Ich habe Zweifel

Liebe Leser, 

da dieser Text von Mathias Döpfner, der gestern zuerst in Die Welt erschienen ist, dort inzwischen hinter einer Bezahlschranke steht, können wir ihn hier nicht weiter kostenlos anbieten. Hier ist der Link zum Text bei Die Welt, ein Abo lohnt sich. Achgut.com wird Mathias Döpfners Beitrag zu gegebener Zeit wieder einsetzen, wenn er dort im kostenlosen Angebot freigegeben ist. Wir danken Mathias Döpfner noch einmal dafür, dass wir den Text zunächst einsetzen durften.

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Leserpost

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Werner Arning / 24.03.2020

„Krisen“ dieser Art sind wohl immer auch Weckrufe. Sie haben es mitunter an sich, Dinge richtig zu stellen, wieder in ein angemessenes Lot zu bringen. Solche Krisen schaffen Bewusstsein für Verdrängtes. Öffnen die Augen für Vergessenes, für Versäumtes, für als für zu selbstverständlich gehaltenes. Sie haben es an sich, dem Menschen seine Machtlosigkeit zu demonstrieren. Ihm seine fragile Lage klar zu machen. Ihm klar zu machen, welchen Dingen er „Herr“ ist und welchen nicht. Der Zugang zum Baum des Lebens bleibt ihm verwehrt und wird ihm verwehrt bleiben. In der Frage seiner Lebensdauer hat er die Zügel nur sehr bedingt in eigener Hand und daran muss er bisweilen erinnert werden. Seine Gedanken kreisen im hohen Maß um Nebensächlichkeiten. Seine Aktivitäten erschöpfen sich in hohem Maß in Unwichtigem. Hin und wieder gehört der Mensch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, zu seinem eigenen Wohl. Der Streit um das richtige Vorgehen gegen Corona ist vielleicht nicht der Richtige. Wir wissen es nicht und experimentieren. Die Ereignisse werden uns lehren. Nutzen sollten wir die Erkenntnisse, die wir jetzt schon erlangen können, wir sollten die Schlüsse ziehen, die jetzt schon gezogen werden können und diese nicht vergessen, sollte die Krise doch schneller vorüber sein, als zu befürchten steht. Dinge, die gestern als wichtig erschienen, die Anliegen, die die Seiten der Zeitungen füllten, sie sind heute zur Nebensache geworden. Ja, wir erinnern uns nicht einmal an sie. Wären froh, wenn wir diese „Probleme“ gegen das heutige eintauschen dürften. War es nötig, unsere Zeit mit diesen angeblichen für die Menschheit entscheidenden Anliegen zu vergeuden? War es nötig über diese Fragen, die Gesellschaft zu spalten? Bringen wir die Gesellschaft wieder zusammen uns lassen wir uns nicht vor den Karren derer spannen, die ein Interesse an der Spaltung haben. Die ein Interesse an der Abschaffung der Gemeinschaft haben. Denn diese ist für unser Überleben unerlässlich.

Michael Lorenz / 24.03.2020

“Ich finde: Alles in allem werden [die Medien] dieser Verantwortung in beeindruckender Weise gerecht.” Davon bin ich noch nicht überzeugt. Oder wie kommt es, dass ich einen Artikel über ein anscheinend wirksames Corona-Medikament (siehe ältere Versionen bzw. Diskussionsseite des Wikipedia-Artikels “Favipiravir”), das China und Japan, aber nicht wir, haben, nur bei TE lese? Für mich würde das zumindest als Fragestellung auf S. 1 der “WELT” gehören. Wieso also erfolgt das nicht, Herr Döpfner?

Andreas Müller / 24.03.2020

Es wäre doch wunderbar, wenn er all diese Dinge in der Verlagsgruppe einbringen würde, deren Vorstandsvorsitzender er ist. Vielleicht würde dann eine Reihe von journalistischen Beiträgen reflektierter und differenzierter.

RMPetersen / 24.03.2020

Neu finde ich an diesem Artikel nur, dass dieser Mann mit der Achse kommuniziert. Ein Zeichen der Abkehr von der Kampf-gegen-rechts-Hysterie?

J. Walraven / 24.03.2020

Ich bin 85 Jahre alt und gesund. Im Dezember war ich schwer krank .Ich hatte. Atemnot hustete den ganzen Tag und spukte Schleim. Bekam dazu noch Fieber 38,5 was ich noch niemals hatte bei ErkältungenWar geimpft gegen de Grippe. Ich blieb zu Hause aber wurde stets kranker .Dann ging das Fiber weg aber ich hustete und spuckte Nach 4 Wochen bekam ich antibiotica für 7 Tage per Tag 3 Tabletten. Heute brauche ich selbst nichts mehr für die Lungen huste auch nicht mehr fühle mich gesund kan. noch alles tun. War es nun Grippe oder schon Corona.

