Dirk Maxeiner / 01.10.2019 / 06:25 / Foto: Pixabay / 24 / Seite ausdrucken

Hongkong – Ein Leuchtturm wird ausgeblasen

Am 01. Oktober 1949 verkündete Mao Tse-tung, Vorsitzender der Kommunistischen Partei China(KPCh) in Peking auf dem Tian'anmen-Platz die Gründung der Volksrepublik China. Das ist heute 70 Jahre her und Millionen von Toten säumen den Weg der Diktatur von der Zwangekollektivierung und den anschließenden Hungersnöten (1953-1961) bis zur Kulturrevolution (1966-1976). Der "große Sprung" kostete 20 Millionen Menschen das Leben, die Kulturrevolution hat 400.000 Tote auf dem Gewissen. Später gelang ein beispielloser wirtschaftlicher Aufschwung eines kommunistischen und bis heute totalitären Regimes. Viele glauben, dass die Chinesen den Beweis erbracht haben, dass eine Wohlstandsgesellschaft auch ohne Demokratie zu haben sei. Ob das tatsächlich dauerhaft funktioniert, wird aber erst die Zukunft erweisen. Kann es eine freie Marktwirtschaft ohne Freiheit geben? Und kann eine freie Marktwirtschaft auf Dauer ohne Rechtsstaat funktionieren?

Das sind genau die Fragen, die den Konflikt mit der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong befeuern. Dieser Konflikt ist für die Europäer auch deshalb aufschlussreich, weil sich hierzulande mittlerweile Stimmen melden, die meinen, die Demokratie sei zu mühsam und unbeweglich, ein bisschen mehr chinesisches Modell könne Europa also nicht schaden. Das Thema Diktatur wird im Umgang mit China – wenn überhaupt – nur in homöopathischen Dosen angesprochen.

Hongkong ist der ständige Beweis dafür, dass es auch anders geht und ist der chinesischen Führung und wohl auch einem großen Teil der chinesischen Bevölkerung ein Dorn im Auge. Die Freiheitsliebe und Aufmüpfigkeit der Einwohner von Hongkong sind eine offene Provokation für den in China durchgesetzten Kollektivismus. Auch der erfolgreiche Kampf gegen die Korruption in Hongkong mit der "independent comission against corruption" (1974), erinnert die Festland-Chinesen an ein großes Problem, das sie bis heute nicht bewältigt haben.

Ein großer Protestmarsch in Honkong zum Jahrestag der chinesischen Revolution wurde verboten und ein Feuerwerk im Hafen abgesagt. Es werden schwere Ausschreitungen befürchtet.

Der Lebensstandard entsprach in etwa dem von Ghana

So ähnlich wie zwischen den beiden deutschen Staaten DDR und Bundesrepublik lässt sich zwischen Festland-China und Hongkong ein Systemvergleich ziehen, der nicht  Ruhm und Ehre für das große China bereithält. Aus gegebenem Anlass beschreibt Achgut.com deshalb hier den beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg der Demokratie Hongkong, der ebenfalls vor rund 70 Jahren begann. 

Der junge britische Kolonialoffizier John Cowperthwaite machte sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1945 auf den Weg nach Südostasien. Er war vom britischen Empire abgeordnet worden, die Beamten in Hongkong beim Aufbau einer Verwaltung zu beraten und tat dies unter anderem als "Financial Secretary of Hongkong" von 1961 bis 1971. 

Die Stadt empfing ihn mit schwüler, stinkender Hitze; auch was er sah, dämpfte seine Euphorie: Infrastruktur und Wirtschaftsleben waren von der japanischen Besatzungsmacht gründlich ruiniert worden. Zu allem Überfluss wurde die Stadt vom kommunistischen Festland her durch Flüchtlingswellen überrannt. Der Lebensstandard entsprach in etwa dem von Ghana. Doch Hoffnungen auf Entwicklungshilfe und Kredite brauchte sich niemand zu machen: England hatte mit sich selbst genug zu tun. Alle Weichen für Armut, Elend und Ausbeutungen waren somit gestellt. An den Aufbau eines Sozialsystems dachten die Engländer noch nicht einmal im Traum. Motto: Was geht uns die Armut von Chinesen an? Cowperthwaite unternahm in seinem neuen Amt, was ihm am einfachsten schien: nichts.

Doch alsbald machte er eine überraschende Feststellung: Die chinesische Bevölkerung wusste sich ganz gut ohne Ratschläge oder Vorschriften der Engländer zu helfen. Es ging wirtschaftlich deutlich bergauf. Cowperthwaite wurde dafür mit dem Aufstieg zum leitenden Sekretär für die Finanzen der Stadt belohnt. Er fasste den klugen Entschluss, sein Erfolgsrezept beizubehalten: Er tat auch weiterhin nichts. Nur die absolut nötigsten Rahmenbedingungen wurden geschaffen: ordentliche Gerichte, Vertragsrecht, ein paar einfache Gesetze, eine strenge, nicht allzu korrupte Polizei. Cowperthwaite vermied strikt bürokratische Einmischungen in das Wirtschaftsgeschehen. Er untersagte seinen Beamten sogar, das Bruttosozialprodukt zu ermitteln, weil er befürchtete, die Zahlen könnten Neid erwecken oder sonstwie Arbeit machen. Er verzichtete auf Zölle und interessierte sich nicht dafür, wieviel Geld ins Land kam oder hinausging.

Glücksfall Desinteresse

Weil er die Menschen einfach machen ließ, stieg Hongkong auf. Selbst die sich überlegen dünkende Kolonialmacht Großbritannien wurde von Hongkong abgehängt und folgt abgeschlagen. Die Leistung Hongkongs kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Von seinen Bewohnern abgesehen, besitzt die Stadt keine Rohstoffe, selbst Wasser muss importiert werden. Es herrscht außerdem große Enge, in Hongkong leben auf einem Quadratkilometer rund 6.500 Menschen. Das „Laissez-faire“ („Machenlassen“) der Engländer, ursprünglich aus schnödem Desinteresse geboren, erwies sich für die Hongkong-Chinesen somit als historischer Glücksfall. Für historisches Pech sorgten die Engländer bei sich selbst: Sie gingen nach dem Krieg mit großem Einsatz daran, ihre heimatliche Wirtschaft und Industrie durch staatliche und gewerkschaftliche Fürsorge zu vernichten, was weitgehend von Erfolg gekrönt war.

Ganz anders in Hongkong: Hier gab es nur zwei bescheidene und einfach zu erhebende Steuern: 15 Prozent auf das Bruttoeinkommen des Einzelnen und 16,5 Prozent auf Unternehmensgewinne. In Hongkong gingen nicht einmal 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes durch staatliche Hände. Die Einnahmen genügten für den Bau von Straßen, eine bescheidene Infrastruktur und Schulen. Die Bildungseinrichtungen erfreuten sich größten Zuspruches, weil die Jugend wusste: Ohne Abschluss landest du auf der Straße. Hongkong gab nicht einmal 1,2 Prozent seines Staatshaushaltes für Sozialhilfe oder Subventionen nichtprofitabler Betriebe aus.

Die Stadt ist kein Hort der Gleichheit, die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind sogar riesig. Die sozialen Verhältnisse in Hongkong erscheinen aus europäischer Sicht nicht unbedingt erstrebenswert. Ganz anders liegt der Fall aus der Sicht armer Länder, die 1950 in einer vergleichbaren Position starteten. Auch die untersten Schichten Hongkongs genießen, verglichen mit anderen Entwicklungs- und Schwellenländern, mehr Wohlstand und Freiheitsrechte. Die meisten mit hohem moralischem Anspruch gestarteten Favoriten der Dritte-Welt-Bewegung in Asien, Afrika und Lateinamerika hinterließen bestenfalls Armut, schlimmstenfalls sogar Hunger, Krieg und Völkermord – und dies trotz gigantischer Summen westlicher und östlicher Entwicklungshilfe.

Lehrbuchbeispiel für  „Laissez-faire“

Fürsorge, die sich darin erschöpft, nichts zu tun, mag einen schlechten Ruf besitzen, aber sie funktioniert. Dies beweist der Vergleich der Hongkong-Chinesen mit ihren ebenso intelligenten, geschäftstüchtigen und fleißigen Brüdern und Schwestern auf dem chinesischen Festland. Getreu dem Motto „Liebe deinen Nächsten“ wurde diesen jegliche Eigeninitiative von einer bürokratischen Planwirtschaftsmaschinerie ausgetrieben. Allein die Kollektivierung der Landwirtschaft Ende der fünfziger Jahre, der so genannte „Große Sprung nach vorn“, endete mit über zwanzig Millionen Hungertoten.

