Wenn es um sicherheitsrelevante Investitionen geht, sollte es kaum Diskussionen geben. In solchen Fällen könnten Beschränkungen natürlich sinnvoll sein. Dennoch scheint es in Deutschland wenig Dringlichkeit in dieser Frage zu geben. Seit Jahren übt die US-Regierung Druck auf die deutsche Regierung aus, den chinesischen Telekommunikationshersteller Huawei aus ihren 5G- und 6G-Netzen auszuschließen, aber Deutschland zögert weiterhin, da es nur schrittweise Beschränkungen auferlegen will.
Seit Jahren warnen Sicherheitsbehörden vor potenzieller Spionage oder versteckten Abschaltvorrichtungen und warnen davor, dass es im Falle eines Konflikts zu Sabotageakten an der digitalen Infrastruktur Deutschlands kommen könnte. Huawei hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen, aber die Bedenken gehen auf ein chinesisches Sicherheitsgesetz zurück, das 2017 in Kraft getreten ist und alle Organisationen und Bürger zur Zusammenarbeit mit den „nationalen Geheimdiensten” verpflichtet. Zumindest scheint Deutschland jedoch vorzuhaben, hier endlich etwas zu unternehmen.
Was die wirtschaftlichen Beziehungen zu China angeht, ist die Lösung weit weniger offensichtlich. Protektionisten wie der französische Präsident Emmanuel Macron nutzen ihre Chance und drängen Deutschland, höheren Zöllen für China zuzustimmen, aber das wäre natürlich wirtschaftlich unsinnig. In den letzten Jahrzehnten hat der Aufstieg Chinas in der Weltwirtschaft, der zu einem Rückgang der Kosten für Industriegüter in westlichen Ländern geführt hat, auch dazu beigetragen, die Löhne im Dienstleistungssektor im Westen hoch zu halten.
Mit anderen Worten: Das Problem ist hausgemacht. Ein deutscher Unternehmer vertraut der South China Morning Post an: „Wir könnten mit der Konkurrenz aus China leben, wenn wir hier wettbewerbsfähiger wären.“
Protektionismus oder Aufräumen im eigenen Haus?
Die neue nationale Sicherheitsstrategie von US-Präsident Donald Trump könnte der deutschen Regierung einige Anregungen geben, wie sie die Wettbewerbsfähigkeit des Landes wiederherstellen kann. Die Strategie nennt insbesondere die gescheiterte Energiepolitik des Landes als zentrales Problem.
Die Fakten sprechen für sich. Derzeit sind die Strompreise für die Industrie in Deutschland etwa dreimal so hoch wie in den USA und China. Während der europäische Erdgaspreis etwa vier- bis fünfmal so hoch ist wie in den USA, müssen Unternehmen in Europa mit einem Erdgaspreis konkurrieren, der 50 Prozent höher ist. Dieser Wettbewerbsnachteil ist größtenteils selbstverschuldet. Die europäischen Politiker könnten die Situation heute verbessern, indem sie das EU-Klimasteuersystem ETS abschaffen oder zumindest die Kosten dafür senken. Derzeit sind die Kosten dieser EU-Klimasteuer etwa doppelt so hoch wie die Gesamtkosten des US-Erdgaspreises. Trotz der Beschwerden der chemischen Industrie darüber werden jedoch keine politischen Maßnahmen ergriffen.
Während die deutsche Chemieindustrie Alarm schlägt, sieht es leider so aus, als würden einige in Deutschland auf die Sirenenrufe des Protektionismus hören. „Einige deutsche Hersteller sind der Meinung, dass sich die einst symbiotische Partnerschaft zu einer missbräuchlichen Beziehung entwickelt hat, und wollen aussteigen“, so das Wall Street Journal. Offensichtlich ist es auch im Jahr 2025 noch zu viel verlangt, sich gegen die Klimagötter zu stellen.
Bundeskanzler Merz ist in dieser Frage buchstäblich überall zu finden. Als er auf den starken Rückgang der deutschen Exporte nach China – den Grund für das wachsende Handelsdefizit mit China – einging, brachte er sogar die Vereinigten Staaten ins Spiel. Im vergangenen Monat bemerkte er zu diesem Thema: „Wir werden mit der Industrie diskutieren, wie wir nicht nur von China, sondern auch beispielsweise von den USA und den großen Technologieunternehmen weniger abhängig werden können.“
Die führende westliche Nation und eine der stärksten Demokratien der Welt, die zweimal zur Befreiung Europas beigetragen hat, mit einer autoritären asiatischen Diktatur gleichzusetzen, ist für einen deutschen Bundeskanzler kein gutes Bild. Vielleicht sollten die Europäer nicht befürchten, dass Trump das transatlantische Bündnis auflösen wird, sondern dass ihre eigene, immer unbeliebter werdende Führung dies tun wird.
