Gunnar Heinsohn / 23.08.2020 / 16:00 / Foto: Sanofi / 16 / Seite ausdrucken

Hightech: Das Rennen der Einhörner

Die Sino-Amerikanerin Aileen Lee (*1970) schöpft 2013 den Terminus Unicorn für junge Hightech-Firmen (startup companies), die mit mindestens einer Milliarde US-Dollar bewertet, aber noch nicht an Börsen gehandelt werden. Die unerwartet schnell steigende Attraktivität dieser Aufsteiger führt zu den Termini Decacorn und Hectocorn, die für Preisschilder von 10 und 100 Milliarden Dollar stehen.

Einhörner-Listen wollen Geldgebern signalisieren, wo sie auch in Zukunft noch etwas verdienen können. Sie liefern zudem Hinweise darauf, welche Nationen auch noch in Jahrzehnten fähig bleiben zur Bedienung der Billionen von Neuschulden, die weltweit durch Corona-Lockdowns notwendig werden. Selbst bei den Kritikern dieser enormen Transfers gibt es allenfalls Widerstand gegen die Flucht in staatliche Industriepolitik und das politisch gesteuerte Fernhalten chinesischer Investoren. Sie liegen damit richtig, bleiben aber die Antwort schuldig, warum die EU auch vor den Fabrikgründungen durch Minister schon seit Jahrzehnten technologisch zurückfällt.

Will man das optimale Umfeld für das Gedeihen von Einhörnern ermitteln, muss man vor allem zwei Faktoren im Blick behalten: Eigentum und Kompetenz. Ersterer wird zumeist auch gewürdigt, während letzterer eher tabuisiert wird.

Eigentum der Emissionsbanken besichert Geld und Eigentumspfand der Schuldner besichert den Kredit, über den es in Umlauf kommt. Es liefert also die entscheidende Bedingung für Wirtschaften, das immer schuldengetrieben ist. Eigentumslose Besitzsysteme der Stammessolidarität und des Feudalismus – ob durch Aristokraten oder Politbüros kommandiert – produzieren und verteilen, aber die Operationen des Wirtschaftens bleiben ihnen fremd. 

Amerikas Sturmlauf an die technologische Weltspitze

Die Freiheit zur Aktivierung von Eigentum reicht für das Konstituieren von Ökonomie vollkommen aus. Sie kommt also auch dann zustande, wenn den Eigentümern politische Wahlfreiheiten vorenthalten werden. Beispiele dafür liefern nicht allein Europas Monarchien eines aufgeklärten Absolutismus aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, sondern auch die Volksrepublik China im 20./21. Jahrhundert. Sie erreicht 2019 auf dem International Property Rights Index – von Finnland mit 8,7 angeführt – einen Wert von 6,0. Das klingt bescheiden, aber übertrifft Staaten wie Indien (5,8), Brasilien (5,6) oder Griechenland (5,2). China schneidet auch nicht viel schlechter ab als Südkorea (6,6), Spanien (6,5) oder Italien (6,1). 

Weit vor China liegt hingegen Japan (8,3). Auch Deutschland (7,9) und die USA (8,2) schlagen sich deutlich besser. Übersetzen diese Westler ihren Vorsprung auch in eine ökonomische Überlegenheit? Bis weit ins 20. Jahrhundert ist das ganz unstrittig. Eine erste Ahnung, dass sich etwas geändert haben könnte, gibt es jedoch bereits im Mai 1905, als die fünf modernsten – nach französischen Plänen gebauten – Schlachtschiffe Russlands innerhalb von 24 Stunden durch die technisch überlegene japanische Marine in der Tsushima-Straße versenkt werden. Dabei gibt es im Inselreich erst nach 1873 Eigentumstitel, die auch Bauern – Steuern müssen nun in Geld und nicht in Agrarprodukten geleistet werden – das Eingehen von Kreditkontrakten ermöglichen. Der 1893er Slogan „Bereichert das Land, stärkt das Militär“ (Fukoku kyōhei) begleitet die enormen Wachstumsraten nach den Meiji-Reformen. 

