Felix Perrefort / 16.04.2021 / 14:20 / 82 / Seite ausdrucken

Statt Merkel im Bundestag: „Danser Encore“ – Hymne des Widerstands

Frankreich ist und bleibt ein Hort der Zivilisation. Während hierzulande im Bundestag immer Trostloseres vom Stapel gelassen wird, versammeln sich in Frankreich immer öfter Menschen im Freien, um tanzend ihren Unmut über die Corona-Politik loszuwerden. Das offizielle Video kommt mittlerweile auf über zwei Millionen Klicks. Ein Lied des französischen Künstlers HK entwickelt sich offenbar zu einer Hymne des Widerstands gegen den Lockdown: „Danser Encore.“ In diesem Video sieht man, wie Musiker, Tänzer und Sänger am 8. April 2021 durch den Bahnhof Gare de l’Est in Paris zogen. Wer wissen will, was da gesungen wird: Auf den Nachdenk-Seiten findet sich eine Übersetzung des französischen Textes:

Refrain:
Wir wollen weiter tanzen
Sehen, wie unsere Gedanken unsere Körper umarmen,
unsere Leben in Akkordfolgen verbringen
Oh nein, nein………

Wir sind Zugvögel. Niemals fügsam, nicht wirklich weise.
Wir schwören der Morgenröte nicht unter allen Umständen die Treue.
Wir kommen, um das Schweigen zu brechen.

Und wenn am Abend im Fernsehen der „gute König“ spricht und das Urteil verkündet,
zeigen wir uns respektlos. Aber immer mit Eleganz.
Oh nein, nein…….

Refrain x2

Auto, U-Bahn, Arbeit, Konsum, Erlasse, vorgeschriebene Absurditäten.
Und wehe dem, der denkt…
Und wehe dem, der tanzt….

Jede autoritäre Maßnahme, jede Sicherheitsanordnung
fegt unser Vertrauen mehr weg. Sie versuchen mit Beharrlichkeit,
unser Gewissen einzusperren.
Oh nein, nein…….

Refrain x2

Lassen wir uns nicht beeindrucken von all diesen
unvernünftigen Menschen,
die Angst im Überfluss verkaufen. Unanständige Ängste. 

Lasst sie uns für unsere geistige Gesundheit auf Abstand halten.
Für unsere soziale und ökologische Gesundheit
sind unser Lächeln, unsere Intelligenz
die Instrumente des Widerstands gegen ihren Wahnsinn.
Oh nein, nein…….

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netiquette:

T. Schneegaß / 16.04.2021

@Sabine Heinrich: Liebe Frau Heinrich, ich kann nicht alle Ihre Fragen beantworten, sondern Ihnen nur meine Gefühle dazu aufschreiben. Natürlich sind diese tanzenden, singenden Menschen dort in Paris auch nur eine Minderheit. Eine Minderheit, die demonstriert, dass ein Mensch nicht dafür auf der Welt ist, um sich von Despoten sein relativ kurzes Leben durch vorsätzlich und bösartig erzeugte Angst und Schrecken zur bloßen Existenz erniedrigen zu lassen. Und wenn es nur hundert sind, die ihre Lust am Leben zeigen, sie wirken auf mich und vielleicht auch Andere wie eine Blume im ewigen Eis. Sie bringen einen Moment in diesen von Verbrechern organisierten Alltag, der eine, wenn auch kleine Hoffnung, keimen lässt, dass diese Verbrecher NICHT den Sieg davontragen.

Steffen Huebner / 16.04.2021

Auch schöne Aktion, wenn auch im kleineren Rahmen: 1. Weimarer Spontan-Cafe / First Weimar Flashmob-Cafe / 31.3.2021 You Tube

Jan Meier / 16.04.2021

Ich bin seit sechs Wochen wegen depressiver Erschöpfung krankgeschrieben. Ich bin vor dem Wahnsinn regelmäßig zum Tanzen gegangen.  Als ich das Video gesehen habe musste ich weinen.

