Hitler-Stalin Pakt. Geschichte umschreiben, dritter Versuch.

Früher nannte man sie Kreml-Astrologen. Die selbsternannten Kenner der Gemütslage im Politbüro der damals existierenden UdSSR. Aus der Positionierung auf dem Lenin-Mausoleum bei Staatsakten oder mit Hilfe anderer Zeichendeutungen betrieben sie ihr Handwerk von Kaffeesatzlesen. Immer in stramm antikommunistischer Haltung, ohne Rücksicht auf Haltungsschäden. Ohne Rücksicht auf die Realität.

Die UdSSR ist Geschichte, aber bis heute gilt auch für sie der gute Satz von William Faulkner: Das Vergangene ist nicht tot. Es ist nicht einmal vergangen. Also wird Vergangenes immer wieder neu umgegraben, neu interpretiert, anders dargestellt. Daran ist nichts auszusetzen, im Prinzip. Nachdem sowohl die bürgerliche wie die marxistische Geschichtsschreibung den Anspruch aufgegeben hat, die objektive und richtige Wahrheit aus der Vergangenheit destillieren zu können, sollte Geschichtsschreibung mehr denn je dazu dienen, Gegenwärtiges, mögliche zukünftige Entwicklungen aus der Analyse vergangener Zeiten zu verstehen.

Denn der auch nicht schlechte Satz, dass, wer aus der Vergangenheit nicht die richtigen Schlüsse zieht, dazu verurteilt ist, die Geschichte zu wiederholen, ist schon Anlass genug, immer wieder den Blick rückwärts zu richten. Runde Jahrestage eignen sich immer dafür. So hat der Erste Weltkrieg, seine Entstehungsgeschichte, hundert Jahre danach eine Fülle von hochinteressanten, neuen Untersuchungen hervorgebracht. Die neue Einsichten ermöglichten, erwähnt sei nur das großartige Werk „Die Schlafwandler“.

Wenig ergiebig, geradezu sinn- und zwecklos ist allerdings eine Geschichtsschreibung, die nichts anderes als einen Zirkelschluss betreibt. Der große deutsche Schriftsteller Lion Feuchtwanger, als Sympathisant Stalins im US-Exil gestorben, wollte mit seinen Romanen beweisen, dass es die Hegelsche List der Vernunft tatsächlich gibt. Also dass in der Geschichte Personen auch gegen ihren Willen oder ohne diese Absicht den Fortschritt der Vernunft befördern. Das wollte er in großartigen historischen Werken beschreiben, wobei er mit seinem Roman „Erfolg“ das wohl beste und geradezu seherische Buch über das Aufkommen des Hitler-Faschismus in Deutschland schrieb.

Zirkelschluss ohne jede Beweiskraft.

Aber so erfolgreich er auch selbst war – seine Romane machten ihn zu einem wohlhabenden Mann, der in Pacific Palisades, einem Vorort von Los Angeles, Hof hielt und viele verarmte deutsche Exilanten empfing, bewirtete und auch unterstützte –, sie kranken an einem grundsätzlichen Mangel und Denkfehler: Feuchtwanger untersuchte die Geschichte auf Beispiele des listigen Wirkens der Vernunft, und wenn er eins gefunden haben wollte, beschrieb er es als Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung. Unterhaltsam, lehrreich, aber als Zirkelschluss ohne jede Beweiskraft.

Genauso zweifelhaft, nicht erkenntnisfördernd, höchstens zur Verwirrung beitragend sind viele aktuelle Geschichtsinterpretationen. Häufig gilt dafür weiterhin der marxistische Satz, dass die herrschende Geschichtsauffassung die Auffassung der Herrschenden, zumindest der Sieger sei. Ist eine Revolution erfolgreich, ist ihre Vorgeschichte in der offiziösen Geschichtsschreibung eine Abfolge von heroischen Taten, die zwangsläufig zum völlig berechtigten Umsturz führen mussten.

Wird die Revolution niedergeschlagen, haben Umstürzler, Terroristen, Systemveränderer glücklicherweise vergeblich versucht, eine für alle Teilhaber angenehme Gesellschaftsform zu zerstören und durch völliges Chaos zu ersetzen. Das alles ist so langweilig wie bekannt wie in ewigen Wiederholungsschleifen durchgedreht. Aus Spaß und Tollerei oder gesteuert werden gerade in der deutschen Geschichte immer wieder Versuche der Neu- und Uminterpretation gewagt. Vor allem, was die Zeiten des Hitler-Faschismus betrifft.

