Rainer Bonhorst / 16.04.2021 / 14:00 / Foto: Pixabay / 12 / Seite ausdrucken

Hilfe, Wahlen! Zärtliche Musik ist auch schön.

Deutschland, verfolgt man die Medien, ist von einem neuen Untergang bedroht. Corona? Klimawandel? Ja, auch. Aber der aktuellste Untergang droht den Unionsparteien. Sie durchleben schreckliche Tage. Warum? Sie müssen wählen! Wählen zwischen zwei Kandidaten! Und das in zwei demokratischen Schwesterparteien. Dürfen die das überhaupt?

Wo bleibt unsere klassische demokratische Methode, wonach der gemeinsame Kanzlerkandidat von CDU und CSU im stillen Kämmerlein ausgekungelt wird? Und dass erst dann für alle sichtbar „gewählt“ wird, wenn nur noch einer oder eine übrig geblieben ist? Woraufhin sich alle, die Parteimitglieder und das Publikum, freuen über die schöne Einigkeit, die man erzielt hat.

Tja, das war die gute alte Zeit. Heute kommt mitten in der Corona- und der Klimakrise auch noch die Wahlkrise hinzu. Wohin man schaut, Entsetzen über das Chaos in der Union. Politischer Krach bei den Schwarzen, von dem nur die Grünen oder die Roten profitieren können. (Naja, die SPD hat längst verlernt, von irgendetwas zu profitieren.)

Sprachlos schaut die Wählerschaft zu, dass die armen Unionspolitiker sich nun tagelang überlegen müssen: Laschet oder Söder? Armin Laschet hat zwar mit einem Schnellschuss versucht, seinen Rivalen Markus Söder außer Gefecht zu setzen. Aber der Rheinländer musste feststellen, dass der fränkische Bayer eine schusssichere Weste trägt und weiter sehr lebendig zur Verfügung steht.

Das nahe Ende der Wahlqualen?

Und jetzt ist die Krise da. Es muss gewählt werden. Ob unsere Demokratie das aushält? Diese Qual der Wahl? Gleich zwei Kandidaten? Da kann einem ja schwindelig werden. Ja, schlimmer noch. In den Kulissen steckt noch ein dritter Kandidat und meldet sich ab und an zu Wort. Damit das Publikum merkt: Ach, den Friedrich Merz gibt es auch noch.

Aber bleiben wir realistisch. Zwei Kandidaten verursachen Kummer genug. Sie lösen ein regelrechtes Wahlfieber aus. Schüttelfrost und Magengrimmen. Untergangsängste. Stille Verzweiflung. 

Hoffen wir, dass diese Wahlqualen bald vorüber sind. Einer muss gewinnen, der andere muss gute Miene zum bösen Spiel machen. Dann können wir alle aufatmen. Und wenn wir voll genesen sind, können wir uns wieder den anderen Krisen widmen. 

Wie machen es eigentlich die anderen? Die Russen kommen ohne das ganze Theater aus. Und die Amerikaner? Die quälen sich vor aller Öffentlichkeit mit monatelangen Vorwahlen herum. Da kann jeder sehen, wer was ist, will oder kann. Bruder- und Schwesterkampf vor einem Millionenpublikum. Ein ganzes Dutzend Bewerber für eine Partei! Da fragt man sich: Wie halten die das nur aus? So viel Demokratie! Wo uns schon ganz ganz flau wird, wenn sich zwei Kandidaten ein paar Tage lang Konkurrenz machen. 

Wir Deutschen sind da einfach sensibler. Bitte kein Rock'n'Roll! Wir tanzen lieber Tango bei zärtlicher Musik, wie 1955 Peter Alexander so schön sang. Das Problem mit der Demokratie ist, dass sie weh tun kann. Dass sie richtig rau sein kann. Rock'n'Roll eben. Da tritt man sich schon mal auf die Füße. Zärtliche Musik ist auch schön. Aber da besteht die Gefahr, dass einem die Füße einschlafen. 

Wir haben die Wahl. 

