Hier einige erlesene Passagen aus der damaligen Spiegel-Story:
„Er nennt seine Freundin penetrant ‚Mäuschen‘, jagt sie reimend um den Tisch und serviert ihr Pampe mit Erinnerungen: ‚Ich hatte keine glückliche Kindheit, aber ich hatte Bohnen.‘ Er erzählt Witze, die sogar im Karneval verpönt wären, wäscht sich nicht und behält auch nachts den Hut auf. Vollends unerträglich wird Knut, der Alleinunterhalter, wenn er zu singen anfängt. Dann möchte man ihn mit seiner eigenen Gitarre erschlagen.“
„Der Mann hätte Karriere im Fernsehen machen können, aber nach seinem Debüt bei ProSieben am 10. Januar kam umgehend das Aus. Die Serie ‚Mein neuer Freund‘ mit Christian Ulmen wurde abgesetzt, kaum dass sie gestartet war. An diesem Donnerstag kommt Ulmen, der als ‚Herr Lehmann‘ in dem gleichnamigen Film von Leander Haußmann bekannt wurde, wieder ins Programm."
"Ein Jahr vor dem Abitur fiel ihm auf dem schwarzen Brett des Offenen Kanals ein Aushang auf: RTL suchte Moderatoren für eine Kindersendung. ‚Da bin ich zum Casting gegangen, und nach acht Runden hatte ich den Job.‘ Ulmen moderierte ‚Disney & Co‘, ein Format, mit dem auch Britney Spears ihre Karriere angefangen hat. Für die Arbeit musste er sich von der Schule freinehmen, sogar mitten im Abitur. Und als er es endlich geschafft hatte, schrieb er sich an der Universität für Theologie ein, ‚aber nur, weil da der Numerus clausus so niedrig war‘".
„In der ersten Folge hatte sich Ulmen als Knut verkleidet, der völligen Mangel an Können und Manieren mit einem ins Unendliche überzogenen Selbstbewusstsein verbindet. Der Mann ist eine Plage für Augen und Ohren und, wenn Fernsehen auch Gerüche übertragen könnte, sicher auch für die Nase. Seine Partnerin Diana, im wirklichen Leben eine junge Moderedakteurin, sagt: ‚Eigentlich ist das alles ein Alptraum‘ und ‚Der ist aus dem Zoo‘, aber ihre Freunde und sogar ihre Eltern bleiben zwanghaft cool, wenn sie Knut in Aktion erleben. Sogar, wenn er auf einer Vernissage Bilder enthüllt, die Diana aus einer extrem intimen Perspektive zeigen. Anything goes.“
„In den acht produzierten Folgen spielte Ulmen jeweils einen Ekelcharakter, der seine Umgebung bis über die Schmerzgrenze hinaus nervt. Eine ‚Freundin‘ – in zwei Folgen auch ein ‚Freund‘ – muss es mit ihm von Freitag bis Sonntag aushalten, schafft sie oder er es, wird eine Belohnung von 10.000 Euro fällig“.
Einen 21 Jahre alten Artikel von H. M. Broder auszubuddeln – naja, das ist erstmal nur von historischem Interesse. Gibt’s nix neues dazu zu sagen?
Im Blog von Hadmut Danisch werden einige Fragen aufgeworfen und juristische Aspekte diskutiert. Hat’s bei der Redaktion dazu nicht gereicht?
Mal abgesehen von der Unschuldsvermutung und davon, dass jetzt jeder männliche Medienfuzzi seine Gefühle auskotzen und seine Haltung zeigen muss: Wie kommt das Relotius-Lügenblatt an vertrauliche Emails?
Eine postklimakterische Besserverdienerfrau offenbart schreckliche Vorkommnisse, die angeblich 10 Jahre her sind? Wie immer, um die Karriere zu fördern, hopsen die Jungtussis in jedes Bett; wenn die Karriere vorbei ist, wird skandalisiert, was dann nicht mehr schaden, sondern noch der Publicity dienen kann (man bleibt wenigstens im Gespräch).
Danisch geht ausführlich auf den Muschi-Exhibitionismus ein, womit heutzutage 4-, 5- bis 6-stellig verdient werden kann, dann soll gefälligst nicht Jahre später über Dokus gejammert werden, die nun mal in den unlöschbaren Weiten des WWW (wieder-)zufinden sind.
Und außerdem: Weshalb ist NUR Exhibitionismus von Männern strafbar?
Und was ist mit dem jetzt?
Das deutsche Selbstbestimmungsgesetz scheint bei konsequenter Anwendung dem Ulmen einige Ausflüchte zu eröffnen. Ein nicht unbekannter deutsch-zypriotischer Blogger hat darauf hingewiesen: Ulmen könnte sein Geschlecht geändert haben und auch Collien heißen wollen. Er hätte gar nicht die Identität seiner Frau gefälscht, sondern wäre selbst eine Collien und hätte sich selbst so darstellen wollen. So dass er sich gar nicht als sie dargestellt hätte, sondern als sich selbst.
