Die rationale Befassung mit der Frage, warum es den „Westen“ als politisch-kulturelle Wertegemeinschaft gibt, was ihn ausmacht und warum er so wurde, wie er ist, verstärkt sich. Letztlich erfolgt eine Art „Reverse Engineering“, d.h., man versucht herauszufinden, warum der Westen in allen Lebensbereichen erfolgreich war. „Von nichts kommt nichts“ bedeutet eigentlich, dass ohne Mühe und Fleiß keine Erfolge erzielt werden. Man kann dies auch so verstehen, dass Wirkungen generell auf Ursachen beruhen. Der Versuch, herauszufinden, welche Faktoren (Ursachen) für den Aufstieg des Westens (Wirkung) maßgeblich waren, ist naturgemäß von erheblicher Bedeutung für die Zukunft. Bei dieser Betrachtung wird die Bedeutung des Christentums zunehmend klarer.
Bücher wie „Die seltsamsten Menschen der Welt: Wie der Westen reichlich sonderbar und besonders reich wurde“ von Joseph Henrich befassen sich mit diesem Thema. Henrich fand eher zufällig heraus, dass vieles, was im Westen für normal gehalten wird, in anderen Kulturen ganz anders gesehen wird. Die Tatsache, dass der Westen über die von ihm geprägten Universitäten Einfluss ausübte und im universitären Raum auch die meisten vergleichenden internationalen Studien durchgeführt wurden, hat zu dem irreführenden Eindruck geführt, Menschen würden weltweit gleich „ticken“. Diesem Irrtum und den wichtigsten Faktoren des Christentums, die den Westen einzigartig erfolgreich machten, geht Henrich nach.
Auch der renommierte Historiker Tom Holland, bekannt für sein Werk über das Persische Reich, schrieb vor wenigen Jahren „Herrschaft: Die Entstehung des Westens“, in dem er der obigen Fragestellung nachging. Die britische Journalistin (unter anderem „The Guardian“) Melanie Phillips stellte vor einem Jahr ihr Buch mit dem Titel „The Builder’s Stone: How Jews and Christians Built the West – and Why Only They Can Save It“ vor. Dort beleuchtet sie die Bedeutung des Judentums sowie des Christentums für die Entwicklung des Westens. In dieselbe Richtung geht der Blog der bekannten Autorin und Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali „Restore the West“. Ali war nach ihrer Flucht nach Europa zunächst Atheistin und konvertierte Ende 2023 zum Christentum.
Außerdem gibt es auch eine spirituelle Erneuerung. Die Suche nach Sinn und Werten nimmt Fahrt auf. Bekanntlich hat die Französische Revolution sowohl den Adel als auch den katholischen Klerus gleichermaßen beseitigt; mittlerweile füllen sich die Kirchen in Frankreich wieder. In Deutschland passierte Vergleichbares 1918 durch das Ende des Deutschen Kaiserreiches. Der Protestantismus war untrennbar mit Preußen und dann mit dem Kaiserreich verbunden. Die Ächtung alles Preußischen sowie des Hauses Hohenzollern riss den Protestantismus mit in den Abgrund; seitdem ist er nicht einmal mehr ein Schatten seiner selbst. Neuerdings kommen bei uns evangelische, freikirchliche, katholische und orthodoxe Christen auf der Suche nach einem zeitgemäßen Christentum zusammen. Sie meinen: „Mission is possible“.
„Niemand, der die Zehn Gebote ernst nimmt, kann Sozialist sein“
Politischen Einfluss erhält diese Bewegung durch Regierungschefs wie Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia), die den christlichen Westen temperamentvoll verteidigt:
„Denn, meine Freunde, ich glaube weiterhin an den Westen – nicht nur als geografischen Raum, sondern als Zivilisation. Eine Zivilisation, die aus der Verschmelzung von griechischer Philosophie, römischem Recht und christlichen Werten entstanden ist. Eine Zivilisation, die über Jahrhunderte hinweg durch das Genie, die Energie und die Opfer vieler aufgebaut und verteidigt wurde. Wenn wir vom Westen sprechen, meinen wir eine Weltanschauung, in der das Individuum im Mittelpunkt steht, in der das Leben heilig ist, in der alle Menschen gleich und frei geboren werden, in der das Gesetz für alle gleichermaßen gilt, in der die Souveränität dem Volk gehört und in der die Freiheit an erster Stelle steht. Das ist unser Erbe, und dafür werden wir uns niemals entschuldigen.
Meine Frage an Sie lautet: Kann diese Zivilisation weiterhin die Prinzipien und Werte verteidigen, die sie auszeichnen? Kann sie stolz auf sich sein und sich ihrer Rolle bewusst bleiben? Ich glaube: ja. Deshalb müssen wir all jenen, die den Westen von außen angreifen, und jenen, die ihn von innen mit dem Virus der Cancel Culture und der Woke-Ideologie sabotieren, laut und deutlich sagen: Wir werden uns niemals dafür schämen, wer wir sind. Stärken wir unsere Identität. Lassen Sie uns unsere Identität verteidigen und stärken, denn ohne eine tief verwurzelte Identität können wir nicht wieder groß werden.“
Ein weiteres prominentes Beispiel ist Javier Milei (Argentinien), der ganz ausdrücklich dazu auffordert, wieder zu den jüdisch-christlichen Werten zurückzukehren.
Seine Ansicht ist, dass niemand, der die Zehn Gebote ernst nehme, Sozialist sein könne. Diese würden Privateigentum schützen sowie Neid und Gier verpönen. Daher sei der Sozialismus moralisch verwerflich; er bezeichnet ihn sogar als satanisch.
Deutschland steckt in einer festgefahrenen Situation
Die zweite Entwicklung ist die drastische Veränderung der Parteienlandschaft. Nicht umsonst sind Meloni und Milei Repräsentanten neu gegründeter Parteien. In Großbritannien ist es ähnlich: „Restore Britain“ mit dem Gründer Rupert Lowe (MP) hat bisher sehr erfolgreich die politische Bühne betreten. Die Partei steht für eine ähnliche, auf christlich-westlichen Werten basierende Politik wie Meloni und Milei und rüttelt die bestehende Parteienlandschaft kräftig durcheinander.
Deutschland steckt hingegen noch in einer festgefahrenen Situation. Sehr treffend hat Jochen Bittner, Großbritannien-Korrespondent der Wochenzeitung „Die Zeit“, gefragt: „Es gibt in Deutschland keine sozialdemokratische, keine konservative und keine liberale Partei mehr, die ihren Namen verdient hätte – sehe ich das ungefähr richtig?“
Die „Mitte“ verschwand, indem sie bewahrt werden sollte. Es gibt eine klare politische Polarisierung zwischen Grünen und AfD. Deutlich wird der Siegeszug der Grünen daran, dass die von Bittner genannten Parteien artig deren Programm weitgehend umsetzen, obgleich sie nicht an der Regierung beteiligt sind. Die Verselbstständigung der politischen Agenda der Grünen ist deren ultimativer Triumph. Ihr Gegenspieler, die AfD, zeigt in einem gespenstischen Totentanz das Spiegelbild. Ihre Agenda ist schlicht das Gegenteil der Grünen. Die wilden Zeiten sind bei beiden Parteien vorbei; im Parteienstaat sind sie längst angekommen.
Ohne eine dritte Kraft, welche die festgefahrene Lage aufbricht, gibt es keine Wende. Es bleibt abzuwarten, ob zum Beispiel Team Freiheit ähnlich wie Fratelli d’Italia oder Restore Britain diese Kraft sein könnte. Bisher scheint der Wähler vor einem entweder-oder zu stehen. Das Problem ist allerdings nicht neu. Der frühere US-Präsident Ronald Reagan sagte bereits in seiner „A Time for Choosing“-Rede am 27. Oktober 1964:
„Uns wird immer öfter gesagt, wir müssten uns zwischen links und rechts entscheiden. Ich möchte jedoch behaupten, dass es so etwas wie links oder rechts gar nicht gibt. Es gibt nur oben oder unten – oben den uralten Traum der Menschheit, die ultimative individuelle Freiheit im Einklang mit Recht und Ordnung, oder unten den Abgrund des Totalitarismus. Und ungeachtet ihrer Aufrichtigkeit, ihrer humanitären Motive, haben diejenigen, die unsere Freiheit gegen Sicherheit eintauschen wollen, diesen Abwärtskurs eingeschlagen.“
Wir kommen dem Totalitarismus immer näher
In Wirklichkeit gibt es also nur die Wahl, ob es aufwärts oder abwärts geht. Unten ist nicht nur Armut. „Unten ist der Abgrund des Totalitarismus“, ein Abgrund, dem wir immer näher kommen. Aber was ist eigentlich Totalitarismus?
Damit wird eine Form politischer Herrschaft bezeichnet, in welcher der Staat nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche (Politik, Wirtschaft, Medien, Kultur und privates Leben) kontrolliert und individuelle Freiheiten stark einschränkt. Kennzeichen sind der unbedingte Anspruch auf Gefolgschaft, wachsende Überwachung der Bevölkerung, Unterdrückung von Opposition und oft ein ideologischer Überbau, der den Anspruch der totalen Gestaltung der Gesellschaft legitimiert. Beispiele sind Nationalsozialismus und Stalinismus.