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Leserpost

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Elias Schwarz / 16.04.2021

“Ob unsere Demokratie das aushält?” Natürlich hält sie es aus. Wie war das in Thüringen? “Das ist falsch, das muß man rückgängig machen”. Und ganz ehrlich, unsere Demokratie, die, laut unseren Bundestagspapageien, die Völker dieser Welt so sehr beneiden, wird sogar den Habeck und die Analena vertragen. Sofern es Demokratie ist und bleibt.

g.schilling / 16.04.2021

@Fritz Kolb: ““Am Ende profitiert noch RRG davon, vielleicht sogar ein heimlicher Traum der Alten”“. Angeblich denkt M. ja immer alles vom Ende her. Nun, das ist das Ende. Grün, rot, rot übernehmen das Ruder und eröffnen mit DDR 2.0. wieder den Sozialismus im Land. Vorwärts immer usw. ..Ich freu mich drauf, sagte KGR einstmals. Nur zu sag ich.

Herbert Gasthuber / 16.04.2021

...da fällt mir doch gleich der blöde Witz (aus unsäglicher Zeit) ein: Ein ehemaliger Spitzen-Beamter wird (ob fehlender entsprechender „Arbeit“) dazu verdonnert, Kartoffeln nach den Kriterien „groß“ oder „klein“ zu sortieren. Nach kurzer Zeit und wenig Ergebnissen ist er so erschöpft, dass sein „Betreuer“ meint, eine leichtere Arbeit sei ja wohl schwerlich zu finden. Darauf der Beamte: „Aber die ewigen Entscheidungen…“

Dr. Günter Crecelius / 16.04.2021

Die schwarzen Berufschristen sollten endlich den Zeitgeist zur Kenntnis nehmen, und der heißt Doppelspitze: einer für die geraden Wochen, Monate, der Andere für die ungeraden. Die Auswahl müßten die beiden Geistesheroen doch schaffen.

Fritz kolb / 16.04.2021

Da sieht man wieder einmal, welch geistigen Müllhaufen die alte Krake angesammelt hat. Am Ende profitiert noch RRG davon, vielleicht sogar ein heimlicher Traum der Alten. So in dem Sinn von „nach mir die Sintflut“. Armes Vaterland.

Volkmar du Puits / 16.04.2021

Wen die wirklich wichtigen Dinge interessieren, der lese das Blatt der Berufsgenossenschaft: Der Arbeitnehmer ist beim Gang zur Toilette auf der Arbeitsstelle bis zur Toilettentür versichert, innerhalb nicht.

Rainer Mewes / 16.04.2021

Ein amerikanischer Soziologe hat mal gemeint, die Amerikaner hätten auf Grund ihres 2-Parteien-Systems nur die Wahl zwischen Twideldi und Twideldum. Das trifft’s ganz gut und nicht nur in Amerika. Hierzulande hat man inzwischen festgestellt, so z.B. führende CDU-Landespolitiker in Sachsen/Anhalt, daß es von Bedeutung ist, dem Volk auf’s Maul zu schauen, d.h. Umfragen auszuwerten. Was allerdings auch bedeutungslos ist, denn da sich der mündige Wähler im finalen Auftritt auch eher an Äußerlichkeiten orientieren wird und nicht an nichtssagenden Parteiprogrammen (die liest sowieso kaum einer), hat der (wer auch immer) Kandidat der CDU schlechte Karten gegen die junge frische Kobold-Bändigerin. Gott steh uns bei!