Gleichwohl liegt Japan in Sachen Eigentumswirtschaft Jahrhunderte zurück. Der Engländer John Locke (1632–1704) scheitert zwar noch an einer klaren Scheidung von Besitz (possession) und Eigentum (property). Mit seiner 1689er Formel Life, Health, Liberty, or Possessions eine – gezählt ab dem Lollarden-Aufstand von 1381 – fast 300-jährige englische Wirtschaftsentwicklung ab (Two Treatises of Government). In Verfassungsrang erhebt diese Formel der Amerikaner James Madison (1751-1836) im Fifth Amendment (1791) zur United States Constitution (1789) als Liberty, Life, or Property. Sie sind unantastbar. Erst nach aufwendigen juristischen Verfahren kann ihr Schutz durchbrochen werden. 

Durch Amerikas Sturmlauf an die technologische Weltspitze wird die ökonomische Rolle des Eigentums erst einmal glänzend bestätigt. Dass man bei der Eigentumsfreiheit hinter der großen Demokratie, beim technischen Fortschritt aber vor ihr liegen könnte, bleibt jedoch unvorstellbar. Und richtig bleibt ja, dass man sie ohne Eigentum gewiss nicht überholen kann. Doch was ist dabei das Minimum?

Hinter unauffälligem Beginn die Energie für einen Marathon

China bietet nur drei Viertel des deutschen oder amerikanischen Eigentumsschutzes. Beim Gläubigerschutz allerdings rangiert es schon höher: Ein säumiger Schuldner steht nach rechtskräftiger Verurteilung auf einer elektronischen Liste. Sie schneidet ihn automatisch ab von Kreditanträgen oder Flugbuchungen, mit denen er ja seine Solvenz unter Beweis stellt. Reicht diese Kombination bereits für eine japan-analoge Überraschung? Neun Jahrzehnte nach Tsushima stellt sich die Volksrepublik erstmals einem globalen Leistungsvergleich, den sie nicht beeinflussen oder gar manipulieren kann. Es geht um die seit 1978 ermittelten und scharf gesiebten PCT-Patentanmeldungen. 1994 langt es für China mit 98 solchen applications zu einem 21 Platz, der nicht einmal zu Spott animiert. Immerhin erklimmt man hinter Japan und Südkorea unter den Ostasiaten Rang drei. 

Dass hinter dem unauffälligen Beginn die enorme Energie für einen einzigartigen Marathon steckt, verdeutlicht erst der Vergleich der fünf PCT-Besten von 2019 mit ihren Ergebnissen von 1994. Die Westler (USA und D) zusammen erreichen damals 19.092 Anmeldungen. Die drei Ostasiaten mit zusammen 2.578 können kaum jemanden beunruhigen. Ein Vierteljahrhundert später jedoch steht es 130.753 zu 77.193 für China-Japan-Korea gegen die beiden Westler. Erstere haben eine fast achtfache Unterlegenheit in eine alsbald zweifache Überlegenheit gedreht. Auch die ehemaligen Champions legen um den Faktor vier durchaus imponierend zu und verlieren dennoch eklatant. Sie haben keine Ahnung, was da immer näher bei ihnen einschlägt, obwohl sie es spätestens seit 1980 wissen könnten. Dass eine überlegene Kompetenz die Bühne betreten hat, passt einfach nicht ins eurozentrische Weltbild.

Ostasiens Aufstieg erklärt sich weder aus Diebstahl noch aus der schieren Menschenzahl Chinas, das 2019 erstmals den PCT-Spitzenplatz belegt (mit 58.990 Anmeldungen fast 600 mal stärker als1994). Indien (2.053) und Subsahara-Afrika (311, ohne Südafrika 30) haben mehr Menschen im aktiven Alter von 25 bis 64 Jahren als China und liegen doch um den Faktor 30 bis 2000 hinter dem Reich der Mitte.

Die Chinesen werden 1994 die PCT-Langstrecke schon mit Zuversicht, aber doch ohne Siegesgewissheit angegangen sein. Stolz, der zur Selbstüberschätzung verführt, kommt später. Vielleicht geschieht das schon im Jahr 2013, als man bei PCT Deutschland überholt, eher jedoch 2017, als man das einst gefürchtete, aber immer auch respektierte Japan passiert und nur noch die USA vor sich hat. 

Sieg über Geld und teure Pädagogen

Man will jetzt selbst Ranglisten erstellen und nicht warten, bis Fremde einem attestieren, ob man etwas taugt. Die Einhörner werden dafür zum Probelauf. Der in Shanghai publizierte Hurun Report meldet am 21. Oktober 2019, dass man mit 206 gegen 203 amerikanische Firmen unter insgesamt 494 Unicorns die Weltspitze erreicht habe. Die verbleibenden 85 Firmen teilen sich 22 andere Nationen.