Als Gegenentwurf zum Totalitarismus wurde das Grundgesetz geschaffen. Leider ist es als Schutzwall gegen den übergriffigen Staat immer weniger erfolgreich. Wie der französische Psychologe und Soziologe Gustave Le Bon bereits Ende des vorletzten Jahrhunderts feststellte, sind politische Ideologien nichts anderes als säkulare Ersatzreligionen, was er anhand des Sozialismus nachwies. Damit ist die erste und grundlegende Machtteilung, nämlich zwischen Kirche und Staat, ausgehebelt. Der säkulare Staat, der die Vorbedingung eines freiheitlich-rationalen Staatswesens ist, ist dann nicht mehr möglich. Totalitarismus ist die Folge.
Gustave Le Bon legte dar, dass der Staat mitnichten die Summe der Individuen sei, sondern eine eigenständige Entität, vergleichbar mit chemischen Elementen, die zusammengefügt etwas Neues ergeben und manchmal sogar ihren Aggregatzustand verändern. Er betonte, dass die Verfassung eines Staates niemals dessen Macht begrenzen könne, weil die Verfassung der Einstellung der Akteure entspringe und diese daher nicht umgekehrt begrenzen könne. Damit brachte er bereits zum Ausdruck, was heute inhaltlich als Böckenförde-Diktum bekannt ist, nämlich dass der freiheitliche Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst weder schaffen noch garantieren kann.
Ähnlich sah das der im Jahre 2019 verstorbene liberale ungarische Theoretiker Anthony de Jasay. Auch nach dessen Ansicht ist der Staat ein autonomer Akteur mit einem eigenen Willen und eigenen Zielen, nämlich der Machtmaximierung und der Selbsterhaltung. Demokratische und kommunistische Regime würden sich nicht kategorisch, sondern nur graduell voneinander unterscheiden. Immer und ausnahmslos gelte: Je mehr Staat, desto weniger Freiheit. Ohne die rettenden Inseln des Privaten sei das Individuum der Macht des Staates ausgeliefert, und zwar unabhängig davon, ob diese Macht demokratisch oder mit Gewalt zustandegekommen sei.
Die unaufhaltsame Ausdehnung der kollektiven Sphäre auf Kosten der Privatsphäre
Er sah im Staat eine monolithische, rationale Entscheidungseinheit, die sich unentwegt auf Kosten der Freiheit der Bürger ausdehnt. Dadurch unterscheidet sich sein Ansatz nicht nur von der marxistischen Auffassung des Staates als Instrument der Klassenherrschaft, sondern auch von allen anderen bisherigen Beschreibungen des Staates.
„De Jasay behauptete zwar nicht, dass alle demokratischen Staaten früher oder später im Totalitarismus enden müssten, aber er war der Meinung, dass eine angeborene totalitäre Ausrichtung zu ihrer Rationalität gehöre. Durch die unaufhaltsame Ausdehnung der kollektiven Sphäre auf Kosten der Privatsphäre strebe der Staat danach, zu einem totalitären Herrscherstaat zu werden.
Um seine Ziele zu erreichen, ist er auf die Zustimmung der Mehrheit gegen den Willen der Minderheit angewiesen, und er nimmt sie in Anspruch, solange er sie braucht. Auf demokratischem Weg getroffene Entscheidungen tendieren nicht weniger dazu, die Optionen der Individuen einzuschränken und die Macht des Staates auszudehnen, als die Willkür eines Diktators“, so gibt der österreichische Historiker und Journalist Karl-Peter Schwarz die Ansicht de Jasays wieder.
Die im Christentum angelegte und immer wieder hart umkämpfte Trennung der Machtbereiche Religion/Klerus einerseits und säkularer Staat andererseits ist durch das Versiegen des Christentums kaum mehr vorhanden. Damit ist diese grundlegende Gewaltenteilung und Begrenzung der Macht weggefallen; Entgrenzung hat (in jeder Hinsicht) stattgefunden. Die Sektenähnlichkeit politischer Strömungen ist kein Zufall, sondern logische Folge dieser Entwicklung.
Die Gegenbewegung, weg vom totalitären Staat, wird daher aus gutem Grund von Christen getragen; ein Javier Milei ist gekommen, um den Bürgern die Macht über ihr Leben zurückzugeben, denn der Respekt vor dem Lebensentwurf jedes Einzelnen ist für ihn als Christ selbstverständlich.
Es mag sein, dass viele das Christentum weniger aus religiösen denn aus kulturellen Gründen oder als Gegenstück zum Islam wiederentdecken; dennoch ist die Rückbesinnung auf die mit unendlich viel Blut und Leid bezahlte, ethisch verankerte Begrenzung und Einhegung der Machtbereiche von Staat und Religion als Gegenbewegung zu den starken totalitären Tendenzen nicht nur naheliegend, sondern wohl unerlässlich.