Selbst die Existenz von Konzentrationslagern oder die industrielle Vernichtung von Juden, Kommunisten, Bolschewisten und anderen "Untermenschen" wird ab und an bezweifelt. Immerhin stellen sich Apologeten dieser Um-Schreibung außerhalb des vernünftigen und akzeptierten Diskurses. Ernsthafter diskutiert wurde die These, dass es sich beim Überfall von Hitler-Deutschland auf die Sowjetunion nicht um einen Angriffskrieg gehandelt habe, sondern um einen Präventivschlag, um einem Angriff Stalins zuvorzukommen.

Kann man so sehen. Aber stimmt das auch?

Diese Behauptung wurde gleich mehrfach aufgestellt, zuerst in den 1960er Jahren, um eine Alleinschuld Deutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zu bestreiten. Sie wurde dann widerlegt, nur um ab 1985 nochmal durch die Historikerzunft zu geistern. Einige Jahre später war sie auch im zweiten Anlauf entkräftet. Und wartet vielleicht auf den dritten Versuch.

Nun jährt sich der Hitler-Stalin-Pakt gerade zum 80. Mal. Kein anderes Einzelereignis im letzten Jahrhundert wurde häufiger als dieses Abkommen dafür herangezogen, eine Analogie, eine Wesensgleichheit zwischen Hitler-Deutschland und der Sowjetunion zu behaupten. Hier hätten sich zwei Verbrecher und Massenmörder, zwei Vertreter einer menschenverachtenden Ideologie getroffen, der eine habe sich im anderen wiedererkannt, und gemeinsam habe man dann einen Pakt geschlossen, der skrupellos die Teilung und Ausradierung des polnischen Staats beschloss.

Neben dem offiziellen Nichtangriffspakt gab es zusätzlich ein von der UdSSR lange Jahre bestrittenes Zusatzabkommen, das diese Aufteilung inklusive Grenzziehung zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion festlegte. Damit hätten Nationalsozialisten in Berlin und Sozialisten in Moskau in „einem Raubzug“ nicht nur Osteuropa unter sich aufgeteilt, sondern auch „gemeinsam die Weichen für den Zweiten Weltkrieg gestellt“. Wird behauptet, und jeder wundert sich darüber, dass noch heute da und dort Sympathie für den Pakt der Verbrecher existiere. In Russland sei das immer noch ein Tabuthema, aber auch in Deutschland mangle es an Aufarbeitung.

Kann man sicher so sehen; nur: Stimmt das auch? Oder anders gefragt: Angesichts des Fehlens einer objektiv richtigen Geschichtsschreibung, lässt sich die Behauptung halten, dass „Stalin zu Beginn des Zweiten Weltkriegs de facto auf Seiten Hitlers kämpfte“? Ist es Anlass zu Empörung, dass Präsident Putin diesen Pakt als Massnahme verteidigt, damals eine Konfrontation mit Hitler hinauszuzögern? Ist es historisch auf Niveau argumentiert, wenn als mögliches Motiv dieser Aussage Putins erwähnt wird, dass dessen „Opa Koch bei Stalin war“?

Brandgefährlich falsch

Rechtzeitig zum Jahrestag ist natürlich eine Reihe von Publikationen erschienen. Darunter das Werk „Der Pakt“ im renommierten C.H. Beck Verlag. Die deutsche Professorin Claudia Weber beschreibt hier die Übereinkunft als Ausdruck einer Konvergenz zweier totalitärer, wesensgleicher Systeme. Nicht nur die FAZ rümpft darüber die Nase und vermutet, dass diese Perspektive dem Problem geschuldet sei, dass Geschichte, Hintergründe und Auswirkungen des Hitler-Stalin-Pakts bereits umfangreich und ausführlich historisch aufgearbeitet wurden. Also im Pakt nichts Neues, außer, man setzt sich in historischer Distanz eine Meinungsbrille auf und findet – wie bei Feuchtwanger – in der Geschichte das, was man zuvor in sie hineingetragen hat.