Im August 2020 hält das amerikanische Zählunternehmen CB-Insights dagegen. Ein Jahr nach Hurun soll es 488 Einhörner geben, von denen aber 234 in den Vereinigten Staaten und nur 121 in China beheimatet seien. Der Streit darüber, wer als Unicorn gelten darf und wie die Bewertung erfolgt, wird sicher weitergehen. Unstrittig aber ist auch für die Amerikaner, dass die zehn besten Einhörner China fast 290 Milliarden Dollar kosten, die zehn besten der USA aber nur 200 Milliarden. Die zehn führenden Europäer bringen 50 Milliarden Dollar auf die Waage. Die Alte Welt ist zwar noch da, aber neugierig macht sie nicht.

Beachtenswert bleiben allerdings die 65 Millionen Briten, deren 26 Unicorns die 13 Einhörner der 85 Millionen Deutschen souverän auf Distanz halten. Für die Bundesrepublik aufschlussreich bleibt auch der Vergleich mit den 50 Millionen Südkoreanern. Bei den PCT-Patenten schaffen 2019 beide Kontrahenten je 19.000 Anmeldungen. Erst der Vergleich über ein Vierteljahrhundert hinweg offenbart die erlahmende Dynamik der Berliner Republik. 1994 schneidet sie zweiundzwanzig mal besser ab als die Südkoreaner, heute hält sie nur noch ein 1 zu 1. Bei den Einhörnern steht es zwar 13 zu 9 für die Deutschen. Aber die koreanischen werden mit 29, die deutschen lediglich mit 27 Milliarden Dollar bepreist.

Hiesige Gelehrte, die vor all dem ratlos stehen, muss man in Schutz nehmen, wenn selbst ihre Kollegen von der Weltbank nicht wirklich weiter wissen. Allenfalls werden den Entwicklungs-Überfliegern „starke Erziehungssysteme“ zugebilligt. Das ist nicht falsch, weil ja erst organisierte Erziehung die Leistungsfähigkeit der Betroffenen durch Zensuren quantifiziert und damit vergleichbar macht. So gibt der global quantifizierende Mathe-Test von 2015 (TIMSS) 409 von 1.000 südkoreanischen Kindern die bestmögliche Mathematiknote („advanced“). Das Land gibt im selben Jahr rund 10.000 Dollar pro Kind in tertiärer Erziehung aus. Deutschland stellt sogar 17,000 Dollar bereit, bringt aber nur 53 von 1.000 Kindern in die „anvanced“-Mathegruppe.

Ohne mitgebrachte Kompetenz ist dieser fast achtfache Sieg über Geld und teure Pädagogen nicht erklärbar. Wer den Deutschen durch noch mehr Ausgaben für Erziehung ein Aufschließen zur Spitze verspricht, pflegt mithin einen Optimismus, für den es hoffentlich bessere Gründe gibt als den – so oft ungebührlich bemühten – weißen Rassismus. 

 

Gunnar Heinsohn (*1943) lehrte von 2011 bis 2020 Kriegsdemographie am NATO Defense College in Rom. 2019 hat er Wettkampf um die Klugenpubliziert (Orell&Füssli).

 

Foto: Sanofi

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Wolf-Dietrich Staebe / 23.08.2020

Schland ist wieder mal abgehängt: Müll-Cedes oder Bring Misch Wohin könnten eeeendlich mal was mit Faaarad machen - weiß doch jede Gretel, Lungenkranke und Adipöse, dass nach dem Mülltrennen hier die Zukunft wartet! Steht deutlich und klar auf jedem Bollerwagen-Rad: Isch bin Volks-(Gesundheits-)-Wagen und ersetze ein Auto! China war auch schon mal soweit!