Chinas Stärke in Frage stellen
Chinas Bevölkerung schrumpft – auch als Folge der moralisch verwerflichen Ein-Kind-Politik. In 75 Jahren wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter laut Prognosen weniger als ein Drittel der heutigen Bevölkerung betragen. Auch die jüngste Wirtschaftsleistung Chinas war eher durchwachsen. Die boomenden Exporte sind nicht unbedingt ein Zeichen für eine insgesamt gute Wirtschaftslage.
Beobachtern zufolge sind diese das Ergebnis einer Überproduktion, die auf alle Arten von Subventionen zurückzuführen ist, darunter auch ein starker Subventionswettbewerb zwischen den chinesischen Provinzen. Überschüssige Solarmodule und Elektrofahrzeuge werden dann auf den globalen Märkten abgesetzt. Das ist zwar disruptiv, aber wahrscheinlich keine nachhaltige Entwicklung.
Es wäre eine Sache, zusätzliche Zölle zu erheben, wenn die europäische Politik nicht der Hauptgrund dafür wäre, dass europäische Unternehmen nicht mit dem Zustrom chinesischer Waren konkurrieren können. Das ist jedoch nicht der Fall. Sowohl bei Autos als auch bei Solarmodulen hat die EU-Politik den Zustrom aus China gefördert, indem sie Verbrennungsmotoren verboten und den Mitgliedstaaten vorgeschrieben hat, einen Mindestanteil ihrer Energieerzeugung aus „erneuerbaren Energien” zu beziehen. Glücklicherweise hat die EU nun beschlossen, das Verbot für die Produktion von Fahrzeugen aufzuheben, bei denen sie überlegen ist – Verbrennungsmotoren. Sie sollte auch die Klimapolitik abschwächen, die „unzuverlässige” Technologien vorschreibt.
Während die Öffnung des Handels zwischen freien Demokratien ein Kinderspiel ist, ist die Frage, ob China mit seiner zentralen Planung und massiven Subventionen zusätzliche Handelsbeschränkungen auferlegt werden sollten, schwieriger zu beantworten. Selbst in dieser Beziehung ist es jedoch ein Fehler, mehr Protektionismus einzuführen – zumindest bevor die innenpolitischen Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigen, abgeschafft werden.
Um mit China umzugehen, sollte Europa daher bei sich selbst anfangen.
R. Reiger
/ 30.12.2025
Immer gemessen am Anteil an der jeweiligen Weltwirtschaft war China, verlor langsam an Bedeutung in der Qing-Dynastie 1644-1911 durch hausgemachte Selbstisolation…
„Der Erste Opiumkrieg war ein bewaffneter Konflikt zwischen Großbritannien und dem Kaiserreich China der Qing-Dynastie, der vom 4. September 1839 bis zum 29. August 1842 ausgetragen wurde. Die britische Seite nahm die Beschlagnahmung des Opiums britischer Händler zum Anlass, den Krieg zu beginnen. Das Motiv dahinter war die Erhaltung des illegalen Opiumhandels, der für den Ausgleich des britischen Handelsdefizits mit China sorgte. Die Briten konnten das chinesische Kaiserreich in einer mehrjährigen Militärexpedition durch die Eroberung und Blockade strategisch gelegener Küstenstädte schließlich zu den ungleichen Verträgen von Nanjing und Humen zwingen. ( Wiki)“
Aus dem Abstieg durch Eigenverschulden haben die Chinesen gelernt, Herr Reiger.
Geld, Gier ,Macht, die 3 Säulen auf denen der Kapitalismus steht. Natürlich funktionieren auch andere System nicht, egal ob Kommunismus oder Sozialismus, weil immer der Mensch dahinter steht. Wenn man sich die Entwicklung anschaut, jeder will ran an Speck, jedes Land versucht immer mehr imperialistisch einzudringen und sich festzusetzen, um immer mehr Ressourcen auszubeuten, für die Wirtschaft natürlich. Da kennt man keine Grenzen mehr, ob es die Arktis oder die Tiefsee ist. Da ist Europa nicht anders wie China. Ausbeutung pur ist die Devise. Man muss kein Prophet sein, um zu merken, dass das nicht mehr lange gut geht.„ In 75 Jahren wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter laut Prognosen weniger als ein Drittel der heutigen Bevölkerung betragen.“ Oh man, wie naiv, das dürfte das kleinste Problem sein, sofern es Menschen überhaupt noch gibt, bis dorthin. Der Mensch ist ein Auslaufmodell, Hawking gab ihm noch ca. 100 Jahre….der Mensch muss auch nicht überleben, warum auch, die Erde gab es ohne ihn auch und war keinesfalls schlechter dran, im Gegenteil.
