Manfred Haferburg / 03.04.2023 / 11:00 / Foto: Achgut.com / 79 / Seite ausdrucken

Haferburgs großer Kernkraft-Countdown (3)

Noch 13 Tage Kernkraft in Deutschland: Die Mütter und Väter des Kernkraft-Ausstiegs. Unser Autor Manfred Haferburg nimmt auf seine Weise Abschied.

Die Mutter des deutschen Kernkraftausstieges heißt mit Namen Doktor Angela Dorothea Merkel, geborene Kasner; geboren am 17. Juli 1954 in Hamburg, angeblich eine Physikerin. Sie galt als mächtigste Frau der Welt. Sie hatte kein Problem damit, sich in einem Anfall von Fukushima-Panik über die Verfassung hinwegzusetzen und per Telefonanruf sieben deutsche Kernkraftwerke abschalten zu lassen, denen ihre eigene Regierung ein halbes Jahr vorher nach umfangreichen und kostspieligen Nachrüstmaßnahmen eine Laufzeitverlängerung von zehn Jahren zugestanden hatte.

Während der Tage der Entscheidung saß ein Freund von mir mit der Kanzlerin im Dienstwagen und machte ihr höflich politische Vorhaltungen wegen des überstürzten Kernkraftausstiegs. Frau Dr. Merkel schwieg dazu mit finsterer Miene. Bis es aus ihr herausbrach: „Aber hast du die Umfragen gesehen?“ Die Physikerin Merkel glaubte mehr an Umfrageergebnisse als an die Gesetze der Physik. So, wie sie überhaupt Gesetze als ihre Verfügungsmasse betrachtete. Gebracht hat es ihrer Partei nichts – seither ist ein ehemaliger Maoist der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Der Schaden, den diese irrsinnige Entscheidung angerichtet hat, ist nicht wiedergutzumachen. 

Der Kernkraftausstieg hat noch ein paar weitere Muttis, vor allem grüne und rote. Die Grundlastleugnerin Kotting-Uhl sticht besonders hervor, aber auch die Basta-Postbotin Steffi Lemke, die erneuerbare Svenja Schulze. Und natürlich die unvermeidliche Claudia Roth, die sich drauf freuende Frau Göring-Eckardt, die permavergnatzte Frau Künast. Erinnert sich noch jemand an die unsägliche Barbara Hendricks…? Ich kann hier gar nicht alle gebührend würdigen.

Umweltschädliche Geldvernichtung im großen Stil

Natürlich hat der Kernkraftausstieg auch viele Väter. Eine kurze Aufzählung: Klaus Ethikkommission Töpfer, Jürgen Eiskugel Trittin, Sigmar Überzeugungstäter Gabriel, Norbert Antiatom Röttgen, Peter Erdgassexy Altmaier. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Deutschland seit Mitte der 80er Jahre keinen Umweltminister hatte, der nicht erklärter Gegner der Kernenergie war. Der Kernenergie-Ausstieg wurde von ihnen systematisch in den Irrsinn der Energiewende eingebettet.

In jüngster Zeit haben sich noch folgende Väter um den Kernkraftausstieg verdient gemacht: Robert Diegehennichtpleite Habeck, Friedrich Brandmauer Merz, Olaf Icherinneremichnicht Scholz und Christian Lieberfalschregieren Lindner. Obwohl Merz und Lindner ihre Vaterschaft offiziell verleugnen wollen, haben sie bei den Vaterschaftstest-Abstimmungen im Bundestag für das Aus der Kernenergie votiert. Da nützen auch flammende Pro-Kernkraft-Heuchlerreden und Pro-Weiterbetriebs-Interviews nichts. 

Das schlimmste Szenario des Kernenergieausstieges, das wirtschaftlich verheerende, ist längst eingetreten, nämlich die umweltschädliche Geldvernichtung. Die Stromkunden schultern Milliarden, ohne Nutzen für die Umwelt. Geld, das woanders bitter fehlt. Das Geld der Steuerzahler wird von unten nach oben umverteilt. Der Industriestandort schwächelt, die Industrie verabschiedet sich leise und langsam aus Deutschland. 

Ein Heer von Scharlatanen und Nebelkerzenwerfern ist am Ruder

Mich beeindrucken dabei zwei Dinge: 

Die Bürger lassen sich diese Abzocke ohne Murren seit Jahren gefallen und glauben immer noch den falschen Energiewendepropheten. Die Energiewende ist nicht nur ein technisches Experiment, sondern ein Menschenexperiment mit völlig fragwürdigem Ausgang. Es wäre besser gewesen, dieses Experiment erst mal an Ratten auszuprobieren.

