berlin lebender Jude zurecht sehr betroffen, als die Hamas Anhänger und ihre linken Freunde die Häuser von Juden mit Davidsternen markierten, diese auf der Straße hinterherliefen, sie bedrohten, etc.. Jetzt propagiert er die gleichen Tätlichkeiten als legitim gegenüber „rechts“ und denen die er und irgendwelches linke Gesindel als „Faschisten“ ansehen. Was unterscheidet ihn mit seinen Methoden von der Hamas? Sehr scheinheilig das.
Indem sie dieselben Narrativen benutzen, legitimieren sie die Gewalt. Die Stoßrichtung bei den vermeintlichen Kritiker bleibt nämlich dieselbe.
Die ganze alternative Szene hat etwas auffällig Unbeholfenes, als würde man sich bemühen, nicht bis 3 zählen zu können.
Wir sollen natürlich auf den Zug aufspringen, aber der fährt nur in den Abgrund.
Igor Levit paßt doch hundertprozentig zum ZDF. Den Quark sieht sich doch sowieso kein Mensch an, und Levit könnte inzwischen in der Apothekenzeitung Reklame machen (als „Magenheber“). Warum lädt man ihn denn aus?