Stefan Frank / 04.08.2023 / 16:00 / Foto: Public Domain / 5 / Seite ausdrucken

Hotel Stalingrad – Israels Rettung 1948 (7)

Von April bis August 1948 brachten Frachtflugzeuge Waffen, Munition und sogar Kampfflugzeuge vom tschechoslowakischen Žatec über Korsika nach Israel. Die Luftbrücke „Operation Balak“ endete, nachdem die US-Botschaft in Prag aufmerksam geworden war. Im Hotel Stalingrad in Žatec trafen sich jüdische Piloten aus der ganzen Welt. 

Da sagte Balak zu Bileam: Was hast Du mir da angetan! 
Meine Feinde zu verfluchen, habe ich Dich holen lassen, 
und siehe, Du hast sie sogar noch gesegnet!
4. Mose 23,11

Als die Tschechoslowakei 1945 von der Sowjetunion besetzt wurde, gab es im Land Waffen und Rüstungsfabriken im Überfluss. In der von der deutschen Wehrmacht okkupierten Tschechoslowakei hatte NS-Reichswirtschaftsminister Hermann Göring die Skoda-Automobilfabriken als Teil der Hermann-Göring-Werke zu Waffenproduktionsstätten umfunktionieren lassen, die den deutschen Kriegsanstrengungen dienten.

Die vom Krieg übriggebliebenen Bestände wurden nach 1945 immer weniger gebraucht, da die Tschechoslowakei ihre Armee auf sowjetische Waffentypen einstellte. Wegen des begonnenen Kalten Kriegs kam der Westen – die Länder Lateinamerikas waren traditionell Kunden der tschechoslowakischen Rüstungsindustrie gewesen – als Absatzmarkt nicht mehr infrage. Der Nahe Osten hingegen schon. So wurden die Haganah und später Israel zu den ersten Käufern.

Im Juni 1947 erhielt die Regierung in Prag von der Sowjetunion grünes Licht für Waffenexporte. Im folgenden Monat erörterte Moshe Sneh (Kleinbaum), Leiter der politischen Abteilung der Jewish Agency in Europa, das Thema mit dem stellvertretenden tschechischen Außenminister Vladimir Clementis und stieß grundsätzlich auf offene Ohren. Im November schickte David Ben-Gurion den in Prag geborenen Rechtsanwalt Otto Felix (später Uriel Doron) und den gebürtigen Wiener Ehud Avriel (Georg Überall) zu Verhandlungen nach Prag.

Man einigte sich im Dezember 1947 zunächst auf den Kauf großer Mengen von Kleinwaffen aus der Waffenfabrik Zbrojovka Brno (Waffenwerke Brünn). Der Vertrag wurde am 13. Januar 1948 mit Unterstützung des tschechoslowakischen Außenministers Jan Masaryk und dem Einverständnis der Sowjetunion unterzeichnet. Als Käufer wurde auf den Ausfuhrscheinen Äthiopien angegeben, da die Tschechoslowakei nur souveräne Staaten als Vertragspartner akzeptierte. 

Ende Februar 1948 gab David Ben-Gurion in Auftrag, auch die Möglichkeit des Ankaufs von Kampfflugzeugen in der Tschechoslowakei zu erkunden, nachdem das Waffenembargo, das die USA im November 1947 gegen das gesamte Mandatsgebiet Palästina erlassen hatten, nicht umgangen werden konnte, weswegen amerikanische Kampfflugzeuge, die relativ billig und modern waren, ausschieden. Infrage kam das tschechoslowakische Kampfflugzeug Avia S-199, eine Version des deutschen einmotorigen Jagdflugzeugs Messerschmitt Bf 109, das die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs in großer Stückzahl hatte bauen lassen. 

Die Versenkung der Lino

Aber auch mit Israels Feinden machte die Tschechoslowakei Geschäfte. Am 23. November 1947 schlossen Vertreter Syriens mit dem Unternehmen Zbrojovka Brno einen Kaufvertrag über die Lieferung von Waffen für die Arabische Errettungsarmee, einer von der Arabischen Liga aufgestellten Freiwilligenarmee, im Umfang von 10.000 MP-18und 1.000 ZK 383 Maschinenpistolen, 500 MG 34 Maschinengewehren und 11,5 Mio. Schuss Munition ab. 

Die erste Lieferung mit 8.000 MP-18 und sechs Mio. Schuss 7,92-Millimeter-Munition wurde am 7. Januar 1948 vom jugoslawischen Rijeka aus auf dem italienischen Frachter Lino verschifft. Als die jüdischen Vertreter in Prag davon Wind bekamen, intervenierte in der Folge Otto Felix, um die tschechoslowakische Regierung davon zu überzeugen, es wäre für sie lukrativer, nur Geschäfte mit den Juden zu machen. Am 13. Januar 1948 wies das Verteidigungsministerium die Waffenfabriken an, keine Verhandlungen mit Syrien mehr zu führen. Was andere arabische Staaten betraf, mochte Prag sich nicht festlegen. Zudem sollte der mit Syrien unterzeichnete Kaufvertrag noch erfüllt werden. Die Haganah, die zu dieser Zeit nur wenige tausend Gewehre besaß, entschied, dass die Waffen an Bord der Lino Syrien nicht erreichen dürften. 

Wegen technischer Probleme und um Lebensmittel aufzunehmen, steuerte das Schiff am Abend des 2. April den süditalienischen Hafen Molfetta an, wo es den italienischen Zollbeamten verdächtig vorkam, weshalb es in den Militärhafen Bari geschleppt und die Crew verhaftet wurde. Der Kapitän konnte zwar alle nötigen Erklärungen abgeben, sodass die Mannschaft wieder freikam, doch am 11. April versenkte eine Eliteeinheit von Saboteuren der israelischen Spezialeinheit Palmach das noch im Hafen liegende Schiff. 

Doch die Syrer gaben nicht auf. Mit italienischer Hilfe bargen sie die Ladung, deponierte sie in einem örtlichen Lagerhaus und erwarben ein anderes Schiff, die Argiro, um die Waffen nach Syrien zu transportieren. Die Crew war jedoch von zwei Mossad-Agenten infiltriert. Nachdem die Argiro am 19. August in See gestochen war, gab es „plötzlich“ Motorprobleme. „Zufällig“ war ein Fischerboot in der Nähe, dessen Besatzung Hilfe anbot und zwei „Fischer“, ebenfalls Agenten des Mossad, an Bord der Argiro kamen. Gemeinsam überwältigten die vier Mossad-Agenten die Besatzung und übernahmen das Schiff, das am 24. August in Haifa eintraf. Die italienischen Besatzungsmitglieder und die Waffen wurden an Bord zweier israelischer Kriegsschiffe gebracht und die Argiro versenkt. 

Flughafen „Etzion“

Für Waffentransporte im großen Stil brauchte es eine Logistik, für die eine Luftbrücke von der Tschechoslowakei nach Israel errichtet wurde. Abgesehen davon, dass Flugzeuge schneller als Schiffe sind, hätten die Messerschmitts nicht per Schiff transportiert werden können, da die Flugzeugteile zu groß waren, um sie als Bordgut zu verstecken. Noch dazu hätten in jedem europäischen Hafen die Schiffe kontrolliert und die Fracht beschlagnahmt werden können.

Der erste Flug fand am 31. März 1948 von Prags internationalem Flughafen Ruzyně statt. Eine C-54B Skymaster mit einer aus Amerikanern und einem Briten bestehenden Besatzung flog zu dem ehemaligen britischen Notlandeplatz Beit Daras bei Be’er Tuvia in der Nähe von Aschdod. An Bord waren in Kisten, deren Inhalt als Werkzeug deklariert war, sieben Tonnen Waffen (200 MP-18-Gewehre, 40 MG 34) und Munition. 

Doch der Flug zog sofort das Interesse der amerikanischen und der britischen Botschaft in Prag auf sich. Keine Stunde nachdem die Skymaster am 2. April wieder in Prag gelandet war, wurden die amerikanischen Crew-Mitglieder in die Botschaft der USA zitiert und gefragt, ob sie Waffen zu den kommunistischen Partisanen in Griechenland schmuggeln würden. Nachdem sie dies verneint hatten, konnten sie die Botschaft wieder verlassen. Dem Briten gelang es, den ihn verfolgenden britischen Geheimagenten vom Prager Flughafen zu entkommen. 

Doch nun war klar, dass dieser Flughafen nicht mehr für den Waffentransport genutzt werden konnte. Verteidigungsminister Ludwik Svoboda stellte der israelischen Delegation darum Anfang Mai mit Zustimmung von Ministerpräsident Klement Gottwald den Flugplatz Žatec (deutsch: Saatz; in der Nähe der Grenze zum deutschen Bundesland Sachsen) zur Verfügung. Dieser Flugplatz, der eher wie ein Fußballplatz aussah, nur dass der Rasen nicht so gut gemäht war, erhielt den Spitznamen Etzion und wurde zur Drehscheibe der tschechoslowakisch-israelischen Militärzusammenarbeit. Von hier aus starteten die Frachtflugzeuge der Operation Balak, die in einer Luftbrücke Waffen und – ab Mai 1948 – in Einzelteile zerlegte Kampfflugzeuge nach Israel brachten. 