Helmut Bühler / 23.08.2020

Wir wissen doch alle, wo der Hund begraben liegt. Die immensen Investitionen ins deutsche Bildungssystem werden aufgezehrt durch sinnlose Fehlallokationen in die Geschwätzwissenschaften und durch Reibungsverluste, verursacht durch unkontrollierte Einwanderung aus bildungsfernen und minderintelligenten Gesellschaften. Was kann man erwarten, wenn heute nahezu die Hälfte aller Schüler zugezogen ist, zumeist der deutschen Sprache nur mangelhaft mächtig und oft gewöhnt an ein Leben von Transferleistungen. Statt mit ausreichend Druck die Bildungsziele durchzusetzen und in einem mehrgliedrigen Schulsystem auch ein Schwächeren eine angemessene Perspektive zu bieten senken wir die Anforderungen immer weiter ab. Was “Zertifikatesicherheit” bedeutet habe ich, zugezogen in NRW, erst lernen müssen. An den Universitäten sieht’s nicht besser aus. Pars pro toto der Klassiker: keine 50 Lehrstühle in Pharmazie, der einstigen deutschen Paradedisziplin, aber mehr als 250 Genderprofessuren. Suum cuique ...

Wolfgang Kaufmann / 23.08.2020

Früher™ besuchte ein Drittel eines Jahrgangs die Hauptschule, ein Drittel die Realschule und ein Drittel das Gymnasium. Wer nicht zwei Fremdsprachen plus Integralrechnung versteht, hatte keine Chance auf ein Studium. – Heute verteilt man Studienberechtigungen mit der Gießkanne und produziert Millionen junger Menschen, die sich zehn Jahre erfolglos auf Universitäten herumquälen, während vergleichbar ausgestattete Geister vor einem halben Jahrhundert mit Mitte Zwanzig längst einen einfachen, aber ehrlichen Beruf hatten, vielleicht schon zwei Kinder und regelmäßig in Bausparvertrag und Rentenkasse einzahlten. – Sicher ist es nach heutigem Stand bedenklich, verschiedenen Ethnien unterschiedliche IQs zuzusprechen; die einzige Eigenschaft, die laut herrschender Lehre vererbt wird, ist bekanntlich das Nazi-Gen. Aber wir verschließen die Augen auch vor der Binnendifferenzierung, nämlich dass auch mit der besten Förderung zehn- oder fünfzehnjährige aus ihrer genetischen Ausstattung kaum herauskommen. Wobei ich nicht wissen möchte, welchen Anteil das Kiffen und Saufen der Mutter am fallenden IQ von Kindern hat, etwa bei jungen Schwedinnen.

Frank Meier / 23.08.2020

Ich möchte Ihre generellen Aussagen nicht anzweifeln. Ich behaupte aber, dass der Verweis auf Anmeldezahlen bei der WIPO (PCT) so nicht zu halten ist. Die WIPO erteilt keine Patente und veröffentlich in vielen verschiedenen Sprachen (darunter Chinesisch und Koreanisch). Solche Anmeldungen lassen sich also relativ kostengünstig generieren. Schaut man mal nach Europa zum Europäischen Patentamt sieht es doch deutlich anders aus. Dort belegt Deutschland mit etwa 27000 Anmeldungen Platz 2, während Korea mit knapp 7000 Anmeldungen dahinter liegt. China mit knapp 9400 Anmeldungen übrigens auch. Darüber hinaus sind Patentanmeldungen auch nicht immer ein geeignetes Maß für die Innovationskraft. Ob und was daran innovativ bzw. erfinderisch ist hat das jeweilige Patentamt zu prüfen. Einen weiteren Hinweis noch: Ich arbeite in der Patentabteilung eines großen deutschen Konzerns. Wir sind strategisch dazu übergegangen keine PCT-Anmeldungen mehr einzureichen, weil es uns zwar einen gewissen Zeitaufschub bringt, aber eben auch Geld kostet (Anmeldegebühr, etc.). Wir gehen lieber direkt in die einzelnen Länder und sparen uns die Gebühr der WIPO.