Die Politiker haben offensichtlich keinerlei Skrupel, das Geld der Bürger mit vollen Händen zum Fenster rauszuwerfen. Was, das Kernkraftwerk kann drei Millionen Haushalte mit billigem Strom versorgen und ist viele Milliarden wert? Auf den Schrott damit. Was, die Erdkabel kosten zehnmal so viel wie Freileitungen? Dafür ist die Akzeptanz besser? Dann machen wir die Stromtrassen eben mit Erdkabeln. Die Rechnung bekommt der Stromkunde. Das EEG mit seiner „Umlagenfinanzierung“ ist ein klassisches Beispiel von Steuererhöhung, ohne die Steuer zu erhöhen. Aber das Geld des Steuerzahlers ist trotzdem weg. Nein, es ist nicht weg, es haben nur andere.

Der Kernkraftausstieg wird angetrieben von Umverteilung gewaltiger Geldmengen und von ideologischem Wunschdenken von spinnerten Eliten. Die Scharlatane verstehen noch nicht einmal, wie das System funktioniert, drehen aber wie wild am Steuerrad. Ihre Unterstützer, die linken Journalisten, verstehen die Physik auch nicht, sind aber ebenfalls getrieben von Illusionen über die Machbarkeit ihrer Ideologie. Es regiert das Prinzip Hoffnung. In ihrer Selbstherrlichkeit haben sie es sogar versäumt, die vielbeschworene „europäische Lösung“ auf dem Gebiet der Energiepolitik auch nur zu erwägen. Alle zusammen drehen ein gigantisches planwirtschaftliches Rad, das von Vornherein zum Scheitern verurteilt war. Das Urteil spricht die gnadenlose Physik. 

Foto: Achgut.com

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Wolfgang Richter / 03.04.2023

Nachtrag zum aktuellen Habeck-Besuch in Kiew: Nebenher kündigte Herr Habeck an, daß die Ukraine in der Zukunft auch als Strom-Exportland in Richtung Deutschland infrage komme, wobei es sich ja im Falle des Falles nur um “Atomstrom” handeln dürfte. Eine weitere tolle Idee der hier alles Abwrackenden, der Vertreter der “Windspargel-über-alles-Ideologie”.

Wolfgang Richter / 03.04.2023

Der -zumindest für mich- absolute Schenkelklopfer der Woche -und wir haben gerade erst Montag- ist der aktuelle Habeck-Besuch in Kiew, eingeladen vom dortigen Komiker Selensky, Zweck des Besuches: die Organisation der Reparatur und “Modernisierung” der ukr. Energieversorgung. Damit kann Putin seine Raketen einmotten, den einen größeren Schaden als Habecks Planungen können die nicht anrichten, der duetsche Wirtschaftsminister auf Mission als Geheimwaffe der russischen Armee. Das kann sich keiner ausdenken, weil “denken” Voraussetzung. Solche Geschichten kann nur das Leben.

Burkhard Mundt / 03.04.2023

“Umverteilung von unten nach oben” ? Die “unten” bekommen alles bezahlt (“Jobcenter zahlt alles”, selbst erlebte Verhöhnung durch Mihigru). Die “oben” können sich, aus welchen Quellen auch immer, alles leisten. Bluten muss die Mitte. Die muss alles selbst zahlen: Miete, Strom, Heizung, Lebenshaltung, Gesundheitsvorsorge. Und zwar aus dem Gehalt mittlerer Höhe nach Steuerabzug. (Noch) Zuviel, um als arm zu gelten. Zuwenig, um reich zu sein. Ausnahme Steuersatz.

Walter Ernestus / 03.04.2023

Kernkraft Herr Haferburg, Gott behüte uns! In Fukuschima starben ja 100.000 Menschen wie einst Claudia Roth feststellte, und bitte fahren Sie morgen ÖPNV: Warum? Es gibt kein Eu Land in dem noch soviel Masken-Träger fahren wie bei uns! Angst vor dem Virus ! Auch Angst vor dem Klimawandel! Treibt uns, Kein Fleisch, keine Milch etc. Nur noch Veganer oder höchstens ein Paar Maden. Alles möglich in D ! Der Rest zeigen die Wahlen, schauen sie sich die Ergebnisse bitte an der Haferburg, dann wissen Sie wir Verblödung total

Ulla Schneider / 03.04.2023

Dieses Land finanziert über die Leyen -EU neue Atomkraftwerke in France und in den Niederlanden. Ein hübsches Geschäft,  bezahlt und für den Notfall Stromausfall noch mal bezahlt.  Diese Regierung denkt von hier bis zum Kurpark. Mich würde mal die Vita in Mehrzahl der über 200 ausgetauschten Angestellten der Abteilung Wirtschaftsministerium interessieren. Alle Gesamtschulabitur oder haben die traurige Aktien in Windmühlen?

