Seine Wahl bedeutete das Ende der Welt. Jedenfalls der Welt, wie sie der «Spiegel» kannte. Er ist ein Rassist, mit ihm hat der Faschismus in den USA die Macht ergriffen, wie Jakob Augstein schon früh erkannte. Jetzt ist Trumpr auch noch ein mitschuldiger Heuchler.
„Unsere Nation muss Rassismus, Fanatismus und White Supremacy verurteilen", also den Glauben an eine weiße Überlegenheit. „Hass hat keinen Platz in unserem Land", fuhr Donald Trump fort, er verurteile „Hassverbrechen" und „einheimischen Terrorismus". Zudem forderte er die Todesstrafe für Amokläufer wie den Massenmörder von El Paso; der andere Irre in Dayton war von der Polizei erschossen worden.
Seit den Zeiten von Barack Obama gab es keine so klare Distanzierung eines amtierenden Präsidenten, keine so klare Verurteilung von rassistisch motivierten Verbrechen. Dass der gleich präventiv mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Obama bis zum Ende seiner Amtszeit die Kill List weiterführte, was soll’s. Die war von Bush Junior nach 9/11 eingeführt worden. Einmal wöchentlich wird dem Präsidenten eine Liste von mutmaßlichen Terroristen vorgelegt, die er abnickt. Die werden dann überall auf der Welt, meistens durch den Einsatz von Drohnen, umgebracht. Oft mit Kollateralschäden, gelegentlich wird auch eine ganze Hochzeitsgesellschaft in die Luft gesprengt.
Über solche Widersprüchlichkeiten sah man bei der Hoffnung im Weißen Haus wohlwollend hinweg. Und bei Trump? Wie eigentlich immer bringt der „Spiegel“ alles auf den Punkt, woran der Haltungs-Journalismus krankt. Vor Häme triefend, das ist noch untertrieben als Beschreibung des Totalverrisses „Trumps leere Worte“. Einen Satz des Lobes ringt sich das Nachrichtenmagazin ab: „Seine Worte stimmen.“ Der geht aber völlig unter in einem Meer von Schmähkritik.
Trump habe versucht, die Rolle eines Trösters zu spielen, aber wie ein Roboter habe er seine Rede vom Teleprompter abgelesen. Mit seiner Rhetorik habe er den Boden bereitet für solche Verbrechen. In seiner Rede mache er alles Mögliche dafür verantwortlich, „nur nicht das von ihm selbst angeheizte politische Klima“. Damit „verweigert sich Trump jedoch sowohl dem ideologischen Kontext dieses nationalistischen Terrors, als auch seiner eigenen Mitverantwortung“, belehrt ihn das Blatt aus Hamburg.
Elmar Theweßens kühner Bogen zur AfD
Die beste Methode, um die völlige Absurdität einer Kritik zu demaskieren, ist ihre Befolgung. Trump hätte also in freier Rede seine Mitverantwortung für diese Verbrechen eingestehen sollen, sie zudem in einen ideologischen Kontext – was immer das sein mag – stellen müssen, und am besten dann noch seinen Rücktritt erklären.
Aber der „Spiegel“ ist natürlich nicht alleine in der Verurteilung der „Lippenbekenntnisse“ des US-Präsidenten. Auch das ZDF sieht Trump „im Fokus“, erwähnt prominent die Kritik eines demokratischen Präsidentschaftsbewerbers, der zwar chancenlos ist, aber die Gelegenheit ergreift, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem er Trump vorwirft, der schüre den Rassismus. Und der vormalige Terrorismus-Experte und aktuelle Washington-Korrespondent des ZDF nennt das Massaker von El Paso „beim Namen: Es ist Terrorismus.“ Nicht etwa ein Akt der Feigheit, wie Trump formulierte, weist auch Elmar Theweßen den Präsidenten zurecht.
Aber der ist gar nicht Zielscheibe seines Kommentars. Über die Gefahr durch Terrorismus im Allgemeinen, die Taten der linken RAF im Speziellen schlägt er einen kühnen Bogen zur Ermordung des CDU-Politikers Walter Lübcke, zur Pegida und natürlich zur AfD. Der US-Präsident sei „mitschuldig“ an den Massakern, der „rechte Terror“ sei derzeit „die größte Bedrohung der Demokratie“, weiß Theweßen. Und da dachte man doch, der Terror islamischer Wahnsinniger sei die größte Bedrohung; gut, dass einen der Terrorismus-Experte des ZDF aufklärt, dass das ein Irrtum ist, und an der wahren Bedrohung der Demokratie ist dann erst noch der US-Präsident mitschuldig, meiner Treu.