All das ist nicht nur Geschichtsbetrachtung durch die dicke ideologische Brille, es ist es ist nicht nur ahistorisch, es ist nicht nur unsinnig, es ist noch schlimmer: Es ist schlichtweg falsch.  Es ist brandgefährlich falsch, wenn aus dieser Gleichsetzung von braunen und roten Fäusten, von zwei Diktatoren die Schlussfolgerung in die Jetztzeit gezogen wird, dass nun auch wieder „Polen, Balten, Ukrainer und andere Osteuropäer“ gemeinsame Projekte Deutschlands mit Russland – wie ein Pipelinebau – als „Schlag in den Rücken“ empfänden, wie ein ehemaliger Moskau-Korrespondent unlängst schrieb. Gar von einem „Putin-Stalin-Pakt“ fantasiert der Journalist Konstantin Eggert in einem Gastkommentar der reputierten Deutschen Welle.

Sozusagen eine Dolchstoßlegende, neu interpretiert. Aber Spaß beiseite. Wenn es eine historische Konstante in der Geschichte Europas gibt, dann die, dass bei einem Bündnis oder zumindest bei friedlicher Koexistenz zwischen Deutschland in allen Ausformungen und Russland in allen Regierungsformen Frieden herrschte. Wer über den Nichtangriffs-Pakt herzieht, ohne das Münchner Abkommen zu erwähnen, ohne die zuvor gescheiterten Verhandlungen in Moskau zwischen der UdSSR und Frankreich sowie England, der will nicht geschichtliche Aufklärung betreiben, sondern Geschichtsklitterung.

Wer bei der langen und komplizierten Geschichte zwischen Polen und Russland nicht einmal auf die Curzon-Linie, ihr Entstehen und die Tatsache hinweist, dass sie in diesem Zusatzabkommen wieder verwendet wurde, will bewusst oder aus Unfähigkeit solche historischen Tatsachen ausblenden. Wer polnische Eroberungszüge im Gefolge der Oktoberrevolution außen vor lässt, genauso wie Pogrome und Antisemitismus in virulenter Form in Polen, Weissrussland und in der Ukraine, wer die Kollaboration mit den Nazi-Besetzern in diesen Ländern unterschlägt, hat entweder keine Ahnung oder ist böswillig.

Von der Landkarte radiert

Kaum ein Land wurde in der europäischen Geschichte der Neuzeit so geschunden wie Polen. Es wurde sogar von der Landkarte radiert und erst nach dem Ersten Weltkrieg wieder als unabhängiger Staat wiedererweckt. Die Curzon-Linie diente dabei als Grenzziehung im Osten gegenüber der damaligen UdSSR. Die sich im Überlebenskampf befindliche Sowjetunion schlug Polen sogar 1920 eine noch weiter nach Osten verschobene Grenze vor. Im Frieden von Riga, der den polnisch-sowjetischen Krieg erst 1921 beendete, verleibte sich Polen ein großes Stück Russlands ein. Genau dieses eroberte Gebiet nahm sich Stalin in diesem Pakt zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb es dabei, und Polen wurde sozusagen nach Westen verschoben, auf Kosten Deutschlands.

Wer schließlich den Anti-Komintern-Pakt zwischen Deutschland, Italien und Japan unerwähnt lässt, der unterschlägt, dass dieser Nichtangriffs-Pakt in Japan mit höchstem Missfallen quittiert wurde. Der wohl wichtigste Spion des Zweiten Weltkriegs, Richard Sorge, konnte später nach Moskau melden, dass Japan von allen Invasionsplänen im Rücken der UdSSR Abstand genommen hatte. Obwohl der Paranoiker Stalin seinen Spionen nur begrenzt vertraute, zog er immerhin Truppen aus Sibirien ab, die bei der Verteidigung Moskaus und Stalingrads eine wohl mitentscheidende Rolle spielten.

War Stalin ein paranoischer Massenmörder, der mehr Mitglieder des Politbüros und des ZKs umbrachte als alle Feinde der Sowjetunion zusammen? Natürlich. Er vertraute den Berichten seiner Spione nicht, unter ihnen Sorge, die auf den Tag genau den Beginn der deutschen Invasion der Sowjetunion vorhersagten. Führte sein Wüten unter den Militärführern der Roten Armee dazu, dass die UdSSR längere Zeit dramatische Niederlagen und Verluste von Millionen von Menschenleben hinnehmen musste? Unbezweifelbar.

