Vera Lengsfeld / 18.02.2008 / 15:07 / 0 / Seite ausdrucken

Heuchlerisch, heuchlerischer, Gysi

Die meisten Kommentatoren der aktuellen Steuersünderdebatte gehen davon aus, dass die Linke bei der nächsten Wahl von ihr profitieren werden. Schließlich benutzt diese Partei das Moralisieren wie einen Morgenstern. Gestern war in den Abendnachrichten Gregor Gysi auf einer Bühne in Hamburg zu sehen, wie er zu moralisierender Hochform auflief.
Die Steuersünder sollten sich doch vor ihre Villen stellen und ihre Untaten bekennen. Als gute Staatsbürgerin wünsche ich mir natürlich, dass möglichst viele diesem Aufruf folgen.
Noch besser würde ich es allerdings finden, wenn Gysi seinem eigenen Aufruf ernst nehmen, vor seine Pankower Riesenvilla treten und endlich Licht in das Dunkel des verschwundenen DDR- Vermögens bringen würde. Geschätzte 24 Milliarden DM sind zwischen dem Herbst 1989 und dem Herbst 1990 in den verschiedensten Kanälen versickert. Nur ein Bruchteil konnte durch spezielle Ermittler entdeckt und der Staatskasse zugeführt werden. Gysi, der im Dezember 1989 u.a. mit dem Argument, das Geld ginge verloren, die Auflösung der SED verhindert hatte, um anschließend der letzte Vorsitzende dieser Partei zu werden, trägt in dieser Funktion m.E. maßgebliche politische Mitverantwortung für das Verschwinden dieses Vermögens. Während Zumwinkel , wie man hört, mit den Ermittlungsbehörden kooperiert, hat Gysi bisher sein Wissen nicht preisgegeben.
Er zahlte seinerzeit vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuß, der sich mit den Geldschiebereien von SED-, und Stasifunktionären lieber ein Strafgeld, als auszusagen.
Die Aufregung in den Medien darüber hielt sich in Grenzen .Auch heute muss er kaum befürchten, unangenehme Fragen gestellt zu bekommen. Die SED und ihre verschwundenen Milliarden sind kein Hindernis auf dem Weg in die Hamburger Bürgerschaft, die Thüringer Staatskanzlei oder die nächste Bundesregierung.

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