Die Erfolgsgeschichte von Hongkong gilt heute als Lehrbuchbeispiel für die segensreiche Wirkung eines staatlichen „Laissez-faire“ und die Eigendynamik nur wenig regulierter Gesellschaften. Doch die Tugend des Machenlassens ist unter den Bürokraten und Politikern erstaunlich unterentwickelt. Auch in Deutschland müssen kluges Nichtstun und Nichteinmischung erst gelernt werden. „Den Abgeordneten gilt der Gesetzausstoß als Leistungsbeweis“, sagte der emeritierte Juraprofessor Ulrich Karpen schon vort vielen Jahren über den Deutschen Bundestag. Und weil niemand als faul gelten will, sind die Ergebnisse verheerend: „In der Zeit von 1948 bis 1998 sind 5.500 deutsche Gesetze sowie 18.000 Verordnungen entstanden, alles in allem etwa 85.000 Paragraphen.“ Seitdem wurde der Ausstoß an Unfug noch drastisch erhöht. Alle Versuche, dieser Hydra die Köpfe abzuschlagen, waren bislang vergebens.

Foto: Pixabay

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Wolfgang Richter / 01.10.2019

@ Gereon Stupp - ““Deutschland zeigt doch gerade, daß Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit kein Selbstläufer ist.””  Die 3 genannten Grundfeiler des Erfolges haben die Merkelianer doch längst abgeschafft. Wir dürfen eine gelenkte Demokratie mit reichlich Nudging genießen, offenbar von vielen im Lande gewünscht, weil man sich ohne Eigeninitiative in der sozialen Hängematte gemütlich hängen lassen kann. Die Wirtschaft ist vielfach von Subventionen abhängig, wird mit diesen gelenkt. Die sog. Energiewende ist das Paradebeispiel von bereits umgesetzer Planwirtschaft. Die Meinungsfreiheit wird Stück für Stück runter gefahren, wobei es besonders auffällt, daß sich die Medialen in Selbstzensur üben. Und was die Rechtsstaatlichkeit angeht, hat das Merkelsystem an vielen Beispielen belegbar inzwischen der Willkür Tür und Tor geöffnet. Wer dazu neben den Rechtsbrüchen in Bezug auf EU und illegale Massenzuwanderung mehr wissen will, dem sei u. a. das Buch “Ende der Gerechtigkeit” des immerhin Vorsitzenden des Richterbundes Jens Gnisa empfohlen. Aber auch Buschkowkys “Neukölln ist überall” gibt Einblicke. Nur diese wenigen Beispiele als Auswahl der Füplle von Vorfällen, die Germoney inzwischen massiv gewandelt / gespalten haben, nicht zum besseren, von dem man vor allem nach der “Wende” träumte, in Ost und West.

Falk Kuebler / 01.10.2019

Den Artikel von Herrn Maxeiner empfinde ich als klug und richtig. Das gilt nicht für die 4-zeilige Zusammenfassung der Redaktion, wenn man auf “Home” klickt, und in der steht: “Man möchte beides haben: Staatliche Kontrolle und wirtschaftliche Dynamik einer freien Gesellschaft. Auf Dauer wird das nicht funktionieren”. Nein, natürlich nicht. Komma, Aber, Doppelpunkt Wenn wir das reine Mainland-China nehmen (also ohne z.B. Hongkong oder Taiwan), dann ist das, was die chinesische Gesellschaft OHNE BEIDES bereits erreicht HAT, fast schon gewaltig und höchst anerkennenswert, zumal die Entwicklung nicht nach einem kurzfristigen Kollaps aussieht… Ich schätze, dass mindestens 70% der restlichen Menschheit sich die Finger danach lecken würden… Entsprechend wirkt die Redaktions-Zusammenfassung für mich (um kein anderes Wort zu verwenden) als von einer hohen Fallhöhe gemacht…

E Ekat / 01.10.2019

Dank an Herrn Maxeiner, aufschlußreiche Schilderung der Folgen von staatlichem Handeln. Was mich (OT)  ein wenig irritiert ist die Hoffnung der jungen HKG-Demonstranten,  die diese in Angela Merkel setzen. Es zeigt, wie wirkmächtig die Selbstdarstellung unserer Kanzlerin auch global rüberkommt.

