Heute feiert der russische Präsident Wladimir Putin seinen 70. Geburtstag. Statt einer Siegesparade in Kiew wird es nur eine kleine Feier im Kreise seiner Freunde im Kreml geben. Seine deutschen Weggefährten werden ihm aus der Ferne gratulieren. Es ist uns gelungen, einige dieser Botschaften abzufangen, noch bevor sie abgeschickt wurden.
Lieber Wladimir Putin,
meine besten Wünsche zum 70sten Geburtstag, an dem man sich ja, um einmal mich selbst zu zitieren, gelegentlich fragt: Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? Bei Dir, lieber Wladimir, liegt die Sache natürlich auf der Hand. Um es mit Rudi Völler zu sagen: Es gibt nur ein‘ Wladimir Putin! Oder, wie Zarah Leander sang: „Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder!“
Das hat die Welt spätestens seit dem 24. Februar begriffen. Schon vor über fünf Jahren, im Januar 2017 habe ich einem jungen YouTuber, der sich selbst für „jung & naiv“ hält, die Wahrheit ins Mikrophon diktiert: „Wir haben mit Putin vergleichsweise Glück“. Das „vergleichsweise“ möchte ich offiziell zurücknehmen und wie damals hinzufügen: Du bist ein „besonnener Moderator“ und ein „verlässlicher Partner“! Zu gerne hätte ich, anstelle von Olaf Scholz, der US-amerikanisch gesteuerten Marionette Hamburger Großbankiers, an diesem großen langen Tisch mit Dir im Kreml gesessen, der schon diskursökologisch genau meine Kragenweite ist. Was hätten wir alles besprechen können! Vielleicht wäre daraus ein wöchentlicher Podcast „Precht & Putin“ geworden, um der westlichen Mainstream-Lügenpresse, der sogenannten „Vierten Gewalt“, ordentlich auf die Füße zu treten.
Für heute sage ich nur: Friede sei mit Dir, Wladimir!
Dein Richard David Precht
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Verehrter Genosse Putin,
an Deinem Ehrentag möchte ich Dir die Grüße aller Werktätig*innen aus Mecklenburg-Vorpommern überbringen und Dich der unverbrüchlichen Freundschaft unserer beiden Völker versichern. Leider haben imperialistische Kreise aus der angloamerikanischen Welt den Betrieb von Nordstream 2 verhindert, die praktisch wie symbolisch zum festen Band zwischen uns geworden wäre. Nicht nur Du, auch ich bin unentwegt der friedensfeindlichen Hetze der Springer-Journaille und anderer Vertreter der westlichen Propaganda ausgesetzt, die auch unser gemeinsames Zukunftsprojekt der „Klima-Stiftung“ zu Fall gebracht haben. Doch wer wüsste besser als Du, wie wahr der gute alte Satz ist: „Viel Feind‘, viel Ehr‘!“ Wir Nordostdeutschen wissen: In den Stürmen der Zeit besteht nur jener, der tief verwurzelt ist im Glauben, das Richtige zu tun. Oder wie es der Genosse Erich Honecker, mit dessen Erben ich ja in Schwerin regiere, einst uns allen ins Stammbuch geschrieben hat:
„Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“
In diesem Sinne wünsche ich Dir zum runden Geburtstag alles Gute!
Druschba!
Deine Manuela
P.S. Im Fall des Falles ist für Dich immer ein Plätzchen auf Usedom oder in Putbus auf Rügen frei.
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Mein lieber Wladimir, altes Haus!
Herzlich willkommen im Kreise der Seventysomethings! Und ich kann Dir sagen: Da ist noch lange nicht Schluss, da geht noch was! Im Übrigen gilt: Marmorstein und Eisen bricht, aber unsere Freundschaft nicht. Da sollen sich all die Medienschlampen schwarz ärgern! Uns eint ja nicht nur die unzerstörbare Liebe zu Demokratie und Frieden, sondern auch der Paria-Status, in den uns die Kriegstreiber der NATO versetzt haben. Ich kann mein Haus in Hannover nur noch nachts mit Hoodie und unter Polizeischutz verlassen. So-Yeon muss alleine zu Aldi gehen und wird dort manchmal von bellizistischen Kassiererinnen angepflaumt. Rassismus pur, sag ich Dir. Nur ganz selten kriegen wir Besuch, meistens aus der „Stern“-Chefredaktion, die ja eine gute antiamerikanische Tradition hat. Aber ich will mich nicht beschweren und lieber an den alten Satz erinnern, der uns beiden Richtschnur bleiben soll: „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“. Dass Du Deinen treuen Freund Ramsan Kadyrow, den BILD als „Bluthund“ verunglimpft, gerade zum Generaloberst ernannt hast, beweist wieder einmal Dein strategisches Geschick.
Lieber Wladimir, lass Dich feiern. Man sieht sich!
Dein alter Freund Gerd
Siehe auch: Wladimir Kaminer über Putin und seine Lakaien