Es wären also seine eigenen Chat Dates gewesen und seine eigenen Bilder, Filme und auch die Phantasien – wenn auch noch so übel – wären auf ihn selbst als Collien bezogen. So seine Wünsche, als Frau einer sadistischen Gruppenvergewaltigung unterzogen zu werden. Auch wenn er keine Bilder von sich als irgendwie noch Aspekte seiner männlichen Erscheinung zeigende Transfrau ins Netz gestellt hat, sondern sein Äußeres in seinen Wunschträumen völlig seiner Frau nachgebildet hat. Wie würden die Tirfs („Trans-INclusionary Radical Feminists“) auf diese Ulme reagieren? Seine Cis-Frau könnte sich befreit freuen: „Die Nutte hat gar nicht mich, sondern sich selbst in den Dreck gezogen.“ Es gilt die Unschuldsvermutung.
Ich schlage vor, jetzt einfach mal abzuwarten, welches Ergebnis die Vorermittlungen in Spanien haben, die derzeit laufen aufgrund der Anzeige von Frau Fernandes. Herrn Ulmen kenne ich nur aus nervigen Werbespots, und unabhängig von seiner Person und der Sachlage ist es ganz sicher in den meisten Fällen nicht so, dass man Menschen ansieht, was sie hinter verschlossenen Türen machen, auch wenn wir das gerne glauben. Ganz allgemein sind Deepfakes sicher schlimm für die Betroffenen. Wenn es der Strafverfolgung hilft, fände ich zusätzliche Strafrechtsnormen ok, man sollte nur höllisch aufpassen, dass damit nicht durch die Hintertür eine Klarnamenpflicht eingeführt wird. Seltsamerweise sind die Feministinnen, die jetzt auf der Straße waren, nicht demonstrieren gegangen, als kürzlich die mutmaßliche Vergewaltigung einer minderjährigen Kurdin in Berlin bekannt wurde und die Defizite der dortigen Jugendeinrichtung deutlich wurden (Vorwurf der Vertuschung von Gewalt durch migrantische Täter.) Und viele der Demonstrantinnen gehören zu einem Milieu, das es völlig ok findet, Vergewaltiger in Frauengefängnissen unterzubringen, Männer in Frauenhäuser zu lassen (die daher keine „Frauenhäuser“ mehr sind) und Frauen zumutet, in Fitnessstudios mit nackten Männern duschen und sich umkleiden zu müssen. Hat Claudia Roth nach der Kölner Silvesternacht eigentlich auch kundgetan, dass sie geweint habe? Ist mir jedenfalls nicht bekannt. Alles in allem bleibt man ratlos zurück, was die selektive Empörung angeht. Sollte es nicht so sein, dass man generell um die Privatsphäre von Frauen besorgt sein sollte? Sind nicht reale Vergewaltigungen ebenfalls schlimm, egal wer die Täter sind, und sollte man nicht darüber sprechen, welche Tätergruppe überproportional häufig in den Gewaltstatistiken auftaucht? Jedenfalls sind wir mehr als zehn Jahre nach der Kölner Silvesternacht keinen Schritt weiter in der Diskussion.
Zwischen Traumschiff und Tatort tun sich Abgründe auf. Bärbel Bas, Carolin Kebekus und Luisa Neubauer fordern die Klarnamenpflicht im Internet. Warum nur ist mir so langweilig?
Es handelt sich um ein Ermittlungsverfahren, anscheinend sogar ein im Ausland geführtes, mit offenem Ausgang. Und auf dieser Grundlage dreht sich nun die ideologische Zeitgeistblase um Frau CF. Diese penetriert die Öffentlichkeit mit ihre Eheproblemen, sorgt für eine massive Vorverurteilung und instrumentaliert den Fall für ihre wohlfeile Selbstvermarktung (über Relotius-Presse, Talk Show und Demo) und – in kollusivem Zusammenwirken mit notorischen Berufsaktivisten und grindig-opportunistischen Politikern – zu einem Angriff auf Demokratie und Rechtsstaat, der in Forderungen von Klarnamenpflicht im Internet über Beweislastumkehr und Suspendierung der Unschuldsvermutung bei Vergewaltigungen bis hin zu Kastrationsforderungen gipfelt. Wenn man sich die Meinungsbeiträge im Internet und die Demonstration so anschaut, dann nimmt die intellektuelle und charakterliche Leere von Personen ohne Kompetenz und Aufgabe im Leben, aber mit dem pathologischen Drang zu öffentlicher moralischer Selbstüberhöhung fast körperliche Formen an…
Da lob ich mir doch den Vorfall Nähe Hannover, wo ein Mann heute seine mutmassliche Ehefrau mit mutmasslichem Hammer mutmasslichen Kopf eingehämmert hat. Die Frau hat oder muss man sagen hatte, 5 Kinder und Migrationshintergrund. Also alles in Ordnung, alles nur eine kulturelle, landestypische Eigenheit. Gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen !?