News-Redaktion / 23.06.2021 / 15:00 / 0 / Seite ausdrucken

Hessens SPD fordert Türkisch-Unterricht in der Schule

Die hessische SPD-Landtagsfraktion hat ihre Forderungen nach einem Fremdsprachenangebot in Türkisch und Griechisch an Schulen bekräftigt, meldet faz.net. Wobei es wahrscheinlich vor allem um Türkisch geht und der Griechisch-Unterricht vor allem deshalb in die Forderung aufgenommen wurde, um diesen Umstand zu bemänteln. In jedem Fall habe die SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser am Dienstag in Wiesbaden bedauert, dass die schwarz-grüne Regierungsfraktionen einen entsprechenden Vorstoß der Sozialdemokraten im Landtag vergangene Woche abgelehnt hätte. Sie forderte die Landesregierung auf, diese Entscheidung zu überdenken. Dies käme einer Absage an die Förderung der Mehrsprachigkeit und an die Chancengleichheit gleich. „Es ist nicht hinnehmbar, dass in der Bevölkerung häufig gesprochene Sprachen wie Türkisch oder Griechisch auch in Zukunft nicht als zweite oder dritte Fremdsprache an hessischen Schulen unterrichtet werden sollen“, wird Faeser zitiert.

Weshalb „in der Bevölkerung häufig gesprochene Sprachen“ als Fremdsprache an deutschen Schulen gelehrt werden müssen, um „Chancengleichheit“ zu erreichen, erschließt sich vielen Bürgern außerhalb des SPD-Soziotops vielleicht nicht automatisch.

Bisher sei von der Landesregierung geplant, neben Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Altgriechisch und Latein in Zukunft auch Polnisch, Chinesisch (Mandarin), Portugiesisch und Arabisch in das schulische Lehrangebot aufzunehmen. Nun wirkt es in der Tat begründungsbedürftig, dass beispielsweise Arabisch ins Schul-Angebot aufgenommen wurde aber Türkisch nicht. Liegt es vielleicht einfach auch daran, für welche Sprachen hinreichend ausgebildete Lehrer verfügbar waren?

Protest aus türkischen Verbänden war jedenfalls zu erwarten. Atila Karabörklü, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, erklärte laut faz.net: „Die Entscheidung wird den politischen und gesellschaftlichen Diskurs in Hessen nachhaltig und schwerwiegend belasten“. Schließlich sei Türkisch die meistgesprochene Herkunftssprache in Hessen und die Türkei ein wichtiger Handelspartner. Arif Arslaner von der „Initiative für Fremdsprachen“ verwies auf 20.000 gesammelte Unterschriften für Türkischunterricht an Schulen.

Die hessische SPD setzt sich nun auch für Türkisch-Unterricht ein und damit das nicht wie eine Anbiederung an die hier lebenden Türken wirkt, setzt man sich eben auch für Griechisch-Unterricht ein. Wahrscheinlich sollte auch besserer Deutsch-Unterricht mal ein Thema sein.

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