Das Ziel in Israel war ab dem zweiten Flug (Balak 2 genannt) der Flughafen Ekron (seit 1950 Tel Nof). In der Mitte Israels gelegen, waren von dort aus alle Frontabschnitte schnell zu erreichen. Da bei einem Direktflug von der Tschechoslowakei nach Israel wegen der großen Entfernung keine vollständige Beladung der Frachtflugzeuge möglich gewesen wäre, gab es einen Zwischenstopp zum Auftanken auf dem Flughafen Ajaccio auf Korsika, den die französische Regierung zur Verfügung stellte. Die Flüge wurden schnell zur Routine. Der tschechoslowakische Militärhistoriker Martin Smisek schreibt: 

„Das voll beladene Transportflugzeug hob in der Regel vor Mittag ab und flog nach der Zwischenlandung in Ajaccio weiter nach Israel, wo es kurz vor Mitternacht im Schutz der Dunkelheit landete. Dann wurde das Flugzeug entladen, aufgetankt, gewartet und kehrte mit einer neuen Besatzung vor Sonnenaufgang nach Žatec zurück. Die nächtlichen Landungen und Starts in Ekron waren wegen der ägyptischen Kampfflugzeuge, die bei Tageslicht über Israel kreisten, von entscheidender Bedeutung.“

Nach der Landung in der Tschechoslowakei und der Abnahme ihrer Pässe durch die lokalen Sicherheitsbeamten bezogen die Crew-Mitglieder das in der Stadtmitte gelegene Hotel Stalingrad, einige auch die Hotels Zlatý anděl (Goldener Engel) und Zlatý lev (Goldener Löwe). Abhängig von den Wetterverhältnissen und ihrer Flugtauglichkeit blieben die Crews manchmal nur eine Nacht, manchmal mehrere Tage in diesen Hotels, in denen auch Einrichtungen für die Flugplanung deponiert waren und das Briefing für den nächsten Flug stattfand.

Benannt war die Operation nach dem Moabiterkönig Balak, der laut 4. Mose 23 die aus Ägypten im Land Kanaan eintreffenden Israeliten vernichten wollte und dazu die Hilfe des mesopotamischen Magiers Bileam anforderte. Dieser erhielt von Balak den Auftrag, die Israeliten zu verfluchen. Doch jedes Mal, wenn Balak Bileam an den Rand des israelitischen Lagers führte und sagte „Komm, verwünsche Israel!“, intervenierte Gott und ließ aus Bileams Mund Worte des Segens kommen. 

„Die beste Zeit meines Lebens“

Am 24. Mai 1948 errichtete die tschechoslowakische Luftwaffe in Žatec ein Unterstützungszentrum für die bestehende Logistik und Verwaltung des Flugplatzes. Dank dieser Maßnahme, so Martin Smisek, konnten die außergewöhnlichen Aufgaben der Luftbrücke ohne unnötige Verzögerungen oder Komplikationen durchgeführt werden. Die Besatzungen der Flugzeuge (Piloten, Navigatoren, Funker und Ingenieure) bestanden aus Amerikanern, Polen, Deutschen, Franzosen, Südafrikanern und Briten. Das Wartungspersonal kam um acht Uhr morgens mit dem Bus auf dem Luftwaffenstützpunkt an, fuhr mittags zum Mittagessen und kehrte um dreizehn Uhr zurück. Die Mechaniker verließen den Flugplatz um siebzehn Uhr. Die Zahl der Flugzeugtechniker lag gewöhnlich zwischen zwanzig und fünfzig. 