J. Hausner / 01.10.2019

Honkongs Erfolg ist kein Vorbild Honkongs Erfolg beruht vornehmlich auf seiner einmaligen strategischen Lage und seinen Privi-legien als Tor zum riesigen chinesischen Wirtschaftsraum. Über Hongkong wickeln viele ausländische Gesellschaften steuerbegünstigt ihre Geschäfte mit China ab. Die Transaktion der Gewinne ist von Hongkong aus ebenso kein Problem. Es ist somit eine von China geduldete Steueroase. Weiterhin hat sich Hongkong zu einem Shoppingparadies für wohlhabende Chinesen und sonstige Touristen entwickelt. Sein Wirtschaftswachstum wird zudem von einer gigantischen Immobilienspekulation angetrieben. In Wahrheit produziert Honkong selbst so gut wie nichts. Es lebt in erster Linie von seinen Beziehungen zu China und vom Tourismus. Hongkong hat es versäumt, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Wenn China den Handel über Hongkong erschwert und die Touristen wegen der Unruhen ausbleiben, ist Honkong erledigt. Anders als Hongkong hat sich Singapur zu einer Finanz-, Technologie- und Handelshochburg gemausert. Selbst Macao hat ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickelt. Es ist für die spielfreudigen Chinesen zum Las Vergas Ostasiens geworden. Der Wohlstand Honkongs wird durch die andauernden Unruhen und den Zwist mit der Volksrepublik China nachhaltig Schaden nehmen. Der Niedergang dieser Stadt ist meines Erachtens vorprogrammiert. Der wahre Held der Geschichte ist nicht Hongkong sondern Singapur mit seiner autoritären Regierung und seiner freien Wirtschaft. Autoritäre Regierung und Wirtschaftsfreundlichkeit/Technologieorientierung sind offenbar keine Gegensätze. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Und was die Zukunftsfähigkeit den westlichen Welt anbelangt mit der Fridays-for-Fouls Generation bin ich mehr als skeptisch. Honkong und Deutschland sind sich insofern nicht unähnlich. Beide sägen eifrig an dem Ast, auf dem sie sitzen.

Uta Buhr / 01.10.2019

Es bricht mir jedesmal das Herz, wenn ich sehe, wie die VRC versucht, Hongkong ihrem kommunistisches System einzuverleiben. Ich habe längere Zeit dort gelebt und mich täglich über die Dynamik der (damals noch) Kronkolonie gefreut. Es war stets ein Schock,  den Bambusvorhang zu teilen und nach China rüber zu gehen. In Kanton (Guangzhou), der Grenzstadt,  haben wir uns häufig aufgehalten. Die Rückkehr vom dunklen maoistischen “Paradies” in die glitzernde Metropole des Kapitalismus war stets ein großes Erlebnis. Da waren wir wieder zu Hause. Die Hongkong-Chinesen sind ein sehr umtriebiges, intelligentes und enorm fleißiges Völkchen, das praktisch rund um die Uhr arbeitet. Man hat dort die Freiheit gegenüber der VRC immer sehr genossen, allerdings stets mit der Angst im Nacken, dieser Zustand könnte bald der Vergangenheit angehören.  Ich hoffe zwar, dass die Protestbewegung erfolgreich sein möge, hege aber meine Zweifel. Der mächtige Drachen im Norden wird sich sicherlich nicht an die verbriefte Abmachung halten: “One country - two systems” für die Dauer von 50 Jahren. Dieser Vertrag läuft also erst 2047 aus. Die Preisfrage lautet: Wer schützt Hong Kong - den “duftenden Hafen” -vor der Aggressivität Pekings?  Falls jene, die sich an unsere Kanzlerette während ihres kürzlichen China-Besuchs gewandt und um Hilfe gebeten haben, sich etwas von dieser “Petition” versprechen sollten, kann ich ihnen nur mit Dante raten, “jede Hoffnung fahren zu lassen.” Sehr traurig, aber leider wahr.

