Nachdem Elmar Brok am Morgen nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg dem DLF ein obercooles Interview gegeben hatte, das sogar Hermann, den Cherusker zu Tränen gerührt hätte, würdigten wir seine Standfestigkeit (Gerade wir Politiker müssen doch zeigen, dass wir dann das normale Leben weiterführen und uns durch diese Terroristen nicht das Leben vergraulen lassen...) mit einem Beitrag auf der Achse.
Brok war darüber not amused, hatte er sich doch in 38 Jahren als MdEP daran gewöhnt, mit "Exzellenz" angesprochen und in einer vollklimatisierten Sänfte durch Brüssel und Straßburg getragen zu werden.
Also setzte er sich hin und diktierte seinem Privatsekretär eine Depesche, die dieser dann mit einem reitenden Boten der Achse überbringen ließ. Darin hieß es:
Sehr geehrter Herr Broder,
Ihr schon oft zum zum Ausdruck gebrachter Hass gegen mich hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Ihre Interpretation von ausgesuchten Teilen des Interviews, um das ich kurzfristig gebeten wurde, berücksichtigt weder die Fragen und die Zusammenhänge. Auch haben Sie keine Ahnung, was es heißt, wenn Ihre Mitarbeiterinnen in der Mitte des Geschehens sein könnten und auch waren.
Die Polizei hatte die Schließung des Europäischen Parlaments angeordnet. Ich wäre hinausgegangen. Ihr Hass gegen die EU und Ihre zunehmend arg rechte Meinung führt nach der Art Ihres Seelenverwandten Bannon zu solchen Ausfällen.
Mit freundlichen Grüßen. Elmar Brok
Wir baten den Boten, von seinem Westfalen abzusteigen, gaben ihm und seinem Ross ein wenig Warsteiner Alkoholfrei zu trinken und schrieben mit einem Federkiel auf feinstes Pergament eine Antwort an Elmar Brok.
sehr geehrter herr brok,
bitte, bleiben sie auf dem boden. ich hasse labskaus, haferschleim und tee der sorte Earl Grey. sie nicht. dazu sind sie zu unwichtig.
kommen sie gut über die feiertage und ins neue jahr.
herzlich, ihr hb
Und seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört. Seltsam. Er wird doch nicht beleidigt sein?

Sehr geehrter Herr Broder, auch ich mag Herrn Brok nicht und denke, daß er schlicht an déformation professionnelle leidet. Auf der anderen Seite, finde ich allerdings, sollte man auch nicht nachtreten. Er hat sich selbst ins Aus manövriert und sich um Kopf und Kragen geredet. Und gut ist.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich, bevor ich Achse-Leser*in (ist das jetzt so richtig geschrieben? ), keine Ahnung hatte, wer "seine (Ge-)Wichtigkeit" Elmar Brok ist. Vielleicht stand ich mit meiner bisherigen Unkenntnis nicht allein da. Ich weiß es nicht. Darum sollte Herr Brok endlich einmal honorieren, was ihm Herr Broder durch seine Artikel für eine Publicity beschert. Ohne ihn wäre uns rechten Ignoranten gar nicht bewusst, welch verantwortungsvollen und gefährlichen Job bis zur absoluten Wahrnehmungsstörung Herr Brok macht. Hass steigt bei mir gar nicht auf, aber ich biete Hohn, Spott, Abscheu und Verachtung. Ich weiß nicht, ob ihm das vielleicht lieber ist?! Ansonsten ist er mir eigentlich auch zu unwichtig. Und mein Dank gilt Herrn Broder, der mir mit seinem Artikel ein Lachen geschenkt hat.
Ach, Herr BRODER, der Elmar BROK sagt sich möglichweise , wie einst ein Reichs-Jägermeister : "Zwar nicht alles richtig gemacht, aber 38 Jahre prima gelebt !"
Wo erhält man die Gebrauchsanleitung dafür, was man bei der nächsten EU-Wahl anstellen muss, um sich nicht mehr mit abgehoben machtgeilen und propagandastarken Figuren wie Elmar Brok, Ska Keller, Graf Lambsdorff und wie sie alle heißen, blamieren zu müssen? Gibt es evtl. ein Quorum, so dass es nützlich sein könnte, die Wahl zu verweigern, damit der ganze Laden abgewickelt wird? Saturierte Langzeit-EU-Abgeordnete leben in einer uns fremden teuren Welt der Hoch-Bürokratie und haben vollständig vergessen, wen sie eigentlich verteten. Sie sind das Geld nicht wert, das uns von ihnen zeitlebens abgepresst wird. Elmar Brok böte sich als Idealtyp für eine Preis-Leistungs-Analyse an. Außer heißer Luft und Soesen - nichts gewesen. (Zum deutschen Ex-Präsidenten des EU-Parlaments ist ja schon alles durchgerechnet und gesagt worden.)
So'ne Typen sind die wahren Feinde für demokratische Abläufe. Den Brok und den Stegner (beispielhaft) stören nur die Menschen, die anderer Meinung sind, die Willigen - gehen ja so; die "stören deren Kreise nicht". Die Störung besteht darin, dass das Volk / der Wähler sie nicht in Ruhe lässt. Immer und immer wieder muss man sich als Politiker mit dem Willen der eigenen Bevölkerung auseinandersetzen; diese Bevölkerung anerkennt einfach den "GUTEN" Weg nicht (in Analogie zum "Guten" KiTa Gesetz). Selbst nach den Wahlen endet das einfach nicht. - "Einfach eine rechte Bande, alles Strauchdiebe, hasszerfressene Politik-Dilettanten – und dann der Broder – hol ihn der ……“
" ... berücksichtigt weder die Fragen und die Zusammenhänge." Au weia, hat er das wirklich so geschrieben? Ich habe noch einen alten Ratgeber zu Hause: "Gutes Deutsch in Schrift und Rede"; ob ich den dem Herrn Abgeordneten als verspätetes Weihnachtsgeschenk zuschicken soll? Aber ein Mann, der so viel Tapferkeit und Wagemut gezeigt hätte (wenn er nur die Gelegenheit bekommen hätte), zeichnet sich eben durch andere, höhere Tugenden aus.
".... mit „Exzellenz“ angesprochen und in einer vollklimatisierten Sänfte durch Brüssel und Straßburg getragen zu werden. " Herrlich. Die Sänftenträger tun mir sehr leid, die Armen. Bekomme die Aufbaukost ?? Ansonsten interessiert mich dieser Brok nicht. Wer 38 Jahre bei der EU ist, hat -für mich-anscheinend jede Bodenhaftung verloren, darum mein Rat, statt "Sänfte" Schusters Rappen !! Ohne Ihren Humor und Sarkasmus könnte ich die meisten Politiker samt der Politik nicht mehr ertragen.