....damit keiner merkt, dass wir keinen Deut besser waren: Immer mehr ehemalige Größen der internationalen Klimatokratie fordern den Rücktritt des “Weltklimarat”-Vorsitzenden Rajendra Pachauri. Der ist wohl tatsächlich fällig. Aber diejenigen, die sich da jetzt als wissenschaftliche Saubermänner präsentieren, haben in ihrer Amtszeit den Klima-Dogmatismus höchstpersönlich befördert und die Voraussetzungen für das System Pachauri überhaupt erst geschaffen. Aber schauen wir uns mal die drei Kandidaten an, die da heute den Rücktritt, des Weltklimarat-Chefs fordern: Sir David King, ehemaliger Wissenschafts-Berater der britischen Regierung. Robert Watson, Vorgänger Pachauris auf dem Chefsessel des IPCC sowie Hartmut Graßl, ehemaliger Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie.
Sir David King beglückte die Welt während seiner Amtszeit unter Tony Blair mit der Ansage: „Der Klimawandel ist das gefährlichste Problem, dem wir heute gegenüberstehen - sogar gefährlicher als die Bedrohung durch den Terrorismus („climate change is the most severe problem that we are facing today—more serious even than the threat of terrorism“). Während einer Diskussion in London, an der ich selbst teilnahm, verteidigte Sir David King beispielsweise verbissen die damals schon diskreditierte Hockeystick-Kurve. Auf meine Frage, ob es nicht in der mittelalterlichen Warmzeit genauso warm gewesen sei wie heute, antwortete er sichtbar gereizt: „Das war ein rein lokales Phänomen, das ist was die Daten sagen“.
Kurz abfertigen musste sich auch die russische Akademie der Wissenschaften lassen, als sie zu einem Seminar über das Kioto-Protokoll nach Moskau geladen hatte. Die britische Delegation unter Leitung von Sir David King entdeckte im Tagungsprogramm eine Reihe „unerwünschte“ Wissenschaftler. Andrei Illarionov, seinerzeit ökonomischer Berater von Wladimir Putin, erinnert sich: „Mr. King forderte uns ultimativ auf, etwa zwei Drittel der Referenten nicht zuzulassen, sonst würde die britische Delegation geschlossen abreisen.“ Die Gastgeber mussten bemerken: Die Debatte ist nicht beendet, sondern nicht erwünscht.
Der Mann, der wie kaum ein zweiter in Großbritannien die Grenze vom wissenschaftlichen Berater zum Klima-Aktivisten überschritten hat, sagt jetzt plötzlich: „This issue is far too important for scientists to risk crossing the line into advocacy.“ Als Rajendra Pachauri in Kopenhagen verkündet habe, alles Eis werden in den nächsten 30 jahren von den Gipfeln des Himalaya verschwunden sein, habe er „kaum seinen Ohren trauen wollen“ („When I heard Dr Pachauri, the head of the IPCC, declare this at Copenhagen last December I could hardly believe my ears“). Da erhebt sich doch die Frage: Warum hat Sir David King dann nicht mal den Mund aufgemacht? Durch Schüchternheit ist er zuvor eigentlich nie aufgefallen.
Auch Rajendra Pachauris Vorgänger Robert Watson, der jetzt in den Kritikerchor einstimmt, ist während seiner Amtszeit nicht gerade durch Selbstzweifel oder Skeptizismus aufgefallen. Im Jahr 2002 bemerkte er beispielsweise süffisant, „Die einzige Person auf der Welt, die nicht von die Klima-Wissenschaft überzeugt ist, heißt George Bush“ (“The only person who doesn’t believe the science is President Bush).” Bei seiner Abwahl als IPCC-Vorsitzender stilisierte er sich prompt zum Opfer der amerikanischen Öl- und Kohle-Lobby, diese Legende wird von Journalisten ja immer gerne genommen.
Sein darauf folgendes „Weltsättigungsprojekt“ war wiederum „Konsens-Wissenschaft“ in UN-Mission und zwar vom vom Feinsten. Diesmal ging es um die grüne Gentechnik. Watson hatte dazu ein »gigantisches soziales Experiment« organisiert, ebenso zweifelhaft wie der IPCC Prozess und mit dem Label „partizipative Wissenschaft“ (Bei so einem Wort rollen sich bei mir gleich die Fußnägel hoch). Siehe hier.
Auch der ehemalige Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie, Hartmut Graßl, sagt Pachauri möge „reinen Tisch machen” und die Leitung des wichtigen Gremiums in andere Hände geben. Warum bloß? Gegenüber dem Greenpeacemagazin war er 2008 noch für kurzen Prozess mit Klima-Skeptikern. Zitat: „Bei einer Podiumsdiskussion vor Kurzem äußerte sich einer der Journalisten à la Lomborg und noch schlimmer. Die Moderatorin forderte mich auf zu reagieren. Dies widerspreche doch meiner Haltung diametral. Ich antwortete: „Hier ist es am besten, ich sage gar nichts.“ Und damit war Ende der Debatte.“Und dass Graßl Politik und Wissenschaft nur schwer auseinander halten kann, stellt er auch auf diesem Video eindrucksvoll unter Beweis.
Fortsetzung folgt
