Kürzlich sah ich einen kritischen Beitrag von Tamara Wernli mit dem Titel „Assistenten der Unterdrücker“:
„Am 1. Februar wird der „World Hijab Day“ gefeiert. Er wurde von Aktivistinnen aus den USA gegründet und soll zeigen, dass die Verschleierung von muslimischen Frauen keine Unterdrückung darstellt. Die Bewegung fordert auch westliche Frauen auf, den Hijab zu tragen, um zu erleben, wie es sich anfühlt. Unter dem Hashtag „FreeInHijab“ (frei im Kopftuch) sollen sie dann Selfies von sich in den sozialen Medien posten.
Seit einigen Tagen nun veröffentlichen Frauen Fotos von sich im Hijab, viele feiern ihn als Symbol der Freiheit und der weiblichen Emanzipation. (Zum Beispiel) Keiara aus den USA meint: „Ich habe mich nie freier gefühlt als in dem Moment, als mich meine Nachbarn zum ersten Mal mit dem Hijab sahen.“
Die oben beschriebene „FreeInHijab“-Aktion erinnert mich an folgende Situation aus meiner beruflichen Vergangenheit: Als Physiotherapeutin übt man während der Ausbildung auch Rollstuhlfahren und Sportarten wie Rolli-Basketball und so weiter. Das macht sogar richtig Spaß – solange man danach wieder aus dem Gerät aussteigen kann! Ein Blick in die Augen eines echten, an den Rollstuhl „gefesselten“ Patienten offenbart jedoch schnell, wie diese Aktion auf den Betroffenen wirken kann: Es ist eine Zurschaustellung von Freiheiten, die dem anderen versagt bleiben. Im Falle des Physiotherapeuten ist es eine berufliche Notwendigkeit, sich mit der Unfreiheit des Anderen vertraut zu machen. Dieses Experiment vollzieht man dann aber möglichst mit einer gewissen Demut. Den Zustand des dauerhaft Unfreien jedoch als Freiheit verkaufen zu wollen – wie im Falle der Hijab-Aktion – ist eine absolute Frechheit und zeugt von einer unerträglichen Arroganz dieser „Hobby-Hijab-Trägerinnen“.
Die Autorin ist ausgebildete Physiotherapeutin und studierte im Anschluss Musik. 15 Jahre arbeitete sie mit Patienten in der Neurologie.
Lesen Sie zum gleichen Thema auch auf Achgut:
Yasemin wollte ein “unanständiges” Leben führen
Bunt ist es da, wo Frauen verschleiert werden
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay
Wir sollten uns ein Beispiel an den Elefanten nehmen! "Von allen Tieren sind sie diejenigen, die zähen Widerstand gegen ihre Verfolgung leisten". (CARL SAFINA, Die Intelligenz der Tiere).
@Karl Eduard: Auch wenn es mich schmerzt, ich muss zugeben, dass Ihre Argumentation nicht direkt von der Hand zu weisen ist. Den Einzug des "Hijab für alle, die möchten" eines Tages (so im Staatsdienst und so) mit Hurra von grüner Damenriege, werden wir wohl nicht mehr verhindern können. Ich bin da pessimistisch. Es wird ja nur geschrieben und gejammert und alles geht so weiter...Abgeschafft
Nicht einverstanden! Ich bin gegen das Kopftuch, es sollte verboten werden. Das Kopftuch ist auch nicht vergleichbar mit Kippa, Kreuz und Haube, alles freiwillige Entscheidungen, zumal die Kippa nur von Männern gertragen wird und das Kreuz von beiderlei Geschlecht (es gibt nur zwei!). Warum tragen also Musliminnen hier im Westen das Kopftuch? Abgesehen von denen, die gezwungen werden: Aus politischen Gründen. Es geht darum immer mehr öffentlichen Raum zu beanspruchen, siehe erzwungene Regeln im Frauenboxen, um nur eines zu nennen. Da steckt eine politischen Agenda dahinter die nicht zentral gesteuert wird. Die Umma, also das gläubige Volk, macht individuell, jeder nach seinen Möglichkeiten, mit. Daneben werden auch monatliche (kleine) Gehälter gezahlt, damit sich die Mädchen verschleiern und so das Stadtbild ändern, z.B. in Kairo, Istanbul und auch in westlichen Banlieus. Ausserdem werden bei religiösen Familien ihre Töchter instrumentalisiert und mit Kopftuch in die Schule geschickt um danach bis vors oberste Gericht zu klagen, unterstützt und animiert von islamischen Organisationen. Oder es wird eine Gebetsecke gefordert. Hört endlich auf mit dieser blöden Toleranz und anything-goes-Haltung! Sorry Tamara, diesmal ein Ungenügend.
@ Sebastian Weber: Herrn Hofreiter mit Kopftuch stelle ich mir süß vor !
@Arne Busch - “Happy Dschihad Day” - dazu passt der Mordaufruf der Antifa auf Indymedia gegen die AFD. RAF 2.0
" Komm' , wir spielen heute das " KZ - Spiel. Wir ziehen uns um. Ich bin der Lagerkommandant. Du ziehst den gestreiften Schlafanzug an und kommst aus der Baracke. " Klar, was ich meine ? - Danke für den guten Artikel. Verödete " Gefühle" führen zu politischen Hysterie- Kundgebungen. Das ist der Zeit-"Geist ".
Ich glaube, was Feministinnen am Hijab wirklich aufregt, ist, dass er (noch) nicht "Shejab" heißt. Erst dann kann man ihn als Befreiung der Frau feiern. Sie lachen? Warten Sie ab. Blöde Witze werden wahr.