In dem einzigen Leserbrief wurde bereits alles gesagt… Danke @Bernhard Freiling
Der TOLLPAZ geht gegen die crazy bastards an und wird im Westen völkerrechtlich angefeindet. Wer vor Faschismus Angst hat, völlig zu Recht, vor Islam aber nicht, der hat ebend einen an der Waffel. Leider haben wir einen bastard ganz in der Nähe; wie wünschte ich, dass auch Russland endlich ein „völkerrechtlich“ verträgliches Land wäre! Denn es gibt keine gute Zukunft für Gesamteuropa ohne Russland – und umgekehrt. Aber wenn sich die Europäer wieder und wieder bekriegen … . Ein Traum: Russland kommt in die NATO, Hauptquartier ist die Oblast Kaliningrad, unter den woken Augen des kategorischen Imperativs eines gewissen Immanuel Kant, vormals Keenigsberch. Japan ist auch dabei, schützt Russland vor chinesischen Ambitionen in seinem Osten, „Wladiwostok“. Dort steht mehr auf dem Spiel für Rossia als das bisschen Donbas und Krim. Wenn sie es doch nur begreifen könnten. Ostpreußische Weisheit: Von den leichten Weißweinen ist mir der Cognac der liebste.
Ach Gottchen! Wieder einmal etwas Neues, diesmal also „Team Freihrit“. Kann es sein, dass einige Leute wie Frau Petry, Frau Cotar, etc. eine neue Bühne suchen?
Nach „Die Basis“, „Dir Blauen“, Werteunion, „Bündnis Deutschland“, etc. ist zumindest mein Bedarf an noch mehr Parteien und ähnlichen Gebilden dauerhaft gesättigt.
Wenn Änderungen über demokratische Prozesse wie bspw. Wahlen herbeigeführt werden sollen, stehen mM ausreichend Alternativen zur Verfügung.
Linkistan Teil 3:
Linke Zersetzung:
YouTube: „eingollan“ interviewt deutsche Jugendliche.
Sie fragt sie von welcher Partei ein gewisser Spruch stammen könnte. Der Spruch war etwas im Sinne von „Wir wollen Deutschland abschaffen“.
Die Jugendlichen antworten: „AfD!“
(Der Spruch stammte von den Grünen. Einige Jugendliche wundern sich.)
Eine junge Frau echauffiert sich über die „kommunistische AfD“.
Die Linken schaffen es sogar ihre eigenen Verbrechen der einzigen demokratischen Partei Deutschlands anzulasten!
Zur Aufheiterung:
Youtube: „Links grün queerer Zoo eskaliert für DEMOKRATIE“
Achtung, ab Minute 10:30 kommt die Apokalypse!
(Die apokalyptischen Reiter: Kopftuchtante und linke Transe tanzen gegen Rechts.)
Eine AfD, die Wahlergebnisse >20% einfährt, nur in einem pejorativen Halbsatz zu erwähnen, wenn über eine Wandlung der Parteienlandschaft geschrieben wird, ist allein schon sachlich falsch. – Wie Herr Freiling schon sagte: Blabla! Brauchma nich.
Linkistan Teil 2:
Klassenkampf Christentum-Islam:
Die Linken heizen sogar einen Klassenkampf zwischen Christentum & Islam an!
Sie diffamieren das (inzwischen tolerante, humane, weltoffene) westliche Christentum als reaktionär, repressiv, patriarchal und hofieren den Islam, auf den die Attribuierungen viel eher zutreffen.
Klassenkampf Linkland-Deutschland:
Das „linke Deutschland“ bekämpft das historisch gewachsene Deutschland.
Sie transformieren Deutschland in eine linke & islamische Doppeldiktatur: Linkistan.
Eine Doppeldiktatur kann nur in sich instabil sein. Sie muss sich zwangsläufig selber zerfetzen.
Neue Wortschöpfungen: Doppeldiktatur, Linkland, Linkistan
Wenn man in der DDR erzogen wurde, hatte man zur Kirche eine andere Meinung.
Wir wurden zu Atheisten, also Gottlosen erzogen. Über die Kirche (Christentum) wurde
fast nur negatives gelehrt: Ausbeutung des Volkes zusammen mit Fürsten und Feudal-
herren, Hexenverbrennung, Ablaßhandel, Kriege führen, in anderen Ländern (Kolonien)
das dortige Volk entrechten usw. Vielleicht hatten die DDR-Kommunisten damit Recht,
obwohl sie selbst nicht besser waren. Das Positive der Kirche wurde (fast) nie erwähnt.