An der Universität Köln können Liebhaber der hohen Schule ideologischer Dialektik bei der dortigen Forschungsstelle für interkulturelle Studien fündig werden. Doch zur Einstimmung liest man am besten die kurze Selbstdarstellung dieser wichtigen Einrichtung:
„Die Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt) wurde 1996 an der damaligen Erziehungswissenschaftlichen Fakultät (heute Humanwissenschaftliche Fakultät) der Universität zu Köln ins Leben gerufen. Ihre Gründung war eine Reaktion auf neue gesellschaftliche Herausforderungen, die sich im Zuge zunehmender Mobilität, Migration und Diversifizierung der Gesellschaft im Kontext fortgeschrittener Globalisierung herausgebildet haben. Diese Entwicklungen haben in kürzester Zeit zu einer nachhaltigen Transformation der Gesellschaft und zu neuen Bedingungen im urbanen Zusammenleben sowie in den unterschiedlichsten Feldern pädagogischer Praxis geführt.“
Diese Forschungsstelle erfreut die Liebhaber intellektueller Delikatessen nun mit einer Stellungnahme unter dem schönen Titel „Für Freiheit in Forschung und Lehre“. Was auf den ersten Blick daherkommt, als würde hier der einst akademische Normalfall im freien Westen verteidigt, entpuppt sich freilich schnell als eine nett formulierte Zensur-Anweisung nach ideologischen Prämissen. Denn im Fokus der Forschungsstelle stehen diejenigen, die sich darüber beschweren, im akademischen Betrieb des neuen Deutschland nicht mehr alles sagen zu dürfen:
„Nach wie vor werden die immer wieder gleichen, aber nur schwerlich zu vergleichenden Einzelfälle an unterschiedlichen Universitäten des Landes aufgegriffen, die behaupten, dass sich das Klima an Hochschulen verändert habe und die Freiheit der Lehre in Gefahr sei oder sogar 'zerstört' würde. Tenor der Artikel ist: Man dürfe nicht mehr alles an Universitäten sagen. Dabei sind mit 'alles' vor allem Aussagen gemeint wie: 'Der Islam gehört nicht zu Deutschland' oder 'Das Kopftuch ist ein Zeichen für Unterdrückung'. Aussagen wie solche diskriminieren soziale Gruppen und Mitglieder der Universität.“
Die Weltanschauung entscheidet
Damit ist die Richtung schon mal klar. Jedwede Art der Islamkritik wird von der Forschungsstelle zur Diskriminierung erklärt. Der Islam steht bei den Experten „für interkulturelle Studien“ offenbar unter besonderem Schutz. Wer nicht im Kopftuch, sondern beispielsweise in aufreizender Damenbekleidung ein „Zeichen für Unterdrückung“ erkennt, muss in den Augen der Forschunsstelle sicher nicht fürchten, „soziale Gruppen und Mitglieder der Universität“ zu diskriminieren. Aber wir wollen nicht von dieser anregenden Lektüre abschweifen. Genießen wir einen zukunftsfähigen Freiheitsbegriff:
„Gerade die Freiheit von Forschung und Lehre bedeutet eben vor allem, dass Wissenschaftler*innen bei der Wahl ihrer Themen für Forschung und Lehre darauf zu achten haben, dass die Grundsätze der Offenheit und Transparenz eingehalten werden.“
Genau! Freiheit gibt's nur, wenn bestimmte Grundsätze eingehalten werden. Und damit ist jetzt nicht jener uralte simple Grundsatz gemeint, wonach die eigene Freiheit dort enden sollte, wo sie die Freiheit eines anderen einschränkt. Stattdessen gelten die „Grundsätze der Offenheit und Transparenz“ und die müssen natürlich von entsprechenden Fachleuten definiert werden. Wo kämen wir hin, wenn zu allen Themen geforscht werden dürfte. Bei manchem Thema ahnt man ja schließlich, dass das Forschungsergebnis nicht zum Weltbild passen könnte und dann sollte man die Finger davon lassen. Nicht Wissenschaftlichkeit, sondern Weltanschauung entscheidet. Ja, ich weiß, das kann man schöner formulieren, beispielsweise so:
„Es muss darauf geachtet werden, dass bestimmte Aussagen nicht bestimmte Personengruppen diskriminieren; und diese Aussagen müssen mit dem Instrumentarium einer kritischen Rassismus- und Diskriminierungsforschung als 'rassistisch', 'rechtsextrem' oder 'menschenverachtend' zunächst eingeordnet werden, um ihnen dann zu widersprechen.“
Damit ist doch das Verhältnis von Wissenschaft und Weltanschauung schon mal geklärt. Und das unter der Überschrift „Freiheit von Forschung und Lehre“ zu formulieren ist doch eine intellektuelle Leistung, die in fast jede neue Normalität passt. Nur in den alten liberalen Westen nicht mehr.