Es gab auch medizinische Versorgung. Wer erkrankt war oder sich verletzt hatte, konnte sich im Krankenhaus von Žatec behandeln lassen. Mit Vítězslav Schöngut gab es sogar einen Arzt, der Englisch sprach und dolmetschen konnte. Der aus Indien stammende Pilot Abie Nathan erzählte 1995 in dem Dokumentarfilm Češi pro Izrael von Ben Ohry: 

„Es war die beste Zeit meines Lebens. Als ich nach Žatec und zum Hotel Stalingrad kam, sah ich dort dreihundert Menschen. Sie sagten mir, sie seien alle Juden. Als ich in Indien aufgewachsen war, hatte ich gedacht, unsere Juden wären alles, was wir hatten. Plötzlich erfuhr ich, dass all diese Leute, Piloten aus aller Welt, Juden waren. Zu wissen, dass ich zu dieser Nation gehöre, hat mich zu einem anderen Menschen gemacht.“

Das Ende der Luftbrücke

Die Anwesenheit einer relativ großen Anzahl von Ausländern mit einer großen Menge an Devisen führte indessen auch zu Problemen, wie der Militärhistoriker Smisek schreibt: „Es dauerte nicht lange, bis Žatec zu einem Zentrum der tschechoslowakischen Prostitution wurde und die Fälle von Geschlechtskrankheiten in die Höhe schnellten. Die vermeintliche Top-Secret-Operation war allgemein bekannt geworden.“

Am 8. Juli 1948 stellte die amerikanische Botschaft in Prag Fragen an die tschechoslowakische Regierung, die drei Flugzeuge betrafen, die von Miami aus außer Landes geschmuggelt worden waren. Eine Woche später brachte die schwedische Zeitung Stockholm Tidningen einen Sensationsbericht über „geheime israelische Operationen hinter dem Eisernen Vorhang“. Am 28. Juli bat die US-Botschaft die Prager Regierung darum, amerikanische Bürger, die verdächtigt wurden, etwas mit Waffenschmuggel zu tun zu haben, außer Landes bringen zu dürfen. 

Zur selben Zeit fuhren die Botschaftsmitarbeiter Thomas Donovan und Ralph S. Saul mit dem Auto von Prag aus nach Žatec, wo sie zunächst von der Polizei angehalten und aufs Revier gebracht wurden. Dort gaben sie an, zur Erholung nach Žatec gekommen zu sein. Nach der Befragung ließ die Polizei sie zwar wieder gehen, wies aber gleichzeitig die örtlichen Hotels an, ihnen keine Zimmer zu vergeben. 

Im Hotel Stalingrad trafen die Botschaftsmitarbeiter auf etliche Amerikaner. Die Diplomaten gaben vor, deren Angehörige würden sich Sorgen machen und überzeugten sie, dass es vor dem Hintergrund der politischen Spannungen – es war die Zeit der Berlin-Blockade – zu ihrem eigenen Besten sei, sich bei der amerikanischen Botschaft registrieren zu lassen, was auch mehrere von ihnen taten. „Dank dieses Schritts waren US-Diplomaten und -Militärs in der Lage, ziemlich exakte Informationen über die Luftbrücke von Žatec zu erhalten“, schreibt Martin Smisek. Washington zwang die tschechoslowakische Regierung, die Luftbrücke nach Israel zu beenden und übte auch erfolgreich Druck auf Frankreich aus, den Flugplatz Ajaccio zu schließen.

Der letzte Flug Richtung Israel verließ Žatec am 12. August 1948. Fünfundneunzig Flüge waren absolviert worden. Außer den dreiundzwanzig Messerschmitts waren 300 Tonnen Schusswaffen und Munition transportiert worden. Eine Zeitlang wurden noch einige Flüge von den Flugplätzen Malacky und Kunovice durchgeführt. Zudem wurde laut Smisek auch bei den Linienflügen der tschechoslowakischen Fluggesellschaft (der einzigen, die während des Kriegs den israelischen Flughafen Lydda ansteuerte) in begrenztem Umfang militärisches Personal und Kriegsgüter geschmuggelt. Die Haupttransporte wurden nun aber anders, zunächst mit der Eisenbahn nach Jugoslawien und von dort aus per Schiff, bewerkstelligt.

Israels Waffenkäufe in der Tschechoslowakei endeten im letzten Drittel des Jahres 1950. Die endgültige Beendigung der Transporte erfolgte durch eine Verordnung des Ministeriums für Nationale Verteidigung vom 14. Juli 1950, die Waffenausfuhren nach Israel verbot (die schon bestellten durften noch geliefert werden).