War der Pakt mit Hitler und die Aufteilung Polens viel mehr als der Versuch, eine direkte Konfrontation so lange wie möglich hinauszuzögern, in einem hegemonialen Verständnis, Gebiete sich wieder einzuverleiben, die zu Russland gehört hatten? Geboren aus der realen Lage, dass die UdSSR von faschistischen und imperialistischen Staaten umzingelt war, die sich möglicherweise gegen den damals einzig existierenden kommunistischen Staat verbünden könnten? So wie Invasionsheere nach der Oktoberrevolution versuchten, die Umstürzler um Lenin von der Macht zu vertreiben? Dauert es dann nicht bis 1944, lange nach Stalingrad, bis die westlichen Alliierten und Verbündeten der UdSSR mit der wirklichen Grossoffensive gegen Hitler-Deutschland begannen? Nicht zuletzt getrieben durch die Befürchtung, dass sonst die vorrückende Rote Armee ganz Europa befreien oder erobern könnte?

In Deutschland betriebener Umschreibung

Es gibt keinen belastbaren Beleg dafür, dass Winston Churchill, ohne Zweifel der weitsichtigste und intelligenteste Gegenspieler sowohl Hitlers wie auch Stalins, nach dem Sieg über Hitler-Deutschland gesagt haben soll: Wir haben das falsche Schwein geschlachtet. Aber es gibt genügend Belege und Dokumente dafür, dass Wehrmachtskreise, auch um die hochgelobten Stauffenberg-Attentäter herum, immer wieder versuchten, mit den westlichen Alliierten einen Separatfrieden zu schließen, um dann gemeinsam auf die ausgeblutete UdSSR loszugehen. Dem stand aber Hitler entgegen, als GröFAZ konsequent bis zum Schluss als Militärstratege ein Versager.

Und letztlich: Wird in Russland tatsächlich eine so einseitige Geschichtsklitterung aus sowjetischer Sicht betrieben, wie sie in Deutschland von Historikern und Russland-Kennern dargeboten wird? Wobei nicht einmal erwähnt wird, dass sich Polen gerne an der Auslöschung der Tschechoslowakei beteiligte, deren Aufteilung noch vom damaligen britischen Premier Chamberlain als Sieg des anhaltenden Friedens in Europa missverstanden wurde. Und wenn, wie behauptet wird, tatsächlich Stalin und Hitler Kampfgenossen am Anfang des Zweiten Weltkriegs gewesen sein sollen, wieso erklärten dann Frankreich und England nach der Aufteilung Polens nur Deutschland den Krieg?

Natürlich gibt es in Russland sicherlich auch Historiker oder angebliche Kenner, die auf dem Niveau von Geschichtsklitterung argumentieren, auslassen, verfälschen, die Geschichte gegen den Strich bürsten. Aber was die offizielle Historikerzunft, soweit es im Westen zugänglich ist, an Geschichtsforschung und an Interpretation dieses Pakts betreibt, was sich auch in einer großen Ausstellung in Moskau niederschlägt, unterscheidet sich doch sehr wohlwollend von in Deutschland betriebener Umschreibung. Voller Fehler, Auslassungen und unsinniger Behauptungen bis in die Gegenwart hinein.

Das Vergangene ist nicht vergangen. Wer den Pakt zum Anlass nimmt, das heutige Russland und Präsident Putin in eine Linie mit Stalin zu stellen, wer gemeinsame Unternehmungen von Deutschland und Russland auf wirtschaftlichem Gebiet als schädlich und gefährlich für östliche Staaten und die Ukraine erklärt, dem muss vorgehalten werden, dass er dazu beitragen will, dass sich die Geschichte wiederholt.

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netiquette:

W.Mayer / 09.09.2019

Bitte nicht außer acht lassen ... irgenwann, in 10 -20 Jahren werden wieder Akten aufgemacht und unsere Nachkommen stehen vor neuen “Geheimabkommen” ... Politik war und ist immer ein Drecksgeschäft gewesen. Heute ist es nurmehr ein Geschäft der Global Players und die Gipsköpfe sind nurmehr Statisten. Brüssel als Schaltzentrale der Globals muß lieber gestern als heute kaltgestellt werden sonst haben alle EU-Staaten ihre Eigenständigkeit verloren.

