Ich habe da so eine Idee. Stellen wir uns vor: „Wir“ ziehen geschlossen in ein Bundesland und erklären es zu einem Staat. Wie wäre es mit Mecklenburg-Vorpommern? Rostock mit seinem Hafen wäre eine würdige Hauptstadt.
Ich habe da so eine Idee. Verrückt? Vielleicht. Aber nur für die, die keine Fantasie haben – und die Zeichen der Zeit übersehen. Stellen wir uns vor: Wir – und du weißt genau, wer alles zu „wir“ gehört – ziehen geschlossen in ein Bundesland. Nicht halb, nicht viertel, nicht irgendwie verstreut. Nein: geschlossen. Wir erklären: Das ist jetzt unser Staat. Manche werden jetzt schon hektisch mit der Grundgesetz-Keule fuchteln, andere holen den Duden, um nachzuschlagen, ob „Staat“ wirklich bedeutet, was wir meinen. Aber bleiben wir mal im Konkreten.
Worin würden wir uns denn zum Beispiel im Vergleich zu Palästina unterscheiden? In so ziemlich allem:
- Wir haben feste Grenzen.
- Wir haben funktionierende Behörden (ja, sogar mit Öffnungszeiten).
- Ministerien mit echten Ministern – und nicht nur einen in Jogginghose.
- Ein Staatsoberhaupt, das nicht aus dem Bunker funkt.
- Eine Polizei, die Strafzettel verteilt und nicht Raketen.
- Und sogar Straßen, die keine Mondlandschaft sind.
- Und – jetzt wird’s richtig verrückt – keine ÖRR, die uns erklären wollen, wie toll alles läuft.
Kurz gesagt: Wir haben alles, was man als Staat braucht. Dann geben wir Gas. Für unser Land. Für unsere Vision. Für unsere Steuervorteile. Und ach ja – die alte Fahne Schwarz-Rot-Gold, die keiner mehr ernsthaft haben will – die nehmen wir auch gleich mit. Antrag auf Mitnahme stellen wir beim Fundbüro der Demokratie.
Die Frage nach der Hauptstadt
Kaum war meine abgespeckte Version dieser Idee in den sozialen Medien draußen, meldete sich Kollege Thilo Schneider zu Wort – den die Achgut-Leserschaft kennt. Seine erste Frage: „Rostock oder Schwerin als Hauptstadt?“ Ja, da geht’s doch schon los. Schwerin, mit seinen knapp 100.000 Einwohnern, wäre gemütlich, fast familiär. Rostock dagegen bringt die Hafenluft, das Salz in der Suppe, die große weite Welt gleich mit. Die Entscheidung könnte schwierig werden – aber mal ehrlich: Wir würden das lösen. Im Zweifel mit einem Volksentscheid. Einer echten Abstimmung, bei der nicht vorher schon feststeht, welches Ergebnis die „richtige Haltung“ ist.
Und dann kam Thilo mit der zweiten Frage: „Und was machen wir mit den Separatisten auf Rügen?“ Tja, auch da haben wir den Vorteil auf unserer Seite: Wir hätten Institutionen, die funktionieren. Keine Milizen, die aus Kellern funken. Kein „internationales Komitee“, das sofort eine „Sondermission“ startet. Wenn sich Rügen lossagen will – bitte. Dann dürfen sie sich selbst verwalten. Aber nur, wenn sie auch selbst ihre Fähren bezahlen.
UNO, Berlin und die Entwicklungshilfe
Ich bin gespannt, wie schnell uns die UNO anerkennt. Wahrscheinlich sofort – die sind ja Weltmeister darin, aus jedem noch so windschiefen Konstrukt einen „Staat“ zu zaubern. Und Berlin? Die würden vermutlich einen „Dialogprozess“ starten. Natürlich friedlich, mit Runden Tischen, Mediatoren und großem Pathos. Bis am Ende niemand mehr weiß, worum es ging.
Vielleicht gäbe es sogar Entwicklungshilfe. Von Deutschland. An Deutschland. Verrückt genug sind sie ja, wenn es um Entwicklungshilfe geht. Man denke nur an Milliarden für Staaten, die den eigenen Bürgern nichts außer Korruption und Perspektivlosigkeit zu bieten haben – während hierzulande Schulen verfallen und Brücken zusammenbrechen.
