Linke wie rechte deutsche Patrioten werden den Amis den Schutzschirm, den sie ihnen boten, nie verzeihen. Die Kränkung sitzt tief, und sie bricht wie eine unbehandelte Wunde immer wieder auf.
Wolfgang Thierse möchte gern als SPD-Urgestein und ostdeutsches Vorbild für ein widerständiges Leben gelten. Jetzt hat er gegenüber dem Berliner Tagesspiegel eine härtere Gangart gegenüber dem neuen US-Präsidenten Donald Trump gefordert. „Deutschland und Europa sind keine Vasallen der USA. Wir wollen und werden uns Herrn Trump nicht unterwerfen. Das muss Deutschland, das muss die Bundesregierung immer wieder deutlich machen.“
Ja, das musste dringend gesagt werden, obwohl es schon öfter gesagt wurde. Unter anderem von Emmanuel Macron, Oskar Lafontaine, Klaus von Dohnanyi und Rudi Lakus in der Schwetzinger Zeitung. Wir sind keine Vasallen der USA, und das müssen wir „immer wieder deutlich machen“, was etwa so verbindlich ist wie die Phrase, für Antisemitismus gebe es in Deutschland „keinen Platz“.
Thierse ist nicht dumm, er weiß natürlich, dass ohne die „Luftbrücke“ Westberlin ausgehungert worden wäre, dass ohne den Schutzschirm, den die Amis über Deutschland aufgespannt haben, das ganze Land eine große SBZ geworden wäre und dass nicht er und seine Genossen die Russen davon abgehalten haben, zum Rhein durchzumarschieren, sondern die Alliierten, vorneweg die Amerikaner. Das werden linke wie rechte deutsche Patrioten den Amis nie verzeihen, die Kränkung sitzt tief, und sie bricht wie eine unbehandelte Wunde immer wieder auf.
Dabei wäre es ganz einfach, sich aus der Rolle der Vasallen zu befreien. Deutschland müsste sich nur empowern, die Verantwortung für seine Sicherheit zu übernehmen. Die Munitionsvorräte der Bundeswehr reichen immerhin für zwei Tage bis drei Tage. Und wenn die Amis uns nicht gehen lassen, dann kommt Plan B zum Einsatz. Dunja Hayali weist uns den Weg. Zusammen mit etwa 60 weiteren „Prominenten“, darunter auch einigen Leiter von NS-Gedenkstätten, hat sie ihren Abgang von der Plattform X bekannt gegeben, einen toxischen „Ort der Zensur, des Rassismus und Antisemitismus“. Das ist gelebte Zivilcourage! Es gebe, sagte der Sprecher des Hauses der Wannseekonferenz, „Alternativen“ zu X, z.B. Tiktok. Glückwunsch!
Wir haben die Amis immer wieder und wieder gewarnt, sie sollen es nicht übertreiben. Sie haben nicht auf uns gehört. Und jetzt bekommen sie die Quittung: Dunja Hayali verlässt X und dockt bei Tiktok an!
Henryk M. Broder ist einer der Herausgeber von Achgut.com.
Beitragsbild: By Andy Morffew, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons Ministry of Truth - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In Ostberlin ist auch keiner verhungert. Österreich war auch geteilt, mußte aber auf seine Wiedervereinigung nicht bis 1990 warten. Muss ich den USA dankbar sein. Ich gebe zu, sie haben der Sowjetunion geholfen den Nazis in den Arsch zu treten. Die NATO sorgte später bis heute dafür das der Mond nicht in die Ostsee fällt. Ich gehe aber davon aus das man sie auch ohne schlimme Folgen für Deutschland auflösen könnte. Ich würde mich freuen wenn Trump „America Great Again“ macht und den Rest der Welt in Ruhe lässt.
Der Sprecher des Hauses der Wannseekonferenz Eike Stegen über X: „systematisch unmoderiert“. Dunja Hayali: „Ort der Zensur, des Rassismus und Antisemitismus“. Nicht moderieren heißt zensieren? Frau Hayali bezeichnet die Abschaffung der Zensur als Zensur. Zensur, Rassismus, Antisemitismus, das war doch das alte Programm vor Musks Machtergreifung? Ist Frau Hayali nun dafür oder dagegen?
Danke für den Text, Herr Broder. Auch wenn ich bezweifele, dass es linke Patrioten überhaupt gibt. Bei den rechten Patrioten sollte die Erkenntnis auf wessen Seite man besser steht hoffentlich auch irgendwann ankommen. Das blöde Gefasel, man wolle zu allem und jedem, einschließlich Russland und China, ein gutes Verhältnis haben, ist in etwa genauso realistisch, wie das Werfen von Teddys an Bahnhöfen es war. Wollte Deutschland wirklich souverän sein, bräuchte es Atomwaffen, Flugzeugträger und eine Armee mit der sich wirklich niemand anlegen wollen würde. Deutschland hat aber nichts davon und es strebt nicht mal irgendwas in der Richtung an. Und solange dem so ist, geht es uns als amerikanischer Vasall allemal besser, als als Vasall Russlands oder Chinas.
Es werden zahlreiche linke „Patrioten“ genannt. Wo aber sind die Beispiele der „rechten“ Patrioten? Soll woll die AfD gemeint sein. Aber bleibt ähnlich schwammig-inhaltslos wie eine Correctiv „Reportage“. Aber das kennt man ja von Herrn Broder schon auf seinen Welt Beiträgen.
Köstlich, wenn Dunya Halali sich über die unmoderierten X Nachrichten aufregt und dann zu tiktok wechselt. Meinungsfreiheit wurde im ÖRR ja bisher schon als störend empfunden und weitgehend vermieden.
Bestimmt bleibt das Konto aber erstmal (sicherheitshalber) erhalten, um dann in ein paar Wochen wieder aktiviert zu werden, um den Rääächten das Medium nicht alleien zu überlassen. Es ist so lustig.
Nach meiner Erfahrung mit dem Apparat der SPD besteht dieser aus drei ausländischen Lobbies: einer prorussischen, einer prochinesischen und einer protürkischen. Über ein proamerikanisches Lobby im Willy-Brand-Haus kann ich nicht berichten, schließe es auch nicht aus. Das einzige Lobby, das dort offensichtlich fehlt, ist die prodeutsche. Es gibt also viele, deren Vasallen die Deutschen gerne werden können; insbesondere wenn sie von Sozialdemokraten geführt werden.