Dirk Jungnickel / 09.09.2019

Ihre Entgegnung hier,  Herr Zeyer,  ist aber leider mehr als dürftig !

Ferenc v.Szita - Dámosy / 09.09.2019

...noch ein kleiner Nachtrag: Die Frage der “Präventivkriegsthese”, ob nämlich Stalin jemals auch noch GEGEN Deutschland einen Angriff geplant hatte (wahrscheinlich tatsächlich nicht), sodaß Hitler beim Unternehnem Barbarossa 1941 lediglich einem “sowjetischen Angriff zuvorgekommen” sei, hat nichts damit zu tun, daß Stalin 1939-1941 gemeinsam MIT Deutschland aus Polen ein Schlachthaus machte und damit den Zweiten Weltkrieg entfesselte (deutscher Einmarsch in Polen 1.September 1939, sowjetischer Einmarsch 17.September 1939 -nach geheimer Absprache miteinander). Es ist zudem bekannt und mehrfach dokumentiert, daß Hitler ganz unabhängig davon schon seit langem geplant hatte, den Bolschewismus zu “vernichten” - wovon jedoch die sowjetische Mitbeteiligung am Kriegsausbruch gegen Polen unberührt bleibt! Da nun die Präventivkriegsthese gemäß des gegenwärtigen Wissensstands nicht verifizierbar ist (also tatsächlich nur eine Behauptung, wenn auch vielleicht keine ganz abwegige - zuzutrauen war Stalin ja vieles!), wird heutzutage ebendamit überall versucht, Letzteres zu widerlegen - da wird zusammengeklittert, was das zeug hält, und das nicht nur bei Herren Zeyer, sondern auch bei Wikipedia, Geschichts-Dokusendungen etc. Facit nochmals: Präventivkriegstheorie = sehr fraglich, beruht lediglich auf Postulaten aus unklaren und nicht verifizierbaren Quellen Die anfängliche Mitbeteiligung der Sowjetunion an deutscher Seite bis 1941 und somit die sowjetische Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (nämlich genau zu 50 prozent) = geschichtliche Tatsache ...also bitte nicht beides miteinander vermischen.

Peter Rosé / 09.09.2019

@ Ferenc v. Szita - Dámosy und andere Kommentatoren, ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass es die Stärke von Achut ist , die sich hoffentlich noch weiter verstärkt, kontrastierende Meinungen zu veröffentlichen! Wer sich darüber beschwert, dass in den “gleichgeschalteten” Medien keine abweichende Meinung mehr geschaltet wird, sollte eine derartige Forderung nach eleminierung eiens unbequemen, wenn auch in diesem Falle etwas unbedarften Autors nicht stelllen! Vielmehr spräche es für die geistige Überlegenheit eines Blogs wie Achgut, kontroverse Meinungen - moderiert zwar, um Kahane-Trolle, wie etwa neapparat zu entfernen - auszudiskutieren. Im Widerspruch schärft sich das Denken und nicht im ableiern von frustgesteuerten Ergüssen, die - dies muss einmal gesagt werden - sich nicht besonders positiv von “linken” oder “grünen” Blogs unterscheiden. Eine in aller Schärfe kongtrovers geführte Diskussion in aller erbarmungslosen Sachlichkeit könnte Achgut zu einem Forum machen, vor dem die Granden des gehirnerweichenden Konsens wie Giovanni di Lorenzo, Sascha Lobo etc erzittern würden. Nichts wäre für diese Trolle schlimmer, als eine Diskussionskultur, die sie aus Angst vor dem Zusammenbruch ihres Kartenhauses nie zulassen würden. Vielleicht sollte man bei Achgut generell mal über eine neue Kultur des Kommentars nachdenken.

Thomas Taterka / 09.09.2019

Falls der dringende Klärungsbedarf bis zum Morgengrauen anhält, stehe ich gerne für eine definitive Entscheidung als Sekundant zur Verfügung. Bis uns die Regierung die nächste Schweinerei zu Füßen legt, die ‘ne Weile ” vorhält “.