Alfred Hüttemann / 03.04.2023

@Franz Klar - Es ist immer wieder erheiternd, selbsternannte “Faktenchecker” bei ihren Werkelbemühungen zu beobachten. In diesem Fall greift der Herr Klar zur “Wikipedia” und erfreut die geneigten Leser mit einem längeren Zitat aus dem Artikel “Atomausstieg”:  “Am 30. Juni 2011 beschloss der Bundestag [...] , wobei die letzten Kernkraftwerke Ende 2022 abgeschaltet werden sollen … ”  Das Zitat (hier nur Anfang und Ende wiedergegeben) soll dazu dienen, dem verdienstvollen Manfred Haferburg “Blödsinn” zu unterstellen und seinen Beitrag als eines “Faktencheckerverri[sses]” würdig zu erweisen. Leider aber fischt der Herr Klar hier im Trüben, denn er verzichtet (ahnungslos? böswillig?) auf einen erweiterten Gebrauch der “Wikipedia” und unterschlägt so das, was im Artikel “Atom-Moratorium” zu lesen ist. Am 14.03.2011 (also nur 3 Tage nach dem Tsunami von Fukushima) beschloß die Merkel-Regierung (und wer wollte da “Panik” bestreiten?), alle 17 Kernkraftwerke in Deutschland einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen und die sieben ältesten Kernkraftwerke sowie das KKW Krümmel für drei Monate stillzulegen; der Atomausstieg wurde erst am 30.06.2011 beschlossen. Zu diesem Atom-Moratorium vom 14.03.2011 nun erinnert die “Wikipedia”: “Das Moratorium ist kein Gesetz, sondern wurde mit dem seit Herbst 2010 gültigen Atomgesetz als ‘vorsorgliche Gefahrenabwehr’ begründet. Auf Bitte der Bundesregierung ordneten die Atomaufsichtsbehörden der Länder, in denen diese Kraftwerke stehen, ihre befristete Stilllegung (Abschaltung) an. Einige Bundesländer fürchteten erhebliche Schadensersatzforderungen, falls Gerichte das Moratorium als rechtlich unzulässigen Eingriff beurteilen. In einigen Fällen wurde verwaltungsgerichtlich festgestellt, dass die Anordnung zur vorübergehenden Abschaltung rechtswidrig war.” Auf eben diese Vorgäng bezieht sich m.E. der erste Abschnitt des Beitrages von Manfred Haferburg - und das ist beileibe kein “Blödsinn”!

A. Ostrovsky / 03.04.2023

@T. Merkens : Ich vermute, das muss mit Bindestrich geschrieben werden. Ordnung muss schon sein. Ich glaube auch das Gender:Innen Gegendere verbietet sich bei Namen. Das liegt daran, dass es sich bei Namen um eine konkrete Bezeichnung (in Programmiersprachen nennt man es auch “Bezeichner”) einer konkreten Ausprägung einer abstrakten Klasse Mensch handelt. Durch Ableitung der abstrakten Klasse entstehen die konkreten Klassen LBGTUX_Mensch und CIS_Mensch oder FIS_Mensch. Da wird kein Doppelpunkt erlaubt und auch der Stern, der für einen Pointer steht, also nur einen Zeiger auf ein Symbol, hätte ich Bedenken. Der Name ist die Referenz auf die konkrete Ausprägung und als solcher muss er im Kontext eindeutig sein. Erlaubte Zeichen in einem Bezeichner sind alle Buchstaben, alle Ziffern und der Unterstrich/Bindestrich. Das erste Zeichen darf aber keine Ziffer sein. Bei einzelnen Ausprägungen der Klasse Mensch darf auch der Dollar im Namen verwendet werden, wenn es sachlich begründbar ist. Die Referenz selbst darf vom Typ Mensch sein, wodurch allerdings alle Merkmale des LBGTUX_Mensch bzw. CIS_Mensch verschwinden. Sie bleiben aber valid, obwohl sie nicht accessible sind. Unter Umständen ist es zulässig, dem Objekt, also der Ausprägung der Klasse Mensch als zweite Referenz einen weiteren Namen zuzuweisen, der im lokalen Kontext eindeutig ist. Der lokale Kontext ist aber niemals der Namensdienst, der ist global oder national. Die Referenz zum Namensdienst selbst muss global eindeutig sein. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausdrücken können.

A. Ostrovsky / 03.04.2023

@T. Merkens : Ich vermute, das muss mit Bindestrich geschrieben werden. Ordnung muss schon sein.

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