Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat vor Einschränkungen der Meinungsfreiheit an Universitäten gewarnt. „Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen sinkt. Das hat auch Auswirkungen auf die Debattenkultur an Universitäten“, zitiert eine aktuelle Pressemitteilung den DHV-Präsidenten, Professor Dr. Bernhard Kempen. Die insbesondere im angloamerikanischen Hochschulraum zu beobachtende Entwicklung, niemandem eine Ansicht zuzumuten, die als unangemessen empfunden werden könnte, verbreite sich auch in Deutschland. Im Streben nach Rücksichtnahme auf weniger privilegiert scheinende gesellschaftliche Gruppierungen forderten einige Akteure das strikte Einhalten von „Political Correctness“.
Die Suche nach Wahrheit und Erkenntnis lebe jedoch vom „leidenschaftlichen, heftigen und kontroversen Ringen um Thesen, Fakten, Argumente und Beweise“. An den Universitäten müsse daher jeder Student und jeder Wissenschaftler seine Forschungsergebnisse, Thesen und Ansichten ohne Angst zur Diskussion stellen können. Widersprechende Meinungen müssten respektiert und ausgehalten werden. „Differenzen zu Andersdenkenden“, so der DHV-Präsident, „sind im argumentativen Streit auszutragen – nicht mit Boykott, Bashing, Mobbing oder gar Gewalt.“ Die zunehmende Tendenz, Personen auszuladen, weil sie vermeintlich „unerträgliche“ Meinungen verträten, sei einer Universität nicht würdig.