Johannes Schuster / 23.08.2020

Ich denke, daß man an den Deutschen mit C.G. Jung viel erklären kann, vor allem ihr Hang zur germanischen Rottenverblödung, wenn die Deutschen auf das bierige Wurstfresser - Tier zurückfallen oder im Betrieb die Bundesliga wichtiger ist als ein Fachgespräch. Ich muß übrings festhalten, daß diese durchaus entwicklungs - perverse Verblödrottung so richtig unter Merkel eingesetzt hat, was durchaus mit der Sozialisation der DDR zu tun hat, zu deren Begriff eines Menschen in einer nur durchschnittlichen Masse von Fahnenträgern und heroischen Liedchensingern. Diese sozialistische Verblödung zum kotenden Massentier ist ein unbewußtes Programm geworden und hat den Nerv des Germanen so angesprochen, daß es zu einer Metaidentität in der Erkennung kam. Ich habe das auf meinem Blog schon geschrieben, daß sich Entwicklung und Gruppe nicht wirklich verträgt. Der Teamplayer ist ein Nasesprayer, er ist kein Leuchtturm und kein Diamant, er ist ein Bei - Träger und mehr nicht. Und wenn man ein tolles Team hat hat man immer noch kein Juwel, das morgens eine geile Idee hat und deswegen das Müsli aus der Nase atmet. Mit der angepassten Stangenware aus dem Turnverein wird das halt nichts und mit dem ewigen Witzle reißen über die Individualisten in den Unternehmen wird auch nichts Geniales draus. Die Deutschen haben ein sozialisiertes Problem in sich, das unbewußt ausgewirkt wird, sie können das einfach nicht objektivieren und begreifen.

A. Ostrovsky / 23.08.2020

“Wer den Deutschen durch noch mehr Ausgaben für Erziehung ein Aufschließen zur Spitze verspricht, pflegt mithin einen Optimismus, für den es hoffentlich bessere Gründe gibt als den – so oft ungebührlich bemühten – weißen Rassismus. “ Quatsch mit Soße. Weißer Rassismus, der die Bildungschancen mehrheitlich migrantischer Kinder aus dem Morgenlande oder dem legendären Südlande verbessern will. Was soll ich dazu sagen? Es gibt halt Kinder, die man mit Geld überhaupt nicht zur Leistung motivieren kann. Das ist besser als solche, die nur überhaupt fürs Geld leben. Wenn ich da Trumps Schwester und ihre Tochter im Auge habe, die ihre Wahrheiten über Trump nur wegen der Wahrheien verbreiten, da sehe ich zwei, nein drei positive Entwicklungen. 1. Zwei Frauen sind sich einig. Das ist selten und eigentlich nur möglich, wenn es gegen einen Mann geht. 2. Wer so einen Bruder oder nahen Verwandten hat, muss sich mein Vertrauen erst verdienen. Als nahe Verwandte Trumps haben sie aber einen Vertrauensvorschuss. 3. Man sollte vermuten, dass diese Frauen Vorfahren hatten, die als Migranten eingewandert sind, aber sie haben sich sehr gut integriert. Deshalb ist bei der Integration von Geschenkten noch nicht alles zu spät. Spätestens, wenn ihre Kindeskinder nur der Wahrheit wegen die Wahrheit sagen, ungefragt und ohne Drohung, dann ist die Integration geglückt. Und irgendwann klappts dann vielleicht auch mit der Mathematik.

Hans-Peter Dollhopf / 23.08.2020

Herr Heinsohn, vielen Dank für dieses entwicklungs-, aka: modernisierungs-theoretische Briefing! Sie schreiben weiter vorne: “Liberty, Life, or Property. Sie sind unantastbar.” Nun erklären Sie aber Ostasiens Aufstieg weder aus Diebstahl noch aus der schieren Menschenzahl, sondern allein aus der Entfaltung des Anrechtes auf “Property”. Aber warum haben sich eigentlich unsere Gründerväter der Moderne dann “Liberty” und “Life” denn nicht gleich gespart? Ich behaupte: Weil “es” anders funktioniert, als die KPCh “es” begriff und implementierte, die hat tatsächlich überhaupt nichts von Unserer Moderne irgendwie begriffen, fällt “es” ihr auf die Füße und Sie deuten es doch bereits selbst an: “Zur Selbstüberschätzung verführt”!

K. Schmidt / 23.08.2020

Es ist richtig, dass Sie hier die Betrachtung der Wettbewerbsfähigkeit außerhalb von Intelligenz und Mathekönnen aufnehmen. Interessant dabei wäre eine Projektion der Faktoren “Eigentum” und “Gesellschaftsstabilität”. Dabei erwarte ich die beste Entwicklung von Japan und Südkorea. China ist politisch sehr launisch. Die Verhältnisse können sich schnell ändern, auch wegen Boykotten. GB hat leider gerade eine unheimlich unfähige Regierung, Opposition und allgemein politische Klasse. Da sehe ich wirtschaftlichen Niedergang und eine unruhige, gespaltene Gesellschaft. Bei den USA ergibt sich inzwischen ein Bild von jungen, leistungsaversen Stadtbewohnern plus Tech-Workern, die sich dem Marxismus öffnen. Auch wenn Trump wieder gewinnen sollte, ist die Zukunft gerade in den Tech-Zentren ein linke. Für Deutschland und die EU lohnt sich gar keine Analyse mehr. Firmen, wie SAP, Daimler oder Bayer, werden sicher abwandern.

