Hugo Chávez hat eine neue Mission gefunden, und zwar als Verteidiger des Christentums. SPIEGEL online berichtet:
Präsident Hugo Chávez ist erneut aus der Rolle gefallen: Auf dem Opec-Gipfel in Saudi-Arabien bekreuzigte sich der Venezolaner vor Gastgeber König Abdullah und nahm in seiner Rede gleich mehrfach auf Christus Bezug - das ist nach den Gesetzen des islamischen Landes streng verboten. ... Und Chávez provozierte wie so oft: Erst bekreuzigte er sich vor Gasteber König Abdullah von Saudi-Arabien - der Monarch trägt auch den Titel “Diener der zwei heiligen Moscheen”, weil in seinem Land die heiligen Stätten von Mekka und Medina liegen. Im Verlauf der 25-minütigen Rede, mit der Chávez über das angekündigte Zeitmaß weit hinausging, nahm der Venezolaner sodann zweimal explizit auf Christus Bezug, was nach den saudischen Gesetzen nicht zulässig ist. “Wir wissen, dass der einzige Weg des Friedens, wie es Christus gesagt hat, in der Gerechtigkeit liegt”, sagte Chávez unter anderem vor den Staats- und Regierungschefs der Organisation, die sich in einem luxuriösen Konferenzzentrum in Riad versammelt.
Welcher westliche Politiker, vielleicht sogar einer “christlichen” Partei, hätte sich das schon getraut? Wenn es um die Pflege der guten Beziehungen mit Saudi-Arabien geht, dann sehen diese nämlich gerne über die Unterdrückung des Christentums in dem Land hinweg.
Aber der Unterschied zwischen ihnen und Präsident Chávez besteht dann wohl darin, dass Venezuela bezüglich Saudi-Arabien keine strategischen Interessen hat. Und außerdem verfügt Venezuela schließlich auch über eigenes Öl.