In einem Land zu leben, in dem Versammlungen auch in Ausnahmezeiten nicht pauschal untersagt werden dürfen, ist ein großes Privileg. Attila Hildmann weiß das. Im Gegensatz zu den, wie ich finde, traurigen „Corona-Demos“ mit Verschwörungseinschlag wurde am Wochenende erstens für eine wichtige Sache und zweitens sehr erfolgreich demonstriert. Erfolgreich aber nur in dem Sinne, dass ein Zeichen gesetzt wurde. Zählbar werden womöglich nur die Toten und die Zerwürfnisse für diejenigen sein, um deren Belange es eigentlich ging: von Rassismus betroffene Menschen.
In Deutschland liegt die Armutsgefährdungsquote von Menschen mit Migrationshintergrund deutlich über der von Menschen ohne Migrationshintergrund. Bei Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund ist der Unterschied am größten. Lassen wir die Diskussion um die Definition von Armut und um die Gründe einmal außen vor und stellen fest: Von Rassismus betroffene Menschen sind auch von den Auswirkungen von Corona mit (!) am stärksten betroffen.
Natürlich ist nicht das Virus rassistisch, aber es legt offen, wogegen sich die Demonstrationen am Wochenende richteten, nämlich gegen strukturellen Rassismus. Struktureller oder systemischer Rassismus heißt etwa, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft in wesentlichen Aspekten des Lebens (Bildung, Beruf, Gesundheit) im Mittel schlechter gestellt sind als Menschen mit weißer Hautfarbe. Oft führt dabei ein Missstand zum anderen.
Ein greifbares Beispiel ist das Kind, das mit acht Jahren nach Deutschland einwandert und, da es die Sprache noch nicht beherrscht, eine Hauptschulempfehlung bekommt. Die wiederum führt zu potenziell schlechteren sozialen Kontakten, schlechterer Bildung, weniger Selbstvertrauen und damit letztlich zu einer höheren Armutsgefährdung, was wiederum häufig zu schlechterer Gesundheit führt. Oder eben: Zu einer Situation, in der gerade Schulen, Kitas und Jugendzentren die einzige Entlastung vom Lockdown-Stress sind.
Verantwortungsbewusstsein in liberalen Gesellschaften
Auf derartige Ungleichgewichte und Zusammenhänge wollte man am Wochenende aufmerksam machen. Für das, was dort passierte, gibt es in der Soziologie das schöne Verb „reproduzieren“. Missstände nicht zu reproduzieren, verlangt zweierlei: erstens, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben und zweitens, dass mündige Menschen sich der Verantwortung durch ihre persönlichen Freiheiten bewusst werden, damit sich individuelle Handlungen nicht zu einem systemischen Missstand auswachsen, ihn verstärken – oder ihn reproduzieren. Genau das geschieht aber, wenn ich mich in einer Pandemie mit 15.000 Menschen dicht gedrängt auf einen Platz stelle. Aus diesem Grund ist Verantwortungsbewusstsein in liberalen Gesellschaften so wichtig. Es sorgt dafür, dass Freiheiten nicht eingeschränkt werden müssen, da Menschen persönlich Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen.
Im Corona-Jahr hat das bisher sehr gut funktioniert. Menschen hielten sich nicht nur deshalb an Hygiene- und Abstandsregeln, weil sie selbst nicht erkranken wollten, sondern weil ihnen bewusst war, dass ihre Handlungen für weniger privilegierte Menschen (etwa mit Vorerkrankung) Konsequenzen haben können. Dieses Grundprinzip individueller Verantwortung für Mitmenschen wurde am Wochenende über Bord geworfen. Für eine Menschenrechtsbewegung ist das entweder ein Armutszeugnis oder ein ungewollt ehrlicher Offenbarungseid, ganz nach dem Motto: “So wirklich um Menschen geht es mir nicht, Hauptsache ich bin dabei.” Manche Bilder, zum Beispiel vom Alexanderplatz, ermuntern mich, diesen Vorwurf einmal als These in den Raum zu stellen.
Um Rassismus zu verstehen, rät man weißen Menschen gerne, sich in die Lage von Betroffenen zu versetzen. Ich schlage deshalb vor, sich einmal Folgendes vorzustellen: Gemeinsam mit deinen Eltern und deinen drei Geschwistern lebst du in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung mit niedrigen Decken und lärmenden Nachbarn in einem schlecht angebundenen Stadtteil einer deutschen Großstadt. Die Schule hat zu, das Jugendzentrum hat zu, auf den Bolzplatz darfst du nicht und dein Vater hat Leukämie. Einer seiner letzten Gedanken ist: „I can‘t breathe.“
Dieser Beitrag erschien auch auf Karim Dabbouz Blog.

Mit diesem zur Schau gestellten aggressiven Rassismus wird das Ideal einer rassenlosen Gesellschaft links grüner Prägung endgültig an die Wand gefahren und damit zur Utopie erklärt. Dieser Rassismus wird weiter gepflegt und gehegt, bei Bedarf hochgespielt, wie schon in alten Zeiten vorher. Er ist nichts weiter als ein weiteres Handwerkszeug in den Händen und Köpfen von linken und grünen Ideologen, als Ersatz für den verlorenen Klassenkampf. Dieser Rassismus wird nur noch die Spaltung künftiger Generationen verstärken, anstatt ihn konsequent zu Eleminieren. Wie lange lassen sich die Menschen das noch bieten?