B. Oelsnitz / 23.08.2020

Hightech aus D-Land, siehe DAX. Nach dem gehypten Hightech-Unternehmen Wirecard (Unternehmensinhalt sind u. a. einfache Verrechnungsvorgänge auf elektronischem Wege), folgt diesem nun der nächste Star am Hightech-Firmament, ein Bestell- und Verteilerdienst für Fertiggerichte via Bicycle, Hightech vom Allerfeinstem. [D-Land hat eben eine andere Strategie, keine Einhörner, sondern Hidden Champions. Bis dato war man damit anerkennenswert erfolgreich, ob diese Strategie weiterhin Bestand haben wird, darüber darf man zumindest nachdenken.]

Wolfgang Raub / 23.08.2020

Was mir bei diesen Ausführung fehlt, ist die Definition der Kompetenz und das Aufzeigen, woher die Kompetenzen bei den Champions aus Asien kommte.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Gunnar Heinsohn / 11.08.2020 / 12:00 / 12

Massaker beim Giraffen-Reservat

Die Hoffnung, dass ihnen die hoch gewachsenen Tiere weitere Freunde der Fotosafari ins Visier bringen, mag die Todesschützen am 9. August bewogen haben, die Giraffen…/ mehr

Gunnar Heinsohn / 20.07.2020 / 06:19 / 121

Der Elefant im Brüsseler Verhandlungsraum

Die elterliche Garage, in der spanische Tüftler den Prototyp eines Smartphones fertigstellen, der Huawei und Samsung das Fürchten lehrt, gibt es nicht. Man weiß das,…/ mehr

Gunnar Heinsohn / 15.07.2020 / 15:00 / 40

Die unterschätzten Erfolge der Ostasiaten

Im Alter von 56 Jahren verwirklicht Harold W. Stevenson (1924-2005) erstmals die Idee internationaler Schülerrangordnungen. Nach seinem Militärdienst im Pazifik-Krieg spricht er fließend Japanisch. Mit…/ mehr

Gunnar Heinsohn / 20.04.2020 / 07:00 / 57

Wer wird ökonomischer Sieger der Corona-Krise?

Dass jede Krise Chancen birgt, ist gerade eine von Ökonomen gern zitierte Weisheit. Veraltete Technologien verschwinden mit dem Bankrott längst verkalkter Unternehmen. Die kühnen Innovativen…/ mehr

Gunnar Heinsohn / 18.04.2020 / 10:00 / 83

Der bange Blick auf Schweden

67.000 tote Schweden hätte Corona bewirken müssen, wenn die Prognose des Londoner Imperial College vom 16. März 2020 über 2,2 Millionen tote US-Amerikaner (330 Millionen) auf das skandinavische…/ mehr

Gunnar Heinsohn / 19.03.2020 / 06:15 / 57

Das Schutzmasken-Fiasko – jetzt selbst nähen?

Etwas verlegen antwortet Professor Christian Drosten von der Berliner Charité am 17. März auf die Frage nach dem Heimnähen von Atemmasken: „Wenn jemand Lust hat“,…/ mehr

Gunnar Heinsohn / 15.03.2020 / 12:30 / 37

Wie China Vermutungen über den Ursprung des Virus entkräften kann

Man mag stundenlang das Internet durchkämmen, um für den Dezember 2019 Genaueres über die angeblichen Verkäufer der virus-infizierten Tiere auf dem Fischmarkt von Wuhan zu…/ mehr

Gunnar Heinsohn / 11.03.2020 / 09:15 / 41

Corona-Italien: Kriegsgerede ohne Feldlazarette

Bei einem Vierundzwanzigstel der Bevölkerung Chinas (60 gegen 1440 Millionen) schafft Italien mit deutlich mehr als 600 Verstorbenen bis zum 10. März 2020 ein rundes…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com