Thomas Schmied / 24.03.2020

“Am Auftrag der Journalisten darf sich aber auch in der Krise nichts ändern. Gerade dann nicht. Sie sollten weiter zweifeln und hinterfragen.” Dem Zitat würde ich zustimmen, wenn im letzten Satz das “weiter” durch “wieder” ersetzt würde. Was ich an dem Artikel schätze, ist das mitklingende Eingeständnis der eigenen Verunsicherung. Das schreibt zwar ein Mitglied des Establishments - aber kein Experte. Diese Kombination ist selten. Von Experten hört man derzeit schon genug - und sie behaupten teils das genaue Gegenteil. Was ist sowas dann für einen Laien wert? Ja, diese Krise verändert etwas. Habe im Supermarkt die Lauerstimmung gespürt. Primitives Volk in Kampfstärke, bis oben vollgepackt mit Küchenrollen überlegte sich, die letzten zwei Packungen auch noch aus dem Regal zu greifen. Beutestimmung. Der Wolf im Menschen. Bin recht kräftig. Habe böse geguckt und konnte mir noch eine sichern. Die letzte Packung hat noch eine ältere Dame bekommen. Auf dem Parkplatz haben die Mitbürger mir die Küchenrollen dann aus dem Auto geklaut. Klasse! Zuhause hat mir eine linksliberale Nachbarin dann mit Klopapier ausgeholfen. Wir haben uns gegenseitige Hilfe zugesichert. Sowas tut gut. Sie hat dafür ein Päckchen Zucker bekommen. Ich bin AfDler. Hätte sie den Zucker wohl genommen, wenn sie gewußt hätte, dass es “Naahzie-Zucker” war?

Gudrun Dietzel / 24.03.2020

Am schlüssigsten finde ich Döpfners Eingeständnis, daß er Zweifel habe. Damit holt er den Leser ab. Für mich die wichtigste Aussage dieses Beitrages, den ich schon gestern Abend in Welt las. Aber daß der erste Springer-Mann öffentlich äußert, aus Angst tagelang nichts zu diesem Thema geschrieben zu haben, wirft auch ein Licht auf die Arbeit der Journalisten in seinem Haus, und daß nicht nur beim Thema Coronavirus. Wenn ein Journalist Zweifel hat, ist das nur gut, weil Zweifel Fragen erschaffen, die zu einem möglichst objektiven Ergebnis führen können. Aber Angst… Da bekomme ich Bauchschmerzen, weil ängstliche Menschen nicht mehr mit kühlem Kopf denken, und es sich so schwer machen, zur Wahrheit vorzudringen. Diesen Eindruck vermitteln sehr viele Beiträge in Welt und der Umgang mit den Leserkommentaren dort sowieso. Ich lehne mich sehr weit aus dem Fenster: Wer als Journalist Angst hat, ist im falschen Beruf, weil er sich dann auch nicht traut, die richtigen Fragen ans verantwortliche politische Personal zu stellen.

Regina Dexel / 24.03.2020

Ein guter Artikel von Döpfner, wieder einmal einer. Alleine, ich kaufe es ihm nicht ab. Wer seine jüngsten kritischen Beiträge zum Antisemitismus oder zur Unkultur der Political Correctness der deutschen Medienelite auf WO oder Meedia gelesen hat und danach die zahlreichen politisch korrekten Texte seiner Mitarbeiter, darf durchaus Zweifel haben. Auch heute reibt man sich im Hause Springer lieber an Trump und Johnson, vergleicht die Krankheitsfälle in USA mit Deutschland, ohne die unterschiedliche Bevölkerungszahl zu berücksichtigen, und verschont unsere Regierung unter der Führung von Kanzlerin Merkel mit genau diesen Kritiken, stellt nicht einmal die richtigen Fragen, wenn überhaupt welche. Wenn es Herrn Döpfner ernst wäre, wenn ihm die Demokratie so richtig am Herzen läge, schien es angebracht erstmal den Augiasstall im eigenen Hause zu bereinigen und dann dem im Staat. Stattdessen ergötzt man sich im Hause Springer an Lobeshymnen über die Kanzlerin „Nicht Zarin sondern Helferin“ und kehrt ansonsten alles unangenehme unter den Teppich. Und vor allem spricht sich Döpfner vehement für staatliche Subventionen für Verleger aus. Unabhängiger Journalismus geht nunmal nur ohne Steuergelder. „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

E. Meierdierks / 24.03.2020

Sehr geehrter Herr Döpfner, ich kenne Sie nicht persönlich und werde mich daher jeglicher Spekulation über Sinn und Zweck Ihres Artikels sowie Deutung Ihrer Andeutungen enthalten. Und ich würde mich freuen, wenn Sie mich persönlich in echter gegenseitiger Toleranz für unsere unterschiedlichen Meinungen von Ihren guten Absichten für alle, nicht nur für den Machterhalt der selbsternannten Eliten überzeugen können. Aber es muß schon noch etwas mehr passieren bei den selbstzufriedenen “Qualitätsmedien”, bis ich im Wiederholungsfalle nicht denke: 1) Ah - ein Hofnarr-Kommentar. Damit das Volk denkt, es gibt ja doch noch die Vernünftigen und meine Meinung lese ich ja doch noch ab und zu in der Zeitung, während genau diese Meinung in derselben zu 99,5% niedergeknüppelt und in Leserbriefen offenbar wegzensiert wird. 2) Mit den kleinen Ungenauigkeiten und viel Raum für eigene Interpretation des Lesers, der das liest,was er lesen möchte, soll ich am Nasenring durch die Arena geführt werden. 3) Wenn ich genau meine Ohren spitze, höre ich das Geschaller in den Redaktionsstuben (analog oder virtuell) über die dummen und so leicht beeinflußbaren Bürger bis hierher. Bitte überzeugen Sie mich! Das gäbe mir ein bißchen Hoffnung zurück, daß die Aufnahme eines ernsthaften demokratischen Diskurses die Folge dieser Tage sein könnte.

Dominic Wagner / 24.03.2020

Tut mir leid, Herr Döpfner, so sehr ich Sie selbst persönlich schätze - solange Sie in Ihren Blättern Leute wie Merkels Sprechblase für Volksaufklärung und Propaganda Krauel, den antideutschen Hobbyhistoriker Kellerhoff oder den Volkstod-Propagandisten Yücel schreiben lassen, kann ich Ihr Anliegen nicht ernst nehmen, es tut mir leid.

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