Sabine Drewes / 09.09.2019

Ich weiß nicht recht, was der Autor seinen Lesern eigentlich sagen will. Und ich vermisse ein Eingehen auf das grausame Schicksal der Balten, das mit dem geheimen Zusatzprotokoll besiegelt wurde. Woran auch hier nicht erinnert wird, und was kaum bekannt ist, das ist Stalins „Waagschalen-Rede“ vom 19. Januar 1925(!) vor dem ZK-Plenum, wo er den Krieg der Kapitalisten untereinander prophezeite und dazu klarstellte: „Wir werden eingreifen, aber wir greifen als letzte ein, um das entscheidende Gewicht in die Waagschale zu werfen, das Gewicht, das den Ausschlag geben dürfte“ (Rede auf der Plenarsitzung des ZK am 19. 1. 1925, Werke VII, Seite 14; deutsch: Werke VII, S. 11 f.). Derselbe Stalin, der lange vor Hitler einen Krieg für unvermeidbar hielt, und der lange vor Hitler seine Verbrechen geplant und umgesetzt und nach ihm fortgeführt hatte, der soll der von Hitler überraschend Angegriffene gewesen sein?

Thorsten Helbing / 09.09.2019

Die Sieger schreiben und geben die Geschichte vor. So heisst es. So war es, so ist es, so wird es sein. Zum Vorteil des Siegers soll die Geschichte die Geschichte erzählen. Kann man nichts gegen sagen, so ist es eben. Krieg ist die Fortführung von Politik mit anderen Mitteln, so sagt man. Jeder Kriegstote sind unzählige Tote zuviel. Dennoch: Auch ein Krieg unterliegt wohl Regeln. Und diese Regeln brach eine Nation auf das wiederlichste. Das industrielle Massenmorden. Wer das bedrückende Tor der “Arbeit macht frei”-Ideologie passiert und hautnah das Lager, die Unterkünfte, die “Duschen” und die Teiche gefüllt mit Asche der Verbrannten mit eigenen Augen sieht, wem Videos vorgespielt werden in einer Grausamkeit, welche heutzutage trotz aller Liberalität auf Youtube zurecht nicht zu finden sind, wer ausgerissene Zähne und Haare hinter Fenstern sieht, wer die Schornsteine verneint, die Krematorien, der verneint seine Geschichte. Aber trotzdem: Niemand der heutigen Generation trägt daran Schuld. Es waren unsere Altvorderen. Lasst auch den Deutschen das Recht zu, zu lernen! Ich würde mir heute viel mehr Gedanken über Entscheidungsträger in der deutschen Politik machen, über “Satiriker”, welche heute Dresden oder Chemnitz gerne bombadieren würden. Der “falschen” Meinung wegen. “Er” war nie weg! Die Entnazifizierung ist wohl gescheitert. Heute kommt, Propaganda wird immer verfeinert, das 1984 Neusprech dazu. Braun ist Rot-Grün. Deutschland ist heute eben in den Grenzen der EU zu verorten. Der Rest ist Geschichte…

Reiner Gerlach / 09.09.2019

@Jürgen Schnerr Meines Wissens hat Putin gesagt, dass man die Auflösung der Sowjetunion nicht mehr rückgängig machen kann. Wer das will ist ein Narr. Aber dass über Nacht 25 Millionen Russen plötzlich Ausländer, das ist für ihn eine Katastrophe.

Reiner Gerlach / 09.09.2019

Ein wenig frage ich mich schon, was wir nun daraus lernen sollen. Die polnische Geschichte nur kurz angerissen, der zeitgleiche Einmarsch in Polen, Molotows Kommentar dazu usw.  Und dann @Karla Kuhn: nicht zu vergessen die Rolle Pilsudskis (guggel mal) und sein Versuch, die Franzosen zu einem gemeinsamen Einmarsch in Deutschland zu überreden. Alle deutschen Noten inkl. Friedensverhandlungen wurden in Warschau nicht angenommen, sondern mussten über London eingereicht werden. Also ganz so einfach geht das nun auch wieder nicht.

Konrad Wilhelm / 09.09.2019

Verehrter Herr Zeyer ! Bitte, lesen Sie die Bücher der Bundeswehr Offiziere G. Schultze-Rhonhof und W. Effenberger über Gründe und Ursachen der beiden Weltkriege und schreiben Ihren Text dann neu. Dann werde ich ihn sicher mit Vergnügen lesen. Beste Grüße Wilhelm Konrad

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