Sehen Sie es mir bitte nach, liebe Leser in der Schweiz, wenn ich heute von der Vorgabe für diese Kolumne abweiche. Da es die letzte in diesem Jahr ist, will ich mir eine Extravaganz erlauben und Ihnen eine Extrawurst zumuten.
Sie haben es sicher schon vor mir erfahren. Toblerone wird seit einigen Monaten „halal“ hergestellt, also im Einklang mit den für Muslime geltenden Speisegeboten. Trotzdem bleibe „die Rezeptur dabei unverändert“, versichert das Unternehmen. Das kann man eigentlich nur so verstehen, dass Toblerone schon immer „halal“ war, ohne dass dies öffentlich verkündet wurde. Die einen wussten es, und den anderen war es egal.
Ich habe nichts gegen „halal“-Speisen, so wie ich nichts gegen „koschere“ Lebensmittel habe. Ich nehme sogar vegane und vegetarische Gerichte zu mir, alles außer Tofu. Eines meiner Lieblingsessen sind Röschti mit Spinat. Toblerone allerdings wird mit sofortiger Wirkung von der Liste meiner Favoriten gestrichen.
Mir ist klar, dass der Markt seine eigenen Regeln hat. „Mit fast zwei Milliarden muslimischen Konsumenten sind Halal-Produkte drauf und dran, den Weltmarkt zu verändern“, schreibt BLICK. Das mag stimmen oder auch nicht. Der Weltmarkt verändert sich täglich. Ich jedenfalls habe keine Lust, Teilnehmer einer Appeasement-Kampagne zu sein. Ich möchte zumindest die Wahl haben, wenn ich bei Coop oder bei Migros einkaufe. So wie ich bei vielen Produkten zwischen „laktosefreien“ und „laktoseunfreien“ wählen kann.
Sie haben vor beinahe zehn Jahren in einer Volksabstimmung für ein Bauverbot von Minaretten votiert. Erinnern Sie sich noch, wie Sie von allen Seiten gewarnt wurden, eine solche Entscheidung könnte furchtbare Folgen für die Schweiz haben? Für den Export von Uhren, Schokolade, Medikamenten und anderen Chemie-Produkten? Touristen aus islamischen Ländern würden einen Bogen um die Schweiz machen. Nichts davon ist eingetreten.
Was haben Sie als nächstes vor? Werden Sie Scharia-Gerichte in der Schweiz zulassen? Separate Zeiten für muslimische Frauen in öffentlichen Bädern einführen? Die Kinderehe legalisieren? Was Sie auch machen, denken Sie immer an einen Satz von Winston Churchill:
„Ein Appeaser ist jemand, der ein Krokodil füttert, in der Hoffnung, es werde ihn als Letzten fressen.“
Zuerst erschienen in der Zürcher Weltwoche

Ich kann allen nur die englische Wikiquote mit Winston Churchill zum Thema empfehlen.
"Heute halal" , morgen "balla, balla" !
"Die Wahrheit ist so wertvoll, daß sie gut versteckt werden muß". Auch ein schöner Beitrag von Sir Winston Curchill.
Schließe mich Ihnen an, lieber Herr Broder - und ab itzt nur noch Baglawa(h)n, gehen wir gleich zum Original. (Hab' mir eh mal den Kiefer gebrochen und die Zähne ausgerissen mit dem Zeugs). Spruch: Was früher haram war, kann doch heute nicht halal sein (nach einem bestimmten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, selig). Kann man auch umgekehrt so sagen, langsam völlig egal. Difficile saturam non scribere (Juvenal, um 100 nach dem einen und um 500 vor dem anderen Propheten). Vielleicht interessant, was mir vor vielen Jahren mal die süßen Mädelchen in Thailand beijebracht haben: Süß heißt bei denen "wan", ein "bagwan" ist ein "Süßmund", also ein Süßholzraspler, ein Schmeichler. Bag ist also "Mund", besser französisch "le bec" - alles irgendwie Sanskrit halt (bei uns noch in der, wahlweise an der Backe??). Zu anfangs habe ich das verstanden als "sweet mouse", weil sie's nicht richtig aussprechen konnten, bis mir klar wurde, dass die "sweet mouth" meinten. Und ich Depp habe zu denen immer (zärtlich) gesagt "bagwan" - dabei ist das eher ein Schimpfwort dort. Oh süßer Wahn ... . Wan Wahn.
Sehr geehrter Herr Broder, trösten Sie sich mit Benn. „Nur zwei Dinge“ Durch soviel Formen geschritten, durch Ich und Wir und Du, doch alles blieb erlitten durch die ewige Frage: wozu? Das ist eine Kinderfrage. Dir wurde erst spät bewusst, es gibt nur eines: ertrage - ob Sinn, ob Sucht, ob Sage - dein fernbestimmtes: Du musst. Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere, was alles erblühte, verblich, es gibt nur zwei Dinge: die Leere und das gezeichnete Ich. Sie sind ein Gezeichneter, Herr Broder, keine leere Hülle. Frohes Fest, wo auch immer Sie weilen und nen juten Rutsch ins 2019. Deo volente:-)