Wir würden übrigens nicht klein denken. Die Fahne? Ich habe mich an Mecklenburg-Vorpommern angelehnt. Damit wir einen Handelshafen haben und wieder zur Exportnation Nr. 1 werden. Rostock ist Hamburg light, aber immerhin mit Zugang zur Welt. Von dort aus könnten wir zeigen, wie man ein Land führt, das nicht im Morast von Bürokratie und Ideologie versinkt.
Manche lesen das und denken: Satire. Aber manchmal ist das, was als Satire beginnt, nur der erste Schritt in eine sehr reale Zukunft. Wer hätte vor zwanzig Jahren gedacht, dass wir heute über „Gendersternchen“, „Klimakleber“ und „transnationale Solidarität“ diskutieren – während die Substanz des Landes zerbröselt? Unsere Idee klingt verrückt. Aber nur für die, die keine Fantasie haben. Für alle anderen ist sie ein Gedankenexperiment, das zeigt: Es geht auch anders. Man muss nur wollen. Am Ende bleibt die Frage: Wer kommt mit?
Ahmet Refii Dener ist Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram.

„Wenn morgen die Welt untergeht, ziehe ich nach Mecklenburg. Dort passiert alles fünfzig Jahre später.“ (Otto von Bismarck zugeschrieben) Der Kanzler mag das gesagt haben; aber es war geklaut. Original ist ein Berliner Witz: „Was wirst Du machen, wenn die Welt untergeht?“ – „Da gehe ich nach Königsberg, da kommt alles 50 Jahre später!“ (Quelle: Neue Zeitschrift für Musik, Mainz, 12. Dezember 1837) – Königsberg oder Kröpelin, Hauptsache nicht Schland!
Wenn ich in den Herbst – und Wintermonaten Laub verbrennen darf, bin ich dabei.
Warum nicht gleich wieder zur deutschen Teilung vor 1990 zurückkehren – nur dieses Mal unter umgekehrten Vorzeichen? Die Brandmauer wurde von den West-Sozialisten bereits gebaut. Dann müssen sie noch eine physische Mauer bauen. Denn viele Menschen werden nicht in ihrem Elendssystem bleiben wollen – wie das im Sozialismus eben so üblich ist (siehe aktuell Kuba). Der dumme Rest (DDR) kann dann sehen, wo er bleibt. Er wird nicht lange durchhalten.
Ich dachte eher an eine freie Industriebrache, da wo die Braunkohlewerke bzw Tagebaue waren. Da kann man doch sicherlich eine freie Privatstadt einrichten, der Platz ist groß genug für einige Unternehmen und klein genug, dass man nicht beneidet wird.
Gerne können wir das genauer besprechen.
„Wenn morgen die Welt untergeht, ziehe ich nach Mecklenburg. Dort passiert alles fünfzig Jahre später.“ (Otto von Bismarck zugeschrieben) Der Kanzler mag das gesagt haben; aber es war geklaut. Original ist ein Berliner Witz: „Was wirst Du machen, wenn die Welt untergeht?“ – „Da gehe ich nach Königsberg, da kommt alles 50 Jahre später!“ (Quelle: Neue Zeitschrift für Musik, Mainz, 12. Dezember 1837) – Königsberg oder Kröpelin, Hauptsache nicht Schland!
„Rostock oder Schwerin als Hauptstadt?“ – Diese Frage und ein Wettbewerb zwischen Schwerin und Rostock gab es schon 1990, nachdem Rostock seine Stadtstaatambitionen aufgab. Vorpommern gilt als armes Anhängsel Mecklenburgs. Vorpommern war um die Jahrtausendwende Hochburg der NPD, 2013 frühestes Siedlungsgebiet der AfD. Übrigens, NPD und AfD haben ihre ersten, stärksten Siedlungsgebiete weit im entferntesten Osten Deutschlands (siehe auch östliches Brandenburg und östliches Sachsen).
Meine Frau strebt schon des längeren aus der BRD hinaus. Bisher dachte sie ans Tessin. Aber woher den nötigen Zaster nehmen! Ihr Vorschlag, Herr Dener, würde uns beiden gefallen, auch weil M-P – nach Beseitigung der überflüssigen Windräder – ein so schönes Land ist. Selbst für derzeit noch Bewohner des bairischen Voralpenlandes. Also: Wir wären dabei!
Sehr zuversichtlich grüßt Sie freundlich
Wolf Köbele