Auch die FAZ zeigt, dass nicht immer ein kluger Kopf dahintersteckt. „Demokraten machen Trumps Rhetorik für Attacke mitverantwortlich“, titelt das Blatt der tiefen Denke und Analyse. Die „Welt“ kritisiert, dass nach seiner Rede die „Einlassungen“ des Präsidenten „weit weniger staatstragend“ daherkämen. Wie das? Trump forderte auf Twitter, Berichterstattung müsse „fair, ausgewogen und unparteiisch sein“, dabei hätten die Medien „eine große Mitverantwortung für Leben und Sicherheit in unserem Land“. Damit schiebe er den Medien Mitverantwortung zu, kritisiert die „Welt“. Und dabei hat Trump nicht mal die deutschsprachigen Medien gelesen.
Nur die NZZ bewahrt, wie meist, einen kühlen Kopf und konzentriert sich auf Berichterstattung, „Schiesserei in Trumps Amerika“, das ist ein Titel, der die schrecklichen Ereignisse gültig zusammenfasst. Wer aber nicht die NZZ liest, und das ist in Deutschland doch die überwältigende Mehrheit, muss einen ganz anderen Eindruck gewinnen. Obwohl, „bild dir deine Meinung“, die immer noch auflagenstärkste Zeitung in Deutschland eher ausgewogen über die Versuche der Demokraten berichtet, Trump eine Mitschuld in die Schuhe zu schieben. So erwähnt „Bild“, dass deren momentan aussichtsreichster Kandidat, Ex-Vizepräsident Joe Biden, sich mit Schuldzuweisungen sehr zurückhält. Denn er wisse, dass die Wurzeln viel tiefer reichen und es schon „vor Trump in den USA Blutbäder dieser Art gab“.
Einäugige Demagogie als Analyse
Eigentlich unglaublich, dass ein Blatt mit den ganz großen Buchstaben auf Zusammenhänge und Hintergründe hinweist, die den Meistern der tiefschürfenden Analyse in den sogenannten Qualitätsmedien entgehen. Wer wie Theweßen sein eigenes Süppchen kochen will und die US-Massaker dafür missbraucht, gegen rechten Terror in Deutschland und seine mutmaßlichen Sympathisanten bei Pegida und AfD vom Leder zu ziehen, disqualifiziert sich selbst.
Der „Spiegel“ sollte endlich den Ausdruck „Nachrichtenmagazin“ streichen. Wenn er irgendwo „Analyse“ draufschreibt, dann ist einäugige Demagogie drin. Die allerdings so durchsichtig und flachbrüstig vorgetragen wird, dass der Autor alleine schon für diese Beleidigung der Intelligenz des Lesers zur Verantwortung gezogen werden müsste. Gegen das, was Marc Pitzke aus New York hier absondert, war die deutsche Frontberichterstattung im Ersten Weltkrieg geradezu ein Ausbund an unparteiischem und objektivem Journalismus.
Man möchte ihm wirklich fürsorglich zurufen: Das bringt doch nichts, dermaßen gegen die Wirklichkeit anzuschreiben, nicht zu sagen, was ist. Für wie dumm hält er denn den „Spiegel“-Leser? Aber nicht nur er, ach so viele lassen einen an ein Gedicht von Kurt Tucholsky denken. Tucholsky? Einfach mal googeln. Der schrieb als Theobald Tiger in der Weltbühne schon 1931 seherisch: „O hochverehrtes Publikum, bist du wirklich so dumm?“ Um zum Fazit zu gelangen: „Es lastet auf dieser Zeit, der Fluch der Mittelmäßigkeit. Hast du so einen schwachen Magen? Kannst du keine Wahrheit vertragen? Bist also nur ein Grießbrei-Fresser? Ja dann ... Ja dann verdienst du’s nicht besser.“
Damals waren nun alles andere als mittelmäßige Zeiten. Aber in den aktuellen Zeiten ersaufen wir in ganzen Grießbrei-Seen. Ich fordere daher, dass die ganze Haltungs-Journaille, die dem neuen Juste Milieu nach dem Mund schreibt und es mit Grießbrei einschmiert, in Andenken an den großen Kurt Tucholsky das Wort Brei im Namen seiner Publikation tragen muss. Ich weiß, fordern kann man viel. Aber das würde doch immerhin etwas die Verhältnisse klären.
