Fundstück / 14.11.2013 / 06:32 / 2 / Seite ausdrucken

Ich heiße Jürgen und habe keine Ahnung

Der Islam kennt das Wort „heilig“ im Zusammenhang mit Krieg überhaupt nicht. Jihad heißt „Anstrengung, sich abmühen auf dem Weg zu Gott“ (Hans Küng), eine Anstrengung, die wie in allen Kulturen bis zum Verteidigungskrieg führen kann. Nirgendwo im Koran heißt Jihad „heiliger Krieg“. Kriege sind nie „heilig“, heilig ist nur der gerechte Frieden. https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/posts/10151533602930838

Die Gläubigen, die zum Freitagsgebet in die Moschee an der Friedensgasse gehen, beschäftigt auch, ob es erlaubt sei, die Bürger in nichtislamischen Ländern zu bestehlen, «weil sie Kuffar sind?» Die Antwort auf dem Plakat an der Friedensgasse 18: Es gibt das «Haus des Unglaubens» (Dar Al-Kufr). Dort gelten die Gesetze der Ungläubigen. In denjenigen Ländern, die in Verhandlung mit Muslimen stehen oder neutral sind, sei es nicht erlaubt zu stehlen und die Bürger zu töten. In Ländern, die im Kriegszustand mit den Muslimen sind und daher als «Haus des Kriegs» (Dar Al-Harb) bezeichnet werden, sei es erlaubt zu töten oder zu stehlen. In vielen Internetforen wurde die Schweiz wegen der Minarett-Initiative als «Dar Al-Harb» angesehen. http://bazonline.ch/basel/stadt/Basler-Muslime-rufen-zum-heiligen-Krieg-auf/story/18444809

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Dirk Jäckel / 14.11.2013

Man fragt sich ober der T. nur ein Unwissender (sehr nett formuliert) oder ein bewusster Verfälscher ist. Das islamische Recht unterscheidet den defensiven Dschihad, der Pflicht eines jeden Muslim im Rahmen seiner Möglichkeiten sei, und den offensiven Dschihad, der kollektive Pflicht der Umma sei. Waffenstillstände mit den nicht unterworfenen Ungläubigen dürfen höchtens 3-10 Jahre daueren (hier gibt es Unterschiede der einzelnen Rechtsschulen), danach solle, wenn irgend möglich, der offensive Dschihad gegen die dar a-harb (Haus des Krieges) wieder einsetzen. Wenn die islamische Obrigkeit das versäumt, sind auch Individuen dazu aufgerufen. Der Begriff Dschihad wird in Koran, Sunna und den klass. islamische Rechtsschulen fast immer im Sinne von Krieg verwendet. Im Rahmen des Mystizismus entstand erst im Spätmittelalter die Aufassung vom (auch) Großen Dschihad (im Sinne nichtkriegerischer Anstrengung), ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, den kriegerischen Dschihad damit beseite zu schieben. Relativ neu ist allerdings die Auffassung eines “Haus des Vertrages” (dar al-ahd) als Zwischenkonzept zwischen dar al-islam und dar al-harb. Dort müsse kein Offensivdschihad betrieben werden, solange Mulsime ihre Religion leben und frei missionieren dürfen. Die Quellen dazu sind relativ leicht zugänglich, Vieles ist auch in eine europäische Sprache übersetzt. Es gehört also schon unfassbare Ignoranz dazu, dies zu ignorieren. Dass “Krieg” i.A. nicht das Attribut heilig besitzt, ist ein Argument, das ebenso von Inkompetenz zeugt. Denn für den Kampf gegen Kuffar und Ketzer existiert nun einmal der Ersatzbegriff “Dschihad (Anstrengung) auf dem Wege Gottes”. Im Übrigen geht der orthodoxe sunnitische Islam ohnehin sehr sparsam mit dem Heiligkeitsbegriff um.

Peter Bereit / 14.11.2013

Was will uns der Künstler mit diesem Beitrag sagen? Vermutlich nur das, was er in der Überschrift betont. Das ist zugegeben nicht sehr viel. Wenn ich den ersten Teil, von keine Ahnung, richtig nachvollziehe, dann ist Djihad durchaus eine tolle Sache. Stimmt! Sieht man ja in vielen Teilen der Welt.  Kommt immer gut an, so ein Bombenanschlag und macht alle Beteiligten glücklich.

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