E Ekat / 16.04.2021

Emotional. Wäre schön, wenn es ein Anfang, ein zündender Funke wäre, den ganzen Mist wegzuräumen und auf ein freies Europa hinzuarbeiten. Wenn dergleichen, gerne von Frankreich ausgehend auch die anderen europäischen Völker entzünden könnte.  Sich loszureißen von den unsäglichen Tricksereien und Nötigungen, der gekonnt gesäten Zwietracht, der man von selbsternannten Qualitätseliten und ihren amtlichen und ehrenamtlichen Helfershelfern ausgesetzt wird.  Ein Traum.

M.-A. Schneider / 16.04.2021

Einfach klasse, eine nachahmenswerte Initiative, aber leider bei uns vorerst offensichtlich noch unmöglich.  Wir verzichten lieber auf Lebensfreude und Lebenszeit, lauschen den verlogenen Worten der Regierung und ihren Androhungen, notfalls auch in die Wohnungen einzudringen, statt etwas ändern zu wollen, und die ,die es wagen, versucht man kaltzustellen.

H. Merx / 16.04.2021

Einfach Klasse. Eine Hymne für alle, die noch an Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit glauben. An Demokratie und Rechtsstaat. An eine unabhängige Richterschaft. An Gesetzgeber, also Abgeordnete, mit Intellekt und Rückgrat. Ich sollte wohl aufhören zu träumen. An die Franzosen - Merci mille fois.

Silas Loy / 16.04.2021

Das ist ein buntes Häuflein “Kulturschaffender”, die nicht mehr weiter wissen. Aber das mit Eleganz. Merci bien!

lutzgerke / 16.04.2021

Das Trostlose in diesem Land ist, daß wir nicht von Briten unterjocht werden, sondern von deutschen Nihilisten. Die halten Gewaltfreiheit für Schwäche. Man muß doch nur mal lesen, was diese irrationalen Mischblätter für braune Phantasien zu Tage fördern. Dabei unterstützen die Nihilisten ganz unverholen gewalttätige Kaderstrukturen. Es sind nicht die Männer, die in Gewaltphantasien schwelgen, es sind die Frauen; Frauen knipsen nachmittags die asozialen Shows an. Frauen kaufen bei Rossmann, der größten Chemiewarenkette. Die leben davon, daß bestimmte Dinge mit Tabu belegt sind. Sucht doch mal nach den kleinen fiesen Ausklebern von den Laternenpfählen. Wo kriegt man die? Dahinter steckt das große braune Trampeltier Claudia Roth.    

Holger Hertling / 16.04.2021

Oh wie wunderbar - ich hatte kurz Gegenwind (oder Staub bzw. Gedöns) in den Augen, als ich dieses Video sah. Es fehlt gerade an so Vielem - und vor allem an KULTUR, KUNST, AUSSTELLUNGEN, TANZ, THEATER, MUSIK, POESIE, PARTYS, REISEN, TREFFEN, uvm. - dem Holden, Guten & Gerechten, [nein[, dem Feinen, Reinen & dem Wein, [vielleicht, also nein], dem Wahren, Guten, und Schönen ... hach, na denn! Wir sind gerettet. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Lucius De Geer / 16.04.2021

Hübsche Aktion, aber leider interessiert das im Elysee-Palast niemanden. Die Franzosen werden seit 12 Monaten auf eine Weise drangsaliert, die man sich hierzulande noch nicht getraut hat (Herr Haferburg hat hier wiederholt berichtet) von zahlenmäßig wirklich nennenswertem Protest war und ist nichts zu sehen. Zuviele Leute leben dorthin ohnehin vom “Staat” - also ihren Mitbürgern - ähnlich wie hierzulande. Nicht einmal die ruinierten Gastronomen und Einzelhändler trauen sich auf die Straße - das wird nichts mehr.

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