Beitragsbild: Usien CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Der Täter von Ohio war anscheinend antifaschist und Trump Gegner, die englischen Medien berichten schon seit zwei Tagen darüber. Dass das bei ARD und ZDF nicht kommt, ist klar, aber die Achse sollte das doch schon wissen?
Es gibt nur ein Szenario, das die linken Schmierfinken als einigermaßen zufriedenstellendes Ergebnis akzeptieren würden. Trump, the white potato, gesteht zur besten Sendezeit bei CNN seine alleinige Schuld am weltweiten Rassismus, übernimmt danach die Verantwortung für den menschgemachten Klimawandel, der unter seiner staatstragenden Flatulenz zum baldigen Weltuntergang führen wird. Als abendlichen Höhepunkt läßt er Boris the Johnson and the german Mitglieders of the AFD einfliegen, die er routiniert und gezielt mit der neuesten amerikanischen Handfeuerwaffe niederstreckt, danach singt er die Nationalhymne und wird anschließend, zum Dessert sozusagen, vom demokratischen Mob finally in der Luft zerrissen. Unsere infantilen, schwachsinnigen, medialen Simulanten stimmen daraufhin wildes Indianergeheul an, und rennen hüpfend mit Triumphgeschrei durch die Redaktions-und Fernsehstudios. Klebrig gibt eine Runde 'kleinen Feigling' aus. Das ist der feuchte Traum linker Ideologen. Und meinen Traum, den erzähle ich Ihnen morgen. Denn den, muß ich erst mal an der netiquette vorbei schmuggeln! Gott schütze Donald Trump.
Und wenn ein oder mehr Islamisten einen schweren Terroranschlag begehen, dann scheint sonst keiner dahinter zu stecken, außer die vom IS, was ohnehin nichts mit dem Islam zu tun hat, wie es immer so schön heißt.
Es gibt in Deutschland kein Thema mehr, bei dem man nicht schon vorher weiß, was man sagen darf und was nicht. Frage an Radio Eriwan: Ist das nicht ein Merkmal von Diktaturen. Im Prinzip ja. Aber die haben sich umbenannt in "Unsere Demokratie".
Wie bringen Sie denn Haltung und Journalismus zusammen? Wer seine Wünsche und Vorurteile verbreitet leistet doch keine aufklärerische, informative Arbeit. Ihr Vergleich zur Berichterstattung in Kriegszeiten trifft den Sachverhalt besser: Man könnte inzwischen wohl tatsächlich von einer Kriegsberichterstattung sprechen. Das klingt auch weniger nett als Haltung - eine Formulierung, die wohl als Framing bezeichnet werden könnte, denn der Begriff Haltung bringt einen an sich negativen Tatbestand in einen positiven sprachlichen Zusammenhang. Auch deswegen sollte der Begriff fallen gelassen werden, weil wir so nur weiter die Arbeit der grünstichigen Hetzer erledigen. Kriegsberichterstatter ist sachlich näher und klingt nach dem, was es tatsächlich ist: häßlich und schmutzig.
Wenn ich mir das was hier im Deutschen Blätterwald absondert wird ansehe dann begreife ich ,wieso im Ausland die deutsche Überheblichkeit angeprangert wird. Irgendwo hatten wir doch das schon mal. Das politische Verhalten Deutscher Politiker ist abstossend , eingebildet und nicht mehr nachvollziehbar. Durch diese Politik wurden viele Länder der EU und auch jene die nicht in diesem Verein sind in Mitleidenschaft gezogen. Sie mussten unzählige Dinge zwangsmäßig übernehmen oder durchleben. Die Grenzöffnung, die Raubzüge der Steuervögte, die Umverteilung, die Schulden-wirtschaft, die EZB mit 0 Zinspolitik und einkauf von Billionen fauler Krediten, was schlichtweg mit Enteignung betitelt werden muss, um nur einige zu nennen. Viele Handlungen der Deutschen Regierung sind Verbrechen die eigentlich zu ahnden wären. Passiert aber nicht. Wenn die Presse aus diesem Land Tiraden gegen Trump absondert, dann ist jeder Beliebtheitsverlust nachvollziehbar. Auch der nach Innen, von der eigenen Bevölkerung. Sauber machen vor der eigenen Tür! b.schaller
Auch nach der sogenannten Flüchtlingskrise 2015/2016 überqueren derzeit monatlich rund 10 000 Asylsuchende die deutsche Grenze und warten Sie erst einmal ab, bis NGO-Lieferungen aus Italien direkt per Eilzug nach Deutschland kommen. Da kommt Freude auf....