Müssen „Spiegel“-Redakteure ihren Lesern erklären, dass die Erde möglicherweise keine Scheibe ist? Oder dass die „Kügelchen“ der homöopatischen Quacksalberindustrie gar nicht wirken? Ich war irritiert, als ich die aktuelle Spiegel-Titelstory las. In der steht, was leidlich informierte Zeitgenossen über die Erben des schwerstverrückten Homöopathie-Begründers Hahnemann seit Jahrzehnten wissen – Kügelchen sind ein endlos geschüttelter, irrwitzig verdünnter Pfiff. Wer dann aber im „Heute Journal“ des ZDF erfuhr, Homöopathie sei vielleicht gar nicht so falsch und die vom Spiegel „ohne erkennbaren Anlass“ (ZDF-Moderator Claus Kleber) losgetretene Diskussion überflüssig, weil man im Gesundheitswesen anderswo viel mehr Geld einsparen könne, der merkte: auch auf dem Lerchenberg kügelt´s kräftig im Oberstübchen. Insofern denn doch: besten Dank an den ausgezeichneten Pharma-Kritiker Markus Grill, der das Spiegel-Stück angerührt hat.