Noch 7 Tage Kernkraft in Deutschland: Die Vorreiter und wie die Welt sie bewundert. Unser Autor Manfred Haferburg nimmt auf seine Weise Abschied.
Historisch gesehen, waren „Vorreiter“ die Bediensteten von Adligen, die deren Kutsche voranritten und den Weg mit Hilfe von Peitschen und Knüppeln vom herumlungernden Pack freimachten. Freie Fahrt für die Kutschen der Herrschenden. Im Rahmen vieler guter Absichten machte das Wort einen Bedeutungswandel durch und endete als Synonym für die „Pioniere des guten Neuen“.
Im Energiewende-Report von McKinsey findet sich seit Jahren viel Ungemach für die verschiedenen Energiewende-Bundesminister und die deutschen Geldverschwendungsregierungen. Alle selbstgesetzten Ziele der Energiewende werden gerissen. Jahr für Jahr sinkt die Anzahl der Beschäftigten in der Ökobranche, ist Job-Abbau in der energieintensiven Industrie zu verzeichnen, der Netzausbau liegt deutlich hinter dem Plan, der Windausbau hinkt nach, der Primärenergieverbrauch steigt, der Stromverbrauch sinkt nicht, der Strompreis steigt weiter in Richtung Eiskugel pro Kilowattstunde, ebenso wie die CO2-Emissionen. Die deutschen Kernenergie-Ausstiegs-Vorreiter liegen weit vorn im Kohlendioxid-Ausstoß pro Kopf, mit über acht Tonnen pro Kopf rund doppelt so hoch wie ihre Kernkraftnachbarn in Frankreich mit vier Tonnen.
Deutschland ist schon lange kein Vorreiter mehr, sondern wurde durch die Energiewende zum „Klimakiller“. Alle Selbstverpflichtungen Deutschlands, die immer die Vorgaben der EU übertrafen, sind nichts als großsprecherische Ankündigungen, die nicht eingehalten werden können. Ob Merkel oder Scholz, ob Altmaier oder Habeck – die regierungsamtlichen Vorreiterziele sind nichts als Makulatur, unerreichbare Ziele. Die Verkünder wissen das, sind aber trotzdem dafür.
Über 100 Milliarden Euro in eine „Alleingangs-Energiewende“ versenkt
Man hat Angst, dass das Scheitern herauskommt und die Verantwortlichen abgestraft werden. Schon vor drei Jahren stellte Peter Altmaier den versammelten Teilnehmern einer exklusiven „CDU-Klausurtagung Energie- und Umweltpolitik“ in Aussicht, dass es mit den teuren klimapolitischen Alleingängen Deutschlands bald vorbei sein könnte. „Ich bin fest davon überzeugt, dass der Weg nationaler Ziele falsch ist“.
Na toll, das fiel dem Hauptverantwortlichen einer Regierung zu seiner eigenen Energiepolitik ein, nachdem er in den vorhergehenden fünf Jahren über 100 Milliarden Euro Vermögen der Bürger in eine „Alleingangs-Energiewende“ versenkt hat und dabei stets behauptete, die anderen würden schon folgen. Wie hatte derselbe Herr Minister doch vor sechs Jahren getönt? „Die meisten sagen: Wenn es einer schaffen kann, dann sind es die Deutschen. Deutsche Innovationen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien übernehmen Länder wie China und Indien schließlich gerne.“ LOL!
Obwohl Deutschland nur mit zwei Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß beiträgt, hält die Regierung den deutschen Beitrag zur Weltrettung für essentiell: Die hochentwickelten Industrienationen hätten eine Verantwortung, Lösungen zu entwickeln. Wenn Deutschland es mit Hilfe der Energiewende schaffen würde, seinen CO2 Ausstoß planmäßig bis 2050 um ca. 60 Prozent zu senken – was mit heutiger Speichertechnologie unmöglich ist –, dann würde der weltweite Klimakollaps erst drei Tage später eintreten – um den Preis von einer Billion Euro deutschen Steuerzahlergeldes. Diese Zahl stammt nicht von mir, sondern von Robert Habeck.
In Amerika lacht man über „die dümmste Energiepolitik der Welt“
Habeck hat gemerkt, dass seine Ziele auf der Stromproduktionsseite unerreichbar sind. Deshalb nimmt er kurzerhand die Bürger in die Pflicht. Was er nicht an CO2-Einsparung schafft, sollen die jetzt beim Autofahren und Wohnungheizen einsparen. Wie es sich für einen Grünen gehört, durch Verbote von Motoren und Gasheizungen. Koste es, was es wolle – natürlich die Bürger. Und natürlich sind die Zielvorgaben auf diesem Gebiet genauso unrealistisch wie auf dem Stromsektor. Es gibt weder die materiellen Ressourcen noch die Fachkräfte zur Umsetzung.
Die deutschen Vorreiter haben schon eine Vorbildrolle. Nämlich der Welt als Beispiel zu dienen, wie man es nicht machen sollte. Im Jahr 2019 erschien im Wall Street Journal ein Artikel über die deutsche Energiepolitik mit dem Titel „World’s Dumbest Energy Policy“ („Die dümmste Energiepolitik der Welt“). Im Artikel wird aufgezeigt, dass „unzählige Milliarden“ in „unzuverlässige Wind- und Sonnenenergie“ geflossen sind und dass Deutschland nach dem Abschalten von Atom- und Kohlekraftwerken „wahrscheinlich Kohlekraft aus Polen und der Tschechischen Republik importieren wird“. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Energiewende weder ökonomisch noch ökologisch Sinn macht.
Die Welt schüttelt nur den Kopf über die deutschen Vorreiter und ihre Großmäuligkeit.

Das wird schon alles stimmen, dem wachsamen Leser ist dieser Megatrend in den Abgrund nicht entgangen. Aber, deutsche Politiker sind nicht lernfaehig, das sollte doch langsam bekannt sein, nach ca. 120 Jahren Irrsinn, nur unterbrochen in der BRD fuer einige Jahrzehnte. Wenn etwas nicht klappt, aber ganz sicher nochmal eine Schippe drauflegen, bis zum Untergang. Die verschiedenen „Wenden“ sind Manifest dieses Missverhaltens.
Die Taliban zerstörten 2001 zwei große Budda-Statuen im Bamiyantal, nicht weit von Kabul entfernt; sie galten als Wektkulturerbe…
Ihre Brüder*Schwestern im Geiste in Deutschland (beider Glaubensfarbe ist Grün) werden in ein paar Tagen ein Weltkulturerbe deutscher Ingenieurkunst vernichten…
denn sie sind ebenso fundamental (bescheuert) wie ihre Ebenbilder in Afghanisthan….
… und die Bewohner dieses Landes sind es zufrieden, weil es ja gilt, die Welt zu genesen….ganz vorbildlich durch deutsches Wesen…..
… wieder einmal…..
Bei der deutschen Energiewende handelt es sich offensichtlich um eine nichtmilitärische Spezialoperation.
Gehirnamputation? Das muss es sein? Genderstudies? Gehirnstudies?
Ich grübel schon seit Wochen, ob die deutsche Eigenschaft einen offensichtlich falsch eingeschlagenen Weg immer bis in den Untergang weiter zu gehen, genetisch bedingt ist.
„Die Welt schüttelt nur den Kopf über die deutschen Vorreiter und ihre Großmäuligkeit.“
Falsch! Den Kopf über die Großmäuligkeit der Deutschen kann nur jener Teil der Welt schütteln, dem das neu war. Viele sind das nicht, vielleicht dass es in Melanesien Menschen gibt, denen das mit klimamissionarischer Dummheit gebeizte Maulheld*innentum neu ist. Wir jedenfalls machten schon Bekanntschaft, bei uns picken sie an Kreuzungen und auf Autobahnen.
Schöne Ostergrüße aus Österreich, dem Land der Duckmäuser, des Blockwartismus der uneigennützigen Bosheit.
Ich folge ihren Ausführungen immer sehr gern, lieber Herr Haferburg. Aber die Schmerzen, die mir diese grüne Dummheit zufügt sind immens.