Zitiert aus der NZZ am Sonntag (20.10.2013).
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Die “Homöopathen ohne Grenzen” haben sich Krisengebiete für ihre Dienste erschlossen. Mit falschen Heilsversprechungen nützten sie die Notlage der Menschen aus, kritisiert der Bioethiker David Shaw.
David Shaw: “Die meisten Mainstream-Organisationen von Homöopathen in Europa oder den USA gehen sehr geschickt vor. Sie betonen, dass homöopathische Mittel nicht zur hauptsächlichen Behandlung von schweren Krankheiten eingesetzt werden sollten. Das tun sie aber vor allem in jenen Ländern, wo umfangreiche medizinische Vorschriften bestehen. In Ländern, wo das nicht der Fall ist, behaupten Homöopathen immer wieder, sie könnten Malaria, HIV oder Krebs heilen. In krisengeplagten Regionen ist das besonders tragisch, weil die Menschen dort davon ausgehen, es handle sich bei der Homöopathie um eine normale medizinische Hilfe.”
David Shaw: “Was mich besonders stört, ist, dass sie nicht als Leute auftreten, die Homöopathie praktizieren, sondern als Evangelisten. Wie Missionare gehen sie in fremde Länder und versuchen, die Menschen von ihrer Religion zu überzeugen - Menschen, die sich in einer Notlage befinden und deshalb besonders anfällig sind für solche Bekehrungsversuche. Durch die Ausbildung von Einheimischen sorgen die «Homöopathen ohne Grenzen» zudem dafür, dass die Homöopathie weiter praktiziert wird, wenn sie selbst nach Hause gehen. Doch das tut keinem Gesundheitssystem gut.”