Die jüdisch-tschechoslowakische Brigade

Die Tschechoslowakei lieferte nicht nur Waffen, sondern bildete auch Soldaten –Männer und Frauen – und Mechaniker für Israel aus, wie der tschechoslowakische Historiker Jiří Rajlich 2007 in einer Sendung des tschechoslowakischen Fernsehens erklärte:

„Piloten wurden bei uns in České Budějovice, Olomouc und Hradec Králové ausgebildet, Mechaniker in Liberec. Auch Panzersoldaten in Mikulov und Fallschirmjäger in Stráž pod Ralskem trainierten hier. Aber das waren Spezialkurse nur für einige Dutzend Leute. Auf (dem Truppenübungsplatz) Libavá wurde tatsächlich eine ganze jüdische Brigade ausgebildet. Sie bestand jedoch nicht aus Juden aus Palästina oder der (ganzen) Welt, sondernwaren tschechoslowakische Staatsbürger. Diese Brigade war mit etwa 1.300 Mann recht groß. Das war eine solide Grundlage für den Aufbau der eigenen Armee Israels, die zur Zeit des Unabhängigkeitskriegs aus einer heterogenen Mischung bewaffneter jüdischer Siedler und ausländischer Freiwilliger bestand.“

Die Soldaten der Jüdischen Brigade in der Tschechoslowakei absolvierten eine militärische Ausbildung mit Waffen und Munition, die von der tschechoslowakischen Armee zur Verfügung gestellt wurden. Antonin Sochor, ehemaliger Offizier in der Svoboda-Armee, einer 60.000 Mann starken tschechoslowakischen Brigade in der Roten Armee, wurde zum Kommandeur der Truppe ernannt. Sochor war ein tschechoslowakischer Nationalheld und Träger der Medaille „Held der Sowjetunion“.

Um die Aktion zu koordinieren, reiste er nach Israel, wo er mit David Ben-Gurion und verschiedenen Armeeführern zusammentraf. Bei den Gesprächen wurde vereinbart, dass sich die „Brigada“ als Brigade an den Kämpfen beteiligen würde. Die ersten Freiwilligen der Brigade verließen die Tschechoslowakei am 22. Dezember 1948 und kamen Anfang 1949 in Israel an. Später wanderten viele der Ausbildungsteilnehmer der Brigade nach Israel ein. Nachdem Ben-Gurion sich jedoch dagegen entschied, die tschechoslowakische Brigade als eigenständigen Kampfverband fortbestehen zu lassen, wurden deren Mitglieder auf verschiedene Einheiten verteilt. Befürchtungen über eine mögliche kommunistische Infiltration der Brigade mögen vielleicht eine Rolle gespielt haben, vor allem aber strebte Ben-Gurion eine Armee Israels an, deren Angehörige nicht nach Herkunft oder Weltanschauungen getrennt waren.

Teil 1 finden Sie hier.

Teil 2 finden Sie hier.

Teil 3 finden Sie hier.

Teil 4 finden Sie hier.

Teil 5 finden Sie hier.

Teil 6 finden Sie hier.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Mena-Watch.

 

Stefan Frank, geboren 1976, ist unabhängiger Publizist und schreibt u.a. für Audiatur online, die Jüdische Rundschau und MENA Watch. Buchveröffentlichungen: „Die Weltvernichtungsmaschine. Vom Kreditboom zur Wirtschaftskrise“ (2009); „Kreditinferno. Ewige Schuldenkrise und monetäres Chaos“ (2012).

Foto: Public Domain Link

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Leserpost

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Wilfried Cremer / 04.08.2023

Der Film läuft ja noch im Original, Herr M@@r, und steuert seinem Höhepunkt entgegen.

Christian Feider / 04.08.2023

Nur so als kleine Korrektur: Die Skoda Werke in Tschechien waren schon vor dem zweiten Weltkrieg eine Waffenschmiede,eigentlich schon während der KUK Zeit. in den dreissigern bauten die Tschechen dort die Panzer 35 und 38, die später deutscherseits übernommen wurden und erst 1942 ausgemustert wurden. auch ansonsten war die Tschechei,oder “das Protektorat”,wie es in der Kriegszeit hiess,ein sehr sanft geführtes Gebilde,in dem es auch kaum eine Widerstandsbewegung bis 1944 gab. Erst Benesh gab der Widerstandsgeschichte nach seiner “Rückkehr” richtig “Dampf”,was dann die hilflosen Sudetendeutschen ausbaden mussten

Dirk Göske / 04.08.2023

Faszinierende Geschichte der Gründung Israels. Für mich ein fast unbekanntes Kapitel. Vielen Dank dafür.

Peter Zinga / 04.08.2023

“Als die Tschechoslowakei 1945 von der Sowjetunion besetzt wurde..” FALSCH!  DIE ROTE ARMEE HATTE DIE TSCHECHOSLOWAKEI BEFREIT! Und sie ging bald wieder nach Hause.

Gerd Maar / 04.08.2023

Mich wundert dass Hollywood aus diesem real life thriller noch keinen Film gemacht hat. Spielberg wäre ideal als Regisseur.

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