Beitragsbild: Peter Gugerell via Wikimedia Commons

Kritische Theorie ist Teil des marxistischen Forschungsprogrammes und marxistische Wissenschaft hat die Zerstörung des Kapitalismus' und der individuellen Freiheit zum Ziel. Wenn ich mal auf Konferenzen solche Kollegen treffe, beeindruckt mich vor allem deren grenzenloses Unwissen, auf sie sehr stolz sind (mich macht meine grenzenlose Dummheit vorsichtig). Meine Generation ist noch in kritischer Theorie und dem historischen Materialismus ausgebildet, während die neuen Professoren und Studenten nur die Ziele vage kennen und diese daher mit doppeltem und blindem Eifer verfechten. Das ist die Antifaisierung der Wissenschaft. Lysenko, Goebbbels und Rust mussten noch überzeugen, die neuen Führer sagen nur "Gender", "Diskriminierung" "islamophob" und Neuen Wissenschaftler springen über das Stöckchen.
Ich frage mich nur, woher diese verquere Liebe zum Islam kommt. Bestimmt weil sie in schlichtem Toleranzglauben den Buddhismus mit dem Islam verwechseln und nichts, aber auch gar nichts von Geschichte und Religionen verstehen. Ich schäme mich für diese Uni.
Erklär mal einem Bekloppt* das ES bekloppt ist, vorallem wenn die Psycho***M/W//D/und sonstige selber schwer pathologisch sind.
"Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass zwei plus zwei vier ist. Wenn das gewährt ist, folgt alles weitere." George Orwell
Genaurr betrachtet handelt es sich hier nicht einmal um die (sozialistische) Dialektik, die man zumindest noch als eine Erfindung des Geistes bezeichnen koennte. Der der Flagge der Wissenschaftlichkeit hat nun auch, aber nicht nur, in den Gebilden, die wir nicht ganz korrekt Universitäten nennen, die Befindlichkeit oder genauer Empfindlichkeit, eine Form des affektiven Subjektivismus, Einzug gehalten. Entscheidend und Gegenstand der "Forschung" ist nicht die objekte Aussage oder These "Der Islam gehoert nicht....", die man mit Argumenten und Beispielen be - oder widerlegen muesste, wobei das Ergebnis, die Synthese, bekannt ist, sondern das, was einzelne Muslime oder andere Individuen von behaupteten Opfergruppen dabei empfinden oder zu Empfinden behaupten. Das erste Gebot dieser kranken Landes lautet : Du darfst nichts sagen oder andeuten, wodurch sich irgendjemand (in der Welt) in irgendeiner Form betroffen fuehlen koennte, wobei die Behauptung dieser Betroffenheit ausreicht. Ausgenommen hiervon sind alle Menschen, die keinen wie auch immer gearteten Opferstatus fuer sich reklamieren koennen und duerfen. Die einen sind sakrosankt, die anderen vogelfrei. Dieses Gebot kann man auch als Auslegungsartikel fuer die Grundrechte und alle Tätigkeiten gleich an welcher Stelle voranstellen. Faktisch ist es bereits soweit. Damit sind mit einem Handstreich, ohne Gewalt und unter Begeisterung allzu Vieler Wissenschaft, Bildung, Freiheit( natuerlich bleibt die "Freiheit", das "Richtige" zu sagen) und Recht, die Transformationshindernisse, weitgehend abgeräumt. Chapeau. So einfach war es vermutlich noch nie, kulturmarxistisch einen Totalitarismus einzuführen.