
Man fragt sich ober der T. nur ein Unwissender (sehr nett formuliert) oder ein bewusster Verfälscher ist. Das islamische Recht unterscheidet den defensiven Dschihad, der Pflicht eines jeden Muslim im Rahmen seiner Möglichkeiten sei, und den offensiven Dschihad, der kollektive Pflicht der Umma sei. Waffenstillstände mit den nicht unterworfenen Ungläubigen dürfen höchtens 3-10 Jahre daueren (hier gibt es Unterschiede der einzelnen Rechtsschulen), danach solle, wenn irgend möglich, der offensive Dschihad gegen die dar a-harb (Haus des Krieges) wieder einsetzen. Wenn die islamische Obrigkeit das versäumt, sind auch Individuen dazu aufgerufen. Der Begriff Dschihad wird in Koran, Sunna und den klass. islamische Rechtsschulen fast immer im Sinne von Krieg verwendet. Im Rahmen des Mystizismus entstand erst im Spätmittelalter die Aufassung vom (auch) Großen Dschihad (im Sinne nichtkriegerischer Anstrengung), ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, den kriegerischen Dschihad damit beseite zu schieben. Relativ neu ist allerdings die Auffassung eines “Haus des Vertrages” (dar al-ahd) als Zwischenkonzept zwischen dar al-islam und dar al-harb. Dort müsse kein Offensivdschihad betrieben werden, solange Mulsime ihre Religion leben und frei missionieren dürfen. Die Quellen dazu sind relativ leicht zugänglich, Vieles ist auch in eine europäische Sprache übersetzt. Es gehört also schon unfassbare Ignoranz dazu, dies zu ignorieren. Dass “Krieg” i.A. nicht das Attribut heilig besitzt, ist ein Argument, das ebenso von Inkompetenz zeugt. Denn für den Kampf gegen Kuffar und Ketzer existiert nun einmal der Ersatzbegriff “Dschihad (Anstrengung) auf dem Wege Gottes”. Im Übrigen geht der orthodoxe sunnitische Islam ohnehin sehr sparsam mit dem Heiligkeitsbegriff um.
Was will uns der Künstler mit diesem Beitrag sagen? Vermutlich nur das, was er in der Überschrift betont. Das ist zugegeben nicht sehr viel. Wenn ich den ersten Teil, von keine Ahnung, richtig nachvollziehe, dann ist Djihad durchaus eine tolle Sache. Stimmt! Sieht man ja in vielen Teilen der Welt. Kommt immer gut an, so ein Bombenanschlag und macht alle Beteiligten glücklich.
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