Peter Grimm / 12.06.2019 / 14:00 / Foto: Tomás Castelazo / 8 / Seite ausdrucken

Hühnchen ukrainisch

Bis die Ukraine Mitglied der EU ist, wird noch viel Geld aus Berlin, Wien oder Den Haag via Brüssel nach Kiew fließen. Unendliche Hürden türmen sich auf, denn die europäischen Politiker sind nicht so innovativ, wie der in der Ukraine als Geflügelfleisch-Baron bekannte Jurij Kosjuk. Kosjuk gehört mit Myronivsky Hliboproduct (MHP) der führende ukrainische Hühnerfleischproduzent. Und der Mann hat die Aufgabe, wie man aus einer ukrainischen Hühnerbrust, die nur mit Einschränkungen in die EU geliefert werden darf, eine EU-Hühnerbrust macht, ganz einfach lösen können. Ohne dieses Kunststück hätten aus der Ukraine maximal 18.000 Tonnen im Jahr geliefert werden dürfen, Kosjuk rühmt sich, es dennoch auf 100.000 Tonnen gebracht zu haben, wie die Deutsche Welle jüngst berichtete:

„Die österreichische Zeitung „Kurier“ wirft MHP vor, seit Jahren die Beschränkungen für Importe mit einem Trick zu umgehen. Der EU-Import von Hähnchenbrust – dem teuersten Stück vom Huhn – ist bei der Quote begrenzt. Daher bleibe beim Zerlegen der Tiere in der Ukraine ein Knochen an dem Fleisch. Die damit als minderwertig klassifizierten Teile könnten so unbegrenzt importiert werden.

MHP besitze Betriebe in der Slowakei und in den Niederlanden, wo der Knochen dann entfernt werde. Damit würde das Fleisch als EU-Produkt gelten und könnte als solches nicht nur in der EU verkauft, sondern auch zollfrei in Drittmärkte exportiert werden. Laut der Brüsseler Zeitschrift „Politico“, beschweren sich europäische Landwirte darüber, dass der MHP-Konzern eine „geniale und völlig legale Umgehung“ der geltenden Regeln gefunden habe.“

Wer so gut mit EU-Regeln umgehen kann, gehört eigentlich in die EU-Kommission. Für Jean-Claude Juncker wird doch gerade ein Nachfolger gesucht. Warum muss es denn immer ein EU-Bürger sein? Bei der Vergabe von anderen Jobs wurde die Regel, dass EU-Bürgern gegenüber Nicht-EU-Experten der Vorzug zu geben ist, im Zuge der Masseneinwanderung ja auch abgeschafft.

Foto: Tomás Castelazo CC BY-SA 3.0 via Wikimedia

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Marianne Sommer / 12.06.2019

Genialer Trick! Aber trotzdem, sperren den „Dreck“. Wer braucht Hähnchen aus der Ukraine? Gibt es davon nicht genug Hersteller in der EU? Was soll das?!

Markus Schmidt / 12.06.2019

Die Folge von solchen “Tricks” ist es, dass es noch mehr Regulierung geben wird. Brüssel wird noch genauer definieren müssen, was eine Hühnerbrust ist, und was nicht. Warum müssen Hühnerbrüste überhaupt quotiert werden? Ist das nicht Protektionismus a’la Trump?

Bernd Fischer / 12.06.2019

Blöde und unfähige EU. Google..Amazon..sollen besteuert werden , dank Irland geht es nicht. Lässt sich von Mark Zuckerberg (Facebook) mit dem Ring durch die Manege führen, und Dank eines Knochens in der Hühnerbrust von einem ukrainischen Oligarchen, beweist die Politkaste in Brüssel ihre ganze unsägliche Dummheit.

peter luetgendorf / 12.06.2019

Kann mir jemand hier erklären, warum die heimische Produktion in Afrika so viel teurer ist? Ernstgemeinte Frage. Gruß

Thomas Taterka / 12.06.2019

Die Vergabe von Arbeitsverträgen an Nicht- EU-Bürger hat schon so manchen EU-Bürger ” geschmeidiger ” gemacht für die Angebote des Arbeitsmarktes . Zur Freude der Unternehmer. So - und nun will ich mich nicht weiter erregen. Ich danke auch für den Rezeptvorschlag : Hühnchen Kiew ist ‘ne feine Idee ! Vorweg ein kaltes Glas Kwas. Bei Hitze kommt das gut. Mehr will ich heute nicht. Möge der kühle See-Wind Ihren Abend begleiten !!!

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