„...das Kind, das mit 8 Jahren eingewandert ist...“ Und dessen Eltern haben die Verantwortung für das Kind an der Grenze zum gelobten Land abgegeben? Schon richtig, dass die rassistischen Generationen, die diesen Sozialstaat für alle durch harte Arbeit erst ermöglicht haben, als giftige alte weiße Männer gebrandmarkt werden. Ich bin es so leid...
Ich habe vor Jahrzehnten in den USA gelebt und gearbeitet in einem Gemeindeviertel, das von Einwanderern nach dem ersten Weltkrieg gegründet wurde. Zu einem Ehepaar mit 'deutschen Wurzeln', beide hatten etwa das Alter meiner Eltern, ergaben sich engere Beziehungen und beide sprachen untereinander deutsch und auch gerne mit mir. Ich habe dann ihre Kinder kennengelernt, die alle drei zwar etwas Deutsch verstanden, aber es nicht sprechen konnten. Darauf angesprochen erhielt ich die Antwort: als die Kinder im Haus waren, wurde, obwohl zunächst holprig, Englisch gesprochen, weil es für das Fortkommen der Kinder entscheidend war. Für Einwanderer ist das die einzig mögliche Haltung und eine Antwort auf ihre Auslassungen. Wer in einer neuen Umgebung seine alte Sprache auch für seine Kinder erhalten will, muß zu Hause bleiben. Selbstverständlich gab in den USA damals und auch heute keine großzügige Sozialhilfe.
Wie wäre es mit "All Lives matter". Oder sind Menschen nichtweißer Hautfarbe zu bevorzugen? Und ich nehme immer häufiger wahr, daß gerade nichttalentierte, faule, mißmutige Zeitgenossen gerne in die Rassismus-Opferrolle fallen statt sich anzustrengen und aus den schwierigen Startverhältnissen etwas zu machen. Und es ist Teil der Lebenserfahrung, gegenüber bestimmten Herkunftsgruppen vorsichtiger zu sein. Ausgerechnet einen stark Drogenabhängigen mit massiven, zum Tode führenden Vorerkrankungen, einer langen Vorstrafenliste inkl. Bedrohung von Frauen zum Anlasss für Randale, Plünderungen, Aufstände sowie eine Rassismusdebatte zu nehmen, das lässt tief blicken.
Wer schon etwas herumgekommen ist in der Welt und das nicht nur als Tourist, der weiß, dass die Welt voller Vorurteile ist. In ausnahmslos jedem Land bestehen Vorurteile gegenüber dieser oder jener Gruppe von Menschen. Und das ist normal. Das ist auch kein Rassismus. Meistens handelt es sich um Erfahrungswerte. Manchmal beziehen sich diese Vorurteile auf Verhaltensweisen von Einwohnern bestimmter Länder. Manchmal sind diese Vorurteile angebracht, entsprechen den tatsächlichen Verhältnissen. Gegenüber Deutschen etwa gibt es viele Vorurteile. Häufig sind diese Vorurteile berechtigt. Wenn ich auf diese Vorurteile treffe, etwa in Afrika, bezeichne ich dann denjenigen, der diese ausspricht, als Rassisten? Nein, ich überlege, ob seine Vorurteile auf mich zutreffen oder nicht. Häufig wird also, besonders unter unseren Gutmenschen, von Rassismus gesprochen, wenn es sich schlicht um Vorurteile handelt. Seitdem es den Menschen gibt, gibt es Vorurteile. Und häufig haben diese Vorurteile Leben gerettet. Sich diese „gewaltsam“ auszureden, ist unnatürlich und nicht unbedingt vernünftig.
Vor dem Deutschen "angeblichen" Gesetz sind alle Menschen gleich. Schwarze und Weiße, Gelbe und Grüne. Männer und Frauen und Kinder. Wenn jetzt X mit Y da ein Problem bekommt, ist das dann automatisch rassistisch? Nein, das Problem ist lediglich das Problem das einer, egal welcher Hautfarbe produziert hat zu einem Problem führt, das gelöst werden muss. Das hat nichts mit rassistisch zu tun. Wenn bestimmte Hautfarben-Gruppen vermehrt Probleme produzieren, und die andere Hautfarben-Gruppe Sorgen darüber bekommt, hat das auch nichts mit Rassismus zu tun, sondern einfach mit der Sorge das eine bestimmte Hautfarben-Gruppe über die Stränge schlägt. Kann man das so erklären? Wenn wir eine Gemeinschaft sein wollen, müssen sich alle an die gleichen Regeln halten. Leider tun dies manche Gruppen nicht, weswegen man dann Kritik übt. Hat aber nichts mit Rassismus zu tun.
Wenn Sie als Achtjähriger - egal wohin - einreisen und nach zwei oder drei Jahren die Sprache immer noch nicht ausreichend beherrschen, dann ist das nicht das Problem der Gastgesellschaft. Eventuell sind Ihre Eltern extrem bildungsfern, oder Sie haben eine Lernstörung, aber aus der Tatsache, dass Sie mit 30 dann kein Anwalt, Pilot, Ingenieur, Arzt oder Wirtschaftsprüfer sind Rassismus abzuleiten ist eine Unverschämtheit.