Immer gemessen am Anteil an der jeweiligen Weltwirtschaft war China Welt-Wirtschaftsmacht Nummer 1 in der Tang-Dynastie 618 – 907, in der Song-Dynastie 960-1279, sackte bisschen durch in der Yuan-Dynastie 1261-1368, war wieder Welt-Wirtschaftsmacht Nummer 1 in der Ming-Dynastie 1368-1644, verlor langsam an Bedeutung in der Qing-Dynastie 1644-1911 durch hausgemachte Selbstisolation ausgerechnet zum Beginn der industriellen Revolution, erholte sich nicht unter Mao, ist jetzt aber wieder auf dem Weg zur Welt-Wirtschaftsmacht Nummer 1 in Konkurrenz mit der USA (hier kann’s noch mal krachen) aber nicht in Konkurrenz mit Europa. Vergesst Europa. Zusammengefasst: Ohne Abstieg durch Eigenverschulden war China immer Welt-Wirtschaftsmacht Nummer 1. Das ist nicht die Ausnahme, es ist der Normalzustand.
Selbst Yanis Varoufakis sieht für die EU und den Euro nur noch 3 Möglichkeiten: Scheitern, die Frage ist nur wie?
Es „entfaltet sich langsam eine Debatte“? Spätestens seit den Engpässen bei der Versorgung mit chinesischen Medikamenten und essentiellen Bauteilen für die westliche Industrie hätte diese „Debatte“ auf Hochtouren laufen müssen. Allerspätestens. Auch seinerzeit wurden Sprüche geklopft, die Abhängigkeit von China müsse dringend(!) abgebaut werden – inzwischen wieder Jahre her. Solange sich „Debatten langsam entfalten“, wird Europa den Zug, der lange abgefahren ist, nur noch immer kleiner am Horizont verschwinden sehen. Und wer immer noch glaubt, mit „freiem Handel“ lasse sich ein wirtschaftlicher Gigant wie China unter Kontrolle halten, der ist Teil des Problems.
Die Zukunft des Verbrenners ist besiegelt. Aus EUropa nichts mehr kommen, erst recht keine konkurrenzfähigen Weltmarktprodukte. Das hat gleich mehrere Gründe. In EUropa kann kein Mensch bei diesen Strompreisen eine Autoindustrie am Leben erhalten. Und es kommt ja noch die CO2-Abgabe auf den Kraftstoff dazu. Sprit und Strom werden immer teurer, und das ist erwünscht so. Die Chinesen ficht das nicht an. Sie bauen ihre Wirtschaft/Gesellschaft konsequent um auf Elektrizität und tun alles um die Strompreise zu senken. Im Wesentlichen durch Bau von Kraftwerken und globale Marktführerschaft bei Sonarpanels und Windmühlen. Das führt dazu, dass in China E-Autos konkurrenzlos sind in Kaufpreis und Betrieb. EUropa kann selbst unter günstigsten Umständen nicht dagegenhalten. Bei den Amis ist es was anderes, die fahren Verbrenner zu günstigen Kraftstoffpreisen.
M.E. falsche Ausgangsposition. Ist es wirklich die EU? Ist es China? Ist es Huawei? # Wer bestimmt die deutsche Politik? Deutsche Politiker. Die bestimmen sie selbst dann noch, wenn sie vor lauter Dummheit hoheitliche Staatsaufgaben einer demokratisch zweifelhaften, staatsübergreifenden Organisation – der EU z.B. – übertragen. Und wer läßt es zu, daß „die Politiker“ jeden Dummfug anstellen können? Der Souverän, der Wähler, der diesen Mummenschanz alle 4 Jahre beenden könnte. Es aber nicht tut. # Sie können mir erzählen, was immer Sie wollen. Daß „der Chinese“ oder „der Russe“ oder auch „der Amerikaner“ es gut oder nicht so gut mit uns meinen. „Unser Verhältnis“ zu anderen Staaten wird von „unseren Politikern“ geprägt. Im Dialog mit diesen „anderen Staaten“. Wenn „unsere gewählten Vertreter“ aber jeden Bezug zu ihrem Amtseid verloren haben, dann darf man sich über nichts mehr wundern. Erst recht nicht, wenn diese Pfeifen alle 4 Jahre wieder in ihrem Tun bestätigt werden. Obwohl seit einigen Jahren eine politische Alternative zur Verfügung steht, die damit wirbt, diesen Unsinn beenden zu wollen. # Das ist, je nach Sichtweise, der Vor- oder Nachteil einer Demokratie. Jede bekommt die Regierung, die der Wähler herbeistimmt. Nicht das Klagen über die Zustände – wie es z.Zt. rd. 70% der Wähler tun – sondern der Blick in den Spiegel und evtl. eine Änderung des Wahlverhaltens ist angesagt.