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„Wer, wenn nicht ich – Henryk M. Broder“ von Henryk M. Broder, Achgut Edition 2019, hier bestellbar.

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Inzwischen lese und höre ich auch sehr gern die Rede des Bundespräsidenten, die ist in der Regel mindestens ähnlich ernst, voller Würde (würde ich es nur verstehen!) und genau dadurch zu Zeiten auch mehr Heiterkeit-erregend. Heute scheint mir das besonders zuzutreffen. Oder bin ich am Ende doch Masochist?
Eine Nation, ein Staat definiert sich über Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgrenze. Staatsgrenze haben wir nicht mehr, Staatsvolk ist heute Jedermann, nur Deutsche hat man nicht so gern dabei zu völkisch. Und das souveräne Staatsgebiet hat man an die EU abgetreten. Ohne einmal das völkische Volk zu fragen. Was feiern wir? Für 100 Jahre DDR ist es noch ein paar Jahre zu früh.
Noch etwas: Alle wissen oder glauben zu wissen, was hier schief läuft. Aber keiner inklusive Herrn Broder skizziert Regeln oder vielleicht traut sich auch keiner zu benennen, was denn geändert werden müsste, damit es wieder aufwärts gehen kann. Dabei hätte doch Herr Broder die Lebenserfahrung und die Lebenserfahrung auch seiner Eltern, die sich als er 11 Jahre alt war, aus Polen über Österreich in die Bundesrepublik abgesetzt hatten. Das geschah doch nicht zufällig und grundlos.
@Ilona Grimm, wir dürfen nicht vergessen, dass im Inland die deutsche Nationalhymne aus der praktischen Erwägung heraus nicht gespielt werden darf, weil eine Bundeskanzelnde a.D. sonst unkontrollierbare Zitteranfälle kriegen könnte.
Der Autor klagt ja nun schon länger als die letzten zwei Jahre und so gesehen hat sich wirklich gar nichts geändert. Und dass die Zukunft derjenigen, die hier rumjammern in der Vergangenheit liegt, ist eine wirklich gute Nachricht. Aus einem verzagten Hinterteil kommt halt kein fröhlicher Laut. In diesem Sinne happy unity day und Ruhm und Ehre der Deutschen Nation und Euch Jammergestalten!
Es ist aber eher der Tag der Offenen Moschee. So feiert „unsere Demokratie“.
„… Unser Land ist am Ende. Die Lichter gehen aus.
Wir tragen Masken und keiner geht mehr raus
Die Stimmung ist im Keller und die Miete ist krass
also gehen wir ins Netz – und da regiert der Hass!
Sex, Essen und Freundschaft kommen volldigital
wir gehen manchmal wählen und haben keine Wahl
und sowieso kein Geld, egal wieviel wir sparen
Doch wir dürfen auf der Autobahn 300 Sachen fahren.
Und dennoch, und trotzdem nach all der verlorenen Zeit
gibt’s doch eins was uns bleibt:
Wir sind alle gegen Nazis.
Wir sind alle gegen Nazis.
Unsere Welt ist am Ende. Der Meeresspiegel steigt.
Der Regenwald brennt und der Ozean schweigt.
Der Mensch heißt Mensch und der Traum ist aus
Wir stecken da drin und kommen nicht mehr raus
Die Hoffnung ist tausendmal im Mittelmeer ertrunken
das Eis ist geschmolzen und der Dampfer gesunken
Unsere Stunde hat geschlagen, unsere Tage sind gezählt
Der Drops ist gelutscht und die Banane ist geschält
Und dennoch, und trotzdem nach all der verlorenen Zeit
gibt’s doch eins was uns bleibt:
Wir sind alle gegen Nazis.
Wir sind alle gegen Nazis.“
(Theodor Shitstorm; auf youtube verfügbar).