Wolf von Fichtenberg / 16.04.2021

<-> Die Lügengeschichte (2/2) >>> Da wurde die Tür aufgestoßen und der Herold seiberte servil: „Es sind Gäste gekommen!“ Kaum hatte er den Satz ausgesprochen, wurde die Tür weit aufgetreten und ein grinsender Dreitagebart, im Gefolge einen Kobold, füllte den Raum aus:  „Da sind wir. Wir übernehmen!“ Die beiden anderen, sich immer noch auf den Leibern räkelnd, stutzten. Fragend sahen sie zur Königin, aber die schaute alternativlos aus dem Fenster. Die Krone lag auf einem kleinen Tischchen und zeitgleich stürzten sich die Vier darauf. Dann ging das Licht aus und wüste Worte wie „Ökostrom, Weißwurst, Helau und auch Trampolin“ waren zu hören. Gelegentlich auch eine Backpfeife und…dann wurde ich als Berichterstatter aus dem Turm gestürzt. Interna wollte man nicht preisgeben.—- Und wie es ausging? Na, das entscheiden SIE. Aber: Muss es wirklich einer der Vier sein, die die Krone tragen sollen? „Das ist alternativlos“ hallt es mir im Fall hinterher und ich sehe wie sich die die rautierende Königin aus dem Fenster beugt und mir nachwinkt. Dann schlage ich auf und versinke in dem großen Misthaufen der sich unterhalb der Zinnen angesammelt hat…. <> Und wenn ich sie nicht erfunden hätte, dann gäbe es diese Geschichte nicht …

Wolf von Fichtenberg / 16.04.2021

<-> Die Lügengeschichte (1/2) >>> Es war einmal… Oder es wird sein… So ganz genau weiß man das nicht, da gab es eine alte Königin. Und weil sie im Grunde niemand mochte, aber Angst vor ihrem Wissen hatte, scharwenzelte allerlei Hofgesinde um sie herum, hielten ihr die Tür auf, säuberte den Nachttopf oder sie dienten als Fußabtreter. Ganz so wie sie es gerade wollte und das Hofgesinde glaubte Gefallen zu erzeugen. - Nun begab es sich jedoch, dass die Königin eines Tages keine Lust mehr hatte die Krone zu tragen. Wozu auch? Das Land verarmte und die Schatzkammer war leer. Da setzte sie eine würdevolle Miene auf und rief freundlich: „Herbei ihr Knechte! Ich habe etwas zu verkünden. Ruhe ist, wenn ich rede und hört zu: Ich habe keine Lust mehr. Im Herbst verschwinde ich. Sucht euch jemand anderen (der die Karre aus dem Dreck zieht).“ - Das Letzte sagte sie nicht, sie dachte es nur. - Kaum hatte sie dieses gesagt, da ging das Gemurmel und alsbald ein Geschrei in dem Thronsaal los. „Ich!“ „ Nein ich!“ „Quatsch! Ich werde König.“. So ging es geraume Zeit hin und her, manch Weinpokal flog durch den Raum und letztendlich saßen sich zwei Hofschranzen gegenüber die es sich auf den unterlegenen Leibern gemütlich gemacht hatten. Der eine war ein lustiger Kerl der Karl den Großen immer mit Pippin den Kurzen verwechselte und sich in der Karnevalsbütt sichtlicher wohl fühlte als auf seinem Provinzthron.  Ja, würde man ihn nicht kennen, würde man ihn für einen launigen Büttenredner halten. Der andere war ein größerer Kerl, der die Maskeraden im Fasching ebenso rasch wechselte wie seine Meinung in der Woche.  Blinzelnd starrten sich die beiden an und die alte Königin spielte ein wenig mit der Raute und kicherte. ->2/2

B. Ollo / 16.04.2021

Wahlen sind in der Union gar nicht erlaubt. Die werden entweder durch die GröKAZ ignoriert (beispielsweise der Delegierten zum Optionsmodell) oder rückgängig gemacht (Thüringen). Es gibt allerdings eine Chance für Söder und Laschet. Sie müssten etwas progressiver in sich hineinhören und sich dem Zeitgeist entsprechend umdefinieren. Warum nicht als paritätisch-diverse Doppelspitze das Kanzleramt teilen. Laschet könnte mit Betonfrisur und ordentlich Lippenstift Omas Fummel auftragen und beispielsweise unter dem Namen “Grazia Galaxia La-Schezzio” antreten. Söder könnte sich eine permanente Hauttönung auf die Haut dampfen lassen und black-gefaced als Galaxias nicht-binäre Butch Mar*x Söder ergänzen. Das wäre auch für die Kanzlerin zustimmungsfähig. Gern geschehen! Nicht dafür!

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