Johannes C. Bockenheimer & Benjamin Weinthal
Als europäische Drehscheibe für den illegalen Handel dient dabei Hamburg: Von der Hansestadt aus konnte Irans Staatsreederei IRISL über Jahre hinweg ungestört ihren Geschäften nachgehen. Erst als 2009 der deutsche Frachter “Hansa India” der Reederei Leonhardt & Blumberg mit einer Waffenlieferung an die Terrororganisation Hisbollah aufgebracht wurde, schritt Berlin zaghaft ein: Geschäfte mit der IRISL unterlagen fortan strengeren Überprüfungen.
Genutzt hat die Maßnahme freilich wenig: Die Iraner entzogen sich den Kontrollen, indem ein Netzwerk von mehr als einem Dutzend Strohfirmen das Geschäft des Mutterkonzerns fortführte. Wie so oft waren es die Amerikaner, die zuerst auf die fragwürdigen Geschäfte aufmerksam wurden: Das US-Finanzministerium setze die Firmen, allesamt im feinen Hamburger Stadtteil Uhlenhorst ansässig, im vergangenen September auf die Sanktionsliste.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/grossreeder-wegen-iran-geschaeften-im-zwielicht/4236248.html