Dirk Jungnickel / 01.10.2019

Herzlichen Dank für die sachkundigen und hochinteressanten Bericht über die Genese Hongkongs.  Für mich ist es nach wie vor rätselhaft, wie diese künstliche Koexistenz der beiden Systeme so lange offensichtlich gut funktionieren konnte. Ist Rotchina tatsächlich wirtschaftlich auch abhängig von Hongkong ? Tolerierte es deshalb so lange die Freiheit in der unmittelbaren Nachbarschaft ? Es war vorauszusehen, dass dies Grenzen haben und dass sich vor allem die Hongkonger Jugend ihre Freiheiten nicht nehmen lassen würde. Auch wenn ihr bewußt sein dürfte, dass sie von Niemandem Hilfe erwarten kann, wenn Rotchina seine Militärmacht einsetzen sollte. Wenn ich mich recht erinnere hat Friedrich Merz das neulich in einem höchst sehenswerten Interview über die deutsche Innen- und Außenpolitik mit der Augsburger Zeitung auch angesprochen ( Youtube).  Es stünde auf Messers Schneide. Das heutige Säbelrasseln und die unverhohlenen Drohungen des Parteichefs lassen nichts Gutes ahnen.

K.Anton / 01.10.2019

Man kann es drehen wie man will, Hong Kong ist ein Teil von China.Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Peking sich durchsetzt. Aber natürlich ist es nicht gleichgültig für die Bevölkerung dort, ob das in 5 oder 50 Jahren passiert. Für Taiwan gilt das mE genauso. Ist vielleicht bitter, ist aber Realität.

Anders Dairie / 01.10.2019

Über HONGKONG wird bis zu 1/3 des rotchinesischen Außenhandels abgewickelt, Export wie auch Import.  PEKING kann dort kein Trümmerfeld gebrauchen. Wenn die Händler streiken oder nicht mehr leisten können, kommt die Handelsabwicklung zum Erliegen.  Bei den Größenordnungen, die es in Rotchina gibt, wird jeder einzelne Frachter mit Lebensmitteln gebraucht.  Hieran fehlt es Peking besonders. Die landwirtschaftliche Nutzfläche wird in Rotchina infolge Vordringens von Sandmassen der Wüste GOBI im Norden rapide kleiner.  Hongkong bestimmt auch den Finanzhandel in Südostasien, ein weiterer Grund für die Schonung.

Thomas Taterka / 01.10.2019

However - , für mich ist der zentrale Konflikt dieses Jahrhunderts die Entscheidung über die Frage ,ob es einer lockeren Bande von überlieferungstreuen Individualisten gelingt, ein gesellschaftliches Gegenmodell zu erhalten als Konkurrenz zu den Kohorten von Kontrollbesessenen, die die Menschheit in ein fanatisches Ameisenheer der bösartigen Weltrettung verwandeln wollen, obwohl sie vorgeben, das Gegenteil zu tun. Das Ende dieses Konflikts werde ich freilich nicht mehr erleben, aber dem Fieber dieser Mobilmachungssucht kann man bereits heute schon begegnen, wenn man nur den Fuß vor die Tür setzt und die Nase in den Wind hält. Es riecht nach sehr viel Gewalt in diesem Jahrhundert, jetzt schon!

beat schaller / 01.10.2019

Interessante Ausführungen Herr Maxeiner, bei denen ich vielerorts mit Ihnen einig gehe. Dazu nehme ich a ber gerne auch den Kommentar von @Andreas Rühl als sehr gute Ergänzung dazu. China ist bestimmt explosiv, weil sich der Wohlstand und der Fortschritt unaufhaltbar auf das ganze Land ausdehnen will und wird. Dass damit natürlich ganz grosse Veränderungen einher gehen müssen, liegt wohl auf der Hand. Dass das nicht mit dem Kommunismus oder einer EUtschen Regierungsbürokratie machbar ist, ist zumindest mir klar.  Was sich in Zukunft für eine Form entwickeln wird ist schwer abzuschätzen. Es wird wohl ein längerfristiger Übergang geben und ich hoffe, das die Chinesen sich die Zeit geben und sehr aufmerksam und berechenbar mitgehen. Wichtig ist bestimmt, dass man viele Dinge sehenden Auges sich entwickeln lassen kann. Es ist aber ein gigantische Experiment. Allerdings eben auch ein gigantisches Vorbild für Afrikanische und Muslimische Entwicklungsländer und bei Letzteren sind die Bodenschätze auch Endlich! b.schaller

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